Ildefonso Falcones, Ausgabe vom 27. Dez. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 24297
Aus der Amazon.de-Redaktion Langsam wird der Vergleich müßig. Kaum tauchen auf dem Buchcover irgendwelche sakralen Bauelemente auf, wandert der Blick durch düsteren Kreuzgang -, gibt?s Unruhe unter den Kathedralenliebhabern. Aha, ein neuerlicher Versuch, Die Säulen der Erde, diesen Everest unter den historischen Romanen, zu toppen. Der katalanische Anwalt Ildefonso Falcones kann einem schon Leid tun. An solch gnadenlosem Maßstab gemessen zu werden, erinnert schon eher an sportliche, denn literarische Kategorien. Und verstellt den Blick aufs Schöne und Wesentlliche. Fünf Jahre ließ der Mann sein Herzblut in die Entstehung von Barcelonas imposantestem Sakralbau fließen. Heraus kam ein dicht und streng erzähltes Werk, das Kataloniens dunkelste Zeit förmlich mit Licht durchflutet - und dabei sehr gut auf eigenen Säulen ruhen kann! Dachten auch die Käuferscharen, die den mühevollen Weg eines Vaters und seines Sohnes in die Freiheit wie ein katalanisches Heldenepos bejubelten. Man versteht, warum. Die Bedeutung des Wortes ?Leibeigenschaft? wird im beklemmendem Eingangskapitel brutal bebildert. Mitten in die schlichte Hochzeitsfeier des Gutsherren Bernat Estanyol mit Francesca platzen der Lehnsherr Llorenç de Bellera und seine Ritter. Das nun eingeforderte "Recht der ersten Nacht" war im katalanischen Rechtswesen des 14. Jahrhunderts fest verankert. Als der Feudalherr und seine feixenden Spießgesellen die Brautleute und das Gehöft johlend verlassen, ist eine gerade geschlossene Ehe in ihren Grundfesten zerstört. Ein Jahr später entflieht Bernat mit Arnau, seinem neugeborenen Sohn, dem Joch des furchtbaren Adligen. Barcelona heißt das Ziel. Hier, in der aufstrebenden Metropole, winkt die Freiheit. Und ihr mächtiges Symbol ist gerade im Werden! In dem ehrfurchtgebietenden Gotteshaus Santa María del Mar, erbaut in der Rekordzeit von 55 Jahren und 1384 vollendet, manifestiert Falcones seinen Freiheitsbegriff. In diesem "vom Volk für das Volk" errichteten Monument, wächst Arnau vom schlichten "Bastaixos", dem Lastenträger, der die Steine aus den Bergen zur Kathedrale heranschleppt, zu einem der hochrangigsten Bürger Barcelonas empor. Es irrt nun, wer glaubt, das Leid habe damit ein Ende. Auf ein Leid anderer Art verweist der Klappentext: Der praktizierende Anwalt Falcones sei ausgewiesener Fachmann in der Rechtsgeschichte des mittelalterlichen Kataloniens. Vielleicht eine Erklärung für die zuweilen quälend liebevolle Akribie, mit der Falcones die wahrhaftig nicht unkomplizierte politische Gemengelage der katalanisch-aragonesischen Historie ausbreitet, während sein Figurentableau ein durchaus kräftigeres Farbenspiel vertragen hätte. Was das Buch dennoch auszeichnet, kennzeichnet auch seinen Hauptschauplatz. Gleich diesem Meisterwerk katalanischer Gotik, ist es von unaufdringlicher und spröder Schönheit. - Ravi Unger 1
Buch:
Mord auf katalanisch: Ein Barcelona-Krimi
Autor:
Teresa Solana, Ausgabe vom Sept. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 45666
Aus der Amazon.de-Redaktion "Hammerhart" ist dieser Fall, "wie die Inszenierung eines kleinen, wenn auch makabren Kunstwerks." Ein prominenter Politiker entdeckt ein außergewöhnliches Gemälde, das seine Frau zeigt und wittert sogleich eine Affäre. Prompt beauftragt er zwei Detektive und damit beginnt ein Kriminalfall, dessen erste Leiche nicht lange auf sich warten lässt. Die Tote ist keine geringere als die Gattin des angesehenen Politikers, stilvoll vergiftet. "Diese Lídia, die ist wirklich ein Früchtchen!" War es vielleicht ein Mord aus Eifersucht? Aber Politiker wie Lluís Font, "rufen ihren Anwalt an oder trösten sich mit der Sekretärin." Eduard und Pep, zwei köstliche Gestalten zwischen Komik und Tragik, Raffinesse und Bauernschläue, Liebenswürdigkeit und Ausgekochtsein, sie widmen dem Fall Zeit, Herz und spannende Recherchen. "Das sieht diesmal nach einer wirklich üblen Geschichte aus. Wir sollten es uns gut überlegen." Die beiden sympathischen Schnüffler, stets abgebrannt und mit Frau, Familie und Freundin, brauchen natürlich nicht lange zu überlegen. Dabei zählt nicht allein der Fall, den sie aufklären sollen, es fesselt nicht nur eine ausgeklügelte Geschichte, sondern eine große Portion Lokalkolorit, hinreißende Beschreibungen aus dem faszinierenden Barcelona geben dem Roman Schillern und Gesicht, Bühnenbild und Flair. Ein Reisebegleiter der besonderen Art. Teresa Solana, selbst in Barcelona geboren und "durch und durch" Katalanin, führt durch die Weltstadt auf ihre ganz eigene Art: der Detektiv- Krimi mit dem liebenswerten Duo, von dem man sich schon nach wenigen Seiten eine Fortsetzung wünscht, ist ein gelungenes Erstlingswerk der studierten Übersetzerin. Teresa Solana fabuliert mit großer Leichtigkeit, spielt geschickt und sehr charmant mit Überraschungen, Situationskomik und ganz Unerwartetem. Und ganz nebenbei lernt man Vieles über Barcelona, seine Einwohner, über Spanien und die Spanier: "...seit wir Europäer sind, wird alles ständig teurer." - Barbara Wegmann
Buch:
Transit: Roman
Autor:
Anna Seghers, Ausgabe vom 1. Dez. 1993, Taschenbuch, Verkaufsrang 25216
Roman. Nachw. v. Sonja Hilzinger Erscheinungsjahr: 1993 Gewicht: 245 gr / Abmessung: 18 cm Von Seghers, Anna Flüchtlinge aus allen Ländern Europas treffen 1940 zu Tausenden in Marseille ein. Sie hetzen nach Visa, Stempeln, Bescheinigungen, ohne die sie den Kontinent nicht verlassen können. Im Chaos der Stadt, in den Cafés, auf der Jagd von Behörde zu Behörde kreuzen sich ihre Wege. Unter ihnen der Ich-Erzähler, der eine schmerzliche Liebe zu der Frau durchlebt, die rastlos ihren Mann sucht, an dessen Tod sie nicht glauben will. Mit falschen Papieren und - durch Zufall - mit der Hinterlassenschaft jenes Toten ausgestattet, erhält er durch glückliche Umstände eine Passage nach Übersee. Doch er gibt sie zurück. Auf ihrer eigenen Odyssee von Marseille nach Mexiko - unmittelbar unter dem Eindruck ihrer persönlichen Erlebnisse - begann Anna Seghers an diesem Roman zu arbeiten. Dennoch spiegelt er die Ereignisse nicht einfach wider, sondern ist ein Werk großer Kunst und Künstlichkeit, voll Ironie, Spiel und scheinbarer Leichtigkeit. Mit diesem Band liegt die erste authentische Buchausgabe von "Transit" vor. Sie basiert auf der ersten deutschen Veröffentlichung in der "Berliner Zeitung" von August bis November 1947, die erheblich von allen bisherigen Buchpublikationen abweicht und sprachliche wie stilistische Eigenheiten der Autorin erhalten hat. Anmerkungen und Kommentar erläutern die komplizierte Geschichte und die vielschichtige Struktur des Romans, der, so Heinrich Böll, "zum schönsten wurde, den Anna Seghers geschrieben hat". Weltweit sind Menschen auf der Flucht - wir kennen die Bilder aus dem Fernsehen. Was es jedoch heißt, sein Zuhause verlassen zu müssen und andernorts nicht willkommen zu sein, ist mir durch Anna Seghers Roman Transit klargeworden. Seghers verarbeitet darin ihr eigenes Flüchtlingsschicksal: Schon 1933 vor den Nazis aus Deutschland nach Paris geflohen, mußte sie 1941 auch Europa verlassen. Eindringlicher als andere Romane über diese Zeit, etwa Lion Feuchtwangers Exil oder Klaus Manns Der Vulkan, schildert Seghers die Angst der Flüchtenden und deren verzweifelte Suche nach einem Land, das bereit ist, ihnen Asyl zu gewähren. Im Zentrum des Romans steht ein aus dem KZ nach Frankreich Entflohener, der namenlos bleibt. Über Rouen und Paris gelangt er nach Marseille, das nach der Besetzung Frankreichs 1941 Sammelbecken für zahlreiche Emigranten wird. Gleichmütig beobachtet er zunächst die verzweifelten Versuche der Flüchtlinge, Visa, Transitscheine und Schiffstickets zu erhalten. Erst als er eine Frau kennenlernt beginnt er selbst die Odyssee von Behörde zu Behörde. Zermürbende Bittgänge zu zynischen Beamten, um rechtzeitig alle Papiere zu bekommen, bevor die "Montreal" ausläuft... Der Titel Transit ist dabei doppeldeutig - damit ist nicht nur das wichtige Formular gemeint, mit dem andere Länder Flüchtenden die Durchfahrt erlauben, sondern auch der Zustand der Heimatlosigkeit. Ein Thema das leider auch am Ende dieses Jahrtausends aktuell bleibt - ein lehrreiches Buch, für uns, die wir bequem und sicher in Mitteleuropa leben.-Gudrun Christoph "Transit gehört zu den Büchern, die in mein Leben eingreifen, an denen mein Leben weiterschreibt, so daß ich sie alle paar Jahre zur Hand nehmen muß, um zu sehen, was inzwischen mit mir und mit ihnen passiert ist."-Christa Wolf
Buch:
Die Ruhe des Stärkeren: Ein Proteo-Laurenti-Krimi
Autor:
Veit Heinichen, Ausgabe vom 1. Sept. 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 19969
Product Description Ausgezeichnet als bester fremdsprachiger Roman mit dem Premio Azzeccagarbugli 2010 Erscheinungsjahr: 2010 Gewicht: 237 gr / Abmessungen: 191 mm x 120 mm x 19 mm Von Heinichen, Veit Als Commissario Proteo Laurenti nachts von einer EU-Sicherheitskonferenz nach Triest zurückkehrt, wird im selben Zug der Tierpräparator Marzio Manfredi ermordet. Die Ermittlungen belasten Laurenti zusätzlich, denn die Zeremonie zur Erweiterung der Schengen-Zone erfordert seine ganze Konzentration. Eine vermutlich rechtsradikale Gruppe, die gegen Grundstücksspekulation im großen Stil entlang der Adriaküste protestiert, hat gegen einen Teilnehmer des Festakts Morddrohungen ausgesprochen. Es handelt sich um den am internationalen Geldmarkt tätigen Spekulanten Goran Newman, dessen Sohn Sedem wiederum sich ausgerechnet in Laurentis Assistentin Pina Cardareto verliebt, die auf diese Weise ungeplant Einblick in ein Zentrum der modernen Wirtschaftskriminalität erhält. Im sechsten Kriminalroman von Veit Heinichen über die dunklen Machenschaften in der Grenzregion um die Hafenstadt Triest geht es um viel Geld und die politisch-wirtschaftlichen Veränderungen in Europa.
Buch:
Die Nacht des Schierlings: Ein historischer Kriminalroman
Autor:
Petra Oelker, Ausgabe vom 1. Okt. 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 19184
Product Description Ein historischer Kriminalroman Erscheinungsjahr: 2010 Gewicht: 330 gr / Abmessungen: 190 mm x 115 mm Von Oelker, Petra Rosina Nr. 10 - mit Spannung erwartet! Die erfolgreiche Hamburg-Reihe feiert Jubiläum: Komödiantin Rosina ermittelt zum zehnten Mal. An einem sonnigen Herbstmorgen 1773 liegt ein Toter im morastigen Fleet. War der honorige Bürger ein Mitgiftjäger und Betrüger? Viele Hamburger hatten gute Gründe, Konditormeister Hofmann zu hassen: vom Apotheker im Opernhof über den jungen Grafen mit fragwürdiger Vergangenheit bis hin zum stummen Akrobaten Muto. Selbst die Beziehung zu Stieftochter Molly war nicht ungetrübt. Verdächtigt wird jedoch ausgerechnet Claes Herrmanns. Während der Großkaufmann erfährt, wie zerbrechlich Ansehen und Freundschaft sind, machen sich Komödiantin Rosina und Weddemeister Wagner auf die Suche nach dem Mörder. Nicht schnell genug, wie sich bald zeigt ...
Buch:
Manhattan Moments: Geschichten aus New York
Autor:
Eva C. Schweitzer, Ausgabe vom 1. Juni 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 24547
Product Description Der Winter des Jahres 1769 ist lang und eisig. Die Schifffahrt in den Häfenvon Hamburg und Altona ruht, nicht aber der Streit zwischen den NeumühlenerLotsen und ihren Konkurrenten vom hannöverschen Südufer. Als an einem nebelkaltenMärzmorgen die Tochter des Neumühlener Oberlotsen zwischen treibenden Eisschollentot in der Elbe gefunden wird, glaubt niemand an einen Unfall...