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Das geheimnisvolle Serum

ein Fantasy Abenteuer-Roman von Janis Purucker


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Kapitel 3

"Und du meinst, das klappt?" fragt er mich als ich zuende geredet habe.
"Ich denke schon. Aber wir müssen viel vorbereiten, die Taschenlampen suchen, uns umsehen, wo Rollstühle stehen usw. Und deshalb müssen wir jetzt gleich anfangen. Du weißt schon, Plan Nummer 1a."
"Ok. Äh, Schwester! " ruft er laut.
Sofort stürmt die Krankenschwester mit meiner Mutter herein. "Was ist denn?" fragt die Krankenschwester, in einem nicht gerade freundlichen aber auch nicht unfreundlichen Ton.
Ich merke, daß Christian vergessen hat, was er jetzt nach Plan 1a sagen müßte. Deshalb fange ich sofort zu reden an: "Wir müßten mal auf die Toilette."
"Ach so, gut. Hier sind eure Krücken."
"Danke." sage ich und humpele auf meinen Krücken voran. Christian folgt mir.
"Soll ich mitgehen?" fragt die Krankenschwester uns.
"OOOHH, nein!" stottere ich in überzeugtem Ton. "Wir wissen schon wo die Toiletten sind." versichert ihr zu meinem Erstaunen auch noch Christian. Wenigstens hat er ein bißchen was von meinem Plan mitbekommen.
"Ok, also wenn irgendwas ist: in der Toilette hängt so eine Schnur von der Decke, die zieht ihr einfach und dann kommt jemand und hilft euch."
"Danke, wir kommen schon zurecht." antworte ich und humpele so schnell wie möglich den Gang entlang, zu den Toiletten. Denn solang die Krankenschwester uns noch sehen kann, müssen wir ja so tun, als ob wir echt mal müssen. Als wir um die nächste Ecke gebogen sind, drehe ich mich um. "So," sage ich zu Christian, "jetzt kann sie uns nicht mehr sehen."
"Ok. Aber, Laura, wie sollen wir in diesem großen Haus Taschenlampen und Rollstühle finden?" fragt er mich.
"Ach, wir sehen uns einfach ein bißchen um." Wir biegen gerade in einen Gang ein, in dem so viele Türen sind, daß man sich fast gar nicht mehr auskennt. Gottseidank sind an jeder Tür Schilder, auf denen steht, was das gerade für ein Raum ist. "OP!" lese ich. "Da drin ist bestimmt nichts was wir brauchen können."
"Hey, was ist das hier?" fragt mich Christian erstaunt. Doch bevor ich es lesen kann, ruft er: "Laura, es ist das Zimmer der Nachtschwester. Hier könnten wir Taschenlampen finden. Eine Nachtschwester braucht so etwas ja."
"Nicht so laut!" bremse ich ihn.
Er erschrickt und wir lauschen angestrengt. Jetzt hören wir Schritte in der Nähe. " Mist!" flüstere ich leise. "Jetzt hat uns jemand gehört!" Die Schritte kommen immer näher. "Schnell! Hier rein!"
Und wir humpeln, so schnell wie möglich, in den nächsten Raum. Dort ist es dunkel. Wir haben wahrscheinlich die Besenkammer erwischt. Und schon hören wir draußen auf dem Gang eine Stimme rufen: "Hallo! Ist hier jemand? Haaalooo! Hm, scheint niemand hier zu sein. Ich dachte, ich hätte etwas gehört." Und schon entfernen sich die Schritte wieder. Als wir nichts mehr hören, sage ich leise zu Christian: "Komm, wir müssen uns beeilen, sonst werden meine Mutter und die Krankenschwester noch mißtrauisch."
Also versuchen wir, den Türdrücker zu ertasten. Doch plötzlich ertaste ich etwas, das sich überhaupt nicht nach einem Türdrücker anfühlt, sondern eher nach einem...! AAAAAAhhh!! AAAuuu! Christian, Christian hilf mir!"
"Laura, Laura was ist denn passiert? Das ging alles so schnell, daß ich gar nicht mitbekommen habe, was los ist! Aber warte, ich helfe dir." Und er stellt mich, soweit es geht, wieder auf die Beine.
"Puh, das war jetzt was!" stöhne ich.
"Was ist passiert?" fragt mich Christian zum zweitenmal.
"Schau, wir haben doch den Türdrücker gesucht oder? Und da bin ich aus Versehen auf den Lichtschalter gekommen!"
"Ja, und?"
"Na, da hinten! Siehst du das künstliche Skelett? Wie das Licht angegangen ist, hatte ich meine Augen ausgerechnet auf die Stelle gerichtet, wo das Skelett stand! Und da bin ich natürlich fürchterlich erschrocken, so sehr, daß ich hingefallen bin. Gerade auf die Stellen wo es weh tut!"
"Hihi, Laura, man darf doch nicht so schreckhaft sein! Naja, aber wenn ich's recht betrachte, es hätte mir auch passieren können. Hoffentlich hat dich keiner schreien gehört!" Wir lauschen wieder angestrengt. Wir hören jetzt eine tiefe Männerstimme rufen:" Haalooo! Kommen Sie sofort raus! Na, warte, ich finde Sie schon!"
"Oh, jeh," sage ich besorgt zu Christian, "jetzt ist alles aus! Jetzt findet er uns sicher!"
"Leise! Die Schritte kommen näher! Wir müssen uns hier irgendwo verstecken! Hier! Komm schnell, hier hinter der großen Landkarte!" Und schon laufen wir, so schnell es geht, hinter die riesige Landkarte.
"Wozu ein Krankenhaus wohl eine so große Landkarte braucht!" überlege ich. Doch meine Gedanken werden unterbrochen, die Tür geht auf! "Hallo, ist hier jemand drin? Hm, nichts. Schauen wir noch in die ü
ÔÞ¢¨ã´@Æäume." sagt der Arzt. Und schon ist er wieder draußen.
Als seine Schritte verklungen sind, sage ich erleichtert zu Christian: "Gottseidank. Puh, das war wieder einmal knapp! Daß wir auch immer in solche Situationen geraten müssen!"
"Ja, da hast du recht. Naja, jedenfalls können wir jetzt endlich in das Zimmer der Nachtschwester schauen, da dürfte ja jetzt keiner drin sein." Und schon stehen wir wieder draußen auf dem Gang.
"Schau mal durchs Schlüsselloch, Chris, ich darf dich doch jetzt so nennen?"
"Ja." lacht Chris. "Warte. Äh, also ich sehe niemanden. Komm, gehen wir rein. Aber leise!"
Ganz langsam drückt Chris die Türklinke hinunter. In dem Zimmer erhellt ein Fenster den ganzen Raum. Sonst stehen noch ein paar Schränke und ein Schreibtisch in dem äußerst kleinen Zimmer. Alles ist zusammengepfercht. An den Wänden hängen Bilder der modernen Kunst, die manche Leute ja heutzutage sehr gerne mögen.
"Wo würde ich Taschenlampen hintun, wenn ich eine Nachtschwester wäre? Hm, ja, in einen Schrank!" murmle ich nachdenklich vor mich hin.
"Also, ich würde sagen, wir fangen mit diesem Schrank hier an." schlägt Chris vor und macht die Schranktür des rechten Schranks auf. "Nein, hier ist nichts drin außer weißen Schwesternkitteln."
"Und hier? Nein, hier nicht, oder? Doch! Hier ist eine Schublade drin! Eine Schublade in einem Schrank! Und was ist ... Ja! Chris, ich habe zwei Taschenlampen gefunden! Eine Einsatz- und eine Ersatztaschenlampe!"
"Super! Gib mir eine ." Und ich gebe ihm die Ersatztaschenlampe, die wahrscheinlich noch nicht benutzt worden ist, denn wenn wir mit den Rollstühlen zur Universität fahren, fährt er voran und da braucht er ja dann auch die bessere Taschenlampe.
Plötzlich erschrecken wir, denn es ertönt von irgendwo her eine Stimme: "Die Patienten Laura und Christian werden gebeten, zu Christians Zimmer zurückzukehren." Und das wird nochmal wiederholt. Dann ist es wieder still.
"Oh jeh, bin ich jetzt erschrocken, ich dachte schon, es kommt jemand!" sage ich zu Christian.
"Mensch, die suchen uns! Was sagen wir ihnen wenn wir zurückkommen?"
"Hm, ja, wir sagen einfach... daß wir uns noch ein bißchen im Krankenhaus umgesehen haben. Das darf man doch, oder?"
"Ja gut, aber was wird mit den Rollstühlen? Wie willst du jetzt rauskriegen, wo da welche stehen?"
"Na, auf dem Weg in dein Zimmer machen wir noch ein paar kleine Umwege. Vielleicht sehen wir dann welche stehen."
"Ja dann komm!" drängt Christian. "Aber ich sag's dir, weit kann ich heut nicht mehr laufen! Mir tun alle Wunden und alle gebrochenen Knochen weh!"
"Ja, da hast du recht, mir ja auch! Aber wenigstens fahren wir heute nacht mit Rollstühlen! Da tut uns dann nichts weh!" tröste ich Chris.
"Wenn wir Rollstühle finden!"
Wir humpeln durch Gänge, durch Gänge, durch Gänge. Aber in keinem steht auch nur ein Rollstuhl! Als wir schon fast aufgeben, erstens, weil wir nicht mehr können und zweitens weil wir den Mut aufgegeben haben, biegen wir in einen Gang ein, in dem genau 3 Rollstühle stehen.
"Ja! Chris, wir haben's geschafft! Komm wir fahren zu deinem Zimmer. Ich kann nicht mehr." sage ich erleichtert."
"Oh, ich kann auch nicht mehr!"
Und wir setzen uns in zwei Rollstühle und fahren in Richtung Zimmer Nummer 265.
"Aber, Laura, wo stellen wir die Rollstühle hin, damit sie die Krankenschwester und deine Mutter nicht sehen?"
"Hm, ja ich denke, in den Gang davor. Du weißt schon, wo auch die Krankenbetten rumstehen."
"Genau! Ach mensch, Laura, wo hast du nur immer diese guten Ideen her? Du hast recht! Wenn wir die Rollstühle nämlich dort hinstellen, dann läßt sie auch jeder stehen, weil er denkt, daß jemand sie dort hingestellt hat, weil sie bald gebraucht werden! Und das stimmt ja auch."
Wir stellen die Rollstühle also dort hin. "So, jetzt gehen wir, oder eher humpeln wir, den Rest zu deinem Zimmer." schlage ich vor.
Gedacht - getan. Als wir um die Ecke biegen, hören wir schon die Krankenschwester mit meiner Mutter aufgeregt reden, nein, eher diskutieren! Wir merken, daß es dabei natürlich um uns geht. Und da sehen wir sie auch schon. Sie glotzen uns an. Meine Mutter bricht als erste das Schweigen: "Also, wo kommt ihr her, vom Nordpol?"
"Wieso?" stelle ich mich dumm.
"Na, hört mal, ihr sagt, daß ihr auf die Toilette geht und bleibt über eine halbe Stunde weg!" wirft uns meine Mutter vor.
Doch gleich darauf erwidere ich ihr in einem versuchten, erstauntem Ton: "Aber, wir haben uns doch bloß ein bißchen umgesehen! Ist da wirklich schon eine halbe Stunde vergangen? Komisch, die Zeit rinnt einem, wenn man was interessantes ansieht, nur so davon!"
"Was habt ihr euch denn alles angesehen? Bei uns gibt's doch nichts zu sehen!" fragt uns die Krankenschwester in einem ungläubigen Ton.
"Eben alles. Oder fast alles." sagt Chris.
"Naja, dann geht es ja noch. Wir dachten schon, ihr seit mit zwei Rollstühlen ausgerissen!" sagt meine Mutter erleichtert. Aber das würden wir doch nie und nimmer machen, Mami." beruhige ich sie.
"Naja, also, gehen wir jetzt wieder auf dein Zimmer Laura? Du mußt doch müde sein, nach einer halben Stunde rumlaufen!"
" Ja." sage ich gähnend. "Tschüß Chris, bis äh, bis morgen. Schlaf schön." sage ich.
"Du auch! Tschüß Laura!" ruft er mir noch nach.
Als wir wieder vor meinem Zimmer stehen, sagt meine Mutter: "Also dann, gute Nacht Laura, ich komme morgen wieder und besuche dich.
"Ja, Mami, Tschüß und... Mach dir keine Sorgen."
"Ok, Tschüß!" sagt sie, bevor sie die Türe zumacht.
Ich gehe zu meinem Bett und lege mich hinein. Bevor ich schlafe, stelle ich mir meinen Wecker auf kurz vor Mitternacht. Die Startzeit des Planes 2a. Hoffentlich vergißt Christian ihn nicht! Im Halbschlaf denke ich noch darüber nach, daß wir Glück haben, alle zwei in einem Einzelzimmer zu liegen! Und schon bin ich eingeschlafen.


 Kapitel 4
© 2008 by Janis Purucker



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