Alfred Kerr verstand sich nicht nur als Theaterkritiker, sondern auch alsSchriftsteller und Spracherneuerer. In seinen vielfältigen Aufzeichnungenversuchte er, sich schreibend seiner Welt zu versichern und für die Fülledes Lebens eine geeignete Sprache zu finden. Das Berlin der Jahrhundertwende,in das Kerr mit zwanzig Jahren kam, erschien ihm als ein unerschöpflicherKosmos, den es in seiner ganzen Vielfalt zu durchmessen galt. Seine genauenBeschreibungen der Menschen und Orte rund um Berlin zeigen Kerrs großeDaseinslust und Sinnenfreude, die er den Genüssen einer 'Welt im Licht'entgegenbrachte. Selbstverständlich weisen seine Aufzeichnungen auch biographischeWendepunkte aus, die erotischen Verwirrungen, das Glück und Unglück seinerzwei Ehen, und berichten von seiner Begeisterung wie auch der Mühe beidem Verfassen seiner Kritiken. Bismarcks Wirken in den letzten Monaten und sein Tod. Was plant Kaiser Wilhelm wieder in Berlin? Die Eigenart Berliner Friedhöfe. Ereignisse von Wertheim bis zum großen Stern. Kreuzbergstadt ersäuft im Regen. Zu Weihnachten, diesem kitschigen Fest, ist es an keinem anderen Ort so schön wie in Berlin. Alfred Kerr, Theaterkritiker und Schriftsteller, liebt seine Stadt. Sie erscheint ihm mit ihrer Vielfalt als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Seine Tagebucheinträge faszinieren durch die raffinierte Verknüpfung von persönlichem und öffentlichem Geschehen. Nicht nur das Berlin der Jahrhundertwende und seine umliegenden Orte, wie Werder oder Potsdam, werden in tausend Details plastisch, Kerr bringt uns mit höchster Literatenkunst sein Leben und seinen Aufstieg als Kritiker entgegen, wie es ihn selbst erstaunte. Wir finden Aufzeichnungen über sein Liebesleben- und leiden, seine zwei Ehen und am Schluß einige amüsante Anekdoten über Erlebnisse mit seinen zwei kleinen Kindern. Alfred Kerr, 1867 geboren, stammt ursprünglich aus Breslau. Sein Studium der Literaturwissenschaft führte ihn nach Berlin. Dort arbeitete er als Kritiker bei verschiedenen Zeitungen bis er 1933 aus Deutschland nach England fliehen mußte. 1948 nimmt er sich nach einem Schlaganfall bei einem Besuch in Hamburg das Leben. Kerrs eigenwillige und originelle Sprache ist köstlich, selten, akrobatisch und immer wieder verblüffend. Es wird deutlich, daß er nicht umsonst als Sprachneuschöpfer gilt. Besonders anziehend machen ihn sein Humor, seine spritzige Ironie und seine überall hervorleuchtende Lebenslust.-Daphne von Unruh
Buch:
Marilyn Monroe Enzyklopädie
Autor:
Adam Victor, Ausgabe vom 2000, Gebunden, Verkaufsrang 457540
Buch:
Paul Newman - Hollywood Collection - Eine Hommage in Fotografien
Autor:
Ward Calhoun (Hrsg.), Manfred Hobsch (Beitrag), Ausgabe vom 15. Januar 2010, Gebunden, Verkaufsrang 74482
Heiner Lauterbach, Ausgabe vom 1. Sept. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 177689
Aus der Amazon.de-Redaktion "Mein Gott, nun auch noch der!", "Würde ich mir nie kaufen!" - Reaktionen aus dem privaten Umfeld auf die Ankündigung einer Heiner Lauterbach-Biografie. Wenn dies nicht der eindeutige Beweis für die Existenz eines Paralleluniversums ist. Wie schon im Falle Bohlen, Naddel & Co.: Keiner liests, kaum aber ist das Ding auf dem Markt, erklimmt es einen Logenplatz in der Bestsellerliste. Heiner Lauterbach wird wahrscheinlich hell auflachen angesichts solch zu erwartender Reaktionen. Der Mann ist ohnehin nicht mehr zu belangen. Nehmen wir sie ihm also ab, die "schonungslose Beichte", wie BILD uns vorab frösteln ließ. Wann ist ein Mann ein Mann? Was bei Grönemeyer noch als kritisch-ironische Bestandsaufnahme typisch männlicher Attribute daherkam, bei Lauterbach ist es - ganz unironisch - ehernes Gesetz. Ausgestattet mit einem Grundmisstrauen allem Intellektuellen gegenüber, genießt er die Hinwendung zu den "einfachen Leuten". Zwischen Kiez-Prosa und gut abgehangener Liebeslyrik ("...höre den Rhythmus unserer nassen Körper, schmecke das Salz auf ihrer Haut"), geleitet Lauterbach wie ein penibler Buchhalter der Ausschweifung durch sein wildes Leben. Schulmädchenreport, Stunts, Saufgelage, flotte Dreier, Vierer und - ach ja, geschauspielert wird auch noch. Nach prototypischer Hippie-Jugend (lange Haare, Trampen, Indientrip incl. Knast wg. Haschbesitzes, Ausschlagen des väterlichen Sanitärhandels, Abgleiten in die Kölner Halbwelt), folgt, was die meisten wohl vom Kauf des Buches abhält: Die Namen, die Affären! Wie war sie, Katja Flint? Lauterbach bedauert noch heute. Jenny Elvers? Wird gentlemanlike verteidigt. Auftritt der üblichen Verdächtigen. Claude-Oliver Rudolph, Busenfreund Heinz Hoenig und - klar! - Rolf Zacher, "eines der allerletzten Originale in diesem immer spießiger werdenden Beruf". Überhaupt, diese heutigen Schauspieler, alles Weicheier, die nur noch "mit ihren Handgelenkstäschchen herumlaufen". Dann doch lieber die wunderbare Heidelinde Weis oder Sissy Höfferer. Noch 'ne Affäre. Dieter Wedel, anders als Doris Dörrie, erweist sich als der erwartet unangenehme Regie-Despot (speziell Kleindarstellern gegenüber), was Lauterbach um der Kunst willen verständlich findet. Ein randvolles Leben, buchstäblich von einem Höhepunkt zum nächsten taumelnd - und trotzdem macht sich eine merkwürdige Leere breit. Bei allen imponierenden Großereignissen, Lauterbachs nicht unsympathischen Erinnerungen mangelt es an innerem Reichtum. Wie anziehend aber auch ein solcher Affärenstadel sein kann, zeigen die Verkaufszahlen. ?-Ravi Unger
Buch:
Romy Schneider - Das große Album
Autor:
Michael Petzel, Ausgabe vom 2004, Gebunden, Verkaufsrang 817978