Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem Aspekte Literatur-Preis 1997. Roman Erscheinungsjahr: 1999 17. Aufl. Gewicht: 135 gr / Abmessung: 19 cm Von Jenny, Zoe Die Scheidungswaise Jo sieht ihre Mutter nach zwölf Jahren zum ersten Mal wieder. Doch die Annäherung erweist sich als schwierig, ihre Hoffnung auf Freundschaft und Nähe wird bitter enttäuscht. Desillusioniert von den Lebenslügen der Erwachsenen vollzieht Jo die Trennung. Wie eine Schlangenhaut wirft sie ihre Kindheit ab. Pressestimmen: Zoe Jenny, 1974 in Basel geboren, beschreibt das Lebensgefühl ihrer Generation und rechnet gleichzeitig mit der Generation der Eltern ab. "Die kühle und harte Sprache, die nur zwischen den Zeilen die Verletzungen und den Schmerz spürbar werden läßt, macht diesen Roman zu einer bedrängenden Lektüre. Weil da eine Autorin durchaus ihre Haut zu Markte trägt, sich radikal einsetzt und doch weiß, daß ein Wort zuviel die Wirkung des Romans zunichte machen könnte..." (Berner Zeitung.) Leseprobe: I Als meine Mutter ein paar Straßen weiter in eine andere Wohnung zog, blieb ich bei Vater. Das Haus, in dem wir wohnten, roch nach feuchtem Stein. In der Waschküche stand eine Druckmaschine, auf der mein Vater tagsüber Bücher druckte. Immer, wenn ich vom Kindergarten nach Hause kam, ging ich zu ihm in die Waschküche, und wir stiegen gemeinsam in die Wohnung hinauf, wo wir unser Mittagessen kochten. Abends vor dem Einschlafen stand er neben meinem Bett und zeichnete mit einer glühenden Zigarette Figuren ins Dunkel. Nachdem er mir heiße Milch mit Honig gebracht hatte, setzte er sich an den Tisch und begann zu schreiben. Im rhythmischen Gemurmel der Schreibmaschine schlief ich ein, und wenn ich aufwachte, konnte ich durch die geöffnete Tür seine Zoë Jenny war mit ihrem Debutroman das Medienereignis der Frankfurter Buchmesse im Herbst 1997. Jung, schön, klug und von großer Präsenz, kam kaum ein Feuilletonjournalist an ihr vorbei. Aber nicht nur die Autorin beeindruckte, auch ihr Roman Das Blütenstaubzimmer überzeugt durch große poetische Kraft und eindringliche Bilder der inneren und äußeren Landschaft, die sich beide analog entwickeln und gestalten. Anders als Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone (1999), das von der zynischen Weltsicht des Protagonisten und dessen kalter Ablehnung der verlogenen Gesellschaftsrituale lebt, ist Jennys Blütenstaubzimmer eine fein ziselierte Studie eines langsamen, desillusionierenden Abschieds einer jungen Frau vom kindlichen Wunsch nach Aufgehobensein und Anerkanntsein in der Familie. Während der Vater, bei dem die 18jährige Jo aufgewachsen ist, bei all seiner Hilflosigkeit doch immer wieder versucht, der Tochter emotionale Zuwendung zu vermitteln, ist die Mutter Lucy, die von Jo nach zwölf Jahren das erste Mal besucht wird, viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als sich um die Bedürfnisse der Tochter zu kümmern. Zudem stirbt kurze Zeit nach Jos Ankunft Lucys zweiter Ehemann (Unfall? Selbstmord?), was zu einer tiefen seelischen Krise der Mutter führt, während derer sie sich in dem titelgebenden Blütenstaubzimmer einschließt. Sprachlosigkeit und Unfähigkeit zu Interaktion beherrschen das Verhalten der Protagonisten. Statt zu reden, flüchten sie sich in symbolische Akte. So der Vater, der Jo auf schweigsame nächtliche Spritztouren in seinem Buick mitnimmt, bei denen nichts weiter passiert als daß die beiden Gauloise-rauchend nebeneinander im Wagen sitzen. So die Mutter, die sich erst total zurückzieht und verschließt, nach dieser Phase dann ihrem Hedonismus frönt. Jo selbst versucht schon als kleines Mädchen, der verständnislosen Erwachsenenwelt ihre Bedürfnisse mitzuteilen, ebenfalls natürlich nur in symbolischer Form. Aber ihre Anstrengungen scheitern, Enttäuschungen, das Desinteresse der Umwelt, führen schließlich zu Jos Desillusionierung. Jenny kleidet diese Geschichte des Erwachsenwerdens in eindringliche, doch niemals aufdringliche Bilder, die beim Leser noch lange nachwirken. -Kathrin Rüstig
Buch:
Ein schnelles Leben: Roman
Autor:
Zoë Jenny, Ausgabe vom 1. Mai 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 27501
Aus der Amazon.ch-Redaktion Ihr erster Roman, Das Blütenstaubzimmer, machte Zoë Jenny über Nacht weltberühmt: Er wurde in fast alle Kultursprachen übersetzt, weil hier eine junge Autorin, Tochter der 68er-Generation, mal frank und frei erzählte, was in ihr vorging und was für einen Blick sie auf das Leben richtete. Die Gefühle und Ansichten einer jungen Frau überraschten nicht nur ein junges Publikum. Während ihr zweiter Roman, Der Ruf des Muschelhorns, Kritik und Leser eher ratlos hinterließ, kehrt Jenny nun mit ihrem dritten Buch wuchtig und brillant auf das literarische Parkett zurück. In der Geschichte von Ayse und Christian, dem denkbar ungleichsten Liebespaar, das man in deutschen Großstädten finden kann, beschreibt Jenny das Drama einer ersten Liebe. Eine Liebe, die tödlich endet. Ayse lebt wohl behütet in einer türkischen Großbürgerfamilie in Berlin. Christian, in den sie sich auf einer Party verliebt, kommt aus eher zerrütteten Familienverhältnissen und steckt tief im Sumpf einer rechtsradikalen Clique. Damit beide zueinander finden können, müssen sie viele Hindernisse überwinden, müssen sie mit Konventionen brechen und ihre Familien zurücklassen. Beide brechen gemeinsam in den Süden auf und sterben im Tessin; sie werden von einer Schlammlawine begraben. Was Zoës Roman so außergewöhnlich macht, ist die realistische, ungeschminkte direkte Sprache. Die Dialoge zwischen den Figuren wirken lebensecht. Man merkt, dass sie sich für die Arbeit Zeit genommen und in einem Milieu recherchiert hat, das ihr bislang fremd gewesen ist. Dass die Umsetzung dieser Recherchearbeit in die Fiktion gelingt, liegt an Jennys schriftstellerischem Können. Ihr gelingt es nicht nur, in die Seelentiefe ihrer Figuren zu leuchten und sie glaubwürdig zu porträtieren. Sie entwickelt darüber hinaus eine packend zu lesende Geschichte. Am wichtigsten aber ist die Einbettung ihrer Romeo-und-Julia-Variation ins Berlin der Nachwendezeit. Mithin in eine gesellschaftliche Realität, die nicht mit pastosen Pinselstrichen aufgetragen wird, sondern subtil in die Liebesgeschichte hineinwirkt. So wird der Roman zu einem wichtigen Zeugnis einer zerrissenen Generation auf der Suche nach einem Stück Identität, auf dem sich ein Lebensentwurf aufbauen könnte. -Carlo Bernasconi 1
Buch:
LiteraNova: Das Blütenstaubzimmer
Autor:
Zoë Jenny, Ausgabe vom Sept. 2004, Broschiert, Verkaufsrang 301248
Zoe Jenny, Ausgabe vom 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 826901
Aus der Amazon.de-Redaktion Zoë Jenny war mit ihrem Debutroman das Medienereignis der Frankfurter Buchmesse im Herbst 1997. Jung, schön, klug und von großer Präsenz, kam kaum ein Feuilletonjournalist an ihr vorbei. Aber nicht nur die Autorin beeindruckte, auch ihr Roman Das Blütenstaubzimmer überzeugt durch große poetische Kraft und eindringliche Bilder der inneren und äußeren Landschaft, die sich beide analog entwickeln und gestalten. Anders als Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone (1999), das von der zynischen Weltsicht des Protagonisten und dessen kalter Ablehnung der verlogenen Gesellschaftsrituale lebt, ist Jennys Blütenstaubzimmer eine fein ziselierte Studie eines langsamen, desillusionierenden Abschieds einer jungen Frau vom kindlichen Wunsch nach Aufgehobensein und Anerkanntsein in der Familie. Während der Vater, bei dem die 18jährige Jo aufgewachsen ist, bei all seiner Hilflosigkeit doch immer wieder versucht, der Tochter emotionale Zuwendung zu vermitteln, ist die Mutter Lucy, die von Jo nach zwölf Jahren das erste Mal besucht wird, viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als sich um die Bedürfnisse der Tochter zu kümmern. Zudem stirbt kurze Zeit nach Jos Ankunft Lucys zweiter Ehemann (Unfall? Selbstmord?), was zu einer tiefen seelischen Krise der Mutter führt, während derer sie sich in dem titelgebenden Blütenstaubzimmer einschließt. Sprachlosigkeit und Unfähigkeit zu Interaktion beherrschen das Verhalten der Protagonisten. Statt zu reden, flüchten sie sich in symbolische Akte. So der Vater, der Jo auf schweigsame nächtliche Spritztouren in seinem Buick mitnimmt, bei denen nichts weiter passiert als daß die beiden Gauloise-rauchend nebeneinander im Wagen sitzen. So die Mutter, die sich erst total zurückzieht und verschließt, nach dieser Phase dann ihrem Hedonismus frönt. Jo selbst versucht schon als kleines Mädchen, der verständnislosen Erwachsenenwelt ihre Bedürfnisse mitzuteilen, ebenfalls natürlich nur in symbolischer Form. Aber ihre Anstrengungen scheitern, Enttäuschungen, das Desinteresse der Umwelt, führen schließlich zu Jos Desillusionierung. Jenny kleidet diese Geschichte des Erwachsenwerdens in eindringliche, doch niemals aufdringliche Bilder, die beim Leser noch lange nachwirken. -Kathrin Rüstig
Buch:
Das Blütenstaubzimmer
Autor:
Zoe Jenny, Ausgabe vom 1997, Gebunden, Verkaufsrang 584847
Aus der Amazon.de-Redaktion Zoë Jenny war mit ihrem Debutroman das Medienereignis der Frankfurter Buchmesse im Herbst 1997. Jung, schön, klug und von großer Präsenz, kam kaum ein Feuilletonjournalist an ihr vorbei. Aber nicht nur die Autorin beeindruckte, auch ihr Roman Das Blütenstaubzimmer überzeugt durch große poetische Kraft und eindringliche Bilder der inneren und äußeren Landschaft, die sich beide analog entwickeln und gestalten. Anders als Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone (1999), das von der zynischen Weltsicht des Protagonisten und dessen kalter Ablehnung der verlogenen Gesellschaftsrituale lebt, ist Jennys Blütenstaubzimmer eine fein ziselierte Studie eines langsamen, desillusionierenden Abschieds einer jungen Frau vom kindlichen Wunsch nach Aufgehobensein und Anerkanntsein in der Familie. Während der Vater, bei dem die 18jährige Jo aufgewachsen ist, bei all seiner Hilflosigkeit doch immer wieder versucht, der Tochter emotionale Zuwendung zu vermitteln, ist die Mutter Lucy, die von Jo nach zwölf Jahren das erste Mal besucht wird, viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als sich um die Bedürfnisse der Tochter zu kümmern. Zudem stirbt kurze Zeit nach Jos Ankunft Lucys zweiter Ehemann (Unfall? Selbstmord?), was zu einer tiefen seelischen Krise der Mutter führt, während derer sie sich in dem titelgebenden Blütenstaubzimmer einschließt. Sprachlosigkeit und Unfähigkeit zu Interaktion beherrschen das Verhalten der Protagonisten. Statt zu reden, flüchten sie sich in symbolische Akte. So der Vater, der Jo auf schweigsame nächtliche Spritztouren in seinem Buick mitnimmt, bei denen nichts weiter passiert als daß die beiden Gauloise-rauchend nebeneinander im Wagen sitzen. So die Mutter, die sich erst total zurückzieht und verschließt, nach dieser Phase dann ihrem Hedonismus frönt. Jo selbst versucht schon als kleines Mädchen, der verständnislosen Erwachsenenwelt ihre Bedürfnisse mitzuteilen, ebenfalls natürlich nur in symbolischer Form. Aber ihre Anstrengungen scheitern, Enttäuschungen, das Desinteresse der Umwelt, führen schließlich zu Jos Desillusionierung. Jenny kleidet diese Geschichte des Erwachsenwerdens in eindringliche, doch niemals aufdringliche Bilder, die beim Leser noch lange nachwirken. -Kathrin Rüstig
Buch:
Der Ruf des Muschelhorns: Roman
Autor:
Zoë Jenny, Ausgabe vom 1. Febr. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 333356
Aus der Amazon.ch-Redaktion Ihr erster Roman, Das Blütenstaubzimmer, machte Zoë Jenny über Nacht weltberühmt: Er wurde in fast alle Kultursprachen übersetzt, weil hier eine junge Autorin, Tochter der 68er-Generation, mal frank und frei erzählte, was in ihr vorging und was für einen Blick sie auf das Leben richtete. Die Gefühle und Ansichten einer jungen Frau überraschten nicht nur ein junges Publikum. Während ihr zweiter Roman, Der Ruf des Muschelhorns, Kritik und Leser eher ratlos hinterließ, kehrt Jenny nun mit ihrem dritten Buch wuchtig und brillant auf das literarische Parkett zurück. In der Geschichte von Ayse und Christian, dem denkbar ungleichsten Liebespaar, das man in deutschen Großstädten finden kann, beschreibt Jenny das Drama einer ersten Liebe. Eine Liebe, die tödlich endet. Ayse lebt wohl behütet in einer türkischen Großbürgerfamilie in Berlin. Christian, in den sie sich auf einer Party verliebt, kommt aus eher zerrütteten Familienverhältnissen und steckt tief im Sumpf einer rechtsradikalen Clique. Damit beide zueinander finden können, müssen sie viele Hindernisse überwinden, müssen sie mit Konventionen brechen und ihre Familien zurücklassen. Beide brechen gemeinsam in den Süden auf und sterben im Tessin; sie werden von einer Schlammlawine begraben. Was Zoës Roman so außergewöhnlich macht, ist die realistische, ungeschminkte direkte Sprache. Die Dialoge zwischen den Figuren wirken lebensecht. Man merkt, dass sie sich für die Arbeit Zeit genommen und in einem Milieu recherchiert hat, das ihr bislang fremd gewesen ist. Dass die Umsetzung dieser Recherchearbeit in die Fiktion gelingt, liegt an Jennys schriftstellerischem Können. Ihr gelingt es nicht nur, in die Seelentiefe ihrer Figuren zu leuchten und sie glaubwürdig zu porträtieren. Sie entwickelt darüber hinaus eine packend zu lesende Geschichte. Am wichtigsten aber ist die Einbettung ihrer Romeo-und-Julia-Variation ins Berlin der Nachwendezeit. Mithin in eine gesellschaftliche Realität, die nicht mit pastosen Pinselstrichen aufgetragen wird, sondern subtil in die Liebesgeschichte hineinwirkt. So wird der Roman zu einem wichtigen Zeugnis einer zerrissenen Generation auf der Suche nach einem Stück Identität, auf dem sich ein Lebensentwurf aufbauen könnte. -Carlo Bernasconi 1