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Der Koch - Martin Suter
Buch:Der Koch
Autor:Martin Suter, Ausgabe vom 26. Januar 2010, Gebunden, Verkaufsrang 1305
Preis: 21,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Andrea hat Maravan Vilasam schon eine ganze Weile im Blick. Noch keine zehn Tag ist die attraktive Frau Servicekraft im Zürcher Nobelrestaurant "Chez Huwyler", aber es reicht, um zu begreifen, dass der Asylant aus Sri Lanka weit unter seinem Niveau beschäftigt ist. Offiziell ist Maravan als Tellerwäscher und Handlanger angestellt, aber die Köche des Restaurants benutzen sein Talent zum Gestalten von dreilagigen Millefeuilles mit marinierten Waldbeeren in knusprigen Blätterteig-Arlettes gern, um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Gedankt indes wird es ihm nie. Von Kindesbeinen an gilt Maravans große Liebe der Kochkunst. Als ihm gekündigt wird, tut er sich mit Andrea zu einem Catering-Service namens "Love Food" zusammen, der sich darauf spezialisiert, die Geschlechter über das sinnliche Band raffinierter Speisen zusammenzuschweißen. Bald macht er dabei auch Bekanntschaft mit der Welt der Banken und der Politik. Und da geht es ein ums andere Mal recht anrüchig zu... "Sonst saßen da: ein Autoimporteur, ein Inhaber einer Werbeagentur und ein nicht ganz freiwillig abgetretener Bankpräsident, alle mit ihren großen, dünnen, blonden zweiten Frauen": Es gibt nicht viele Autoren, die mit so wenig Aufwand ein solches Maß an Atmosphäre, sozialkritischer Doppelbödigkeit und ? hier: in die Syntax hineingerutschtem ? Humor hervorzaubern können. Schon allein wegen solch appetitlicher Nuancen hat sich die Lektüre von Der Koch schon gelohnt. Die Zutaten, aus denen der Schweizer Autor Martin Suter seinen Roman Der Koch gemixt hat, mögen nicht alle neu sein. Vom Problem der Eidgenossen mit Ausländern und ihrer Vorliebe für die Hochfinanz hat man auch schon anderswo gelesen. Und manchmal hat Suter sein Lesemenü auch etwas überwürzt. Aber das ist nur ein schnell verflogener Beigeschmack. Denn im Großen und Ganzen ist Der Koch wieder ein überaus gut lesbares, frisches Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
- Stefan Kellerer


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 87 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
ein Suter halt :-) (5 von 5 Punkten) meint B. aus Hessen
"Der Koch" ist ein typisches Suter-Buch und wieder mal fand ich es sehr gelungen.

Zum Inhalt: Maravan ist ein tamilischer Flüchtling, der in der Schweiz lebt, wo er sich als Küchenhilfe in einem Sternelokal verdingen muss. Dass seine ganze Leidenschaft dem Kochen gehört, das interessiert in der Küche dieses versnobten Lokals niemanden. Schon als kleiner Junge hatte er sich - angelernt von seiner Großtante - mit Gewürzen, Gerüchen etc. beschäftigt.
Als er nach einem Streit gefeuert wird, gründet er mit seiner ehemaligen Kollegin Andrea einen Catering Service "Love Food". Er "zaubert" erotische, aphrodisierende Menüs und Andrea serviert diese, um Paaren, na sagen wir, wieder etwas auf die Sprünge zu helfen - später arbeitet man mit einem Escortservice zusammen.

ABER: das ist nur das Vordergründige - ganz subtil bringt Suter folgende Themen zur Sprache:
Waffenhandel, Kindersoldaten, Konflikte der Dritten Welt, die es nicht mal schaffen, in den westlichen Zeitungen erwähnt zu werden, das Geschäftsgebahren skrupelloser Geschäftsleute, die Problematik der 2. Generation, die aufgewachsen ist in der westlichen Welt und den Spagat zwischen Tradition und neuer "Heimat" schaffen muss .......

All das in einem klaren prägnanten Schreibstil - das ist schon große Kunst...




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Der Vorleser - Bernhard Schlink
Buch:Der Vorleser
Autor:Bernhard Schlink, Ausgabe vom Juni 1999, Taschenbuch, Verkaufsrang 144
Preis: 8,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Der Vorleser
OA 1995 Form Roman Epoche Moderne
In dem zuerst in den USA erschienenen Roman, in dessen Mittelpunkt eine seltsame Liebesgeschichte steht, setzt sich Bernhard Schlink - auch aus rechtsphilosphischer Sicht - mit der Judenvernichtung im "Dritten Reich", der Schuldfrage und dem Generationenkonflikt in den 1950/60er Jahren kritisch auseinander.
Inhalt: Der 15-jährige Gymnasiast Michael Berg lernt Ende der 1950er Jahre in Heidelberg Hanna Schmitz kennen. Die 20 Jahre ältere Straßenbahnschaffnerin kümmert sich um ihn, als ihm, an Gelbsucht erkrankt, auf dem Nachhauseweg übel wird. Wieder gesund besucht er sie und erlebt mit ihr seine erste Liebe. Bald entwickelt sich während der heimlichen Treffen in ihrer Wohnung ein Ritual, das der zunächst rein körperlichen Beziehung eine seelische Dimension gibt: Michael muss Hanna, über deren Vergangenheit er nur wenig erfährt, stets vor dem Liebesakt vorlesen.
Eines Tages verschwindet Hanna spurlos aus der Stadt. Erst Jahre später sieht er sie als Jurastudent in einem Auschwitz-Prozess wieder, wo sie mit anderen ehemaligen KZ-Aufseherinnen unter Anklage steht. Im Gerichtssaal findet Michael die lang gesuchte Erklärung für Hannas ungeschickte Verteidigung und für viele ihrer Handlungen: Sie ist Analphabetin, verheimlicht dies aus Scham auch im Prozess und wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihre Mitangeklagten, die ihr die Hauptschuld für ein grauenhaftes, schriftlich dokumentiertes Verbrechen zugeschoben haben, erhalten nur geringe Freiheitsstrafen.
Michael, der sich mitschuldig fühlt, schickt ihr regelmäßig Kassetten ins Gefängnis, die er mit Weltliteratur besprochen hat. Anhand der Kassetten lernt Hanna autodidaktisch lesen und schreiben und beginnt sich mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinander zu setzen. Nach 18 Jahren Haft nimmt sie sich kurz vor ihrer Entlassung das Leben.
Wirkung: Mit seinem Roman gelang Schlink ein internationaler Sensationserfolg, wie ihn die deutsche Gegenwartsliteratur seit dem Erscheinen R Der Blechtrommel von Günter Grass nicht mehr erlebt hatte. Der Vorleser, der in 27 Sprachen übersetzt eine Millionenauflage erreichte und mit zahlreichen Preisen (u. a. Prix Laure Bataillon, Ehrengabe der Heinrich Heine-Gesellschaft) ausgezeichnet wurde, prägte wesentlich das Deutschlandbild im Ausland. C. H.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 531 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Schuld und Sühne - und ein Geheimnis: "Der Vorleser" von Bernhard Schlink (5 von 5 Punkten) meint F.
Deutschland Ende der fünfziger Jahre. Michael Berg ist ein 15jähriger Schüler. Hanna Schmitz ist 36, Straßenbahnschaffnerin. Eine Begegnung. Kurze Augenblicke. Eine Affäre für einen Sommer, die jedoch sein ganzes Leben verändert. Dann ist Hanna verschwunden. Beide sehen sich wieder - bei einem Nazi-Prozess. Doch ihr größtes Geheimnis ist noch immer ungelöst...
Bernhard Schlink verarbeitet die Frage um Schuld, Täter und Opfer im Nationalsozialismus nüchtern, provokant und dennoch einfühlsam. Können Täter auch Opfer sein? Wenn ja, ist dann die Täterschaft gerechtfertigt? Aber "Der Vorleser" geht weit über eine Abhandlung dessen hinaus. Allein die Thematik der Beziehung einer erwachsenen Frau zu einem Minderjährigen wäre pikant genug, um allein ein Buch zu füllen. Diese wird denn auch im ersten Teil ausführlich geschildert. Sympathie gilt jedoch ausnahmslos beiden Figuren, wenngleich Hannas ambivalenter Charakter zuweilen für Unbehagen sorgt.
Der Verlauf der Erzählung wird fragmentarischer und dennoch gelingt es Schlink das Wesentliche vorurteilsfrei im Blick zu behalten, um dem Leser keine Meinung zu diktieren, sondern ihn zu eigenen Schlussfolgerungen anzuregen.
Was vom "Vorleser" bleibt, wenn man das kurzweilige Buch beendet hat, ist eine leichte Melancholie und Nachdenklichkeit. Die besten Voraussetzungen also für ein erneutes Lesen.

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Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders - Patrick Süskind
Buch:Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders
Autor:Patrick Süskind, Ausgabe vom Juni 1994, Taschenbuch, Verkaufsrang 403
Preis: 9,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Amazon.de Hörbuch-Rezension
Zu all den herausragenden Merkmalen, die Patrick Süskinds Klassiker mit den Jahren auf sich vereint hat, kommt nun ein neues hinzu: Hans Korte lässt die Geschichte des Pariser Massenmörders Jean- Baptiste Grenouille in akustischer Brillanz aufleben. Markant spricht er, lässt mit seiner eindrucks- und ausdrucksvollen Stimme schnell Atmosphäre und Bilder im Kopf entstehen. Das Buch habe ihm sehr gefallen, sagt Korte in einem Interview, deshalb habe er es auch gerne gelesen. Das kommt über, man nimmt es dem 1929 geborenen Vollblutschauspieler, der auch studierter Musiker und Dirigent ist, ab. Immerhin, es ist eine lange Strecke, fast zehn Stunden, eine unglaubliche Herausforderung! Und dann ist es ja auch nicht irgendein Buch: weltweit über 15 Millionen verkaufte Exemplare, übersetzt in 20 Sprachen, jetzt verfilmt. Mit dem Leben jenes geruchlosen, aber mit einem genialen Geruchssinn ausgestatteten Ungeheuers, dieser vom Teufel Besessenen ?abscheulichen Gestalt?, die im bestialischen Gestank der Pariser Armenviertel des 18. Jahrhunderts groß wird, hatte Süskind den richtigen Riecher. Und nun ist ein ganz anderer Sinn gefragt: das Zuhören macht Spaß, auch, wenn man das Buch bereits gelesen hat- und wer hat das nicht? Schnell erliegt man der großväterlich ruhig erzählenden Stimme, die einen leise in das dramatische Geschehen wiegt. In Kortes Sprechweise spiegelt sich angenehm Lebenserfahrung, Reife und Alter. Mit seiner Art, nicht zu hetzen, manchmal aufbrausend, dann wieder nachsichtig zu sein, Dialoge gut im Griff zu haben, Pausen zu gönnen und Bilder stehen zu lassen und auch mit dem Sprechtempo auf seine eigene Art zu interpretieren, wird aus Süskinds genialem Roman ein akustischer Genuss, der Grenouilles mörderische Welt gruselig belebt. Eine Meisterleistung. Musikalisch zu sein, habe ihm sicher bei den Aufnahmen geholfen, gesteht Korte. Aber da war auch die Faszination über den Stoff und die Bewunderung des Süskind Talents: "Eine völlig irreale Handlung ganz überzeugend so darstellen zu können, als wäre sie Realität, das ist verblüffend. Das macht die Geschichte noch geheimnisvoller." Für das Hörbuch trägt Hans Korte dazu seinen Teil nun auch bei. -Barbara Wegmann


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 742 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
das beste buch der welt... (5 von 5 Punkten) meint L.S.
... und diese meinung vertrete ich seit gut 5 jahren. dh, seit ich es das erste mal gelesen habe.
und seitdem habe ich es oft gelesen. oder gehört. auch das hörbuch lohnt sich. was etwas enttäuscht, ist der film. jedoch wird er durch größen wie alan rickman und dustin hoffman noch gerettet und ist deswegen nicht total schlecht. außerdem hat der film ja auch noch eine geniale story ;)

beste stelle: der tod des mirabellenmädchens. unschlagbar. insgesamt sowohl sprachlich als auch inhaltlich. wundervoll! :)

ein absolutes MUSS-werk.


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Small World - Martin Suter
Buch:Small World
Autor:Martin Suter, Ausgabe vom März 1999, Taschenbuch, Verkaufsrang 710
Preis: 9,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Das Leben des reichen Fabrikantensohns Thomas Koch und das seines ärmlichen Freundes aus Kindertagen, Konrad Lang, hat sich nie sehr weit auseinander entwickelt. Konrad war stets zur Stelle, wenn Thomas nach ihm verlangte. Mittlerweile sind die beiden sechzig und Konrad hat immer mehr Probleme mit seinem Kurzzeitgedächtnis. Nachdem er das Ferienhaus der Familie Koch aus Unachtsamkeit abbrennen ließ, reist er zu Thomas, da ihn immer mehr Kindheitserinnerungen plagen. Die betagte Mutter von Thomas, Haupt der Familie und unumschränkte Alleinherrscherin, möchte um keinen Preis, daß die Vergangenheit nochmals heraufbeschworen wird - aus gutem Grund. Small World ist ein verwickeltes Familiendrama, das bis in die Zeit des Nationalsozialismus reicht, eine medizinische Fallstudie über Alzheimer und nicht zuletzt ein spannender Thriller. -Manuela Haselberger


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 94 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Spannend! (5 von 5 Punkten) meint F.Z. aus Berlin
Martin Suters Romandebüt gräbt sich einem ins Gedächtnis. Das Buch angefangen, konnte ich es kaum aus den Händen legen! "Small World" handelt von einem sympathisch, tragischen Mann, Konrad Lang, der als "Kofferträger" des blasierten Sohnes der Industriellenfamilie Koch im Alter an Alzheimer erkrankt und der Stück für Stück an verlorenem "Kurzzeiterinnerungsvermögen" seine Erinnerungen an weit Vergangenes, wenn auch schemenhaft, zurückgewinnt. Die ihn umsorgenden Personen bringen diese Erinnerungsbruchstücke auf eine böse Fährte und das gefällt Familie Koch ganz und gar nicht. Spannend!

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Die Vermessung der Welt - Daniel Kehlmann
Buch:Die Vermessung der Welt
Autor:Daniel Kehlmann, Ausgabe vom 29. Febr. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 396
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher. Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen. Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman - und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. -Christian Stahl
In seinem fünften und bisher besten Roman widmet sich der junge Daniel Kehlmann gleich zwei großen Geistern der an deutschen Genies reichen Epoche des 19. Jahrhunderts. Abwechselnd lässt er Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt die Welt erforschen und vermessen, am Ende begegnen sich die beiden, inzwischen alt und berühmt geworden, in Berlin. So leicht, geistreich und zugleich witzig ist schon lange nicht mehr über deutsche Dichter und Denker erzählt worden, über die allzumenschliche Lächerlichkeit auch im Genial-Erhabenen. Ob das alles wirklich so war, fragt der glückliche Leser nicht, auch wenn die leicht karikaturhaften Züge nicht zu leugnen sind. Etwa wenn Humboldt mit seinem Begleiter Bonpland von Paris nach Madrid reitet, um dort am Hof um die Erlaubnis für seine erste Südamerikaexpedition anzusuchen, sie aber einfach nicht vorankommen, weil Humboldt nicht aufhören kann, nebenbei zu messen und zu forschen: "Ein Hügel, von dem man nicht wisse, wie hoch er sei, beleidige die Vernunft, mache ihn unruhig. Ohne stetig die eigene Position zu bestimmen, könne ein Mensch sich nicht fortbewegen. Ein Rätsel, wie klein auch immer, lasse man nicht am Wegesrand." Gäbe es einen Preis der prägnantesten Hörbuchstimmen, hätte Ulrich Matthes sicher gute Chancen. Es genügen wenige Worte, um ihn zweifelsfrei zu erkennen. Unverkennbarkeit einerseits, grandioser Schauspieler andererseits, wie Matthes in zahlreichen Stücken, Filmen und Hörbüchern bewiesen hat. Auch aus dem Kehlmann-Roman macht er ein akustisches Ereignis und vermag die Wirkung dieses glänzenden Stücks Literatur noch strahlender zu machen. Dringend zu empfehlen! Spieldauer: ca. 345 Minuten, 5 CDs, Hörbuchfassung des Autors -Christian Stahl

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 387 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Mathematik vs. Naturwissenschaften (5 von 5 Punkten) meint S.B.
Hmmm, irgendwie scheine ich ein anderes Buch gelesen zu haben - und das hat mir _wirklich_ gut gefallen. Meiner unbedeutenden Meinung nach gehts bei der Vermessung um zwei Dinge: Die schöpferische Vermessung der Welt (also nicht der Erde, sondern allem, was sein könnte) in der Mathematik, und der beschreibend-analytischen Vermessung der wirklich existierenden Welt in den Naturwissenschaften. Nebenbei darum, wie sich Genies mit den Niederungen des Lebens herumschlagen müssen. Alles wahnsinnig witzig beschrieben, ich habe viel gelacht. Ich fand es ein durch und durch gelungenes Buch, ich hatte eigentlich nichts erwartet, aber im Nachhinein nichts auszusetzen. Es gibt sicher noch 10 weitere Ebenen, eigentlich wollte ich nur meine +5 Punkte geben - lest das Buch und macht euch selbst ein Bild, es ist einen Versuch wert!

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Die dunkle Seite des Mondes - Martin Suter
Buch:Die dunkle Seite des Mondes
Autor:Martin Suter, Ausgabe vom Dez. 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 697
Preis: 9,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Auch bei seinem zweiten Roman hat sich Martin Suter ein psychologisch interessantes Thema ausgewählt. Während in Small World ein an Alzheimer Erkrankter im Mittelpunkt steht, geht es in Die dunkle Seite des Mondes um einen Mann, dessen Gewissen nicht mehr funktioniert. Urs Blank, fünfundvierzig und als Wirtschaftsanwalt in einer angesehenen Kanzlei sehr erfolgreich, erwischt die Midlife-Crisis mit voller Wucht. Sein beruflicher Erfolg erscheint ihm abgestanden, seine Ehe ist über die Jahre schal geworden. Da trifft er eines Tages Lucille, die einen Flohmarktstand mit indischen Räucherwaren und billigen Seidentüchern betreibt. Urs ist von ihr hin und weg. In seiner unbändigen Lust auf Abenteuer und Abwechslung, fährt er mit Lucille zu einem Selbsterfahrungs-Wochenende, um die Wirkung halluzinogener Pilze auszuprobieren. Doch der Trip wirft Urs völlig aus der Bahn. Er ist nicht weiter in der Lage, seine Aggressionen zu kontrollieren, Gefühle kennt er überhaupt nicht mehr. Plötzlich ist er mit seiner eigenen "dunklen Seite" konfrontiert. Urs bemerkt seine Veränderungen, kann sich ihrer jedoch nicht erwehren und zieht sich immer mehr in den Wald zurück. Hier findet der ehemalige Stadtmensch jetzt Schutz und kennt das undurchdringlichste Dickicht bald so gut, wie früher die Hosentaschen seines Armani-Anzugs. Währenddessen wird er von der Polizei wegen Mordes gesucht. Martin Suter hat einen außerordentlich guten psychologischen Roman geschrieben, der auf der ganzen Linie überzeugt. Die raffiniert gesetzten Thriller-Elemente sind dabei nur stimmiges Dekor. - Manuela Haselberger
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Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 118 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
still, tief und ein wenig autistisch (5 von 5 Punkten) meint g.
Zufällig bin ich vor einiger Zeit auf Suters Business Class Kurzgeschichten gestoßen und fand den feinen Humor einfach nur gut. Erinnerte mich auf eine gewisse Weise an Loriot. Nach zwei weiteren Romanen von Suter bin ich nun mit diesem Werk an ein richtiges Highlight gestoßen. Der Protagnonist taucht ein bzw. ab in eine eigenen Welt. Wird zum Autisten und zum Gefangenen seiner selbst. Neben seiner Geschichte geht es immer wieder - scheinbar beiläufig - um weitere Business-Deals, die typisch für Suter sind. Dieser Roman liest sich spannend wie ein Psychothriller mit feinen Pointen. Keinesfalls ein flaches Buch, sondern eines, woran ich mich nahezu Seite für Seite erinnern werde. Mehr davon. Suter macht süchtig.

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Ein perfekter Freund: Roman - Martin Suter
Buch:Ein perfekter Freund: Roman
Autor:Martin Suter, Ausgabe vom Nov. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 1749
Preis: 9,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Welch ein Erwachen! Kaum Gefühl im Gesicht, keine Ahnung, wo man ist. Und die Frau, die sich so rührend um einen kümmert, soll die eigene Freundin sein? Der Journalist Fabio Rossi hat einen Gedächtnisverlust erlitten. Irgendjemand hat ihm kräftig auf den Schädel gehauen. 50 Tage fehlen ihm seitdem. Und in diesen paar Tagen habe er sein Leben komplett umgekrempelt, habe Wohnung und Partnerin gewechselt, sei überhaupt nicht mehr der, der er einst wahr. Und das nicht zu seinem Vorteil. Als Journalist begibt er sich nun auf Recherche in eigener Sache und rekonstruiert die letzten Tage vor dem Black-out. Martin Suter hat die Geschichte raffiniert konstruiert und taucht die Leser immer wieder in widersprüchliche Gefühle. Ist Rossi nun wirklich der moralisch überlegene Journalist, hat ihm sein Kumpel den Scoop um BSE in Schokostängeln geklaut? Warum ist die frisch gebackene Witwe des Forschers so glücklich - und plötzlich auch finanziell gut gepolstert? Rossi stand - und steht nun wieder - kurz vor der Enthüllung eines riesigen Skandals, als er die Macht der Lebensmittelkonzerne zu spüren bekommt. Ihr Angebot ist eines, das man nicht ablehnen sollte. Martin Suters Romane sind fehlerlos. Die Sprache ist präzis, manchmal von einer fast unheimlichen Trockenheit. Und vor allem ist Ein perfekter Freund höchst spannend - und nebenbei auch noch lehrreich. Dass der Humor bei Suter nicht zu kurz kommt, vor allem der schwarze, kennt man. Und auch da liefert er höchst amüsante Müsterchen, die beispielsweise die Techniken des Gedächtnistrainings betreffen. So in dem Stil, wenn die Marlen plötzlich Lilli heißt. -Martin Walker


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 81 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Spannendes Buch (5 von 5 Punkten) meint I.V.F. aus Friedrichshafen
Wie alle bereits von mir gelesenen Martin-Suter-Bücher ist auch dieses Buch super. Gut zum entspannenden und spannenden Lesen. Nur zu empfehlen


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Nichts, was man fürchten müsste - Julian Barnes
Buch:Nichts, was man fürchten müsste
Autor:Julian Barnes, Ausgabe vom 18. März 2010, Gebunden, Verkaufsrang 6481
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Das witzigste, bewegendste und offenherzigste Buch über den Tod, das man sich vorstellen kann. Michael Maar, FAZ

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
tiefgründig und humorvoll (5 von 5 Punkten) meint R.M. aus Dornach, Schweiz
Wie man Julian Barnes kennt, feiner britischer Humor gepart mit einem ernsthaften Umgang mit dem Thema Sterben und Tod - absolut lesenswert!

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Der letzte Weynfeldt - Martin Suter
Buch:Der letzte Weynfeldt
Autor:Martin Suter, Ausgabe vom 22. Sept. 2009, Broschiert, Verkaufsrang 2207
Preis: 10,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Mittfünfziger Adrian Weynfeldt, Kunstexperte und Designsammler, steht zwischen zwei Welten. Freunde seines Alters hat er keine: nur viel jüngere, die ihn ? "das etwas exotische Original" - nicht zuletzt wegen seines Reichtums umgaren, und ältere, die noch seine Eltern kannten. Mit ersteren besucht Weynfeldt Clubs und Lounges, "für die er sich allein zu alt gefühlt hätte". Mit letzteren geht er in gutbürgerliche Restaurants und verbringt "angestrengt lustige" Abende. Dazwischen hat Weynfeldt nichts dagegen, allein zu sein. Im Gegenteil: Er genießt die Einsamkeit. Sex spielt in seinem Leben eigentlich keine Rolle mehr. Mit seinen älteren Freunden ist Weynfeldt auch unterwegs gewesen, als sich sein Leben schlagartig ändert. In einer Bar wird er von einer jüngeren Frau angesprochen, die ihm wie eine Wiedergängerin einer verflossenen Liebe erscheint. Weynfeldt lässt sich mit ihr ein, nach zahlreichen Martini und Gin-Fizz findet man sich, reichlich angetrunken, im Bett des Junggesellen wieder. Zum Äußersten kommt es zunächst nicht ("?Und bumsen?? fragte sie schlaftrunken. ?Morgen?, antwortete er. ?Falls du dann noch magst?. ?Okay?"). Als es dann doch noch zum Äußersten kommt, ist dieses Äußerste anders als von Weynfeldt erwartet. Am nächsten Morgen nämlich droht die Frau, sich vom Balkon seiner Wohnung zu stürzen. Als er sie rettet, legt sie ihr Schicksal in seine Hand. Weynfeldt soll ihre Schwierigkeiten aus der Welt schaffen. Und dann entwickelt sich die Geschichte doch noch ganz anders, als es der Junggeselle erwartet hat... Mit Romanen wie Small World und Der Teufel von Mailand hat sich der Schweizer Autor Martin Suter eine beachtliche Fangemeinde zusammengeschrieben. Das kann man gut verstehen. Denn seine Bücher bestechen nicht nur durch eine faszinierend präzise Sprache mit ganz eigenem Duktus, sondern auch durch gut gemachte, fesselnde Plots. Der letzte Weynfeldt hat wieder das Zeug dazu, Suters Fangemeinde noch ein wenig zu vergrößern: spannend geschrieben und unberechenbar bis zum Schluss. - Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
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Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 72 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Gute Unterhaltung (4 von 5 Punkten) meint F. aus München
Ich will hier nicht den Inhalt dieses Romans erneut zusammen fassen, das kann man an anderer Stelle nachlesen.
Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und erfreulich. Die Geschichte plätschert ohne Längen vor sich hin, hat jetzt sicher nicht den großen inhaltlichen Tiefgang, ist aber auch keineswegs platt oder blöd. Von Suter gibt es andere Romane, die inhaltlich gehaltvoller sind, aber was ihm eigentlich immer gelingt, ist, seine Geschichte unterhaltsam, kurzweilig und gut geschrieben an den Leser zu bringen. Super Urlaubslektüre, ausser vielleicht, dass man ziemlich schnell mit dem Buch fertig ist.

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Lila, Lila: verliebt, berühmt...zu dritt - Martin Suter
Buch:Lila, Lila: verliebt, berühmt...zu dritt
Autor:Martin Suter, Ausgabe vom Juli 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 2426
Preis: 9,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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David ist Kellner in einer Szenebar und damit natürlich für das Publikum erstmal uninteressant. Das stört ihn nicht besonders, bis die 24-jährige Marie im Esquina auftaucht. David verliebt sich in sie und wird wiederum erst interessant für Marie, als er sie bittet sein Romanmanuskript zu lesen. Sie findet die Liebesgeschichte ausgezeichnet, schickt das Werk an einen Verlag, der es prompt veröffentlichen will. So weit so gut, wäre da nicht das kleine Problem, dass David den Roman nicht selber geschrieben, sondern in einem Secondhand-Nachttischchen gefunden hat. Es kommt, wie es kommen muss. David wird zum gefeierten Nachwuchsautor, und die ständig dräuende Gefahr der Entdeckung seines Betrugs manifestiert sich eines Tages in der Form eines Penners. Jacky gibt vor, der eigentliche Autor zu sein und nimmt David kurzerhand mit leicht erpresserischen Mitteln unter seine Fittiche, das heißt vor allem dessen Honorare. In der Folge zeichnet Martin Suter ein gnadenloses Bild des modernen Literaturbetriebs zwischen Lesungen in Provinzkäffern und besoffenen Abenden auf der Frankfurter Buchmesse, Verleger überstürzen sich in Vorauszahlungen und Lektorinnen bieten sich als Agentinnen an. Doch Jacky, mittlerweile in einem besseren Hotel wohnend, hat seinen Möchtegern-Schriftsteller im Griff. Der Ausgang der Geschichte sei hier natürlich nicht verraten, nur so viel: Martin Suter lässt den gefesselten Leser in einer doppelten Volte sanft auf dem Boden landen. Ein stilsicherer Roman wie man es von Suter gewöhnt ist, humorvoll und nicht ohne bösartige Seitenhiebe. Die Personen sind glaubwürdig, David manchmal mit einer fast ärgerlichen Naivität geschlagen. Die Umgebungen skizziert Suter stimmungsvoll und mit einem sicheren Blick für den nebensächlichen Alltag. Ein feines Buch, feine Unterhaltung. -Martin Walker Aus der Amazon.de-Redaktion
"Lila, Lila ist der Roman, auf den wir so sehnlich gewartet haben: Das Ende der Knabenwindelprosa." Wenn der gefürchtete Großkritiker Joachim Landmann eine Rezension mit diesen gemeißelten Worten beendet, lobt er nicht einfach ein Buch. Er lanciert eine Debatte. Diesmal: das Ende der postmodernen Literatur, die Rückkehr zu alten Werten und großen Themen. Folglich geschieht, wovon Legionen von Lektoren und Verlegern träumen: Lila, Lila, der bislang kaum beachtete Erstling des jungen David Kern, stürmt die Bestsellerlisten; die Medien reißen sich um den frisch gebackenen, schüchternen Star. Dumm nur: David ist nicht der Autor dieser tragischen, in den muffigen Fünfzigern spielenden Liebesgeschichte. Der unscheinbare Aushilfskellner hat das Manuskript in einem Nachttisch vom Trödler gefunden und gibt den Text, um die schöne Marie zu erobern, als eigenen Schreibversuch aus. Die beiden werden ein Paar, die allem Schöngeistigen heftig zugetane Marie schickt das Manuskript heimlich an einen Verlag - und das Unheil nimmt seinen Lauf. Zugegeben - die Story um "Liebe, Treue, Verrat und Tod" besitzt nicht eben den Tiefgang eines Hochseedampfers. Doch aus der Feder eines Martin Suter, seien wir ehrlich, würde sogar das Telefonbuch zum Pageturner. Wer Suters Romane Small World und Die dunkle Seite des Mondes atemlos und in einem Rutsch ausgelesen hat, wird auch diesmal nicht enttäuscht. Lila, Lila schnurrt mit der Präzision einer Schweizer Herrenarmbanduhr ab. Ob schicke Szenebar, Frankfurter Buchmesse-Rummel oder das Elend eines Männerheims, Suter wechselt mit traumwandlerischer Sicherheit Schauplätze und Milieus, schreibt punktgenaue Dialoge und hält die Spannung bis zur buchstäblich letzten Seite. Bei alldem ist Lila, Lila aber auch eine fein beobachtete und hochkomische Studie über das Making Of eines Bestsellers, ein Blick in den Bauch des Literaturbetriebs - von Klappentextwahnsinn und Vertragspoker bis zu Buchmessesuff und der Tristesse einer Lesereise durch die Provinz. Eine Berufsgruppe, bislang kaum in den Annalen der Literaturgeschichte zu finden, hat auf Lila, Lila sicher besonders sehnlich gewartet: Der Verlagssekretärin setzt Suter das längst fällige Denkmal. Ihr Urteil, nicht verlegerischer Sachverstand, bringt das Manuskript zwischen Buchdeckel: "Ich habe jedenfalls geweint." -Niklas Feldtkamp
Subtil und entlarvend beschreibt Martin Suter die Geschichte des Kellners David, der durch eine dumme Lüge, mit der er eine Frau beeindrucken wollte, zum gefeierten Literaturstar wird. Den Text, dem er dies verdankt, fand er in einer Schublade eines Nachttischchens. Um Marie, die er von Anfang liebt, zu beeindrucken, gibt er sich als Autor der Liebesgeschichte aus. Marie hat nichts Besseres zu tun, als das Manuskript einem Verlag zu schicken. Man will ihn veröffentlichen ? und David steckt mitten drin in einem vertrackten Lügengebäude. Als Jackie, ein heruntergekommener Alkoholiker, behauptet, der wahre Verfasser des Textes zu sein, will er seinen Anteil am Erfolg. David kann die Fäden nicht mehr selbst ziehen; er ist zum Spielball Jackies, Maries, die ihn als gefeierten Schriftsteller liebt, und der Lektorin Karin Kohler, die ihn als Agentin richtig vermarkten will, geworden. Das Vorbild, die tiefe und reine Liebesgeschichte aus den fünfziger Jahren, nimmt in Davids Leben einen verheerenden, beängstigenden Lauf. Mit Lila, Lila, erschienen 2004, schrieb Martin Suter eine Hochstaplergeschichte, parallel dazu gibt er tiefe Einblicke in den Literaturbetrieb. Martin Suter, 1948 in Zürich geboren, lebt und arbeitet in Spanien und Guatemala. Für seinen Debütroman Small World erhielt er 1998 den Prix du premier roman étranger. Der Drehbuchautor, Werbetexter und Kolumnist ist ein Meister der lakonischen Bosheit. Weitere Werke: Die dunkle Seite des Mondes (2000), Business Class. Geschichten aus der Welt des Managements (2000), Richtig leben mit Geri Weibel (2001) und Ein pefekter Freund (2001). Im März 2004 erhielt er die Goldene Diogenes Eule für eine Million verkaufte Bücher. Daniel Brühl liest die Geschichte. Man hat den 1978 in Barcelona geborenen Schauspieler bereits in zahlreichen Kinofilmen gesehen u. a. in Good Bye Lenin. Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 357 Minuten, 5 CD. -culture.text

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 96 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
großartig! (5 von 5 Punkten) meint D. aus Köln
Man hat ja immer so Bücher die monatelang im Regal stehen und man kommt einfach nicht dazu sie zu lesen. Das war so ein Buch.
Gestern frueh nahm ich es dann in die Hand, las die ersten Seiten und konnte es nicht mehr weglegen, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen.
Spannend und unterhaltsam geschrieben, bis zur letzten Seite!
Absolut empfehlenswert!


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