Erscheinungsjahr: 2008 m. Vign. Gewicht: 388 gr / Abmessungen: 191 mm x 120 mm x 26 mm Von Grass, Günter Günter Grass erzählt von sich selbst. Beim Häuten der Zwiebel ist ein mit komischen und traurigen, oft ergreifenden Geschichten prall gefülltes, sehr aufrichtiges Erinnerungsbuch. Günter Grass erzählt von sich selbst. Vom Ende seiner Kindheit beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Vom Knaben in Uniform, der so gern zur U-Boot-Flotte möchte und sich hungernd in einem Kriegsgefangenenlager wiederfindet. Von dem jungen Mann, der sich den Künsten verschreibt, den Frauen hingibt und in Paris an der Blechtrommel arbeitet.Günter Grass erzählt von der spannendsten Zeit eines Menschen: den Jahren, in denen eine Persönlichkeit entsteht. Beim Häuten der Zwiebel ist ein mit komischen und traurigen, oft ergreifenden Geschichten prall gefülltes, sehr aufrichtiges Erinnerungsbuch. Pressestimmen: "Die Autobiographie eines Schriftstellers, der sich in typisch einzigartiger Manier an seine krisengeschüttelte Kindheit, Jugend und frühe Erwachsenenzeit erinnert und gleichzeitig gewohnt offen all die Details nachliefert, die in seinen Romanen noch fehlten." Oldenburgische Volkszeitung 19.07.2008 Das im Vorfeld seiner Erinnerungen Beim Häuten der Zwiebel bekannt gewordene Bekenntnis des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Günter Grass, im Alter von 17 Jahren kurz bei der Waffen-SS gewesen zu sein, hat im Blätterwald der Feuilletons viel Staub aufgewirbelt. Vor allem die späte Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit machte den Kritikern offenbar zu schaffen. Jetzt, sagte Grass, sei die Zeit einfach reif dafür gewesen, dieses lang verdrängte Trauma niederzuschreiben. Wer Beim Häuten der Zwiebel aufmerksam liest, kann die Gründe hierfür - und damit Grass - besser verstehen. Die Passage von der Zeit bei der Waffen-SS ist nur ein Bruchteil des fast 500 Seiten dicken Buchs. Es schildert die Kindheit und Jugend des Schriftstellers bis zum Erscheinungsjahr seines hoch gelobten und längst zum Klassiker avancierten Debütromans Die Blechtrommel. Es geht um die Liebe zu seiner Mutter, die den Wunsch, Künstler zu werden, unterstützte, seine Verwirklichung durch ihren frühen Krebstod aber nicht mehr erlebte,. Es geht um Hitlers Überfall auf Polen, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs und das Ende von Grass? Kindheit bedeutete. Es geht um die Zeit als ideologiegläubiger Hitlerjunge, Luftwaffenhelfer und Kriegsgefangener. Und es geht nicht zuletzt um die Pariser Jahre, in denen die Blechtrommel entstand. Vor allem aber geht es auch darum, "was alles geschehen musste, um diese Sperre vor der Sprache abzubauen, bis es dann zu den Wortkaskaden der ?Blechtrommel? kommt". Dass dies auf verschiednen Zeit- und Reflexionsebenen und mit Hilfe einer überaus eigenwilligen Sprache geschieht, versteht sich bei Grass von selbst. Grass liebt poetologische Metaphern. In der Novelle Katz und Maus war es die Katze, die mit ihren Streifzügen den "lauernden", jederzeit die Richtung wechselnden Geschichtsverlauf symbolisch fasste. Bei Im Krebsgang diente der seitliche, mögliche Feinde täuschende Gang des Krebses als Bild für den vorsichtig abwägenden Erzählfluss. Beim Häuten der Zwiebel nun hat Grass diese Vorsicht ein Stück weit aufgegeben. Denn seine Erinnerungen sind ein ehrliches, offenes Buch, bei dem sich sogar ein Teil der Figurenwelt wie Oskar Matzerath aus der Blechtrommel selbstständig macht und Dichtung und Wahrheit ein ums andere Mal ineinander fließen. Auch wenn Grass, sprachverspielt wie er nun einmal ist, seine Biografie nicht gänzlich entblößt, sondern im permanenten Oszillieren mit der Fiktion selbst die Erinnerung wieder ein wenig als Phantasie entlarvt, bietet Beim Häuten der Zwiebel auf literarisch hohem Niveau vielfach Gelegenheit, sich mit dem Werden eines großen Autors auseinander zu setzen. Und beim langsamen Entblättern der Gedächtnisschichten wird einem plötzlich klar, wie viel Autobiografisches sich im literarischen Werk verbirgt. -Thomas Köster
Buch:
Ich liebe eine Tigerente: Kleiner Beziehungsberater
Autor:
Janosch, Ausgabe vom 15. Febr. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 100455
Javier Marías, Ausgabe vom 1. Juni 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 89450
Aus der Amazon.de-Redaktion Wenige Tage, nachdem sie von der Hochzeitsreise zurückgekehrt war, erschießt sich die frischverheiratete Frau im Badezimmer ihrer Eltern mit der Pistole des Vaters.Die Frau wäre Juans Tante gewesen - oder auch nicht, denn wäre sie am Leben geblieben, hätte Ranz ihre Schwester nicht geheiratet, wäre Juan nicht geboren worden. Juan, der Ich-Erzähler, hat selbst gerade geheiratet. Ein leichtes Gefühl der Beklemmung lässt ihn nicht los, er empfindet - bei aller Liebe zu seiner Frau - doch den Zustand der Ehe als unnatürlich, die gemeinsame Wohnung als künstlich. Erst zu dieser Zeit erfährt er vom gewaltsamen Tod seiner Tante - zuvor hatte er angenommen, sie wäre an einem Unfall gestorben. Auch ist plötzlich die Rede von einer dritten Frau, einem Aufenthalt seines Vaters in Kuba, der Juan nicht bekannt war. Auch wenn er die Geschichte nicht wirklich wissen will - er weiß zuviel, um nicht auch den Rest wissen zu wollen... Ein unglaubliches, hervorragendes Buch! Marias erzählt mit einer Detailverliebtheit, die nicht mehr zu übertreffen ist. Eine Szene, die sich in wenigen Sekunden abspielt, beansprucht durchaus einmal 10 oder mehr Seiten, da nicht nur die Handlung, sondern jedes Minenspiel, jede Assoziation, die dadurch ausgelöst wird, beschrieben wird. Lange Zeit ahnt man auch nicht, wie der Erzähler den Bogen der Geschichte spannen wird - wie er von dem Selbstmord über die Beobachtung einer Begegnung in Havanna, von der Ehe Juans und Louisas, ihrer ersten Begegnung wieder zur Ursache des Selbstmords zurückkehrt. Wenn man das Buch nicht nur einmal, sondern mehrmals liest, bemerkt man erst die unglaubliche Stimmigkeit. Jedes Detail, das beschrieben wird, stimmt auch 200 Seiten später noch, bezieht sich darauf. Marias erzählt neben der eigentlichen Geschichte unzählige andere, Kleinigkeiten, Gedankengänge - und schafft es trotzdem, den Leser nicht den Faden verlieren zu lassen. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher! -Daniela Ecker
Buch:
ROT: Roman
Autor:
Uwe Timm, Ausgabe vom 1. Okt. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 19082
Aus der Amazon.de-Redaktion Rot. Die erste Farbe, die ein Neugeborenes wahrnimmt, die letzte, die wir sterbend sehen. Thomas Linde, über der Szenerie schwebend, erblickt unter sich ein Trümmerfeld. Ein Unfall? Eine Explosion? Was er in seiner Nahtod-Vision auch zu sehen bekommt, sind die Scherben seines eigenen Lebens. Die Vergangenheit hatte den einst so kämpferischen Alt-68er, der heute als Beerdigungsredner seinen Lebensunterhalt bestreitet, wieder eingeholt, als er vom Tode des früheren Freundes und Mitstreiters Aschenberger erfuhr. Dessen letzter Wille, eine Grabrede von Linde, bekannt für seine gefühlvollen, rhetorisch meisterhaften Abgesänge, versetzt diesen in inneren Aufruhr. Auf Spurensuche in der Wohnung des Verstorbenen stieß Linde nämlich auf detaillierte Pläne des Ex-Kommilitonen zu einem politischen Fanal, der Sprengung der Berliner Siegessäule! Linde findet das Paket mit dem Sprengstoff! In etwas konstruierter Figurenkonstellation stellt Uwe Timm dem Grabredner als hedonistisches Gegenmodell die abgehobene Lichtdesignerin Iris ("ich verkaufe Licht!" - spätestens nach einem solchen Satz flieht jeder halbwegs vernünftige Mann), als junge Geliebte zur Seite. Generationen übergreifend ergehen sich beide nun in Reflexionen über Tod, Prosecco und Klassenkampf, über äußere wie innere Verfallsprozesse und die traurigen Reste einer Gesellschaftsutopie, die heute entweder im Alkoholismus aufgeweicht ist, oder gut betucht in raunenden Esoterikzirkeln ihre neue Innerlichkeit feiert. Eines beherrscht Uwe Timm wie auch sein Protagonist perfekt: das Referieren. Mit großem, weltmüdem Gestus wird der Weg vom Agit-Prop zum satten Bildungsbürgertum durchmessen, Handlungsstränge, kaum aufgenommen, gehen wieder verloren - und so, liebe Trauergemeinde (wie der Leser oft angesprochen wird), werden wir allmählich von grenzenloser Trauer erfüllt über etwas, was, stringenter erzählt, ein Generationen-Thriller mit brisanter hochexplosiver Altlast hätte werden können. Stattdessen werden wir in ein philosophierendes Agit-Quasselseminar gesetzt, der weinerlichen Nabelschau eines luxuriös lebensüberdrüssigen Mittfünfzigers mit Vaterproblemen, der in larmoyanter Süffisanz über seltene Rotweine schwadroniert, die Farbe Rot esoterisch ausleuchtet und Montaigne-Zitate zum Besten gibt, bis er am Ende sein Sprengstoffpaket doch noch loswird. -Ravi Unger 1
Buch:
Leo Kaplan
Autor:
Leon de Winter, Ausgabe vom Aug. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 81225
Aus der Amazon.de-Redaktion Leo Kaplan hat kein kleines Problem. Obschon verheiratet mit der schönen Hannah, treibt es ihn immer mal wieder zu einem Seitensprung, diesmal in die Arme einer jungen Studentin, die den berühmten Schriftsteller glühend verehrt. Was sie nicht ahnt: seit 30 Monaten leidet Kaplan nun schon an einer quälenden Schreibblockade. Kaum hat er den Ort des Techtelmechtels verlassen, wird er auf der Straße vom Freund der Studentin heftigst malträtiert. Dem Gehörnten glücklich entronnen, wünscht er nichts sehnlicher, als in die Arme seiner Frau sinken zu dürfen, doch zu Hause überrascht ihn Hannah mit der Nachricht, dass sie seit Monaten einen anderen liebt und Kaplan sich eine neue Bleibe suchen soll. Leo Kaplan hat kein kleines Problem. In seinem meisterlich gewobenen, monumentalen Sittengemälde führt uns Leon de Winter - zum Schreien komisch, zum Heulen traurig - durch ein Kuriositätenkabinett heutiger Existenzen und ihrer Befindlichkeiten. Kaplans Freundeskreis ist ein einziges Tollhaus voller Sinnsucher, Sexsüchtiger, Sushi-Fresser und Naturschwärmer im Versace-Look. Am Beispiel seiner ersten Frau, Evelien, früher hochpolitisch, heute Jesus dienend und Regenwaldschützerin, spürt der Schriftsteller die tiefe Verzweiflung hinter all diesen Masken. In diesem Moment der Reinheit denkt Kaplan an Ellen de Waal zurück, seine erste große Liebe. Siebzehn Jahre hat er sie nicht gesehen, nun fühlt er, dass sie seine Rettung sein könnte. Inmitten irrlichternder Zeitgeistgespenster lässt de Winter seinen Protagonisten immer wieder an den großen Fragen herumkauen. Welcher Ungeist ihn stets zu anderen Frauen treibt, obwohl er doch eigentlich kaum liebesfähig ist. Warum alles auseinander bricht und ob dies womöglich ein literarisches Thema ist. Das ist es - und Gott sei dank hat Leon de Winter keine Schreibhemmung. Beißend ironisch, sexgeladen, dabei erzklug in der Tradition Irvings und Updikes, gehört Leo Kaplan zum politisch Unkorrektesten, aber Wahrhaftigsten, das Literatur derzeit zu bieten hat. -Ravi Unger
Buch:
How to be good
Autor:
Nick Hornby, Ausgabe vom 1. Aug. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 49500
Roman Erscheinungsjahr: 2003 Aus d. Engl. v. Clara Drechsler u. Harald Hellmann Gewicht: 340 gr / Abmessung: 19 cm Von Hornby, Nick / Übersetzt v. Drechsler, Clara; Hellmann, Harald Die Ärztin Katie hat alles, was sie sich wünschen kann: einen tollen Job, gesunde Kinder und einen erfolgreichen Mann. Super - auf den ersten Blick. Beim zweiten sieht''s schon etwas anders aus. Und beim dritten stellt sie sich unweigerlich die Frage: Warum gibt es eigentlich für alles Gebrauchsanweisungen, nur nicht für das Leben? Pressestimmen: "Hornby schreibt witzig und frisch. Männliche und weibliche Schwächen spießt er genüßlich und mit Genauigkeit auf". (Guardian) Leseprobe: Dass wir uns richtig verstehen: Ich bin kein schlechter Mensch. Ich bin Ärztin. Ich wollte Ärztin werden, weil ich glaubte, ich könnte so Gutes tun - gut, nicht etwa aufregend, gut bezahlt oder glanzvoll. Ich fand, es klang gut:" Ich werde Ärztin","Ich studiere Medizin", "Ich bin Allgemeinmedizinerin mit einer kleinen Praxis im Londoner Norden". Ich fand, es vermittelte genau den richtigen Eindruck - professionell, irgendwie intellektuell, nicht zu protzig, respektabel, reif, anteilnehmend. Ihr glaubt, Ärzten ist es egal, wie die Dinge wirken, nur weil sie Ärzte sind? Natürlich nicht. Na, wie auch immer. Ich bin ein guter Mensch, Ärztin, und ich liege in einem Hotelbett neben Stephen, einem Mann, den ich nicht besonders gut kenne, und habe gerade meinen Mann um die Scheidung gebeten. Stephen ist ebenfalls wach - wen wundert''s. "Alles klar?" fragt er mich. David ist nicht mehr zornig! So hatte Katie sich die Wende in ihrer Ehe nicht vorgestellt, als sie kurz nach einem Seitensprung ihrem Mann per Handy die Scheidungsabsicht mitteilte. Katie, die Ärztin, intelligent und beseelt von ihrer Mission, Gutes zu tun, hat für Obdachlose ein Herz, ist für den Weltfrieden und rundum mit sich zufrieden. Schwarzer Fleck in ihrem makellosen Gutmenschen-Kosmos war einzig die Ehe mit David, diesem übel gelaunten, zynisch-witzigen Möchtegernschriftsteller, der in einer Kolumne ihrer Lokalzeitung als "der zornigste Mann in Holloway" auftrat und Rundumschläge gegen seine Lieblingsfeinde austeilte: Softe Ökos, verwirrte Alte, die im Bus nie Wechselgeld parat hatten, alternative Heilmethoden und dergleichen mehr. Mit einem solch negativ Vibrierenden mochte Katie Tisch und Bett nicht mehr teilen - und dann dies. Ausgerechnet ein schäbiger Geistheiler namens DJ GoodNews hatte Davids ewiges Rückenleiden kuriert und - so schien es Katie - eine gründliche Gehirnwäsche gratis mitgeliefert! Offensichtlich hat Nick Hornby in seinem bisher reifsten Werk Ereignisse aus seiner eigenen gescheiterten Ehe verarbeitet - erstaunlicherweise aus der Sicht seiner Frau. Müßig zu spekulieren, ob dies nachträglicher Liebesbeweis oder lediglich durchtriebene Abrechnung ist, jedenfalls feiert Hornby sein Alter Ego David als Entdecker des wahren Guten, während er Katies Philanthropie als selbstgerechte Makulatur entlarvt. Selbst beim eigenen Rosenkrieg pflegt Hornby seine sattsam bekannte Mixtur aus pfeilsicherem Sarkasmus und britischstem Trockenhumor. Wie der zum Sänftling geläuterte David, früher ein Fan von schnellem Hauruck-Sex, im Bett plötzlich zum romantischen Endlosstreichler mutiert, ruft beim Leser ein Kichern, bei Katie lediglich Stirnrunzeln hervor. Spätestens nach einstündiger, höhepunktloser Dauerbefühlung wünscht sie sich gähnend die Hauruck-Version ihres Gatten zurück und spätestens hier zeigen sich Hornbys Qualitäten als Eheratgeber: Misstraue jedem Lebenspartner mit Hang zu Esoterik und Erleuchtung. Immer wieder umkreist Hornby die titelgebende Frage: Wer oder was ist gut und ist reine Güte nicht letztendlich der Tod jeder menschlichen Beziehung? In Hornbys witzig-traurigem Ehedramolett mit seinen funkelnd klugen Wortfechten, eindeutig: ja. -Ravi Unger
Buch:
Die Heimkehr
Autor:
Bernhard Schlink, Ausgabe vom Juni 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 66270
Aus der Amazon.de-Redaktion Wann Peter Debauer begann, sich über den Wunsch seiner Großeltern hinweg zu setzen, weiß er gar nicht mehr genau. Vielleicht war es in jenem Sommer, als die junge Lucia ihn in die Waschküche lockt, um ihm ihr Geschlecht zu zeigen und ihn damit erwachsener werden ließ. Vielleicht war es aber auch nur aus Langeweile, während einer öden Schulstunde. So oder so hat er sich Jahre lang an das Verbot gehalten, die Rückseite der Blätter nicht zu lesen, die ihm Oma und Opa während der Ferien bei ihnen in der Schweiz zum Schreiben und Malen überlassen hatten. Dort fanden sich die Druckfahnen der Heftchenreihe "Romane zur Freude und zur guten Unterhaltung", die die alten Leute nach allerlei Irrungen und Wirrungen ihres harten und entbehrungsreichen Lebens im Alter redigierten. So oder so: Irgendwann dreht Peter die Blätter um. Er liest die Geschichte der Rückkehr eines Soldaten aus Sibirien, die ihn seltsam berührt. Er liest, wie der Mann plötzlich vor der heimischen Haustür steht, wo ihn seine Frau mit einem fremden Kind und einem fremden Mann an ihrer Seite entgegen tritt. Doch dann bricht die Erzählung ab, weil Peter die restlichen Seiten schon weggeworfen hat. Erst Jahre später fällt sie ihm wieder ein, macht sich der Ich-Erzähler auf die Suche nach dem Autor des Romans, um dessen Ende zu erfahren. Eine Reise in die Geschichte - auch die eigene Vergangenheit - beginnt... Seit seinem Überraschungs-Bestseller Der Vorleser ist der gelernte Jurist und Berliner Autor Bernhard Schlink der Spezialist für verschüttete Biographien, die sich nicht zuletzt, in einer Art Roman im Roman, immer erst in der Lektüre seiner Figuren entwickeln und entschlüsseln lassen. In Die Heimkehr ist das nicht anders. Und auch viel von Schlinks juristischem Fachwissen ist - neben seiner Vorliebe für historische Stoffe - wieder einmal in das Buch eingeflossen. Gerade diese Ansammlung eingestreuter, teils grotesker Rechtsfälle macht Die Heimkehr besonders lesenswert. Darüber hinaus ist Schlink wieder einmal gelungen, mit Hilfe einer geradlinigen Sprache und eines von Melancholie durchzogenen Stils zu fesseln. -Stefan Kellerer 1
Buch:
»Die Menschen lügen - Alle«: Und andere Psalmen (insel taschenbuch)
Ausgabe vom 23. Mai 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 269477
Product Description Erscheinungsjahr: 2010 Aus d. Amerikan. v. Georg Deggerich Gewicht: 257 gr / Abmessungen: 187 mm x 118 mm Von Sedaris, David / Übersetzt v. Deggerich, Georg Dem Alltag wohnt der Wahnwitz inne. David Sedaris weiß das nur zu gut. Das Beste an seinem Leben ist, dass er darüber Buch führt. Er erläutert, wie man sich mit Schallplattenhüllen vor psychopathischen Singvögeln schützt, was modische Herrenaccessoirs über Erektionsstörungen verraten und warum man in Tokio weder Japanisch lernen noch mit dem Rauchen aufhören sollte. Pressestimmen: "Nicht nur brüllend komisch, sondern auf sonderbare Weise rührend, aufgeladen mit zarter Tragik." Der Spiegel
Buch:
Hasenherz
Autor:
John Updike, Ausgabe vom 28. Aug. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 107834
Product Description Roman Erscheinungsjahr: 2007 24. Aufl. Dtsch. v. Maria Carlsson Gewicht: 286 gr / Abmessung: 19 cm Von Updike, John / Übersetzt v. Carlsson, Maria John Updikes Roman "Hasenherz", Auftakt des Zyklus über seinen helden Harry Angstrom, gehört längst zur modernen Weltliteratur. Der Warenhausverkäufer Angstrom, ein blonder Hüne mit zierlicher Nase, die ihm den Spitznamen "Hasenherz" einbringt, hat Glück bei den Frauen - aber er bringt ihnen keines. Er verläßt Frau und Kind und versucht, seine ruhelose Sehnsucht in der wilden Liebe zu einer Gelegenheitsprostituierten zu stillen. Nach einem tragischen Ereignis in seiner Familie kehrt er jedoch zu ihr zurück, scheitert erneut und flieht endgültig ins Ungewisse.