Dies ist die Lebensgeschichte des Apothekers Simon Minderhout, eine dersympathischsten Figuren aus Das Wüten der ganzen Welt, und seiner kurzen,leidenschaftlichen Liebe zu der Netzflickerin Hillegonda während der deutschenBesatzungszeit. Es ist zugleich die Geschichte eines alten Mannes, derJahrzehnte später einem Teufelskreis aus Denunziation und Verrat kaum entkommenkann. Bei uns wurde der Niederländer Maarten 't Hart mit seinem Roman Das Wüten der ganzen Welt auf einen Schlag berühmt. Sein neues Buch Die Netzflickerin erzählt das Leben des Apothekers Simon Minderhout. Geboren wurde er 1914 und schon in der scheinbar unbeschwerten Kindheit treten ihm die Fragen entgegen, die ihn sein ganzes Leben beschäftigten werden. Ist er Schuld am Tod seines Freundes? Die beiden hatten sich darum gestritten, wer den Rest in der Bierflasche bekommen sollte. Keiner ahnte, daß sie ein Pflanzengift enthielt. Simons Ruhelosigkeit besänftigt nur die Musik. Sein Vater versucht ihn zu trösten: "Alles, was du tust und läßt, hat meistens keine, aber manchmal ganz plötzlich unheimlich weitreichende Folgen. Fast immer geht es gut, aber ein einziges Mal nicht." Ein ergreifend schönes Buch, das unbedingt mit der dazugehörenden CD, die die passende Musik von Bruckner enthält, genossen werden sollte. -Manuela Haselberger
Buch:
Sokolows Universum
Autor:
Leon de Winter, Ausgabe vom Mai 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 62239
Product Description Roman. Erscheinungsjahr: 2001 Aus d. Niederländ. v. Sibylle Mulot Gewicht: 327 gr / Abmessung: 18 cm Von Winter, Leon de / Übersetzt v. Mulot, Sibylle Ein Straßenkehrer in Tel Aviv wird Zeuge eines Mordes. Der Mann zweifelt an seinem Verstand, denn er glaubt, in dem Mörder einen alten Freund erkannt zu haben. Und dies würde in der Tat alle Regeln der Wahrscheinlichkeit außer Kraft setzen. Denn Sascha Sokolow ist kein gewöhnlicher Straßenkehrer. Noch vor kurzem war der emigrierte Russe einer der angesehensten Raumfahrtforscher seines Landes.
Buch:
Alles, was wir geben mussten: Roman
Autor:
Kazuo Ishiguro, Ausgabe vom 6. Nov. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 20476
Roman. Das Buch zum Film. Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Belletristik 2006 Erscheinungsjahr: 2006 Aus d. Engl. v. Barbara Schaden Gewicht: 326 gr / Abmessung: 19 cm Von Ishiguro, Kazuo / Übersetzt v. Schaden, Barbara Kathy ist einunddreißig Jahre alt und arbeitet als Betreuerin. Wann immer sie durch England fährt und hinter Pappeln ein halb verborgenes Herrenhaus sieht, muss sie an Hailsham denken, das Internat, in dem sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Unwillkürlich steigen dann in ihr Erinnerungen an Tommy auf, der sich mit trotzigen Wutanfällen gegen die Ausgrenzung durch die Mitschüler wehrte, denen er nicht kreativ genug war. Seine geheimsten Ängste und Wünsche vertraute Tommy immer ihr, Kathy, an, aber eine Liebesbeziehung ging er zunächst mit ihrer besten Freundin ein, mit Ruth. Sie alle waren damals in Hailsham gut behütet, aber auch vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Lehrer erzählten den Kindern, dass sie später "spenden" oder "betreuen" würden, aber was sich hinter diesen Begriffen verbarg, verriet ihnen niemand. Im Unterricht fertigten die Schüler Bilder und Gedichte an, und zweimal im Jahr kam eine Respekt erheischende Dame und sammelte die besten davon für eine Galerie ein, die aber keiner der Schüler je zu Gesicht bekam. Tommy hatte den Verdacht, dass die Aufseher anhand dieser Artefakte entscheiden wollten, ob zwei Menschen wirklich zueinander passten. Denn nur wirkliche Liebespaare, so hieß es in Hailsham, konnten noch einen Aufschub erhalten, bevor sie "Spender" wurden. Pressestimmen: "Ein Meisterwerk, das den Leser gefühlsmäßig auf unerhörte Art bereichert." Kirkus Reviews Noch Jahre später kreisen Kathys Gedanken um Hailsham, dem in lieblicher Hügellandschaft gelegenen Schulheim, in dem sie und die anderen ihre Kindheit zugebracht hatten. Eine heile Welt, in der eine fröhliche Kinderschar zur "Kreativität" angeleitet werden soll. Doch bald tauchen erste Schatten auf. Wozu die Aufseher? Warum ist von späteren "Spendern" die Rede? Und was hat es mit jener eleganten "Madame" auf sich, die aus dem Nichts auftaucht, um die besten künstlerischen Arbeiten der Zöglinge für ihre Galerie abzuholen. Galerie? Jeder weiß davon, keiner hat sie jemals zu Gesicht bekommen. Nur eine weitere Merkwürdigkeit in der abgeschotteten Welt von Hailsham. Wir werden noch viele davon kennenlernen! Mit welch unspektakulären, aber erzählerisch raffinierten Mitteln der in Japan geborene und heute in England lebende Kazuo Ishiguro den Leser in seine Geschichte einwebt, gleicht einem kleinen Wunder. Sachter kann man nicht hineingeführt werden in eine Traumwelt, die sich zunehmend als bedrückende und faschistoide Zukunftsvision entpuppt. In den Rückblicken Kathys, die heute als "Betreuerin" arbeitet, wird alles noch einmal lebendig: Ruth, Kathys beste Freundin. Der rebellische, von allen abgelehnte Tommy, der nur Kathy vertraut - und doch mit Ruth eine Beziehung eingeht. Der Schulalltag und seine sanften, aber rigorosen Überwachungsmechanismen. Die Fragen hinter vorgehaltener Hand. Die Rebellion, die nie stattfindet. Ein wundervolles Werk von großer Nachhaltigkeit. In manchem gleicht Ishiguro einem literarischen Update von Daphne du Maurier. Selbst sein traumverlorenes, weltfernes Hailsham erinnert vage an Manderley aus Rebecca (anscheinend kann sich keiner der Schüler später daran erinnern, wo Hailsham überhaupt lag). Ishiguros unaufgeregter, hochliterarischer Ton aber ist es, der den Schrecken erst richtig eindringlich macht. Ein Schrecken, der in einer technikversessenen Welt längst nicht mehr abwegig erscheint. Begleiten wir die Schüler auf ihrem Weg, herauszubekommen, wer sie sind, wo sie herkommen und - was aus ihnen einst werden soll. Madame wusste es: "Ihr armen Geschöpfe!" -Ravi Unger
Buch:
Selbs Mord
Autor:
Bernhard Schlink, Ausgabe vom April 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 52324
Product Description Selb könnte sich allmählich auf den Lebensabend einstellen, findet seineFreundin Brigitte. Ihr ist der eigenbrötlerische Siebziger immer noch zuunruhig und unabhängig. Die Freunde gehen in Pension. Die wenigen Aufträgelohnen das Büro kaum noch - er sieht es selbst. Doch dann hilft er in einerverschneiten Februarnacht einem liegengebliebenen Mercedes aus dem Grabenund hat plötzlich einen sonderbaren Auftrag am Hals. Einen Auftrag, derden Auftraggeber, Erbe einer alteingesessenen Schwetzinger Privatbank undseit neuem auch Eigentümer einer Bank in Cottbus, eigentlich nicht interessierenkann. Der auch Selb im Grunde nicht interessiert und in den er sich dochimmer tiefer verstrickt. Die Spur des Geldes führt ihn von West nach Ost,von einer Nachwendeniederlage zur anderen und am Ende zur Frage, ob ersich auf seine alten Tage nicht übernommen hat. Ein aufregender Kriminalromanaus der jüngsten deutsch-deutschen Vergangenheit. Und ein nachdenklichstimmender Roman über das Altern.
Buch:
Schnuddels Gute-Nacht-Geschichten
Autor:
Janosch, Ausgabe vom 2. Febr. 2004, Gebunden, Verkaufsrang 13459
Product Description Diese Geschichte eines Abschieds, der durch den Unfalltod der Geliebten unwiderruflich wird, ist vor allem die Geschichte einer Leidenschaft, in der Beruf und Alltag keinen Platz haben. In der Erinnerung des Ich-Erzählers ziehen die glücklichen Augenblicke des gemeinsamen Nichtstun wie Sommerwolken vorüber - die Ferien im Süden, die langen Nächte und die scheinbar endlosen Morgenstunden, die Spaziergänge, das Herumlungern auf der Terrasse, in den Cafs an der Küstenstraße, in den rauchigen Kneipen. Er spürt ihren nackten Körper, ihr regennasses Gesicht, die Düfte der Jahreszeiten in der Wiederkehr von Warten und Dasein. Meckel erzählt seine Liebesgeschichte, als wäre der Traum Wirklichkeit und die Wirklichkeit Traum - eine poetische Verzauberung.
Buch:
Unsichtbar
Autor:
Paul Auster, Ausgabe vom 16. Juli 2010, Gebunden, Verkaufsrang 55415
Erscheinungsjahr: 2010 Übersetzung: Schmitz, Werner Gewicht: 405 gr / Abmessungen: 205 mm x 125 mm Von Auster, Paul / Übersetzt v. Schmitz, Werner Frühling 1967 in New York. Der zwanzigjährige Student Adam Walker trifft auf den enigmatischen Franzosen Rudolf Born und dessen stille, aber verführerische Freundin Margot. Schon bald sieht er sich verstrickt in eine eigentümliche Dreiecksgeschichte, die in einem traumatisierenden Akt der Gewalt gipfelt und sein Leben für immer verändern wird. Aus der Sicht dreier Erzähler, über einen Zeitraum von 40 Jahren, berichtet dieses kraftvolle Werk über den Zorn der Jugend, ungezügelte Lust und die gnadenlose Jagd nach Gerechtigkeit. Auster beweist sich wieder als einer der besten Autoren unserer Zeit. Pressestimmen: "UNSICHTBAR erzählt virtuos vom amerikanischen Sündenfall und dem traumatischen Frühling, der dem Summer of Love vorausging ... Austers bislang bestes und tiefstes Buch." (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG) Adam Walker, Literaturstudent an der New Yorker Columbia University, hat hohe Ziele: Er möchte Dichter werden. Er kann seinem Glück kaum glauben, als er auf einer Party den wohlhabenden Franzosen Rudolf Born kennen lernt, der ihm das Geld zur Gründung einer Literaturzeitschrift anbietet. Adam ist von dem enigmatischen Born und seiner attraktiven Freundin Margot zunächst fasziniert, doch schon bald erkennt er die dunklen Seiten Borns: "Born aber war nicht gut. Er war geistreich, exzentrisch und unberechenbar, aber wer behauptet, der Krieg sei die reinste Äußerung der menschlichen Seele, verbannt sich aus dem Reich des Guten." Als Born für einige Zeit verreist, beginnt Adam eine Affäre mit Margot, die jedoch abrupt endet. Nach Borns Rückkehr treffen er und Adam erneut aufeinander - mit dramatischem Ausgang. Denn Born begeht vor den Augen Adams einen Mord - eine Tat, die für Adams Leben weit reichende Folgen haben wird. Soweit zur Rahmenhandlung des Romans, der in insgesamt vier Kapitel gegliedert ist, wobei das erste das verhängnisvolle Treffen von Adam und Born in New York im Jahr 1967 schildert. In den folgenden Kapiteln erfährt der Leser mehr über Adams weiteren Lebensweg, der aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. In Unsichtbar erzählt Paul Auster eine düstere und verstörende Geschichte über Mord und Sühne, Wahrheit und Täuschung, die sich über einen Zeitraum von 40 Jahren erstreckt. Auster bleibt sich auch in diesem Roman treu. Immer wieder werden Perspektiven gebrochen und Illusionen zerstört. Intelligent und doppelbödig schafft es der Roman, seine Leser wirklich zu fesseln. So kann man sich nur der New York Times anschließen, die schrieb: "Wer die letzte Seite gelesen hat, möchte gleich wieder von vorne anfangen".- Alexandra Plath
Buch:
Von der Liebe und anderen Dämonen (Fischer Taschenbibliothek)
Autor:
Gabriel García Márquez, Ausgabe vom 17. Aug. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 92364
Aus der Amazon.de-Redaktion Während Eisenstein die Kräfte des Totalitarismus und des Stalinismus auf die Gesichter der russischen Völker dokumentierte, bietet DeLillo ein atemberaubendes, zuweilen überwältigendes Dokument der geeinten Gewalt des Kalten Krieges und der amerikanischen Kultur. Er verabschiedet sich dabei von der Sachlichkeit, indem er die Ereignisse und die Menschen wunderbar und zugleich schrecklich findet. Unterwelt beginnt mit einem sehr gefälligen Vorwort, das einem den Atem verschlägt - der Schauplatz ist das Baseball-Meisterschaftsendspiel zwischen den Giants und den Dodgers im Jahre 1951. Geschrieben in einem Stil, den DeLillo "Super-Allwissenheit" nennt, nehmen die Sätze ihren Lauf, als der junge Cotter Martin die Sperre zur Pressetribüne überspringt, über die Radiowellen aufsteigt, hinaus auf das Spielfeld läuft, auf das Mal zuschlittert, um einen schnellen Ball abzufangen, in die Tribüne springt, in der J. Edgar Hoover zusammen mit einem betrunkenen Jackie Gleason und einem unwirschen Frank Sinatra sitzt, und dort von der zweiten Zündung einer Atombombe durch die Sowjetunion erfährt. Es ist ein völlig überwältigender literarischer Augenblick. In dem Moment, da Bobby Thomson den von Branca geworfenen Ball in Cotters ausgestreckte Hand schlägt - der "Schuß, der in der ganzen Welt wahrgenommen wurde" - und sich Jackie Gleason auf Sinatras Schuhe erbricht, werden die Ereignisse der nächsten Jahrzehnte in Gang gesetzt, alle miteinander verbunden durch den Baseball, der immer wieder den Besitzer wechselt. "Es fällt alles unauslöschlich in die Vergangenheit," schreibt DeLillo - eine Vergangenheit, die er scharfsinnig, sorgfältig und in reizender Weise zurückruft und rekonstruiert. Ein plötzlicher Sprung vom Giants-Stadion in die Wüste von Nevada 1992 - Nick Shay, der mittlerweile den Baseball besitzt, kommt wieder mit der Künstlerin Kara Sax zusammen. Sie hatten 40 Jahre zuvor eine kurze und wenig erfolgversprechende Liebesbeziehung, und es sind in erster Linie die Ereignisse, die Nebenwirkungen und die zufälligen Begegnungen ihrer Vergangenheit, durch die DeLillo das Erlebnis des Kalten Krieges filtert. Er glaubt, daß "globale Ereignisse die Art und Weise, wie wir leben, bis in die kleinsten Details verändern können", und als das Buch zurück ins Jahre 1951 schreitet, können wir im Laufe der folgenden etwa 800 Seiten genau sehen, wie diese Ereignisse unser Leben verändern. Dieser sich rückwärts bewegende Erzählstil erlaubt es dem Autor, den Abfall der Geschichte und der Popkultur beiseite zu räumen, bis die reinen Elemente der Geschichte übrigbleiben: die Bombe, Baseball und die Bronx. Im Nachwort, das genauso atemberaubend und überwältigend ist wie das Vorwort, spult DeLillo in eine nahe Zukunft vor, in der schonungsloser Kapitalismus, das Internet und ein neuer unterdrückter Glauben die Mischung aus Schrecken und Euphorie des Kalten Krieges ersetzt haben. Mit Bruchstücken und miteinander verflochtenen Geschichten - darunter Geschichten von Straßenkillern, Künstlern, Prominenten, Gangstern, Nonnen und diversen anderen - schafft DeLillo ein zerbrechliches Netz von miteinander verwobenen Erfahrungen, einen kommunalen Zeitgeist, der - wunderbar herausgearbeitet - die ganzen unschönen fünf Jahrzehnte amerikanischen Lebens umfaßt.