Aus der Amazon.de-Redaktion Mysteriöse Todesfälle rücken die renommierte Schönheitsklinik La Salvia wieder einmal ins Blickfeld von Commissario Laurenti aus Triest. Vieles spricht dafür, dass dort nicht nur im Dienste vorgeblicher Schönheit geliftet, vergrößert oder verkleinert wird, sondern auch der Tod auf der Warteliste steht. Zwei hasserfüllte Männer begeben sich zur gleichen Zeit auf private Rachefeldzüge. Der ehemalige rumänische Kampftaucher Dimitrescu hat seinen Zwillingsbruder bei einer illegalen Organspende verloren. Auch der Journalist Lorenzo Ramses Frei befindet sich auf der Spur des verbrecherischen Organhandels, nachdem seine Freundin Opfer einer erzwungenen Organentnahme wurde. Beider Ziel hat einen Namen: La Salvia, die berühmte Schönheitsklinik vor den Toren Triests, wo die Fäden anscheinend zusammenlaufen. Commissario Proteo Laurenti sieht sich schon bald mit merkwürdigen Vorkommnissen und einem Mord konfrontiert. Wieder einmal setzt er sich bei seinen Ermittlungen zwischen alle Stühle und gerät sogar unter Korruptionsverdacht. Als hätte er nicht schon privat genug Probleme. "Triest ist eine Hafenstadt und eine Grenzstadt und hat viel mit Finanzverkehr zu tun, das heißt, dass hier viel Ware verkauft wird und dass im Hintergrund natürlich auch alles andere ablaufen kann", sagt Veit Heinichen in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Menschliche Organe bilden in diesem Fall die schreckliche Ware, um die es in seinem dritten und bisher besten Kriminalroman geht. Heinichen beweist eindrucksvoll, dass es eben doch gelingen kann, moralisch und sozialpolitisch engagiert zu schreiben und dennoch auf hohem Niveau zu unterhalten. Immer wieder wird scharfe Kritik an der Politik des Berlusconi-Regimes deutlich, in dessen Regierungszeit das einst so tolerante Triest sich zu einer weiteren Hochburg der politischen Rechten zu entwickeln scheint. Ein pittoreskes Italien zu zeigen, ist Heinichens Sache eben nicht. Ebenso wenig allerdings, den verbissenen Moralisten zu mimen. Dem steht schon sein Sinn für Humor und seine Liebe zu der Stadt entgegen, die seit einigen Jahren zu seiner neuen Heimat geworden ist. Noch einmal Veit Heinichen: "Ich stand am Fenster und staunte und kam aus dem Staunen nicht raus ... Triest war stärker als ich." Dieses Staunen hat er sich in seinen Kriminalromanen bewahrt. Gerade deshalb folgt man ihm gerne auf den Wegen seines Laurenti durch diese faszinierende und gefährdete Stadt und fühlt sich dabei in außerordentlich guten Händen. -Ulrich Deurer
Buch:
Berlin Bd 2: Bleierne Stadt
Autor:
Jason Lutes, Ausgabe vom 26. Sept. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 112362
Product Description Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie International 2010 Erscheinungsjahr: 2009 3. Aufl. m. Übers.-Kte. Übers. v. Peter Torberg Gewicht: 620 gr / Abmessung: 21,5 cm Von Peace, David / Übersetzt v. Torberg, Peter Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Vor der Nachkriegskulisse Tokios, zwischen Häuserruinen und zerbombten Straßenzügen, jagt ein Polizist von zweifelhafter Identität einen eiskalten Serienmörder. Der spektakuläre Auftakt zu David Peaces lang erwarteter Tokio-Trilogie. Tokio, 1946: die Hölle auf Erden. Die Stadt liegt in Trümmern, ebenso wie die Seelen ihrer Bewohner. Es herrschen Angst und Korruption, niemand ist der, der er zu sein vorgibt. Inmitten der Schuttberge geht ein brutaler Serienmörder um, der junge Frauen missbraucht und erdrosselt. Die Polizei verhaftet schnell einen Verdächtigen, der aber nur einen der Morde gesteht. Inspektor Minami ist gezwungen, ältere Fälle neu aufzurollen, um den Täter zur Strecke zu bringen. Doch dabei verstrickt er sich in einem Netz aus Lügen und nackter Gewalt. Die Machenschaften des organisierten Verbrechens werden für ihn zur tödlichen Gefahr, genau wie die Intrigen innerhalb des Polizeiapparats. Langsam zerfließen die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit, und die Taten der Vergangenheit kommen ans Tageslicht. Denn auch auf Minamis Schultern lastet eine schwere Schuld ... Pressestimmen: "Wie ein Krimi von Kurosawa. David Peaces Darstellung einer kriegsversehrten Metropole, die am Boden liegt und wieder aufsteht, ist unvergleichlich." James Ellroy
Buch:
Freitagsflug: Ein München-Krimi
Autor:
Martin W. Brock, Ausgabe vom Dez. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 271022
Ein Fall für Kati Hirschel. Roman Erscheinungsjahr: 2004 Aus d. Türk. v. Carl Koß Gewicht: 241 gr / Abmessung: 18 cm Von Aykol, Esmahan / Übersetzt v. Koß, Carl Deutsche trinken Bier. Und Türken essen Kebap. Kati Hirschel kämpft jeden Tag gegen solche Klischees. Seit dreizehn Jahren betreibt sie in Istanbul ihren Krimibuchladen, und noch immer fallen die Türken in Ohnmacht, wenn sie lacht - Deutsche lachen nicht. Kati Hirschel läßt sich aber nicht festnageln: Sie wächst auch über ihre Rolle als Krimibuchhändlerin hinaus und wird zu einer charmanten Detektivin. Nach dem Motto: Die Buchhändlerin, dein Freund und Helfer. Kati Hirschel hat es gut. Nicht nur, dass die zufriedene Besitzerin eines Krimi-Buchladens im hektischen Istanbul auf Anhieb einen Parkplatz findet ("Der Himmel im Himmel ist gnädig! Wie heißt es doch gleich: Wenn seine Schäflein in Not geraten, schickst du deinen Engel zur Hilfe."). Sie ist auch mit Petra Vogel befreundet, die nach dem Mord an einem ebenso dilettantischen wie korrupten Regisseur zur Hauptverdächtigen avanciert. "Logisch, dass ein Mensch, der gerne Kriminalromane liest, auch Lust hat, sie zu verkaufen", heißt es im Debütroman Hotel Bosporus der türkischen Autorin Esmahan Aykol. Und noch logischer, dass so jemand es liebt, Verbrechen aufzuklären! Bis dahin aber muss sich Hirschel nicht nur mit der Mafia herumschlagen, sondern auch mit dem Machotum der heimischen Männerwelt. Wie nebenbei werden dabei im Verlauf der Handlung mit viel Humor und Ironie so manche Vorurteile im deutsch-türkischen Verhältnis auch wieder vom Stammtisch gewischt - zuerst in der Türkei, wo das bald zum Bestseller avancierte Original erschien, und jetzt auch hier. Hotel Bosporus erzählt vom aufregenden Leben einer Deutschen im Trubel der Türkei, spannend geschrieben von einer Türkin, die zwischen Berlin und Istanbul pendelt. Dieses Spiel mit den (nationalen) Identitäten macht einen Reiz dieses rasant wie ein Kriminalfilm geschnittenen Buches aus. Aber nur einen: Denn die lebendige Art, wie Aykol die pulsierende Metropole am Bosporus mit ihrem Treiben und ihrer Lebenslust (1.000 Kneipen!) beschreibt, macht es uns Lesern fast unverständlich, warum wir eigentlich noch hier in Deutschland geblieben sind, statt bei einer Tasse Tee in Istanbul zu sitzen. So lange Bücher wie Hotel Bosporus allerdings ins Deutsche übersetzt werden, ist es auch hier zu Lande in Straßen-Cafés und Lokalen mit einem Glas guten Weins sehr erträglich. -Thomas Köster
Buch:
Einsamkeit und Sex und Mitleid
Autor:
Helmut Krausser, Ausgabe vom 24. Aug. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 216550
Aus der Amazon.de-Redaktion Ein junger Mann glaubt, Luzifer lachen zu hören, eine gut situierte Frau ruft einen hübschen Callboy an, und ein gefeuerter Lateinlehrer schwadroniert am Tresen über römische Soldatenkaiser ? ganz normale und gleichzeitig ungeheuer schräge Gestalten überfallen den Leser in diesem Roman. All die vielen sonderbaren Typen sowie von Sehnsucht geplagten Liebespaare haben gemein, dass sie sich durchs Dickicht der Großstadt schlagen müssen. Natürlich überschneiden sich die Lebensläufe der schillernden Figuren. Dabei prallen ihre verschiedenen Lebensentwürfe, Haltungen und Taten teils heftig aufeinander. Mit seinen Bildern vom Alltag in der postmodernen Metropole baut Autor Helmut Krausser einen beachtlichen Spannungsbogen rund um Hingabe, Freiheit und Illusionen der Fröhlichkeit auf. Lässt der brillante Romancier Menschen im Berliner Dunstkreis zusammentreffen, wird zunächst aus der Sicht des einen, später des anderen erzählt. So wachsen die Geschichten Schritt für Schritt zusammen und verdichten sich bis hin zur Kernschmelze. Selten kommen die Figuren stereotyp, oft tragikomisch daher. Und die unterschiedlichen Paare beweisen einmal mehr, dass es ohneeinander nicht geht, miteinander aber auch nicht so recht, am ehesten noch im Bett. Stets bunt, meist direkt und höchst lebendig wird das heutige Leben im urbanen Milieu gezeichnet, aus dem Schweinefresserhuren, Ziegenficker und unerhörte Propheten förmlich herausgeschnitten wirken. Im Alltag koexistieren bierseeliges Öttinger-Lachen und harte No-Go?s, zarte Zuneigung und respektloses Gegeneinander. So kommt Tänzerin Janine im Roman einmal zu dem Schluss: "Es gab so viele Menschen. So viele Milliarden. Und alle würden in 100 Jahren tot sein." Bis dahin möge Autor Helmut Krausser im echten Leben noch zahlreiche weitere temporeiche literarische Tatorte verfassen wie Einsamkeit und Sex und Mitleid. ? Herwig Slezak