Aus der Amazon.de-Redaktion Markus Cheng ist Privatdetektiv in Wien. Außer seinem Aussehen, den Vorurteilen der anderen und ständigen Fragen nach Schweinefleisch süß-sauer verbindet ihn nichts mit irgendwelchen sonstigen Chinesen. Seine Geschäfte gehen schlecht und zudem wird auch noch sein letzter Klient mit einem Loch im Kopf aufgefunden. In diesem Loch steckt ein Zettel mit einer rätselhaften Botschaft: Forget St. Kilda. Und ob Cheng nun will oder nicht ?- damit steckt er mitten im Schlamassel. Denn schon bald nimmt die unbekannte Frau, von der sich auch schon sein toter Klient bedroht fühlte, mit ihm Kontakt auf: Remember St. Kilda. Die unbekannte Dame erweist sich als eine knallharte Mord?Maschine mit System. Allen Leichen, die ihren Weg pflastern, gibt sie immer diese Botschaft mit. Der Fall läßt Cheng nicht mehr los. Doch als er der brutalen Dame zu nahe kommt, kann er dem Tod nur knapp von der Schippe springen ?- muß dafür jedoch die ein oder andere Körperfunktion lassen. Ein Zufall bringt Cheng weiter, denn in einer Bibliothek beobachtet er einen Mann, der nach einem Buch sucht, der Titel lautet: St. Kilda. Der Privatdetektiv heftet sich an dessen Fersen und landet schließlich in der feinen Gesellschaft zwischen Medizinern und Anwälten, die jedoch alles andere als saubere Westen vorzuweisen haben. Cheng ist wirklich ein bitterböser Krimi, gespickt mit komischer und absurder Phantasie. Die Geschwindigkeit der Schreibe von Heinrich Steinfest läßt sich vergleichen mit einer Abmoderation von Dieter-Thomas Heck, damals, zu den guten, alten Zeiten der ZDF-Hitparade: staccato und presto. Wahre Kleinode findet man in den verbalen Quasi-Dreisätzen, mit denen der Autor zu irrwitzigen wie auch philosophisch ziemlich abgefahrenen Schlüssen kommt. Was wiederum dem Leser neue Erkenntnise über die österreichische Bevölkerung liefert: So zum Beispiel das dortige Alkoholproblem, die göttliche Besonderheit des österreichischen Zorns, das Machtpotential ehemaliger Abfahrtsweltmeister oder die biblische Rolle österreichischer Jäger. Cheng -? ein rabenschwarzes und skurriles Feuerwerk. -Susanne Solau
Der berühmte Dirigent Wellauer wird während der Pause vor dem letzten Aktder Oper La Triviata im Theater La Fenice in seiner Garderobe tot aufgefunden.Bald steht fest, dass sein Espresso mit Zyankali versetzt war. CommissarioBrunetti stellt bei seinen Recherchen im Umfeld des Dirigenten fest, dassdieser alles andere als beliebt war und mehrere Personen ein Interessedaran gehabt haben könnten, den arroganten, autoritären Egozentriker zuermorden. Sowohl der Regisseur der Oper wie auch ein Sänger sind nichtgut auf Wellauer zu sprechen. Zudem scheint er als Moralapostel homosexuelleKünstler unter Druck gesetzt zu haben, insbesondere die lesbische SopranistinFlavia Petrelli und ihre Lebensgefährtin Brett Lynch. Brunettis Ermittlungenwerden zusätzlich erschwert durch die allseits bekannte Nazivergangenheitdes Dirigenten. Lange Zeit schwanken die Überlegungen des Ermittlers zwischeneiner Beziehungstat, politischer Rache oder möglicher Reaktion auf eineErpressung. Auch die sehr viel jüngere Ehefrau des Ermordeten erscheintin ihrer kühlen Zurückhaltung verdächtig. Erst als Brunetti vom behandelndenArzt des Maestro erfährt, dass dieser an einer sich rapide verschlechterndenHörschwäche gelitten habe, deren Ursache unklar sei, ändert er die Richtungseiner Ermittlungen. Bei seinen Recherchen entdeckt er eine tieftraurigeGeschichte, die unter anderem auch den Selbstmord der ersten Ehefrau undden Tod einer zwölfjährigen Sopranistin erklären Wellauer war sexuellfixiert auf junge Mädchen. Als er die Tochter seiner zweiten Ehefrau vergewaltigenwollte, schickte sie das Kind zu ihren Eltern. Sie verordnete ihrem Mannals Ärztin angebliche Vitaminspritzen, die sein Gehör schädigten. Als Wellauerbegriff, dass seine Frau aus Rache seine Karriere vernichten wollte, vergifteteer sich und versuchte sie als angebliche T& ... Der erste Fall von Donna Leons inzwischen zu Ruhm gelangtem Commissario Guido Brunetti auf zwei Hörcassetten in einer schönen Hörspielfassung von Gerd Krogmann wird viele Hörbuchfreunde begeistern. Diejenigen, die den damaligen Sensationserfolg der Autorin bereits als Buch genossen haben, können ihre eigenen Vorstellungen von Stimme und Temperament der handelnden Personen mit der Besetzung des Hörspiels messen. Diejenigen, die die Lektüre noch vor sich haben, werden die Ermittlungen Brunettis im Fall der Ermordung eines deutschen Stardirigenten am Teatro La Fenice mit großer Spannung verfolgen. Der berühmte deutsche Dirigent Wallauer wird in der Pause zum letzten Akt von La Traviata durch Zyankali ermordet. Der ins Opernhaus geeilte Commissario Brunetti und sein Assistent Miotti verhören das Starensemble hinter der Bühne und erfahren zunächst eines: der zu Tode gekommene Maestro muss ein rechtes Ekel gewesen sein. Die großartige Hannelore Hoger gibt eine sachlich lakonische Erzählerin, die unaufdringlich durch die Handlung führt. Michael Königs Brunetti zeigt sich als geduldiger, ja beharrlicher und behutsamer Ermittler mit einer gehörigen Portion Humor, der besonders in den Dialogen mit seiner Frau Paola (Hille Darjes) und seinem Vorgesetzten Patta (Wolfgang Hinze) deutlich wird. Auch die übrigen Rollen sind hochkarätig besetzt, besonders zu erwähnen sind dabei Jutta Lampe als Diva Flavia Petrelli und der vorzügliche Ernst Jacobi als Conte Falier, Brunettis Schwiegervater. Musikauswahl und Geräusche schaffen die passende Atmosphäre für eine beeindruckende Inszenierung. -Ulrich Deurer
Erzählungen. Buch des Monats Erscheinungsjahr: 2003 Aus d. Französ. v. Ina Kronenberger Gewicht: 180 gr / Abmessung: 19 cm Von Gavalda, Anna / Übersetzt v. Kronenberger, Ina Ein Flirt, der durch ein Handy zerstört wird, ein Mann, der nicht mehr fremdgeht, weil die Alimente jetzt so teuer würden, und einst Liebende, die sich erst wiedersehen, als es schon zu spät ist. Anna Gavalda ist nichts Menschliches fremd, am wenigsten die Liebe. Ihre Chronik des Alltags ist erheiternd und erbarmungslos zugleich: unser Leben, auf den Punkt gebracht. Pressestimmen: "Manche Bücher sind so gut, dass Sie beim Lesen das Gefühl haben, der Autor sei Ihr Freund" (französische Presse über Anna Gavalda) "Keiner kann sich so in andere hineinversetzen wie sie." (Liberation) "Ein weiblicher Sempé." (Le Figaro) 1999 wurde Anna Gavalda mit ihrem ersten Erzählband auf einen Schlag berühmt. Das Buch mit dem zärtlich-romantischen Titel "Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet" enthält Alltagsgeschichten; manchmal sind es nicht viel mehr als Skizzen. Die Technik, mit der die Französin ihre Geschichten erzählt, ist gekennzeichnet durch einen lebhaften Wechsel der Stilebenen und Perspektiven. Figuren werden zitiert, nicht selten wird der Leser direkt mit in die Erzählung eingebaut, indem er angesprochen wird. Auch deshalb sind diese Erzählungen für das Medium Hörbuch besonders geeignet. Anna Gavalda hat ihren Job als Lehrerin mittlerweile aufgegeben. Die Mutter von zwei Kindern lebt bei Paris. Und noch immer zieht sie es vor, einzig in dem kleinen, aber feinen Verlag "Le Dilettante" zu veröffentlichen und eine gewisse Unabhängigkeit zu kultivieren. Die hier vorgelesenen sechs Erzählungen sind sehr genaue Momentaufnahmen. Geschichten, in denen das Leben zärtlich, jedoch keineswegs beschönigend erzählt wird. Anna Gavalda lässt ihre Figuren das aussprechen, was man heute denkt. Sie scheut vor nichts zurück. Dennoch sind ihre Erzählungen alles andere als berechenbar. Häufig baut sie überraschende Wendungen ein. Die Sprecher dieser Erzählungen beeindrucken durch großes Einfühlungsvermögen und ausgesprochen stimmliche Virtuosität. Nina Petri liest "Kleine Praktiken aus Saint-Germain" und "Epilog". Für die junge Pariserin, die sich verabredet, aber wegen eines etwas unpassenden Gefühls von Stolz alles vermasselt, wie auch für die Mutter, die sich beim Verleger vorstellt, hat die Sprecherin die passende Stimme. Sie trifft den Ton und überzeugt mit dem gekonnten Wechsel aus Innensicht der Ich-Erzählerinnen und direkter Ansprache an die Leser/Zuhörer. "Jahrelang" und "Ungewollter Schwangerschaftsabbruch" thematisieren traurige Ereignisse: In "Jahrlang" liest Hannes Hellmann von zwei Menschen, die einmal zusammen waren, und sich noch einmal kurz vor dem Tod des einen sehen. Er liest aus der Perspektive des Mannes, der jetzt verheiratet, mit Kindern, eingefangen in der Tretmühle, jahrelang um diese Frau getrauert hat. In der Geschichte über den Schwangerschaftsabbruch berichtet Maria Fuchs im Tonfall der gefassten, niemanden belästigenden Mutter von diesem traurigen Ereignis. "Junior" ist eine amüsante Satire des Provinzadels, der sich mit der Herstellung von Gartenmöbeln durchs Leben bringen muss. Junior klaut den Jaguar Papas, um auf eine Party zu gehen. Auf der Fahrt nach Hause passiert ein Unfall mit einem Wildschwein. Am Ende hat das Wildschwein das Innere der Luxuskarosse völlig demoliert. Herrlich gelesen von Gustav-Peter Wöhler. Schließlich "Klick-Klack". Diese kleine Geschichte über einen jungen Mann, seine Verehrung für eine Kollegin und über seine zwei Schwestern wird von Jona Mués unvergesslich gelesen. Der Sprecher springt virtuos zwischen den Perspektiven hin und her, zitiert souverän die unterschiedlichen Figuren, spricht zu sich selbst, dann wieder zum Leser. Wirklich ein Hörgenuss! Lesung, Spieldauer: ca. 154 Minuten, 2 CD. - culture.text
Buch:
Die Nachhut: Roman
Autor:
Hans Waal, Ausgabe vom 19. Nov. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 50984
Product Description Roman Erscheinungsjahr: 2009 Gewicht: 345 gr / Abmessung: 19 cm Von Waal, Hans Als der letzte Büchsenöffner abbricht, kommt es in einem geheimen Bunker nahe des Autobahndreiecks Wittstock zur Meuterei: Nach mehr als 60 Jahren unter der Erde ist die eiserne Disziplin von vier alten Männern der Waffen-SS endgültig erloschen und sie beschließen den Ausstieg. Ans Tageslicht treten vier schwer bewaffnete Gespenster der Vergangenheit. Verfolgt von begeisterten brandenburgischen Neonazis, gejagt von Ärzten und der Polizei und begleitet von Fernsehleuten, die zunächst die große Story wittern, bevor sie das ganze Drama der verstörten Opas begreifen, schlagen sie sich durch das wiedervereinigte Deutschland bis in die Reichshauptstadt vor. Hans Waal erzählt diese raffiniert konstruierte Geschichte aus drei Perspektiven, die zugleich unseren Umgang mit der Vergangenheit symbolisieren: der Tagebuch-Perspektive eines alten Nationalsozialisten, der einer linken Politikerin und der eines jungen Kameramannes. Eine amüsante, nichtsdestotrotz tiefsinnige Reflexion über unseren Umgang mit der Vergangenheit und den Umgang der Vergangenheit mit unserer Gegenwart. Rückseite: "Hochkomische Szenen, kluge Reflexion." Mitteldeutsche Zeitung Als 60 Jahre nach Kriegsende der letzte Büchsenöffner abbricht, kommt es im unter-irdischen Bunker nahe Wittstock zur Meuterei: Die Disziplin von Josef, Otto, Konrad und Fritz ist aufgebraucht, und sie beschließen den Ausstieg. Ans Tageslicht treten vier merkwürdig uniformierte Gespenster der Vergangenheit, nach denen schon bald ge-fahndet wird. Gejagt von Polizei, Psychologen und Medien wollen sich die Opas bis zur "Reichshauptstadt " durchschlagen, um neue Befehle zu empfangen. "Eine scharfe Satire, wie sie geschichtsträchtiger und aktu
Product Description Kriminalrat Gerlach und seine Töchter haben sich in Heidelberg eingelebt, und eigentlich könnte sein Leben endlich in ruhigeren Bahnen verlaufen. Doch dann verspricht er einer jungen Witwe, deren Mann unter seltsamen Umständen ums Leben kam, bei der Aufklärung zu helfen. Tatsächlich scheint es bei dem Autounfall nicht mit rechten Dingen zugegangen zu sein, denn in das Geschehen war auch eine Frau verwickelt, mit der Kriegel seinerzeit verabredet war. Gerlach vermutet ein Eifersuchtsdrama, doch dann taucht ein Aktenkoffer voller Geld auf, der offenbar dem Toten gehört hat. Der ausgesprochen sympathische Kriminalrat muss in einem Fall ermitteln, der ihn rund um die Uhr fordert. Weshalb er wieder einmal zu wenig Zeit für seine Zwillingstöchter hat, die sich gerade zum ersten Mal verlieben, nur leider in denselben Jungen …
Buch:
Istanbul: Erinnerungen an eine Stadt
Autor:
Orhan Pamuk, Ausgabe vom 1. Sept. 2008, Broschiert, Verkaufsrang 14243
Product Description Erinnerungen an eine Stadt Erscheinungsjahr: 2009 2. Aufl. Aus d. Türk. v. Gerhard Meier Gewicht: 408 gr / Abmessung: 19 cm Von Pamuk, Orhan / Übersetzt v. Meier, Gerhard Orhan Pamuk ergründet in "Istanbul" die Geheimnisse seiner eigenen Familie und die seiner Kindheit.Er führt uns an berühmte Monumente und die verlorenen Paradiese der sagenumwobenen Stadt, zeigt uns die verfallenden osmanischen Villen, die Wasserstraßen des Bosporus und des Goldenen Horns, die dunklen Gassen der Altstadt. Pamuk verbindet auf eindringliche Weise Schilderungen von Menschen und Orten und setzt allen ein unvergessliches Denkmal. "Ein fesselnder Liebesroman mit Istanbul in der Rolle der Geliebten." Frankfurter Rundschau "Ein wunderbares Istanbuler Lesebuch." Frankfurter Allgemeine Zeitung "Pamuks hinreißende Hommage an seine Heimatstadt." Süddeutsche Zeitung "Geschickt verknüpft Orhan Pamuk die Erinnerungen an seine Kindheit mit der Geschichte seiner Stadt." taz
Buch:
Die Naschmarkt-Morde: Historischer Kriminalroman - Ein Roman aus dem alten Wien
Autor:
Gerhard Loibelsberger, Ausgabe vom 7. Juli 2009, Broschiert, Verkaufsrang 90645
Product Description Ein Roman aus dem alten Wien Erscheinungsjahr: 2009 Gewicht: 305 gr / Abmessungen: 200 mm x 120 mm x 22 mm Von Loibelsberger, Gerhard Wien 1903. Auf dem nächtlichen Naschmarkt, dem größten Viktualien-Markt der Stadt, wird die junge Gräfin Hermine von Hainisch-Hinterberg brutal ermordet. Die Presse macht viel Lärm um den ''Naschmarkt-Mord'', vor allem der Journalist Leo Goldblatt übt Druck auf die Polizei aus. Und während sich Joseph Maria Nechyba, Inspector des kaiserlich-königlichen Polizeiagenteninstituts und ausgewiesener Gourmet, lieber seinem leiblichen Wohlbefinden als den Ermittlungen widmet, geschieht ein weiterer Mord am Naschmarkt Pressestimmen: "Gerhard Loibelsbergers Debüt ist ein Kracher: Eine ziemlich wollüstige Feier der Leiblichkeit. Fressen, Morden und so ... Im richtigen historischen Ambiente mit den richtigen einschlägigen Gestalten der Zeit allemal. Ich freue mich schon auf die ganze Serie." (Thomas Wörtche, Krimikritiker) "Die Naschmarkt-Morde": "... Der Debütkrimi des Wieners Gerhard Loibelsberger schreit nach Fortsetzung ..." (Neues Volksblatt) "Großes historisches Flair mit gelungenen Charakteren" (Histo-Couch.de) "Lese-Tipp!" (Westdeutsche Zeitung)
Buch:
Vendetta: Commissario Brunettis vierter Fall
Autor:
Donna Leon, Ausgabe vom Okt. 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 19559
Commissario Brunettis vierter Fall. Roman. Erscheinungsjahr: 1998 Aus d. Amerikan. v. Monika Elwenspoek Gewicht: 260 gr / Abmessung: 18 cm Von Leon, Donna / Übersetzt v. Elwenspoek, Monika Niemand hätte wohl je erfahren, warum jemand von einer venezianischen Bar aus in die ganze Welt telefoniert; und warum einige der angewählten Nummern in den Adreßbüchern zweier Männer stehen, die binnen einer Woche sterben; wären nicht acht rumänische Frauen verunglückt, die nach Italien geschmuggelt werden sollten. Dieser Fall führt Commissario Brunetti tief in die Unterwelt Venedigs. Pressestimmen: "Ein illusionsloses Meisterwerk über einen korrupten Staat." (Wienerin) "Man folgt Brunetti voll Spannung in die finsteren Kneipen und Absteigen in Mestre wie in das elegante Domizil der nicht trauernden Witwe. Man teilt sein Entsetzen, wenn er seine Tochter, die ihm bei den Recherchen hilft, mit dem grauenhaften corpus delicti konfrontiert sieht und entspannt sich mit ihm bei einem Glas Dolcetto. Dabei weiß er: Dieser Fall von brutalster Gewalt und Habgier ist nur einer der tausend Köpfe dieser Hydra." (Welt am Sonntag) "Wiederum ist Donna Leon mit diesem Roman ein atmosphärisch dichter, spannungsgeladener Roman gelungen, der einer von Geld und Macht korrumpierten Gesellschaft den Spiegel vorhält, der doppelte Moral und Profitgier anklagt und die mafiosen Strukturen einer überlebten Gesellschaftsordnung offenlegt." (Unsere Zeit) Die Mischung macht?s: eine glaubwürdige, spannende Story, verbunden mit scharfer Sozialkritik und ein sympathischer Commissario - das Ganze kongenial von Christoph Lindert interpretiert -, und schon ist die faszinierende Atmosphäre des vierten Krimis von Venedig-Expertin Donna Leon geschaffen. Es geht um Prostitution, Menschenhandel und Gewalt-Videos. Mitten im "romantischen" Venedig tun sich Abgründe auf. Und nicht von ungefähr spielen drei hoch geachtete Mitglieder der Gesellschaft - ein Anwalt, Steuerberater und Geschäftsmann - als Mordopfer die Hauptrollen in dieser Krimi-Studie. Zuerst sind die Zusammenhänge überhaupt nicht klar, aber dann kristallisieren sich dank der unkonventionellen Ermittlungsmethoden Brunettis die Eckdaten eines menschenverachtenden Verbrechens heraus. Wie die anderen Romane auch ist Vendetta ein Gesellschaftsroman mit der realitätsnahen Schilderung der Lagunenstadt, mit Blick auf den Alltag Venedigs, in dem das Verbrechen stattfindet. Daneben stehen die Persönlichkeit Brunettis, sein Umgang mit Menschen, mit seiner Familie bzw. seine Ansichten über die Verbrechensbekämpfung im Vordergrund. Es ist das Verdienst Christoph Linderst - nicht umsonst der Brunetti-Interpret genannt -, mit seiner Stimme die spezifische Venedig-Atmosphäre distanziert und doch auch leidenschaftlich zu vermitteln und mühelos in die unterschiedlichen Rollen des Figurenensembles zu schlüpfen. Für die zwischen Routine und Verzweiflung wechselnde Stimmung des Protagonisten hat er eine unverkennbare Tonlage gefunden! Nichts Spektakuläres ist in Linderst gut gemachter ungekürzter Lesung zu finden. Kein Wunder: Das braucht der freie Film- und Fernsehschauspieler mit Bühnenerfahrung, der zu den renommiertesten deutschen Hörbuchsprechern zählt, nicht. Ungekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 482 Minuten, 7 CD. Auch als MC erhältlich. -culture.text
Als die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird, führt die Spur zum venezianischenAdelsgeschlecht der Lorenzonis. Der Sohn der Familie wurde entführt, undder Vater hätte liebend gern ein Lösegeld bezahlt. Doch die Entführer undihre Geisel entschwanden spurlos.. Das Gedächtnis eines Dorfes ist lang. Dies stellt sich heraus, als das verweste Skelett eines Mannes in einem einsamen Nest in der Provinz Belluno gefunden wird. Im hundert Kilometer weiter südlichen Venedig ahnt Commissario Brunetti noch nicht, dass ihn diese ominöse Leiche in den nächsten Wochen auf Trab halten wird. Bei dem Toten wird ein kostbarer Siegelring gefunden, der ihn als Mitglied der High Society Venedigs ausweist. Er gehört zur angesehenen Familie Lorenzoni. Jetzt kommt Brunetti ins Spiel. Vage erinnert er sich, dass vor ungefähr zwei Jahren der Sohn des Hauses Lorenzoni spurlos verschwand. Bis heute ist seine spektakuläre Entführung nicht aufgeklärt. An die Familie wurden damals unerhört hohe Lösegeldforderungen gestellt, doch nachdem es zu keiner Geldübergabe kam, hörten die Lorenzonis nichts mehr von ihrem Sohn. Bevor Brunetti sich zu einem Besuch im vornehmen Palazzo Lorenzoni aufmacht, erfährt er, dass der Tote durch einen Kopfschuss starb. Plötzlich sieht er sich mitten in den Ermittlungen eines Mordfalles und die noble Familie Lorenzoni, die mit allem was sich transportieren lässt sehr gutes Geld verdient, zeigt sich bei den Nachforschungen der Polizei überhaupt nicht kooperativ. Donna Leon lässt ihren Serienhelden Brunetti bereits zum siebten Mal in den Kanälen Venedigs seine Spuren verfolgen, doch es wird keineswegs langweilig, an der Seite des Commissarios durch die Lagunenstadt zu streifen. Ganz im Gegenteil, die Amerikanerin Donna Leon schreibt ihre ausgeklügelten Plots zu gesellschaftlich brisanten Themen mit jedem Krimi flüssiger und gekonnter. Die Hörspielumsetzung von Daniel Grünberg und den Stimmen von Uta Hallant und Götz Schubert schafft nicht nur große Spannung, sondern fängt auch das venezianische Flair mit den Glocken des Campaniles und dem Tuckern des Vaporettos im Hintergrund ein. Spieldauer: ca. 62 min., 1 Kassette. -Manuela Haselberger und Alexandra Plath