Walter Moers, Ausgabe vom Sept. 2001, Gebunden, Verkaufsrang 120835
Roman Erscheinungsjahr: 2001 m. Illustr. v. Gustave Dore. Gewicht: 630 gr / Abmessungen: 249 mm x 178 mm x 23 mm Von Moers, Walter In seinem neuen phantastischen Roman schildert Walter Moers die wahnwitzige wilde Reise des zwölfjährigen Gustave Dore durch die Nacht. Gustave begegnet dem Sensenmann, einem rätselhaften Riesen, einem sprechenden Pferd, einer Traumprinzessin, blutrünstigen Drachen, menschenfressenden Dämonen, dem schrecklichsten aller Ungeheuer und schließlich sich selbst. Seine Reise führt ihn durch Raum und Zeit, einmal quer durch das ganze Universum und zurück, von einem haarsträubenden Abenteuer zum nächsten... Pressestimmen: "Ein buntes Potpourri aus schier unerschöpflicher Fantasie, Witz und Sprachgewandtheit." (Münchner Merkur) Eigentlich ist es ja immer andersrum: Ein Autor schreibt ein Buch, und irgendwann später kommt ein Illustrator und macht sich ans Bebildern. So hat es Zeit seines Lebens auch Gustave Doré gehalten, dem wir wundervolle Stiche zu Orlando Furioso, Don Quixote, Gargantua und Pantagruel oder der Bibel verdanken. Walter Moers macht immer alles anders. Und so ist er auch diesmal den umgekehrten Weg gegangen und hat Dorés Kupferstiche zu einem neuen erzählerischen Kabinettstück versammelt. Dabei schickt er den 12-jährigen Gustave in seine eigenen (Alb-)Traumbilder und lässt ihn nach klassischer Märchenmanier (sechs gelöste Aufgaben = Todesaufschub) auf dem Pferd Pancho Sansa im "Reich der Ungeheuer" allerlei Abenteuer mit Fabelwesen, Rittern und Jungfrauen bestehen. Hier hat Gustave gegen treulose Kumpanen und die erste (kurze) Liebe gleichermaßen anzukämpfen. Dazwischen bringen diverse Diener des Todes unseren Helden in immer neue Gefahren: "Wenn er aus den Fluten auftauchte, hatte Gustave die Wahl, gefressen, von Krallen zerfetzt, bei lebendigem Leibe verbrannt oder gekocht zu werden". Er hat also keine Chance - und die nutzt er gut. Früher war Moers ja für seine Lügengeschichten bekannt, die er Käpt'n Blaubär in die sympathische Schnauze legte. In Wilde Reise durch die Nacht nun erzählt er endlich die ganze Wahrheit über die Welt der Mythologie: Hierzu gehört die Erkenntnis, dass Drachen nur dressierte Kampfhunde und Jungfrauen so richtig böse sind. Da ist sehr viel geklaut von Italo Calvino und den Rittern der Kokosnuss. Aber schon Ensel und Krete war eine kongeniale Verballhornung Grimm'scher Volksmärchenkunst. Und dass Moers die Illustrationen von Doré stibitzte, um sie mit neuem fantastischem Erzählstoff zu umgarnen, dafür ist man ihm bei der vergnüglichen Lektüre Seite für Seite dankbar. -Thomas Köster
Buch:
Das Blütenstaubzimmer: Roman
Autor:
Zoë Jenny, Ausgabe vom 2. Okt. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 10597
Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem Aspekte Literatur-Preis 1997. Roman Erscheinungsjahr: 1999 17. Aufl. Gewicht: 135 gr / Abmessung: 19 cm Von Jenny, Zoe Die Scheidungswaise Jo sieht ihre Mutter nach zwölf Jahren zum ersten Mal wieder. Doch die Annäherung erweist sich als schwierig, ihre Hoffnung auf Freundschaft und Nähe wird bitter enttäuscht. Desillusioniert von den Lebenslügen der Erwachsenen vollzieht Jo die Trennung. Wie eine Schlangenhaut wirft sie ihre Kindheit ab. Pressestimmen: Zoe Jenny, 1974 in Basel geboren, beschreibt das Lebensgefühl ihrer Generation und rechnet gleichzeitig mit der Generation der Eltern ab. "Die kühle und harte Sprache, die nur zwischen den Zeilen die Verletzungen und den Schmerz spürbar werden läßt, macht diesen Roman zu einer bedrängenden Lektüre. Weil da eine Autorin durchaus ihre Haut zu Markte trägt, sich radikal einsetzt und doch weiß, daß ein Wort zuviel die Wirkung des Romans zunichte machen könnte..." (Berner Zeitung.) Leseprobe: I Als meine Mutter ein paar Straßen weiter in eine andere Wohnung zog, blieb ich bei Vater. Das Haus, in dem wir wohnten, roch nach feuchtem Stein. In der Waschküche stand eine Druckmaschine, auf der mein Vater tagsüber Bücher druckte. Immer, wenn ich vom Kindergarten nach Hause kam, ging ich zu ihm in die Waschküche, und wir stiegen gemeinsam in die Wohnung hinauf, wo wir unser Mittagessen kochten. Abends vor dem Einschlafen stand er neben meinem Bett und zeichnete mit einer glühenden Zigarette Figuren ins Dunkel. Nachdem er mir heiße Milch mit Honig gebracht hatte, setzte er sich an den Tisch und begann zu schreiben. Im rhythmischen Gemurmel der Schreibmaschine schlief ich ein, und wenn ich aufwachte, konnte ich durch die geöffnete Tür seine Zoë Jenny war mit ihrem Debutroman das Medienereignis der Frankfurter Buchmesse im Herbst 1997. Jung, schön, klug und von großer Präsenz, kam kaum ein Feuilletonjournalist an ihr vorbei. Aber nicht nur die Autorin beeindruckte, auch ihr Roman Das Blütenstaubzimmer überzeugt durch große poetische Kraft und eindringliche Bilder der inneren und äußeren Landschaft, die sich beide analog entwickeln und gestalten. Anders als Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone (1999), das von der zynischen Weltsicht des Protagonisten und dessen kalter Ablehnung der verlogenen Gesellschaftsrituale lebt, ist Jennys Blütenstaubzimmer eine fein ziselierte Studie eines langsamen, desillusionierenden Abschieds einer jungen Frau vom kindlichen Wunsch nach Aufgehobensein und Anerkanntsein in der Familie. Während der Vater, bei dem die 18jährige Jo aufgewachsen ist, bei all seiner Hilflosigkeit doch immer wieder versucht, der Tochter emotionale Zuwendung zu vermitteln, ist die Mutter Lucy, die von Jo nach zwölf Jahren das erste Mal besucht wird, viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als sich um die Bedürfnisse der Tochter zu kümmern. Zudem stirbt kurze Zeit nach Jos Ankunft Lucys zweiter Ehemann (Unfall? Selbstmord?), was zu einer tiefen seelischen Krise der Mutter führt, während derer sie sich in dem titelgebenden Blütenstaubzimmer einschließt. Sprachlosigkeit und Unfähigkeit zu Interaktion beherrschen das Verhalten der Protagonisten. Statt zu reden, flüchten sie sich in symbolische Akte. So der Vater, der Jo auf schweigsame nächtliche Spritztouren in seinem Buick mitnimmt, bei denen nichts weiter passiert als daß die beiden Gauloise-rauchend nebeneinander im Wagen sitzen. So die Mutter, die sich erst total zurückzieht und verschließt, nach dieser Phase dann ihrem Hedonismus frönt. Jo selbst versucht schon als kleines Mädchen, der verständnislosen Erwachsenenwelt ihre Bedürfnisse mitzuteilen, ebenfalls natürlich nur in symbolischer Form. Aber ihre Anstrengungen scheitern, Enttäuschungen, das Desinteresse der Umwelt, führen schließlich zu Jos Desillusionierung. Jenny kleidet diese Geschichte des Erwachsenwerdens in eindringliche, doch niemals aufdringliche Bilder, die beim Leser noch lange nachwirken. -Kathrin Rüstig
Buch:
Simple Storys: Ein Roman aus der ostdeutschen Provinz
Autor:
Ingo Schulze, Ausgabe vom 1. Nov. 1999, Taschenbuch, Verkaufsrang 88765
Product Description Das ostthüringische Altenburg - einst kaiserliche Pfalz und herzoglicheResidenz, vergrößert durch Plattenbausiedlungen, umgeben von Chemie-Industrie,von Braunkohle- und Uranabbau, gesäumt von lieblicher Burgenlandschaft- ist der Schauplatz von Ingo Schulzes Roman. In 29 scheinbar 'einfachenGeschichten', in vielen kleinen Alltagsbegebenheiten, offenbart sich dasZusammenstürzen einer ganzen Welt, jener dramatische Bruch, der sich nach1989 durch so viele ostdeutsche Biographien zieht. Ingo Schulze zeichnetseine von der Weltgeschichte überrumpelten Protagonisten mit unfehlbarerPräzision, mit Humor und Gefühl - und ganz ohne jedes Pathos.
Roman Erscheinungsjahr: 2007 Gewicht: 196 gr / Abmessungen: 191 mm x 120 mm x 13 mm Von Kracht, Christian Einmal durch die Republik, von Nord nach Süd: Christian Krachts namenloser Ich-Erzähler berichtet von seiner Deutschlandreise. Der kleine Bildungsroman "Faserland" veränderte in Deutschland die Wahrnehmung einer ganzen Generation, von der es vorher hieß, sie habe gar keine Wahrnehmung. Vielleicht sollte sich über Faserland nur jemand äußern, der weiß, was eine "Barbourjacke" ist. So oft wie dieses Kleidungsstück erwähnt wird, muss es jedenfalls etwas ungeheuer Tolles und Symbolträchtiges sein für junge, schicke Menschen mit dem nötigen Kleingeld, die an Sylter Stränden Champagner trinken oder mit Porsches Seevillen am Bodensee ansteuern. Krachts Icherzähler lässt sich mittreiben, nimmt teil am müßigen Luxusleben, steigt in den besten Hotels ab, Hamburg, Frankfurt, Zürich, stilvolle Partys, viel Alkohol, noch mehr Zigaretten, und bleibt doch bei all dem seltsam unbeteiligt. Nur hin und wieder kann er sich für Momente zu ein klein wenig Hass oder Mitleid aufraffen. So etwas wie Begeisterung glimmt einzig in ihm auf, wenn er von Isabella Rossellini träumt, mit der er Kinder haben und auf einer Schweizer Alm leben möchte, weit weg von Deutschland, dieser großen Maschine im Norden, "die sich selber baut". Karg ist dieses Faserland, sein Reiz steckt eher zwischen den Zeilen, vielfältige Deutungen sind möglich; vielfältig waren auch die Reaktionen auf das Buch, reichten von Begeisterung bis Abscheu. Nun können sich die Kritiker davon überzeugen, dass Christian Kracht ein ausgezeichneter Interpret seines Textes ist (was man wirklich nicht von vielen Autoren behaupten mag): ruhig und von sanfter Melancholie ist diese Stimme, der man gerne noch etwas länger - die Lesefassung ist etwas gekürzt - gelauscht hätte und die viele Fragen zurücklässt. Zum Beispiel, wie wohl Isabella Rossellini in einer Barbourjacke aussehen mag... -Christian Stahl
Buch:
Masserberg: Roman
Autor:
Else Buschheuer, Ausgabe vom 1. Febr. 2001, Gebunden, Verkaufsrang 541919
Aus der Amazon.de-Redaktion Das Krankenhaus am Rande der DDR - Else Buschheuer schreibt einen leichten und komischen Roman, der besser ist als alle Ärztesoaps Krankenhäuser sind geschlossene Anstalten, denen die Veränderungen des freien Lebens nichts anhaben können. Stoisch und gleichmütig wird auf den Stationen der immer gleiche Alltag gelebt. Nichts dringt von diesem Mikrokosmos in die Außenwelt. Jede Rolle ist hier jedoch wie im richtigen Leben besetzt. Nachdem das Fernsehen die Wichtigkeit von Krankenhäusern als soziale Brennpunkte entdeckt hat und eine Ärztesoap nach der anderen produziert wird, legt nun die ostdeutsche Pro7-Wetterfrau und Tagesspiegel-Kolumnistin Else Buschheuer ihren ersten Krankenhausroman vor. Im Mittelpunkt steht Mel, die eigentlich Melanie Tauber heißt und an einer heimtückischen Augenkrankheit leidet. Diese Krankheit endet oft mit dem Erblinden der Patienten und auch Mel droht dieses Schicksal. Doch solange sie noch sehen kann, lässt sie sich nicht unterkriegen und hält ihre größtenteils steinalten Zimmergenossinnen und das gesamte Krankenhaus ganz schön auf Trab. Die Männer liegen Mel allesamt zu Füßen, da sie, zwar ab und an von einem Verband beeinträchtigt, eine wahre Schönheit ist. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis Mel sich endlich unter allen Bewerbern einen Mann ausgesucht hat. Warum es jedoch ausgerechnet Sanchez, der kubanische Stationsarzt, der ohne Charme und mit gelben Nikotinfingern nun tatsächlich keine Augenweide ist, sein muss, kann Mel selbst nicht sagen. Wahrscheinlich weil Sanchez, seinerseits seit Jahren mit der korpulenten Tinka liiert, sich am Anfang nicht so recht traute und diese anfängliche Zurückhaltung Mels Ehrgeiz nur noch mehr angespornt hatte. Dass diese Liebesgeschichte in Masserberg stattfindet, einem kleinen Dorf in Thüringen, und dass Mel, nachdem sie ihren Sanchez sicher hat, gerne mit ihm aus der DDR ausreisen möchte, während er selber aber Informant der Staatssicherheit ist - das alles spielt für diesen leichten und sehr unterhaltsamen Krankenhausroman keine große Rolle. Er beweist vielmehr, dass auch die DDR ihre sympathisch abseitigen Individuen kannte. Wirklich schade, dass sie sich offenbar in Krankenhäusern versteckt hielten. -Jana Hensel
Buch:
Die Mittagsfrau
Autor:
Julia Franck, Ausgabe vom 10. Sept. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 93503
Aus der Amazon.de-Redaktion Als der siebenjährige Peter in der Küche in seinem improvisierten Bettchen liegt, singt Frau Kozinska durch die Risse im Boden in der Wohnung unten. Die Russen, die neuerdings bei ihr wohnen, halten sie nicht davon ab. Dann reißt die Mutter Peter unsanft aus seinen Träumen. Er müsse zur Schule, sagt sie, der Lehrer Fuchs warte. Aber der Lehrer wartet schon lange nicht mehr auf jeden Schüler, seit die Schule zerbombt und in den Milchladen von Fuchs? Schwester umgezogen ist. Der Krieg ist verloren, Hoffnungslosigkeit hat sich breit gemacht. Was soll man da noch lehren und lernen? In Die Mittagsfrau entrollt die 37-jährige Berliner Autorin Julia Franck ihre Geschichte, die vor den ersten Weltkrieg zurück reicht, vom Ende her. Mit ihrem Sohn Peter geht Helene, deren unbeschwerte Kindheit in der Lausitz 1918 abrupt beendet wurde, 1945 wie fast jeden Tag zu einem Bahnhof in Vorpommern, um vor den Russen Richtung Berlin zu fliehen. Am Bahnhof lässt sie Peter stehen und verschwindet: die traurige Konsequenz eines Lebens, dass selbst kaum Liebe erfahren hat und dem von daher auch die kindliche Liebe unerträglich wird. Von den Männern enttäuscht und von der Familie verlassen, fasst Helene einen Entschluss, der so grausam ist wie die Schicksalsschläge, die sie selbst erlitten hat... Offenbar gibt es heute nichts mehr zu erzählen. Nur so lässt sich erklären, warum auch die jüngste Generation deutscher Autorinnen und Autoren literarisch immer wieder zum Krieg und seinen Schrecken Zuflucht nimmt. Solange dies allerdings auf so blendende Art und Weise wie bei Julia Franck geschieht, will und kann man sich nicht beschweren. Die Mittagsfrau jedenfalls entwirft am Einzelschicksal ein grandioses Panorama einer erbarmungslosen Zeit. Unbedingt lesenswert. - Stefan Kellerer
Hörbuch:
Rumo - Sonderausgabe
Autor:
Walter Moers, Ausgabe vom Mai 2008, Audio CD, Verkaufsrang 38681
Ensel und Krete: Ein Märchen aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz - Mit Erläuterungen aus dem Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Phänomene .. - Umgebung von Professor Dr - Abul Nachtigaller
Autor:
Walter Moers, Ausgabe vom Juni 2000, Gebunden, Verkaufsrang 39734
Nach 'Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär' legt Walter Moers nun seinenzweiten Zamonien-Roman vor. Mysteriöses geht vor sich im Großen Wald Einunheimliches Wesen versetzt die Buntbären in Angst und Schrecken, und Enselund Krete, zwei kleine Fhernhachen-Kinder, machen sich auf, um das Rätselzu lösen. Was ihnen widerfährt, ist selbst für zamonische Verhältnisseungeheuerlich. Urlaub mit den Eltern kann so langweilig sein. Die beiden Fhernhachen-Kinder Ensel und Krete erleben das am eigenen Leibe, als sie mit ihren Eltern den zamonischen Großen Wald bereisen. Dabei hatten sie gehofft, dort endlich einmal etwas zu erleben! Und so ziehen sie auf eigene Faust los, um das Abenteuer zu suchen, verlaufen sich jedoch nach kurzer Zeit. Damit nimmt ein rasantes Märchenabenteuer seinen Lauf, bei dem selbst den Gebrüdern Grimm bald die Puste ausgegangen wäre. Die beiden Zwergenkinder treffen auf zahlreiche gefährliche oder einfach nur sonderbare Geschöpef: einen Laubwolf, Erdgnömchen, Geheimbären, Fledertratten, Schuhus, Einhörnchen, einen sprechenden Meteor und allerlei andere Seltsamkeiten. Natürlich finden auch ein Hexenhaus, und der fantasievolle Showdown hat mehr mit dem Blair Witch Project als mit unseren alten Hausmärchen gemeinsam. Erzählt wird die Geschichte übrigens vom berüchtigsten Dichter Zamoniens, Hildegunst von Mythenmetz, einem tausend Jahre alten, aufrecht gehenden Zwergsaurier, der die Handlung - meist an ihren spannendsten Stellen - unterbricht, um weiterführende Erläuterungen zu geben, die sogar noch interessanter und witziger sind als die Handlung selbst. Diesem Stilmittel lieh der Dichter sogar seinen Namen: die "Mythenmetzsche Abschweifung". Und so erfährt man ganz nebenbei haarsträubende Details über zamonische Zahlensysteme, die sieben Grundtugenden des Dichters oder auch Insiderinformationen über den zamonischen Literaturbetrieb. Abgerundet wird das Buch durch die halbe Biografie des Hildegunst von Mythenmetz unter dem Titel "Von der Lindwurmfeste zum Bloxberg". Auf die Frage, wieso dieses Buch keine direkte Fortsetzung von Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär sei, antwortete Walter Moers: "Das hat verschiedene Gründe. Erstens glaube ich, dass ein Buch mit über 700 Seiten für eine Figur genügen sollte. Zweitens war für mich schon beim ersten Buch der eigentliche Held nicht der Blaubär, sondern der Kontinent Zamonien. Dessen Geschichte - und die seiner Bewohner - möchte ich weitererzählen, in alle möglichen Richtungen." Und so besteht die Hoffnung, dass es auch weitere Zamonien-Bücher geben wird, selbst wenn Walter Moers die zweiten 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär im Dunklen lässt. -Hardy Kettlitz