Sven Lager, Elke Naters, Ausgabe vom 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 523708
Buch:
Königinnen: Koniginnen
Autor:
Elke Naters, Ausgabe vom 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 406786
Aus der Amazon.de-Redaktion Sie heißen Gloria und Marie, leben in Berlin, sind beste Freundinnen, trendbewußt, so um die dreißig und haben den Blues. Richtig gut geht es ihnen nur, wenn sie einkaufen gehen. Mit der goldenen KaDeWe-Kundenkarte, ohne einen Pfennig auf dem Konto. Dann sind sie die Königinnen. Meistens geht es aber so aus: "Um meine Laune zuheben, gehe ich Schuhe kaufen. Mit Absätzen. Marie will erst mitkommen, aber dann fällt ihr ein, daß sie kein Geld hat und geht lieber nach Hause. Ich gehe über die Straße zum Bankautomaten. Der gibt mir kein Geld. Ich weine ein bißchen und fahre auch nach Hause." Das Leben ist traurig. Und ehrlich: Wie das Buch so anhebt, denkt man, dieses Buch ist öde. Eitle Gedanken eitler Mädchen über das Einkaufen und die Fehler, die man dabei machen kann. Zum Glück schneidet der Friseur wenigstens gut: "Ich sehe fast aus wie vorher, nur viel viel besser" Man weiß nicht, wie einem geschieht, aber all diese kleinen naiven, manchmal unglaublich bescheuerten, zickigen Sätze, die Elke Naters ihren Handtaschen-Heldinnen in den Mund legt: sie fesseln. Von wegen naiv. Gucci-Gürtel und Prada-Taschen ja, aber so nach und nach, kaum merklich, webt die junge Berliner Autorin aus der Shopping-Gedankenwelt eine Geschichte, die viel ehrlicher von der Freundschaft zwischen zwei Menschen, von der Sehnsucht nach Liebe, Lust und Geborgenheit erzählt, als irgendein Buch, das von Liebe, Lust und Geborgenheit handeln will. Da liest man fort und fort in diesem überaus leichten Roman, der etwas hat von den seltsam entrückten Stimmungen in Judith Hermanns Sommerhaus, später. Was passiert da eigentlich, fragt man, und versteht alles. Und kann irgendwie nicht anders als immer weiter, bis nach 150 Seiten Schluß ist. Leider. Dann fängt man von vorne an, um die Laune zu heben. -Nikolaus Stemmer 1
Buch:
Was wir von der Liebe verstehen
Autor:
Elke Naters, Sven Lager, Ausgabe vom 12. Juli 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 35862
Sven Lager, Elke Naters, Ausgabe vom 22. Sept. 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 757987
Aus der Amazon.de-Redaktion Stammen die Drip-Paintings an der brandneuen Tapete etwa von Jackson Pollock? Nein, Lilly hat nur ihren eingetrockneten Füller mal kurz ausgeschüttelt. Der kleine Jakob hat indes beschlossen, seine Rotznase nicht ins griffbereite Taschentuch zu entsorgen, sondern in ein frischgewaschenes T-Shirt. Wieso riecht es unterm Bett eigentlich nach angegammelter Salami? Schneller Tatortwechsel: Lilly spitzt ihre Buntstifte gerade in eine chinesische Teetasse mit Kakaoresten. Ein erschütternder Lagebericht aus der Kampfzone Kinderzimmer nimmt seinen Verlauf! Bereits die ersten nervenaufreibenden Seiten künden vom aussichtslosen Kampf eines Alt-68er-Elternpaares. Wie hält man seine hehren Erziehungsideale hoch, ohne ständig Gefahr zu laufen, als zähnefletschende Killereltern die eigene Brut in blinder Mordlust einfach niederzumetzeln? Sex und Partylife sind schon lange perdú, soziale Bande erschlafft, statt edler Einrichtungskultur regiert Sperrmüllästhetik. Wehmütig denkt das Autorenpaar Lager/Naters an das befreundete Paar, dessen Nachwuchs in karg möbliertem Designerambiente stillen und vernünftigen Spielen nachgeht, ohne gravierende Flurschäden zu hinterlassen. Ein Erziehungsmodell, das bei Jakob und Lilly radikal fehlschlug. Längst haben die beiden Mini-Hooligans die eigentliche Herrschaft in der Wohnung an sich gerissen. Die ironietriefenden Anekdoten um das Zerstörungswerk der Kinderlein sind seitenfüllend (und vielleicht etwas zu lang geraten). Dennoch gibt es Tröstliches zu vermelden in diesem selbstkritischen Elternprotokoll mit verteilten Rollen: Trotz der täglichen Sysiphusarbeit, kleine Anarchisten ins Leben zu geleiten, lernen die Autoren allmählich, ihre Kinder als Gewinn zu begreifen und nicht ständig dem Verlust an sogenannter "Lebensqualität" nachzuweinen. Elternliebe hat obsiegt, die schöne Botschaft setzt sich durch. Sich selbst bespiegelnde Alltagskatastrophen, lustig literarisch angerichtet, eine spätestens seit Sven Regener nicht mehr ganz taufrische Idee. Als liebevoller, charmanter und superironischer Trostspender für junge Eltern kurz vorm erzieherischen Supergau allerdings bestens geeignet. -Ravi Unger
Buch:
Königinnen
Autor:
Elke Naters, Ausgabe vom 1998, Gebunden, Verkaufsrang 883916
Aus der Amazon.de-Redaktion Sie heißen Gloria und Marie, leben in Berlin, sind beste Freundinnen, trendbewußt, so um die dreißig und haben den Blues. Richtig gut geht es ihnen nur, wenn sie einkaufen gehen. Mit der goldenen KaDeWe-Kundenkarte, ohne einen Pfennig auf dem Konto. Dann sind sie die Königinnen. Meistens geht es aber so aus: "Um meine Laune zuheben, gehe ich Schuhe kaufen. Mit Absätzen. Marie will erst mitkommen, aber dann fällt ihr ein, daß sie kein Geld hat und geht lieber nach Hause. Ich gehe über die Straße zum Bankautomaten. Der gibt mir kein Geld. Ich weine ein bißchen und fahre auch nach Hause." Das Leben ist traurig. Und ehrlich: Wie das Buch so anhebt, denkt man, dieses Buch ist öde. Eitle Gedanken eitler Mädchen über das Einkaufen und die Fehler, die man dabei machen kann. Zum Glück schneidet der Friseur wenigstens gut: "Ich sehe fast aus wie vorher, nur viel viel besser" Man weiß nicht, wie einem geschieht, aber all diese kleinen naiven, manchmal unglaublich bescheuerten, zickigen Sätze, die Elke Naters ihren Handtaschen-Heldinnen in den Mund legt: sie fesseln. Von wegen naiv. Gucci-Gürtel und Prada-Taschen ja, aber so nach und nach, kaum merklich, webt die junge Berliner Autorin aus der Shopping-Gedankenwelt eine Geschichte, die viel ehrlicher von der Freundschaft zwischen zwei Menschen, von der Sehnsucht nach Liebe, Lust und Geborgenheit erzählt, als irgendein Buch, das von Liebe, Lust und Geborgenheit handeln will. Da liest man fort und fort in diesem überaus leichten Roman, der etwas hat von den seltsam entrückten Stimmungen in Judith Hermanns Sommerhaus, später. Was passiert da eigentlich, fragt man, und versteht alles. Und kann irgendwie nicht anders als immer weiter, bis nach 150 Seiten Schluß ist. Leider. Dann fängt man von vorne an, um die Laune zu heben. -Nikolaus Stemmer 1
Buch:
Justyna
Autor:
Elke Naters, Ausgabe vom 2006, Gebunden, Verkaufsrang 71285
Aus der Amazon.de-Redaktion Justyna, möchte man rufen, Kind, wo rennst du denn hin. Was soll denn das mit dieser diffusen Sehnsucht, die dann doch ganz schnell wieder in Uraltklischees mündet. 1979 - du bist gerade sechzehn und willst dich schon umbringen. So beginnt dein Jahrbuch. Ein wenig deutlicher hättest du schon schreiben können! Ein Jahr später dann Schule geschmissen, gejobbt und ab nach Montego Bay, Jamaica, dem Nr. Eins-Ziel aller Sehn- und Sexsüchtigen. Dort, in der "Dunkelheit der Nächte", warten die Jungs mit den Dreadlocks ja angeblich nur auf europäische Girls wie dich. In deinem Fall Dervall und Rohan. Dope. Sex, das ganze Brimborium eben. "Ungestillte Lebensgier" nennen sie sowas im Klappentext. Absturz vorprogrammiert. Wie riet dir doch deine jamaikanische Freundin Georgia: "Du musst noch viel lernen". Justyna, hättest du nur auf sie gehört! Aber nein, zurück im "kalten Licht der westlichen Städte" taumelst du wahllos von einem Bett ins andere, von einer vollgekotzten Toilette in die nächste. "Harte Schnitte", eben. Dein Gefühlsbarometer steht beständig auf Sturm, ein Sturm im Wasserglas allerdings, der keinerlei klärende Kraft besitzt. Von deinem Werdegang erfährt man nur so viel: Mutter nervt, Vater machte sich aus dem Staub, starb und hat dir etwas Geld vermacht. Bisschen dürftig, findest du nicht? Dein Freundeskreis, der sich aus Swingerclubexistenzen, Fixern, Türstehertypen und dubiosen Galeristen zusammensetzt - alles fahle, gesichtslose Figuren ohne Hintergrund. Justyna, warum kriegst du den Mund einfach nicht auf? Man kennt das Prinzip inzwischen. Eine kalte, lebensunwerte Welt, entkernt von allem erzählerischen Schnickschnack, darin umherirrende Seelen, reduziert auf die Suche nach ewigem Kick und Lustgewinn, hart an der Grenze zur Selbstauslöschung ("ein Frauenleben unserer Tage, ehrlich und unverstellt"). So will dich deine Autorin, die ihre eigene Geschichte bis ins Detail dir übergestülpt hat. Dazu aber braucht es eine große, radikale Sprache und die besitzt sie (diesmal) leider nicht. Leidenschaftslos und sprachdürftig werden deine "Höhepunkte" Jahr für Jahr abgehakt. Justyna, du kannst einem schon Leid tun. Irgendwie - man hat es kaum mitbekommen -, wirst du zur Fotografin, hast eine Familie, lebst in Kapstadt - doch der Leser hat längst weggezappt. Zu viele "harte Schnitte", vermutlich. -Ravi Unger
Buch:
Mau Mau
Autor:
Elke Naters, Ausgabe vom 2002, Gebunden, Verkaufsrang 1330965
Aus der Amazon.de-Redaktion Das ambivalente Gefühl, das Anke Dürr in ihrer Spiegel-Besprechung zu Lügen so treffend beschrieb, stellt sich auch bei der Lektüre von Elke Naters' neuem Roman Mau Mau wieder ein. Naters' Romane sind so schlicht erzählt, dass man sich als Leser oft fragt: "Ist das jetzt banal oder genial?" Der 1963 geborenen Teilzeit-Thailänderin Genialität zu unterstellen wäre nun etwas übertrieben, aber festzuhalten ist, dass Naters nach dem autobiografischen Intermezzo G.L.A.M. mit Mau Mau erneut unter Beweis stellt, dass sie zu den begabtesten Erzählerinnen ihrer Generation gehört. Cool und prägnant formulieren können viele. Aber nur wenige haben diesen präzisen Blick für die kleinen und großen Abgründe unter der Oberfläche in den Beziehungen der heutigen Thirtysomethings untereinander, vor allem wenn es um den weiblichen Teil der Bevölkerung geht. Anders als in Königinnen oder Lügen steht bei Mau Mau jedoch nicht mehr die Grundkonstellation der besten Freundinnen im Zentrum der Erzählung. Der Horizont hat sich erweitert. Zwei Pärchen fahren mit einer Freundin, die Single ist, in Urlaub. Der Ort wird nicht näher spezifiziert, irgendwo auf dem indischen Subkontinent, wo man halt so hinfährt. Erzählt wird das Ganze zunächst aus der Sicht von Ida, die solo ist und genervt davon, dass sie immer ein bisschen außen vor bleibt. Mit den Freundinnen Mika und Susanne ist es schwierig, weil sie so perfekt aufeinander eingespielt sind, und wenn die Freundinnen mit ihren Kerlen zusammen sind - na ja, kennt man ja. Aber vor allem ist es die dominante Mika, die Ida auf den Zeiger geht. Der Urlaub plätschert dahin, bis Frank, der bis dahin nur durch sein allabendliches Komasaufen aufgefallen ist, von einem Moment auf den anderen schwer krank wird. Ebenso unvermittelt wechselt die Erzählerperspektive. Im zweiten, ungleich packenderen Teil des Romans erzählt nun plötzlich Mika - und wie das so ist bei Perspektivenwechseln: alles, was wir bislang aus Idas Sicht wahrnahmen, wird nun aufs Radikalste relativiert. Vor allem Frank, in Idas Erzählung lediglich eine Leerstelle, in die jeden Abend Alkohol gefüllt werden musste, erhält nun plötzlich Präsenz. Schonungslos gegen sich selbst analysiert Mika ihre Liebesbeziehung zu Frank, die sich als mehr entpuppt als eine bloße Amour fou. "Liebe kommt dann, wenn die meisten denken, sie sei schon vorbei. Alles vorher ist ein Kinderspiel. Lieben heißt aushalten und prüfen. Sich immer wieder an den Abgrund wagen, hinunterzuschauen und den Blick auszuhalten. Ohne runterzuspringen oder wegzulaufen." Und Mika hält eine ganze Menge aus. Zeigt der erste Teil des Romans die Oberfläche einer kleinen Gruppe, die von dem unbedingten Willen geprägt ist, sich zu amüsieren, so geht der zweite Teil im wahrsten Sinne unter die Haut. Wie Naters scheinbar ohne Aufwand in kürzester Zeit völlig unterschiedliche Stimmungslagen herausarbeitet, ist lesenswert. Ein Eindruck, der nur durch einen arg literarischen Schluss geschmälert wird. -Axel Henrici 1
Buch:
Durst Hunger Müde
Autor:
Elke Naters, Sven Lager, Ausgabe vom 1. Dez. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 1022206
Aus der Amazon.de-Redaktion Stammen die Drip-Paintings an der brandneuen Tapete etwa von Jackson Pollock? Nein, Lilly hat nur ihren eingetrockneten Füller mal kurz ausgeschüttelt. Der kleine Jakob hat indes beschlossen, seine Rotznase nicht ins griffbereite Taschentuch zu entsorgen, sondern in ein frischgewaschenes T-Shirt. Wieso riecht es unterm Bett eigentlich nach angegammelter Salami? Schneller Tatortwechsel: Lilly spitzt ihre Buntstifte gerade in eine chinesische Teetasse mit Kakaoresten. Ein erschütternder Lagebericht aus der Kampfzone Kinderzimmer nimmt seinen Verlauf! Bereits die ersten nervenaufreibenden Seiten künden vom aussichtslosen Kampf eines Alt-68er-Elternpaares. Wie hält man seine hehren Erziehungsideale hoch, ohne ständig Gefahr zu laufen, als zähnefletschende Killereltern die eigene Brut in blinder Mordlust einfach niederzumetzeln? Sex und Partylife sind schon lange perdú, soziale Bande erschlafft, statt edler Einrichtungskultur regiert Sperrmüllästhetik. Wehmütig denkt das Autorenpaar Lager/Naters an das befreundete Paar, dessen Nachwuchs in karg möbliertem Designerambiente stillen und vernünftigen Spielen nachgeht, ohne gravierende Flurschäden zu hinterlassen. Ein Erziehungsmodell, das bei Jakob und Lilly radikal fehlschlug. Längst haben die beiden Mini-Hooligans die eigentliche Herrschaft in der Wohnung an sich gerissen. Die ironietriefenden Anekdoten um das Zerstörungswerk der Kinderlein sind seitenfüllend (und vielleicht etwas zu lang geraten). Dennoch gibt es Tröstliches zu vermelden in diesem selbstkritischen Elternprotokoll mit verteilten Rollen: Trotz der täglichen Sysiphusarbeit, kleine Anarchisten ins Leben zu geleiten, lernen die Autoren allmählich, ihre Kinder als Gewinn zu begreifen und nicht ständig dem Verlust an sogenannter "Lebensqualität" nachzuweinen. Elternliebe hat obsiegt, die schöne Botschaft setzt sich durch. Sich selbst bespiegelnde Alltagskatastrophen, lustig literarisch angerichtet, eine spätestens seit Sven Regener nicht mehr ganz taufrische Idee. Als liebevoller, charmanter und superironischer Trostspender für junge Eltern kurz vorm erzieherischen Supergau allerdings bestens geeignet. -Ravi Unger
Buch:
G.L.A.M.
Autor:
Elke Naters, Ausgabe vom 1. März 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 1295475
Aus der Amazon.de-Redaktion G.L.A.M steht für Geld, Liebe, Arbeit, Meer oder Grau, Lustig, Armband, Mutter. Einige der Stichworte zu den kurzen Kapiteln, in denen Elke Naters, Autorin der Romane Königinnen und Lügen das außerordentliche alltägliche Leben gerne in Aufzählungen, Listen und "Hausregeln des Anstands, der Würde, der Lebensart und des guten Benehmens", beschreibt. Zwischen ihre Notizen streut sie Fotografien, die sie selbst aufgenommen hat. Elke Naters studierte in Berlin Medienkunst. Die Fotografien sind nicht einfach Zutat, Accessoires ihrer Aufzeichnungen. Im Gegenteil, darf man vermuten, dass Naters Erfahrungen mit der Fotografie ihre Art des Schreiben geprägt hat. Kate Moss im Burberry-Bikini oder die beiden Kinder der Autorin, mit denen sie und ihr Mann Sven Lager in Thailand unterwegs sind, die Wartehallen von Flughäfen und Jude Law im Fernsehen: Die Motive offenbaren den gleichen entschiedenen, aber nicht sonderlich absichtsvoll wirkenden Zugriff, den sie im Text auf ihre Themen hat. Das Bilderbuch ist ein Tagebuch, ist ein Skizzenbuch. Es ist ein Reisetagebuch zwischen Berlin und Bangkok, wo die Familie zurzeit lebt. Und anders als jene berühmt-berüchtigte Aufzählung all unseres popkulturellen Leids mit dem sprechenden Titel Tristesse Royale, kennt Elke Naters tatsächlich Melancholie. Was selbstverständlich ist, bei ihrem enormen Stilbewusstsein, der Präzision ihrer Beobachtung und ihrer Fähigkeit detailliert, aber knapp Gespräche, Menschen und Situationen zu beschreiben. Das gehört zum Schreiben, ein Begriff, der selbstverständlich auch über einem ihrer Mini-Essays steht: "Für jede einsame Stunde am Text - eine Nacht in 1 A Gesellschaft. Sonst bin ich unglücklich." G.L.A.M., das weiß man nach einem solchen Satz, ist ein Buch der Lebenskunst. -Brigitte Werneburg 1
Buch:
G.L.A.M.
Autor:
Elke Naters, Ausgabe vom Febr. 2001, Gebunden, Verkaufsrang 1143078
Aus der Amazon.de-Redaktion G.L.A.M steht für Geld, Liebe, Arbeit, Meer oder Grau, Lustig, Armband, Mutter. Einige der Stichworte zu den kurzen Kapiteln, in denen Elke Naters, Autorin der Romane Königinnen und Lügen das außerordentliche alltägliche Leben gerne in Aufzählungen, Listen und "Hausregeln des Anstands, der Würde, der Lebensart und des guten Benehmens", beschreibt. Zwischen ihre Notizen streut sie Fotografien, die sie selbst aufgenommen hat. Elke Naters studierte in Berlin Medienkunst. Die Fotografien sind nicht einfach Zutat, Accessoires ihrer Aufzeichnungen. Im Gegenteil, darf man vermuten, dass Naters Erfahrungen mit der Fotografie ihre Art des Schreiben geprägt hat. Kate Moss im Burberry-Bikini oder die beiden Kinder der Autorin, mit denen sie und ihr Mann Sven Lager in Thailand unterwegs sind, die Wartehallen von Flughäfen und Jude Law im Fernsehen: Die Motive offenbaren den gleichen entschiedenen, aber nicht sonderlich absichtsvoll wirkenden Zugriff, den sie im Text auf ihre Themen hat. Das Bilderbuch ist ein Tagebuch, ist ein Skizzenbuch. Es ist ein Reisetagebuch zwischen Berlin und Bangkok, wo die Familie zurzeit lebt. Und anders als jene berühmt-berüchtigte Aufzählung all unseres popkulturellen Leids mit dem sprechenden Titel Tristesse Royale, kennt Elke Naters tatsächlich Melancholie. Was selbstverständlich ist, bei ihrem enormen Stilbewusstsein, der Präzision ihrer Beobachtung und ihrer Fähigkeit detailliert, aber knapp Gespräche, Menschen und Situationen zu beschreiben. Das gehört zum Schreiben, ein Begriff, der selbstverständlich auch über einem ihrer Mini-Essays steht: "Für jede einsame Stunde am Text - eine Nacht in 1 A Gesellschaft. Sonst bin ich unglücklich." G.L.A.M., das weiß man nach einem solchen Satz, ist ein Buch der Lebenskunst. -Brigitte Werneburg 1