Streiflichter aus Amerika - Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene
Autor:
Bill Bryson, Ausgabe vom 6. Febr. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 391456
Aus der Amazon.de-Redaktion Bill Bryson legt in dem vorliegenden Buch eine Sammlung von Kolumnen zu den Vereinigten Staaten vor, die er für die Mail on Sunday geschrieben hat. Wie bereits in seinem Buch Reif für die Insel. England für Anfänger und Fortgeschrittene beschreibt Bryson auf humorvolle Art und Weise seinen Alltag in den USA, der von allerlei kuriosen und skurillen Vorkomnissen gekennzeichnet ist. Selbst Amerikaner hat Bryson nach fast 20-jährigem Aufenthalt in Großbritannien beschlossen, samt Familie in die Vereinigten Staaten zurückzukehren. Dort angekommen, muss er feststellen, dass sich während seiner Abwesenheit einiges verändert hat und er oft in den alltäglichen und banalsten Situationen mit ungewöhnlichen Reaktionen seiner Landsleute rechnen muss. Den Blick geschärft nimmt er sich in seinen Kolumnen so ungewöhnlichen amerikanischen Eigenschaften wie z.B. Käse aus Sprühdosen in "Im Junkfood Paradies" oder eigenartige Feiertage in "Hail to the Chief - Es lebe der Boss" vor. Aber auch vor seiner eigenen Familie macht er nicht halt. Oft wird seine englische Frau Zielscheibe seines erfrischenden Humors. Ironisch und sarkastisch beschreibt er das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und seine Einwohner. Bill Bryson ist den Lesern im deutschsprachigen Raum kein Unbekannter mehr, davon zeugt seine immer größer werdende Fan-Gemeinde. Obwohl hervorragend übersetzt, kann man die stilistischen und sprachlichen Feinheiten natürlich am besten im amerikanisch-englischen Original-Text I'm a Stranger Here Myself: Notes on Returning to America After Twenty Years Away nachempfinden. Die einzelnen Kolumnen in Streiflichter aus Amerika eignen sich hervorragend als Lektüre für zwischendurch, zur Aufheiterung des Alltags - Sie werden sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. -Martina Frühwald 1
Buch:
Politikberatung in den USA: Der Einfluss von Think Tanks auf die amerikanische Sozialpolitik (Nordamerikastudien)
Autor:
Martin Gehlen, Ausgabe vom 9. Mai 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 2061893
Peter Bender, Ausgabe vom 2004, Gebunden, Verkaufsrang 360578
Aus der Amazon.de-Redaktion Die Vereinigten Staaten von Amerika als neues Rom? Genau darauf hofft Peter Benders. Doch ist seine Perspektive eine ganz und gar andere als die derjenigen Autoren, die den USA vorwerfen, dass sie mit ihrem unverhohlenen Hegemoniestreben auf die Errichtung eines Empires nach römischen Vorbild abzielten. Konkret richtet sich Benders Hoffnung darauf, dass Amerika und Europa sich in einer Welt, "in der andere Kulturen sich gegen den "Westen" behaupten, stärken und vordringen", auf ihre gemeinsamen kulturellen Wurzeln besinnen, um zusammen die Zivilisation des Abendlandes zu schützen und zu bewahren. So eben wie Rom durch die liebend-bewundernde Anverwandlung dem kulturellen Erbe der Griechen zu neuer Größe verholfen habe, soll Europa von den USA gerettet werden. Auch wenn diese Vorstellung angesichts der unübersehbaren politisch-kulturellen Entfremdung eher als merkwürdig verträumte Utopie erscheint, und auch wenn man historischen Vergleichen der hier vorgelegten Art eher skeptisch gegenüberstehen mag: Peter Benders ist eine vorzügliche Parallelstudie gelungen, die die Grundlinien der römischen wie der amerikanischen Geschichte sehr schön hervortreten lässt. Dies deshalb, weil der Autor, der immer wieder sehr deutlich auf die Unterschiede der historischen Konstellationen hinweist, es einerseits geschickt vermeidet, Unvergleichbares miteinander in schiefe Beziehungen zu setzen. Andererseits scheut er sich nicht, die bei aller Differenz dennoch bestehenden strukturellen Analogien auch zu beschreiben. Aus wechselnder Perspektive werden so die tatsächlich verblüffend ähnlichen Lebenslinien der beiden durch Zeit und Raum von einander getrennten Weltmächte sehr schön herausgearbeitet. Hinsichtlich sowohl der Abfolge der Ereignisse als auch der Bedeutung für die nachfolgende machtpolitische Orientierung ähnlich erweisen sich insbesondere der erste und zweite Punische Krieg in der römischen, sowie der Erste und Zweite Weltkrieg in der amerikanischen Geschichte. Beide Mächte nämlich zogen, wie Benders darlegt, eher widerwillig in den jeweils ersten dieser Kriege, nach dem sie sich deshalb - "reif für die Insel" - umso entschlossener auf sich selbst zurückzogen. Dies freilich, um 219 v. Chr. durch den Fall von Sagunt, beziehungsweise 1941 durch den Überfall auf Pearl Harbor umso heftiger aus ihrer Selbstgenügsamkeit wieder aufgeschreckt zu werden. Was für Rom auf den anschließenden Aufstieg zur unumschränkten Weltmacht folgte - letzten Endes der Untergang - ist sattsam bekannt. Die USA dagegen stehen heute an einem Scheideweg. Über die Gründe nachzudenken, welchen der ihr offen stehenden Wege sie wohl einschlagen sollten und wohin dieser oder jener Pfad sie (und uns) führen könnte, gibt Benders ebenso inspiriertes wie inspirierendes Buch dem Leser einiges an die Hand. -Andreas Vierecke
Buch:
Kleine Geschichte Kaliforniens
Autor:
Stephan Bierling, Ausgabe vom 23. Aug. 2006, Broschiert, Verkaufsrang 106849
Was Peter Scholl-Latour mit der ihm eigenen visionären Kraft vorausgesehen hat, ist eingetroffen Nicht nur im Irak, im gesamten Nahen und Mittleren Osten entfaltet sich ein historisches Drama, das der Weltmacht USA schneller als erwartet ihre Grenzen aufzeigt. Aufgrund jüngster Eindrücke in der Konfliktregion und jahrzehntelanger Kenntnis der dort wirkenden politischen und religiösen Kräfte gelingt Scholl-Latour eine überzeugende Analyse dieses notorischen Brennpunkts der Weltpolitik. Als Treibsand, so kann man in der Brockhaus Enzyklopädie nachlesen, bezeichnet man "schluffreiche Feinsande oder feinsandige Schluffe mit sehr geringem Tonanteil, die sich bei Wassersättigung unter Druck in Richtung einer Druckentlastung bewegen, z. B. in eine Baugrube hinein". Und wenn Peter Scholl-Latour sein Buch über den Kampf "Bush gegen die Ayatollahs" mit Weltmacht im Treibsand überschreibt, dann will er damit sagen, dass Amerika schlimmsten Falls mit in die eine oder andere der zahlreichen Baugruben gerissen werden könnte, die seine Bomben und Panzer (im Irak oder in Afghanistan) und seine diplomatischen (Droh-)Gebärden (etwa im Iran, in Saudi-Arabien oder Syrien) gegraben haben und in die hinein nach seinen Vorstellungen die Fundamente gegossen werden sollen, auf denen neue Demokratien nach westlichen (d. h. bei Bush: amerikanischen) Blaupausen aufgebaut werden sollen. An beinahe jede dieser Baugruben führt uns Scholl-Latour und zeigt uns die Gefahren, die für die westlichen Planer und Möchtegern-Bauherren darin lauern. Der Journalist kennt die Region und die Konflikte des Nahen und Mittleren Ostens vermutlich besser als die meisten seiner Journalistenkollegen, aber auch besser als viele der Experten in den Beraterstäben des Weißen Hauses. Mit deren polit-strategischen Plänen geht er ebenso kritisch ins Gericht wie mit dem militärischen Welterlösungsprogramm der Bush-Regierung. Was aber den Spaß anbelangt (wenn man den bei Büchern wie diesen haben darf), so profitiert das Buch vor allem von der unbändigen Erzählfreude des Autors, mit der er die Aufmerksamkeit seiner Leser seit jeher belohnt. So berichtet er von seinen Hotelbar-Begegnungen mit einem britischen Kollegen selbstverständlich nicht nur, an welchen wichtigen Informationen und Überlegungen der ihn hat teilhaben lassen, sondern eben auch, wie blendend weiß dessen Aufzug immer zu sein pflegte und wie wunderschön sein akkurat gezwirbelter Bart. So etwas mag manchem als überflüssiges Rankwerk erscheinen. Das ist es aber nicht! Diese kleinen Anekdoten nämlich geben dem Leser die Möglichkeit, die vielen, vielen Fakten und Zusammenhänge mit Bildern zu assoziieren. Und so hat auch der Nicht-Fachmann am Ende immer noch den Überblick. Jedenfalls so weit dies bei diesem doch recht komplexen Themenfeld überhaupt möglich ist. Und Spaß beim Lesen hat er trotz des ernsten Themas auch noch gehabt. Was will man mehr? -Andreas Vierecke