Product Description Hundert Jahre nach Theodor Herzl und dem Basler Zionistenkongreß ist Israel zur liebsten Projektionsfläche der deutschen Ideologie geworden. Staatstragende Philosemiten wie oppositionelle Antizionisten behaupten unisono, dieser Staat sei etwas Besonderes, Einzigartiges, Außergewöhnliches. Das Besondere an Israel aber ist nur die Kehrseite des einzigartigen Ereignisses des Massenvernichtung, aus der niemand, weder die Philosemiten noch die Antizionisten, die Konsequenz zu ziehen bereit ist. Es ist diese kollektive Verdrängung, die in den Projektionen ausagiert wird - nicht zuletzt von links.
"Der Antisemitismus, den die bürgerlichen Gesellschaften im Innern notwendig erzeugen, drückt sich auch geopolitisch aus. Als bürgerliche Gesellschaft der Juden in Nahost ist Israel dadurch in eine Zwangslage geraten, als Staat eine unfreiwillige Reprise der klassischen, aus dem Mittelalter bekannten Rolle des Schutzjuden aufzuführen, nur diesmal, zum Glück, nicht unbewaffnet. Von der BRD zwecks Wiedergutmachung nicht der Vernichtung, sondern der Nation einstweilen hofiert, von den USA bislang subventioniert, als einzige bürgerliche Demokratie im sog. Trikont vom Westen privilegiert, ist Israel doch zugleich völlig von den strategischen Interessen der amerikanischen Weltmarktpolizei abhängig. Israels 'Privilegierung' ist die genaue Kehrseite seiner existentiellen Bedrohung. Die Projektionen der deutschen Ideologie auf Israel haben mit Israels politökonomischer Konstitution wie mit den tatsächlichen Konditionen seiner Existenz im Nahen Osten so wenig gemein wie der Antisemitismus mit dem Objekt seiner Liquidationssehnsüchte. Charakter und Inhalt dieser Projektion vereinen die Deutschen aller Fraktionen zur Volksgemeinschaft im Wartestand."
Buch:
Dieses Jahr in Jerusalem: Theodor Herzl - Traum und Wirklichkeit
Autor:
Luc Jochimsen, Ausgabe vom 1. Juni 2004, Gebunden, Verkaufsrang 560629
Buch:
Leben in Israel: Alltag im Ausnahmezustand
Autor:
Michael Borgstede, Ausgabe vom Febr. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 514908
Buch:
Die ersten Israelis - Die Anfänge des jüdischen Staates.
Autor:
Tom Segev, Ausgabe vom 7. April 2008, Gebunden, Verkaufsrang 189188
Israel - Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Autor:
Michael Wolffsohn, Ausgabe vom 25. Sept. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 586120
Buch:
Wir wollen beide hier leben - Eine schwierige Freundschaft in Jerusalem
Autor:
Amal Rifa'i, Odelia Ainbinder, Sylke Tempel, Ausgabe vom 2003, Gebunden, Verkaufsrang 370721
Aus der Amazon.de-Redaktion Die Arbeit einer Organisation wie Peace Child Israel kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Von der Öffentlichkeit weit gehend unbemerkt, führt sie seit 1988 palästinensische und isaelische Jugendliche in Theaterprojekten und im Schüleraustausch im Ausland zusammen. Auf diesem Wege lernten sich die 17-jährige muslimische Palästinenserin Amal Rifa'i und die gleichaltrige Israelin Odelia Ainbinder im Rahmen eines Schüleraustauschs in der Schweiz kennen. Für beide Mädchen, zwar in Jerusalem geboren, aber in völlig verschiedenen Welten aufgewachsen, war es der Anfang einer schwierigen, aber denkwürdigen Freundschaft. Erste Konflikte zeichneten sich bereits im Gastland ab. Amal, deren richtiger Name auf Wunsch ihrer Eltern wegen möglicher Repressalien geändert wurde, berichtet in einer späteren E-Mail von ihrer Enttäuschung, das Nachbarland Deutschland nicht besucht haben zu dürfen. Die israelische Gruppe, verteidigt sich Odelia, habe sich aus historischen Gründen geweigert. Amal klagt solches Verständnis auch für die Sache der Palästinenser ein. Ein hitziger Dialog entbrennt. Glaubens- und Alltagsfragen werden abgeglichen, zuweilen wird der Ton unwillig. So erscheint der frühzeitige Heiratswunsch der traditionsbewussten Amal der westlich geprägten Odelia völlig unverständlich. Beiden Mädchen gemeinsam ist die allgegenwärtige Angst vor Anschlägen und Vergeltungsmaßnahmen. So klagt Odelia, so manchen Bus vorzeitig verlassen zu haben, weil ihr ein arabisches Gesicht verdächtig erschien, "aber sonst ist Jerusalem echt relaxt". Ein spannender Annäherungsversuch, parallel unterlegt mit Zeitungsberichten von der aktuellen israelisch-palästinensischen Gewaltspirale. Vom ersten misstrauischen Beschnüffeln über stockenden Meinungsaustausch bis hin zur gegenseitigen Akzeptanz und Freundschaft, die in Amals simpler Erkenntnis gipfelt: "Gott gab den Menschen einen Verstand. Aber statt ihn zu benutzen, jubeln Palästinenser angesichts toter Israelis und Israelis angesichts toter Palästinenser." Die beiden Mädchen haben ihren Verstand benutzt. Eine Annäherung im Kleinen hat stattgefunden, der Teufelskreis scheint durchbrochen. Amal und Odelia können als echte Vorbilder dienen. -Ravi Unger
Buch:
Geschichte des Zionismus: Von Theodor Herzl bis heute
Autor:
Elvira Willems, Ausgabe vom 1. Sept. 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 634785
Buch:
Offene Wunde Nahost - Israel, die Palästinenser und die US-Politik
Autor:
Noam Chomsky, Ausgabe vom 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 814676