Andreas Scholl, Barbara Bonney, Audio CD, Verkaufsrang 765
Preis:
8,97 EUR (Ab 20 € Bestellwert versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Aus der Amazon.de-Redaktion Ganz gewiß hat die düstere Schönheit von Pergolesis Stabat Mater für Sopran, Alt und Streicher zu ihrer Popularität eine Menge beigetragen. Aber hier muß auch gesagt werden, daß die Geschichte dieses 26-jährigen Komponisten, der sein Werk noch auf dem Totenbett fertigstellte, für das Publikum wie das Musikbusiness einfach zu romantisch war. Man konnte einfach nicht widerstehen. "Im gleichen Moment, in dem sein Tod bekanntgegeben wurde", so schrieb Dr. Burney, ein berühmter Reisender im 18. Jahrhundert, "offenbarte sich in ganz Italien ein ausgeprägtes Verlangen, seine Werke zu hören und zu besitzen." Und das ist seit jeher so geblieben. Trotz der vielen konkurrierenden Werke auf dem Markt scheint es, daß Decca ihren preisgekrönten lyrischen Sopran und ihren jungen, hervorragenden Contratenor dazu bringen wollten, das Stück auch aufzunehmen. Das Ergebnis als solches ist nicht schlecht. Barbara Bonneys Gesang ist kultiviert und wunderhübsch, hätte aber vom Klang ihrer Stimme her besser zu Schumann oder Strauss gepaßt (zum Beispiel verwischt sie mit ihrem Vibrato die im ersten Satz so effektvoll schwebenden Dissonanzen). Andreas Scholl liefert eine wohlausgewogene und intelligente Darbietung, die wahrscheinlich in einer anderen Aufführung fabelhaft gepaßt hätte. Leider springt nirgendwo der Funke über. Die gesamte Aufnahme klingt, als sei sie nur gemacht worden, weil man dies in der Marketingabteilung von Decca für eine gute Idee hielte und nicht, weil die Künstler sich in irgendeiner Art zu dieser Musik hingezogen gefühlt hätten. Die zwei Versionen des Salve Regina (eine für jeden Solisten; beide jedoch teilen sich die Stabat Mater), kommen etwas besser weg, aber nur ihretwegen würde man diese CD nicht kaufen. Eingefleischte Anhänger von Scholl und Bonney sollten (und werden) nicht allzu enttäuscht sein, aber verglichen mit den vorbildlichen Versionen des Seminario Musicale oder dem erregenden Concerto Italiano, ist die vorliegende Aufnahme schwerlich zu empfehlen. -Matthew Westphal
Giuseppe Sinopoli, Sd, Audio CD, Verkaufsrang 2274
Preis:
17,99 EUR (Ab 20 € Bestellwert versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Aus der Amazon.de-Redaktion Antonin Dvoraks Glaube war aufrichtig, undogmatisch, fast naiv, kindlich und unberührt von der Säkularisierung seiner Zeit. Er gab ihm Trost und Zuflucht besonders in jener Zeit, als ihm die schwersten Schicksalsschläge seines Lebens ereilten. 1875 war sein Töchterchen Josepha kurz nach der Geburt verstorben, zwei Jahre später folgten ihr auf tragische Weise seine zweite Tochter und sein kleiner Sohn. Unter diesem Eindruck vertonte Dvorak 1877 den Text der Marienklage ("Stabat Mater Dolorosa"), die das Leiden um den Tod des Sohnes besingt. Ende 1880 fand in Prag die Uraufführung statt. Vielfach wurde das Werk von tschechischen und slowakischen Künstlern eingespielt; nun erscheint der Mitschnitt eines Konzertes mit dem italienischen Dirigenten Giuseppe Sinopoli und der Staatskapelle Dresden, das in Dresden im April letzten Jahres stattfand. Sentimentalität oder Gefühlsduselei sind Sinopolis Sache nicht. Unter dem sezierenden Blick des einstigen Psychoanalytikers werden sämtliche musikalische Details der Partitur präzise ausgeleuchtet. Transparenz und Struktur haben bei ihm Vorrang. Darüber geht etwas von jener melodieseligen Wärme, jenem klanggesättigen runden Sound, der so charakteristisch für Dvorak ist, verloren. Johan Bothas emphatischer Vortrag gleicht da vieles aus; einen ebenso souveränen wie fulminanten Auftritt indes feiert der Chor der Sächsischen Staatsoper und schon deshalb ist diese Aufnahme sehr zu empfehlen. -Teresa Pieschacón Raphael