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Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Leserkommentare:* Der Freigeist und das Paradies (5 von 5 Punkten) meint B. Wenn man selbst schon an der kalifornischen Küste entlang gefahren ist, hält man in diesem Buch wohl ebenso oft inne wie an den zahlreichen Aussichtspunkten der Panoramastraße.
Miller beschreibt bildprächtig die Schönheit dieses Ortes, bezeichnet ihn als Paradies (und ich muss ihm Recht geben). Auch wenn die Lobeshymnen auf die Landschaft nur den Rahmen für seine Anekdoten, Erkenntnisse & Träumereien bilden.
Ausgangspunkt und Ziel. Dazwischen liegt ein breiter Weg, auf dem man schrullige Personen und engelhafte Erscheinungen kennen lernt, Weisheiten erfährt; wer sich selbst die Chance gibt, räumt dabei im eigenen Kopf mal so richtig auf.
Vollkommen freigeistig schreibt Miller vor allem für Schriftsteller, erschafft ein wunderschönes Wortgewebe, pulsierend und voller Leben, meditativ und tiefgründig.
Der Anarchist lebt sein Leben. (5 von 5 Punkten) meint . Zeit seines Lebens war Henry Miller ein Anarchist, wollte mit der Bürgerlichkeit nichts zu tun haben, wollte ein wahrer Künstler sein. "Big Sur" ist das Buch in dem ganz deutlich wird, dass er nicht nur diese Ideale hatte, sondern sie auch wirklich gelebt hat. Er beschreibt sein Leben in Big Sur, einen einsamen Ort an der Kalifornischen Küste, ein Ort der zu damaligen Zeit noch ziemlich frei war von Zivilisation. Es leben dort nur einige wenige Hartgesottenen, die von Miller exzellent beschrieben werden. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, der erste erzählt uns etwas über den Ort, der zweite Teil befasst sich mit den Menschen die dort leben und im dritten Teil bekommt Miller Besuch aus Frankreich von einem total skurrilen Menschen. Lesenswert, da es eins seiner späteren Werke ist (1955 erschienen) und somit auch reifer, ruhiger und doch anarchistisch und bewegend. Wer hofft oder befürchtet Obszönitäten vor zu finden, der wird enttäuscht werden, denn nichts dergleichen ist vorhanden. Ich hatte den Eindruck, dass Miller seinen Frieden gefunden hat und zwar in Big Sur. Zur Erzählweise kann man nur sagen, dass nichts fehlt, Philosophie ist vorhanden, ebenfalls Religion, Kunst, Astrologie, typische Miller Träume und schließlich die ganz gewöhnlichen Tageserlebnisse, die in Big Sur jedoch zu ganz besonderen Ereignissen werden. Einfach traumhaft zu lesen. Wer die Einfachheit des Lebens versteht, der ist wahrhaft reich, dies zumindest vermittelte mir das Buch. |
| | Buch: | Gold: Die Geschichte des Generals Johann August Suter |
| Autor: | Blaise Cendrars, Ausgabe vom Aug. 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 174060 |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Vom Tellerwäscher zum reichsten Mann der Welt und zurück (4 von 5 Punkten) meint C.v.M. aus Barcelona, Katalonien Es ist eines der großen und grotesken Schicksale, das in der Welt erstaunlich wenig bekannt ist. Stefan Zweig hat mich in seinen "Sternstunden der Menschheit" darauf gebracht. Johann August Suter ist der Mann, dem einmal ein riesiger Teil Kaliforniens gehörte und der 1848 wohl durchaus der reichste Mann der Welt war - bis er in kürzester Zeit alles wieder verlor.
Es ist die klassische Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär. Geboren in der Schweiz floh er 1834 nach New York und arbeitete sich als Gelegenheitsarbeiter hoch, zog weiter nach Westen, und beschlagnahmte als General und Pionier schließlich ein riesiges Gebiet Indianerland in Kalifornien. Er unterhielt eine eigene Armee, setzte sich gegen Indianer, Mexikaner und die US-Regierung durch und baute eine große Kolonie namens "Neu-Helvetien" auf. Bis dann 1848 Gold auf seinem Land gefunden wurde. Eine Unze Gold konnte man bei ihm pro Tag ausgraben, damals mehr als das Jahresgehalt eines Arbeiters, und in der Folge kam es zu dem größten Goldrausch in der Geschichte der Menschheit. Hunderttausende Abenteurer aus der ganzen Welt zogen in Suters "Vorgarten" ein, die Ländereien zerfielen, binnen weniger Jahre entstanden die Städte San Francisco und Sakramento. Heute liegen 1500 Orte in dem Gebiet, das einstmals diesem einen Mann gehörte.
Stilistisch fand ich das Buch überzeugend, Blaise Cendrars hat anhand der Tagebücher und weiterer Aufzeichnungen gut recherchiert und erzählt flüssig und kurzweilig (und ich bin froh, dass er sich nicht in hypothetischen Gefühlsduseleien verloren hat, wie ein Mitrezensent sich gewünscht hat. Man kann sich vorstellen und es ergibt sich aus Zitaten, wie gebrochen dieser Mann gewesen sein muss. Andererseits hatte er in den Jahren zuvor selbst tausende Schicksale zerstört, als er die Indianer bekriegte und sogar eine Sklavengesellschaft gegründet hatte, die Männer aus der Südsee entführte und zur Kolonie brachte). Meine Ausgabe stammt aus dem Jahr 1936 mit Frakturschrift und einer Reihe S/W-Bildchen der Kolonie, aber ich gehe davon aus, dass die aktuelle Version textlich unverändert ist.
Schicksal (4 von 5 Punkten) meint H.B. aus Olten, Schweiz Blaise Cendrars (1887 - 1961), mit richtigem Namen Frédéric-Louis Sauser, hat mit sich dieser Romanbiografie 1925 als Schriftsteller in Paris etabliert. Zu dieser Zeit hatte der Schweizer Cendrars schon einiges von der Welt gesehen. So war er mit wechselnden Berufen und mit unbeständigem Glück in Russland, China, Brasilien und Amerika gewesen. Es mag sein, dass die Figur des Generals Suter Cendrars als Vorbild und Spiegel zugleich diente. Der Inhalt der Geschichte ist rasch skizziert - Johann August Suter, Nachkomme einer erfolgreichen schweizerisch-süddeutschen Papiermacherdynastie, Hasardeur und willensstarker Tunichtgut, schleicht sich mit gefälschten Papieren nach Amerika, wo er als Händler und Pionier schliesslich in Kalifornien landet und es erfolgreich und nachhaltig besiedelt und bebaut. Die politischen Auseinandersetzungen dieser Zeit (Kalifornien gehörte noch zu Mexiko) umging er geschickt. Als auf seinem Land jedoch Gold gefunden wurde, war es vorbei mit der Erfolgsgeschichte - auch die eigenen Leute liefen dem glänzenden Metall nach und alles versank in kurzzeitiger Euphorie, Glückspiel, Alkohol und Faustrecht. Suter kam danach nie mehr auf die Beine. - Cendrars Sprache ist knapp und präzis, mehr beschreibend als erzählend, aber immer noch lesenswert und aktuell. Das Buch liest sich flüssig. Einziger Schwachpunkt ist die persönliche Distanz zu Suter, sein Innenleben bliebt aussen vor. Cendrars beschränkt sich auf die Fakten. Wer weiss, vielleicht ist das gut so, denn psychologische Extrapolationen aus den Zwanzigerjahren hätten wahrscheinlich heute an Glaubwürdigkeit verloren.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Was läuft schief mit Amerika? |
| Autor: | Scott Bradfield, Ausgabe vom 1997, Taschenbuch, Verkaufsrang 693253 |
| Preis: | 7,45 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen. |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Emma O´Hallahan hat es endlich hinter sich gebracht. Nunmehr hat sie ihre lang ersehnte Ruhe. Keine Nörgelei mehr über ein nicht richtig gekochtes Frühstücksei, nie mehr durch lautes Radio-Geplärr gestört werden, kein "Glücksrad" mehr im Fernsehen ansehen müssen, nie mehr das öde Geschwätz hören müssen, das einen nicht die Bohne interessiert, kein Lamentieren über Dreckskerle, die es nur auf das eigene Geld abgesehen haben. Kurz gesagt: Emma O`Hallahan hat es geschafft, ihrer fünfundvierzig Jahre dauernden, freiwilligen, unterwürfigen Erniedrigung, die im Volksmund Ehe genannt wird, zu entkommen. Zugegeben, ganz elegant war ihre Lösung nicht, dafür aber äußerst effizient. Sie hat sich kurzerhand die Schrotflinte geschnappt und ihren Ehemann Marvin damit aus der Abteilung Leben entfernt und ökologisch sinnvoll im Garten entsorgt. Jetzt hat sie endlich Zeit dazu, ihren eigenen Gedanken nachzuhängen, Tagebuch zu schreiben, in Ruhe ein Mittagsschläfchen zu halten, ab und zu einen Brandy zu genießen, wenn da nur nicht die neugierige Nachbarin wäre. Im nachhinein gesehen hatte es diese aufdringliche Person wirklich nicht besser verdient; die Problemlösungen Emmas sind äußerst geradlinig und überraschend erfolgreich. So hat sie von einem Tag auf den anderen Grab Nr. 2 im Garten. Scott Bradfield, ein junger amerikanischer Autor, 1955 geboren, hat mit Was läuft schief mit Amerika bereits sein zweites Buch auf deutsch vorgelegt. Bradfield gelingt auf ganz unnachahmliche Art und Weise, Stimmen aus dem heutigen Amerika einzufangen. Es kommen vor allem Leute aus der unteren sozialen Mittelschicht zu Wort, und sie bringen ihre Sorgen und Probleme ohne großes Herumreden schnell und treffend auf den Punkt. Da gibt es keine unnötigen Längen oder umständlichen Erklärungen. Der Stil des Romans ist witzig und das Buch strotzt vor komischen Slapstick-Einlagen. Es ist ein reines Lesevergnügen, die Abrechnung Emmas mit Mr. Miesepeter, ihrem toten Ehemann, zu verfolgen. Allein die kleine Lektion in Sachen Akupunktur, die sie ihm erteilt, oder ihre Thesen, nach wieviel falsch ausgedrückten Zahnpastatuben der Ehepartner das Recht hat, sich des anderen zu entledigen, das ist schon verblüffend und lohnt die Lektüre. -Manuela Haselberger
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