Roman Erscheinungsjahr: 2009 Gewicht: 371 gr / Abmessung: 19 cm Von Sendker, Jan-Philipp Paul hat sich in die Einsamkeit einer Insel vor Hongkong zurückgezogen. Nur hier kann er die Erinnerungen an seinen mit acht Jahren verstorbenen Sohn vor dem Lärm der Welt schützen. Als sein einziger Freund, der Kommissar Zhang, einen offiziell für gelöst erklärten Mordfall aufrollt, lässt Paul sich widerstrebend in den ungleichen Kampf gegen die chinesische Obrigkeit hineinziehen. Im Angesicht extremer Gefahr öffnet sich ihm ein Pfad zurück ins Leben. Nichts scheint Paul Leibovitz aus seiner selbst gewählten Isolation herausreißen zu können. Auch nicht die engelsgleiche Geduld und das Liebeswerben von Christine Wu. Aber dann macht Paul die Bekanntschaft einer Amerikanerin, deren Sohn in China ermordet wurde. Ihre Verzweiflung über den Verlust rührt an seinem eigenen Trauma. Noch scheut er davor zurück, sich an der Aufklärung zu beteiligen, die sein Freund Zhang auf eigene Faust unternimmt. Christine, die aus leidvoller Erfahrung weiß, wie in China die Behörden mit ungebetener Neugierde umgehen, hat Paul Leibovitz das Versprechen abgenommen, sich aus diesem mysteriösen Fall herauszuhalten. Paul ist hin und her gerissen und droht seinen letzten Halt zu verlieren. Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte und ein Kriminalfall, der in die Abgründe des modernen China führt. Leseprobe: Er war ein schmächtiges Kind. Schon bei der Geburt. 2980 Gramm, kaum mehr als ein Frühchen. Trotz der Woche, die er länger als geplant im Leib seiner Mutter zugebracht hatte. Kein Grund zur Sorge, versicherten die Ärzte. Das wird er aufholen. Seine Haut wirkte blass, fast durchsichtig und noch zarter als die der anderen Neugeborenen. An den Schläfen, am Kinn und an den Händen schimmerten Jan-Philipp Sendker, von Haus aus Journalist, kennt als ehemaliger Asienkorrespondent die Verhältnisse in China recht genau. Sein zweiter Roman ist deshalb beinahe auch so etwas wie eine China-Reportage geworden. Schon als solche wäre das Buch lesenswert! Doch außerdem und in der Hauptsache ist Das Flüstern der Schatten eine Studie über Verlust und Trauer, ein Krimi und eine Liebesgeschichte. Das ist gewiss eine ganze Menge, was Sendker hier zwischen zwei Buchdeckeln auf knapp vierhundertfünfzig Seiten untergebracht hat. Kann so etwas gut gehen? Anfangs hat man tatsächlich seine Zweifel, denn der Autor nimmt nach und nach so viele Fäden auf, dass einem ganz bange wird. Doch es gelingt ihm tatsächlich, das alles am Ende zu einem überaus stimmigen Ganzen zu fügen. Nach dem Tod seines kleinen Sohnes zieht sich Paul Leibovitz in seine eigene Welt zurück. In seiner Ehe hatte es schon vorher nicht gestimmt. Eigentlich wohl von Anfang an. Das wird ihm endgültig klar, nachdem die Ärzte die Diagnose für den Kleinen gestellt haben und seine Frau sich fortan noch mehr in ihre Arbeit stürzt, als sie dies ohnehin schon vorher getan hatte. Und diese Arbeit ist immer möglichst weit weg, irgendwo anders in der Welt - auch und erst recht jetzt, wo ihr Sohn und ihr Mann sie doch am meisten gebraucht hätten. Paul Leibovitz ist das bald gleichgültig. Ebenso wie das ganze Leben um ihn herum ihn nicht mehr sonderlich interessiert. Doch dann verschwindet der Sohn einer Amerikanerin. Ihr Leid lässt ihm sein eigenes erst wirklich bewusst werden - und ehe er sich versieht, steckt er mitten drin in den Ermittlungen um das Verschwinden des Kindes, die ihn Vieles lehren, nicht nur über düstere kriminelle Verstrickungen. Ein sensibler, mit souveräner Feder geschriebener Roman über das Leben, über China, und nicht zuletzt über die Liebe. - Alexander Dohnberg
Product Description Ein Julia-Durant-Krimi. Originalausgabe Erscheinungsjahr: 2006 Gewicht: 290 gr / Abmessung: 18 cm Von Franz, Andreas Kommissarin Julia Durant ist höchst beunruhigt. Mit der Post hat sie einen Umschlag erhalten, in dem sich das Foto einer offensichtlich ermordeten jungen Frau befindet. Ein makabrer Scherz oder aber grausame Wirklichkeit? Noch während Julia und ihre Kollegen rätseln, erfahren sie, dass eine Frauenleiche gefunden wurde - die Frau auf dem Foto! An der Wand hinter ihr steht mit Blut geschrieben: "Huren sterben einsam". Lange tappt Kommissarin Durant im Dunkeln, denn Svenja Martens, das Opfer, scheint ein völlig unauffälliger Mensch gewesen zu sein. Da passiert ein zweiter Frauenmord, und wieder wird Julia ein Foto des Opfers zugespielt. Sollte es sich um den Beginn einer grausamen Serie handeln? Julia ahnt nicht, dass sich der Täter ganz in ihrer Nähe befindet ... Kommissarin Julia Durant ist höchst beunruhigt. Mit der Post hat sie einen Umschlag erhalten, in dem sich das Foto einer offensichtlich ermordeten jungen Frau befindet. Ein makabrer Scherz oder aber grausame Wirklichkeit? Noch während Julia und ihre Kollegen rätseln, erfahren sie, dass eine Frauenleiche gefunden wurde die Frau auf dem Foto! An der Wand hinter ihr steht mit Blut geschrieben: Huren sterben einsam . Lange tappt Kommissarin Durant im Dunkeln, denn Svenja Martens, das Opfer, scheint ein völlig unauffälliger Mensch gewesen zu sein. Da passiert ein zweiter Frauenmord, und wieder wird Julia ein Foto des Opfers zugespielt. Sollte es sich um den Beginn einer grausamen Serie handeln? Julia ahnt nicht, dass sich der Täter ganz in ihrer Nähe befindet
Product Description Kriminalroman. Originalausgabe Erscheinungsjahr: 2007 Gewicht: 257 gr / Abmessungen: 190 mm x 120 mm x 15 mm Von Burger, Wolfgang Als der eigenbrötlerische Seligmann von seiner Nachbarin als vermisst gemeldet wird, hat Kriminalrat Gerlach gerade ganz andere Sorgen, hat er doch einen noch immer unaufgeklärten Bankraub auf dem Tisch. Aber als man im Haus des Vermissten Blutspuren entdeckt, wird Gerlach hellhörig. Gibt es eine Verbindungslinie zu dem Bankraub? Und welche Rolle spielte Seligmann bei der brutalen Vergewaltigung einer Schülerin vor einigen Jahren? Kein Wunder, dass bei all diesen Geschehnissen auch Gerlachs Privatleben wieder einmal Kopf steht gerade jetzt, wo die pubertierenden Zwillinge eigentlich seine Aufmerksamkeit dringend benötigen
Buch:
Heidelberger Requiem: Kriminalroman
Autor:
Wolfgang Burger, Ausgabe vom Januar 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 13406
Product Description Alexander Gerlach glaubt, mit seiner Beförderung zum Chef der Heidelberger Kriminalpolizei einen ruhigen Posten bekommen zu haben. Doch schon am ersten Tag wird die Leiche eines Chemiestudenten gefunden, der auf grausamste Weise ermordet wurde. Der Fall scheint rasch zu lösen zu sein, denn der junge Mann hatte synthetische Drogen hergestellt, um sein Budget aufzubessern. Doch bald kommt es zu einem weiteren Mord, der alle bisherigen Vermutungen über den Haufen wirft. Als Gerlach beginnt, das grausame Spiel zu durchschauen, ist es fast zu spät ... Ein spannender Roman mit einem ungewöhnlich sympathischen Helden, der sich nicht nur ständig in die falschen Frauen verliebt, sondern zudem als allein erziehender Vater von seinen beiden Töchtern in Atem gehalten wird.
Nachdem sich der vor der Gendarmerie flüchtende Brandstifter Joseph Koljaiczekauf einem kaschubischen Kartoffelacker unter den Röcken Anna Bronskis versteckthatte, bringt diese neun Monate später ihre Tochter Agnes zur Welt. Späterheiratet Agnes den arglosen Rheinländer Alfred Matzerath, obwohl sie zugleicheine erotische Beziehung zu ihrem Vetter Jan führt. Ihr Kind Oskar Matzerath,gezeugt von Jan, erblickt 1924 das Licht dieser Welt in Gestalt zweierSechzig-Watt-Glühbirnen. Von Beginn an durchschaut er die Erwachsenenweltund beschließt an seinem dritten Geburtstag, an dem er eine Blechtrommelgeschenkt bekommt, durch einen beabsichtigten Sturz von der Kellertreppesein Wachstum einzustellen. Seine Größe, sein infantiles Benehmen und seineBlechtrommel täuschen über Oskars geistige und körperliche Reife hinweg,früh meldet sich sein sexuelles Begehren. Er erlebt die Machtergreifungder Nationalsozialisten, die Reichskristallnacht und den Kriegsausbruch.Seiner Familie bringt Oskar nur wenig Glück Am Tod seiner Mutter sowieseiner beiden Väter ist er nicht ganz unschuldig. Bei Kriegsende beschließtOskar Matzerath wieder zu wachsen, doch ist dieses Vorhaben nur mäßig erfolgreichZwar wächst er tatsächlich einige Zentimeter, doch drückt sich seine Schuldnun auch äußerlich durch Verwachsungen aus, insbesondere durch einen Buckel.Mit seinem Kindermädchen Maria, der er vermutlich ein Kind geschenkt hat,zieht er nach Düsseldorf, wo er als Jazzschlagzeuger ein reicher Mann wird.Der Ermordung einer Krankenschwester angeklagt, wird er in ein Irrenhauseingeliefert. Für viele war wohl die großartige Schlöndorff-Verfilmung Anlaß, nun endlich auch einmal das Buch zur Hand zu nehmen. Erstaunlich. Beim Lesen nehmen augenblicklich die Filmfiguren ihre Plätze ein. Das spricht für Schlöndorff. Nicht auszudenken, hätte man die Aufgabe einem minderen Regisseur übertragen. Dann stünde uns jetzt bei Alfred Matzerath statt Adorf vielleicht Joachim Fuchsberger vor Augen. Grass nimmt sich in seinem nach wie vor erfolgreichsten Buch Die Blechtrommel alle Zeit der Welt. Kaschubische Weiten, Kartoffeläcker und das Danzig um die Jahrhundertwende werden episch vor uns ausgebreitet. Anders als im Film, endet Oskar in der Irrenanstalt und erzählt nun als 30jähriger seine Geschichte. Ein deutsches Fresko. Weltgeschichte von unten, aus den Augen des kleinen Oskar Matzerath gesehen, der an seinem dritten Geburtstag beschließt, sich der Erwachsenenwelt zu entziehen und von nun an nicht mehr weiterzuwachsen. Man schenkt ihm eine Blechtrommel, die sein lebenslänglicher Begleiter sein wird. Oskar hat nun die Freiheit des Narren. Er stört, er mahnt und kommentiert, einem Rufer in der Wüste gleich, mit seiner kleinen Blechtrommel die schlimmsten Jahre unseres Jahrhunderts. 1958, bei seinem Erscheinen, war der Roman ein sofortiger Erfolg. Fast schon ein Fluch für einen Schriftsteller, mit seinem zweiten Werk Weltberühmtheit zu erlangen, nur um anschließend ein Leben lang an dieser Leistung gemessen zu werden. -Ravi Unger
Product Description Roman Erscheinungsjahr: 2010 27. Aufl. Gewicht: 145 gr / Abmessungen: 176 mm x 107 mm x 14 mm Von Koeppen, Wolfgang "Tauben im Gras", 1951 erstmals erschienen, ist der erste Roman jener "Trilogie des Scheiterns", mit der Wolfgang Koeppen eine erste kritische Bestandsaufnahme der sich formierenden Bundesrepublik Deutschland gab. Mit Vehemenz und unerbittlicher Schärfe analysiert Koeppen die Rückstände jener Ideologien und Verhaltensweisen, die zu Faschismus und Krieg geführt haben und die schließlich in den fünfziger Jahren die Restauration der überkommenen Verhältnisse protegierten. Dabei ist das literarische Verfahren von "Tauben im Gras" ein kaleidoskopartiges: Der ganze Roman schildert Gestalten und Vorgänge eines einzigen Tages im München des Jahres 1949. Mit einer Fülle genauer atmospärischer Details zeichnet Koeppen den Nachkriegsalltag dieser Stadt, die sein Protagonist, der verhinderte Schriftsteller Philipp, wie ein Schlachtfeld erlebt, wie ein undurchdringliches "Pandämonium".
Hörbuch:
Schöner Schein: Commissario Brunettis achtzehnter Fall
Autor:
Donna Leon, Ausgabe vom 20. Mai 2010, Audio CD, Verkaufsrang 196285
Aus der Amazon.de-Redaktion Jedes Jahr im Mai dürfen sich die vielen deutschen Brunetti-Fans auf einen neuen Krimi mit dem venezianischen Commissario aus der Feder von Donna Leon freuen. In Schöner Schein ermittelt der sympathische Guido Brunetti bereits in seinem achtzehnten Fall, in dem er den kriminellen Machenschaften der Müllmafia auf die Spur kommt. Während einer Abendeinladung bei seinen Schwiegereltern lernt Brunetti den venezianischen Großindustriellen Maurizio Cataldo und dessen deutlich jüngere Ehefrau Franca Marinello kennen. Diese wird wegen ihres nach Schönheitsoperationen maskenhaft entstellten Gesichts in der Klatschpresse nur "Superliftata" genannt. Doch mit ihren profunden Literaturkenntnissen beeindruckt sie Brunetti mehr, als ihm selbst lieb ist. Seine Nachforschungen ergeben schnell, dass das Ehepaar hinter seiner Fassade einiges zu verbergen hat. Gleichzeitig wird Brunetti von einem Sonderbeauftragten der Carabinieri, Maggior Guarino, um Unterstützung bei dessen Ermittlungen in einem brisanten Müllskandal gebeten. Als Guarino kurz darauf ermordet aufgefunden wird, nimmt Brunetti die Spur auf und stößt auf illegale Mülltransporte und ? wie kann es anders sein ? die Mafia. Mit den dunklen Machenschaften der internationalen Müllmafia greift die US-amerikanische und in Venedig lebende Bestsellerautorin Donna Leon ein brisantes politisches Thema auf, das sie in altbewährter Manier und mit den bekannten Zutaten zu einem unterhaltsamen Kriminalroman verwebt. Wie auch in den letzten Bänden der Brunetti-Reihe steht in Schöner Schein der Kriminalfall eher im Hintergrund und Leon räumt ihren Protagonisten, philosophischen Betrachtungen und der Darstellung gesellschaftlicher Verhältnisse viel Raum ein. So kann sich der Leser auf einen typischen Leon-Roman freuen und auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten vor der Kulisse der verschneiten Lagunenstadt. - Alexandra Plath
Product Description #Der zweite Kriminalroman mit dem Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler, dem trinkfesten, an allem zweifelnden Helden aus Die blaue Liste - Wolfgang Schorlau hat einen Detektiv erfunden, der an den Sulen der Gesellschaft sgt. Neue Ruhr ZeitungEs geht um eine Erbschaftssache, sagt Robert Sternberg. Er beauftragt den Privatermittler Georg Dengler, Licht in eine merkw?rdige Familienangelegenheit zu bringen. In den Unterlagen seiner verstorbenen Mutter hat er einen Vertrag von 1947 gefunden, in dem sein Grovater das alte Schlosshotel in G?ndlingen an die Familie Roth ?berschreibt. Ohne erkennbare Gegenleistung. Vielleicht kÜnnen wir den Kontrakt r?ckgngig machen, sagt Sternberg. Der Notar, der den Vertrag damals beurkundete, lebt noch. Er rt Georg Dengler von weiteren Nachforschungen ab. Lassen Sie die Dinge auf sich beruhen, sagt er, es bringt kein Gl?ck, alles wieder ans Tageslicht zu zerren. Dengler befragt mÜgliche Zeugen in dem kleinen Ort - und stÜt auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens. Schicht f?r Schicht enth?llt er die L?gen um ein unfassbares Verbrechen in den letzten Tagen des Krieges. Und als er der Wahrheit ganz nahe ist, erÜffnen Unbekannte die Jagd auf ihn ... Wie in seinem ersten, von der Kritik gefeierten Roman Die blaue Liste montiert Schorlau aus wahren Begebenheiten eine neue, verbl?ffende, aber auch bengstigende Sichtweise auf unsere heutige Wirklichkeit.
Buch:
Was ich liebte
Autor:
Siri Hustvedt, Ausgabe vom 1. April 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 26787
"Was ich liebte, das bleibt", weiß Leo Hertzberg in Siri Hustvedts neuem Roman. Was dem jüdischen Kunsthistoriker nach seiner Erblindung im Alter aber bleibt, ist eigentlich nur mehr die Erinnerung an ein Leben, dessen Verlauf er sich in jungen Jahren anders vorgestellt hatte. Hertzberg wohnt in New York, in einem Loft in unmittelbarer Nähe zur Familie des befreundeten Malers Bill Wechsler, dessen Frauenakt er einst in einer Galerie erworben hatte. Aus der Retrospektive enthüllt Hustvedt die Lebensentwürfe der Freunde, deren Biografie nicht zuletzt durch die Schicksalsschläge ihrer Kinder eine unvorhersehbare Wendung nimmt. Am Ende bleibt nur die Kunst - und eine Erkenntnis, dass am Ende allein die Erinnerung an die Liebe überlebt. Nacherzählt klingt das sehr kitschig. Was aber Hustvedt aus ihrer simplen Botschaft macht, ist überaus bemerkenswert. Hustvedt ist die Frau des postmodernen Erzählgenies Paul Auster, dem sie Was ich liebte gewidmet hat und mit dem sie in New York zusammen wohnt. Tatsächlich scheinen sich viele ihrer Erzählstrategien seinem Einfluss zu verdanken. Wie sie diese allerdings aufgenommen und weiter entwickelt hat, ist sehr beachtlich. Nicht zuletzt der Einfall, einen Erzähler des anderen (hier: männlichen) Geschlechts zu wählen (ein Einfall, der im Titel des Frauenaktes von Wechsler - "Selbstporträt" - in postmoderner Manier im Roman gespiegelt wird), ist überaus gelungen und konsequent umgesetzt. So ist Was ich liebte ein stringent erzählter Künstlerroman von hoher Eigenständigkeit geworden. Hustvedt ist eine nicht mehr ganz neue, aber in Deutschland unbedingt noch zu entdeckende Erzählstimme Amerikas. -Stefan Kellerer 2002 überraschte uns die Frau des US-amerikanischen Schriftstellers Paul Auster, Siri Hustvedt, mit einem Roman. Seitdem ist sie auch hier zu Lande nicht mehr länger nur die Frau des US-amerikanischen Schriftstellers Paul Auster, sondern als eigenständige Autorin mehr als anerkannt. Denn ihre Bestandsaufnnahme der gehobenen intellektuellen Salon-Kultur New Yorks, in der Kunst und Drogen ebenso eine Rolle spielen wie Ehe, Familie, Scheidung, Tod und Verzweiflung, kam derart wuchtig und episch breit daher, dass Austers Einfluss zwar noch spürbar war, nicht aber überwog. Die postmoderne Frage, ob "ein Roman ein Sack ist, in den man alles stecken kann", wurde in Was ich liebte bravourös mit "Ja" beantwortet. Siri Hustvedt, das merkten jetzt alle, hat ihre eigene Stimme. Dieser Stimme hat nun Peter Fitz in der von Regisseur Ralf Becher begleiteten SFB-Hörbuch-Adaption kongenial "synchronisiert". Das Stimmengewirr der New Yorker Boheme rund um den emeritierten Kunsthistoriker Leo Hertzberg ist hier derart polyphon wiedergegeben, dass man beizeiten meint, der Schauspieler und Sprecher könne mit mehreren Stimmen sprechen. Was ich liebte ist auch als Hörbuch ein großes Werk geworden, in dem man mit den Ohren schwelgen kann. -Stefan Kellerer Hörbuch, 5 CDs, ca. 370 Minuten.
Amazon.de-Hörbuchrezension Donna Leon als Hörbuch. Ein Sahneklecks auf jeder Venedigreise, aber auch gut geeignet als Trostlutscher, wenn man gerade nicht verreisen darf: Leon hören heißt Venedig erleben. Durch Straßen und Gässchen geht es vorbei an harten Kontrasten: Japaner vor Palazzi, provinzpopelige Armut im ewigen Nebel, der Marmor von Einst und die kühlen Venezianer von heute, immer noch mit eigener Sprache. Die Spannung allerdings hält sich in Grenzen, Whodonnit ahnt der Hörer bald. Genussbreite Ausführlichkeit: das Essen, das Trinken! Ständig wird auf dem Herd Kaffee gekocht (pro Band mindestens 20 Mal). Für Hörbücher nicht ganz unproblematisch. Neun Stunden dem langsamen Leben an der Lagune zu lauschen, während Kommissar Brunetti über Verbrechen grübelt und seiner Frau dabei übers Haar streicht: Man muss das lieben, um nicht ungeduldig zu werden. Traumsicher setzt Christoph Lindert, (Ein Fall für zwei, Tatort) in Endstation Venedig (Ungekürzte Lesung, 8 CDs im Schuber, Gesamtlaufzeit 563 Minuten, knapper Waschzettel) die Betonungen und weiß die Personen zu charakterisieren. Das ein wenig raue Organ klingt oft, als lausche man dem Commissario selbst. Dagegen fällt Philipp Schepmanns Bewältigung von Venezianisches Finale (Ungekürzte Lesung, 8 CDs im Schuber, Gesamtlaufzeit 526 Minuten, knapper Waschzettel) deutlich ab: zu jung die Stimme, die outrierte Sprechweise will wenig zum lakonischen Ton der Leon passen, Betonungen missraten häufig. -Michael Winteroll 1