Aus der Amazon.de-Redaktion Loreena McKennitts Doppelalbum, das aus Auftritten in Paris und Toronto zusammengestellt wurde, dokumentiert die Live-Kompetenz dieser modernen Troubadora, die ihr überwältigendes Talent an Harfe, Akkordeon und Klavier ausbreitet und zu einem fein gewirkten Gobelin verwebt. Liebhaber von The Book of Secrets, The Mask and Mirror und ihrer anderen bezaubernden Alben werden von diesen virtuosen Auftritten und den glasklaren Aufnahmen vieler Lieblings-Songs wie "The Mummer's Dance" und "Bonny Portmore" begeistert sein. Loreena McKennitts Stimme ist hier in bester Verfassung - nicht die geringsten Anzeichen von Tournee-Streß. "Marco Polo", ein köstlicher, tranceartiger Jam von The Book of Secrets, kommt ein bischen zu hudelig daher und ohne den ausufernden, improvisierten Groove, der dieses geschmackvolle Stück hätte zieren können. Aber das ist ein kleiner Fleck auf der silbrigen Oberfläche dieser wunderbaren Sammlung, die von McKennitts Ensemble aus Geige, Cello, Drehleier, Baß und Perkussion getragen wird, die alle wunderhübsch zu McKennitts engelhafter Stimme passen. Was dieses Juwel noch wunderbarer macht, ist die Widmung an ihren Verlobten, der im Juli 1998 bei einem Bootsunfall starb. Die Einnahmen des Albums gehen an seine Gedächtnis-Stiftung für das Rettungswesen zu Wasser. Und wenn wir schon 1999 nicht das Glück hatten, neues Material dieser ganz besonderen Künstlerin genießen zu dürfen, haben wir zumindest eine Kostprobe ihrer außergewöhnlichen Musik in neuem, goldenem Glanz. -Karen Karleski
CD:
Silly Sisters
Maddy Prior, June Tabor, Audio CD, Verkaufsrang 176649
CD:
Sail on
Gaughan Dick, Dick Gaughan, Audio CD, Verkaufsrang 310337
Aus der Amazon.de-Redaktion Nach dem überwältigenden Erfolg von Riverdance kreierte Michael Flatley eine noch aufwendigere und ausgefeiltere Tanzshow. Lehnte sich das erste Musical noch recht stark an irische Folkore an, so ist Lord of the Dance ein modernes Spektakel, das nicht mehr viel mit diesen Wurzeln gemein hat. Dafür ist es umso unterhaltsamer. Lord of the Dance erzählt vom archaischen Kampf zwischen Gut und Böse, verkörpert von zwei rivalisierenden Clans und deren Anführern - der Gute wird natürlich von Michael Flatley dargestellt. Das alles ist eingebettet in keltische Mythologie mit Elfen und einer Göttin - der Sängerin Anne Buckley, die mit ihrem wallenden, roten Haar und in ihrer weiten Robe wahrlich eine mystische Aura verströmt. Auch sonst ist die eineinhalbstündige Show nie langweilig: Kraftvolle Stepnummern mit stampfenden Rhythmen, meist von Männern vorgetragen, wechseln mit Tanzstücken, in denen Tänzerinnen in bunten Gewändern wie Elfen durch den Raum schweben. Dazu erzeugt eine effektvolle Lightshow jeweils die passende Atmosphäre. Den Höhepunkt bildet der Showdown zwischen dem "Lord of the Dance" und dem "Dark Lord" - das Zelebrieren eines archaischen Kampfes, voller männlicher Kraft und erotischer Ausstrahlung. Und natürlich ein grandioses Zurschaustellen tänzerischer Virtuosität. Das Publikum dieser Aufführung in Dublin war jedenfalls hingerissen und ließ Michael Flatley fünf Zugaben tanzen. Das einzige Manko des Videos sind dessen zu hektische Schnitte - das ist schade, denn die Kameraperspektiven sind sehr variantenreich. So kann man Flatleys Steptechnik manchmal durch eine Glasscheibe von unten verfolgen und Zeitlupe wird eingesetzt, um tänzerische Effekte zu verstärken. Die ganze Show ist ein Feuerwerk an Einfallsreichtum, tänzerischem Können und moderner Licht- und Bühneneffekte. -Yvonne Engel