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Das geheimnisvolle Serum

ein Fantasy Abenteuer-Roman von Janis Purucker


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Kapitel 9

Als ich erneut aufwache, weiß ich zuerst gar nicht mehr, was passiert ist. Erst als ich aufstehe und mich umsehe, fällt es mir wieder ein. Chris - die Stromschnellen! Ich spüre wieder dieses Angstgefühl im Bauch und es breitet sich auf meinen ganzen Körper aus! Die Angst...: Um Chris und nicht zuletzt um mich selbst! Ob ich weiterkomme ohne ihn? War es ein nicht gutzumachender Fehler, daß ich ihn nicht zurückhalten konnte? Alles in meinen Kopf dreht sich. Doch nach einiger Zeit wird mein Gedächtnis wieder klarer und ich begreife, daß mir nichts anderes übrigbleibt, als weiterzugehen! Ob ich jetzt hier sitze und vor mich hinweine, oder ob ich gehe, um vielleicht doch Chris irgendwo zu sehen und ihm zu helfen (was ich nicht glaube!) - was macht das für einen Unterschied? Ich muß es eben versuchen, auch wenn es sehr aussichtslos ist!
Also rappele ich mich auf, trinke schnell ein paar Schluck Wasser vom Wasserfall und laufe langsam den dunklen Gang weiter. Je weiter ich laufe, desto weniger glaube ich daran, daß er mich überhaupt irgendwohin führen wird. Ich habe Angst - ja, aber meine Unruhe und Sorge um Chris überwinden sie. Ich gehe immer weiter und weiter und es scheint mir, als ob der Gang niemals endet. Als ich den Wasserfall längst hinter mir gelassen habe, höre ich (ich traue meinen Ohren nicht!) STIMMEN! Zwar verstehe ich sie nicht, aber immerhin habe ich endlich etwas gefunden! Ich laufe darauf zu. DA! EIN LICHTSTRAHL IN DER FERNE! UND... EINE HÖHLENÖFFNUNG! Jetzt habe ich sie erreicht! Und jetzt sehe ich auch die Leute, die ich gehört habe, in einem Kreis stehen! Es sind normale
Menschen! Doch sie reden eine andere Sprache! Ist es Israelitisch? Griechisch? Afrikanisch? Ich weiß es nicht. Jetzt hat mich einer von ihnen gesehen! Er sagt etwas zu den anderen in der Gruppe und sie kommen auf mich zu. Sie fragen mich irgendwas. Ich zucke mit den Schultern und versuche verständlich zu machen, daß ich sie nicht verstehe. Jetzt haben sie es begriffen! Da fragt mich wieder einer irgendwas und ich kann mir denken, daß sie wissen wollen, was für eine Sprache ich denn spreche. Ich sage, so langsam und deutlich wie möglich: "AMERIKA! VEREINIGTE STAATEN! AMERIKA! Verstehen?"
Der, der mich gefragt hat, versteht nichts, er runzelt nur die Stirn. Doch ein anderer ruft plötzlich: "AH!" Er hat mich verstanden. Ich frage ihn: "DU AMERIKANISCH?"
Er zuckt mit den Schultern und sagt zu meiner größten Verwunderung: "Äh, ein bißchen!"
Ich kann vor lauter Glück nichts sagen, deshalb fängt er wieder an: "Warum du, äh, hier?"
Und ich erzähle ihm die Geschichte. Als ich fertig bin, bin ich mir sicher, daß er nichts, oder fast nichts verstanden hat. Aber es stellt sich heraus, daß er wenigstens verstanden hat, daß ein Freund von mir in den Fluß gefallen sei und ich ihn suche.
Dann frage ich: "WARUM IHR HIER UND WIE LANGE SCHON?"
Er überlegt einen Augenblick und erzählt mir seine Geschichte: *Das ist ein Forscherteam, das die Gebräuche und Geheimnisse der Eingeborenen auf dieser Insel erforschen wollte. Sie sind mit einem Schiff hierhergekommen und haben das Dorf entdeckt, doch die Eingeborenen verstanden nichts und hatten sie hier
eingesperrt!*
Doch eben das verstehe ich nicht! "EINGESPERRT?" Ich frage ihn: "Warum eingesperrt? Hier kommt man doch wieder zu dem Loch hinaus?!"
Nein, nichts. Haben du nicht drauf geschaut? Zu hoch! Viel zu hoch! Nicht zum hinein gehen, zum, äh, hinausgehen. Aufeinander steigen - nichts!"
Jetzt erst fällt mir siedendheiß ein, daß wir, als wir alle zwei in der Höhle standen, nicht mehr zum Loch hinaufgeschaut haben! Nicht mal Chris hat was bemerkt! Mir wird schwindelig. Wenn wir hier nicht mehr hinaus können - dann Gute Nacht! Erst kurz bevor ich einen Schreckensschrei ausstoßen will, fällt mir die Frage ein: "Aber wenn ihr schon länger hier, wie habt ihr überlebt? Habt ihr soviel dabei?"
"Ja. Essen und Trinken. Für ca. 5 Wochen noch!"
Jetzt verstehe ich erst. Er gibt mir auch zu verstehen, daß ich etwas davon haben kann. Ich sage Danke. Doch dann frage ich ihn ob er mir helfen will, meinen Freund wieder zu finden, auch wenn es ganz aussichtslos ist.
Er sagt: "Ja, gerne!" Er redet eine Minute mit der Gruppe und sie nicken: Auch sie wollen mithelfen. Ich bin froh, daß ich sie gefunden habe. Ich führe sie durch den dunklen Gang zum Wasserfall und erkläre ihnen, daß ich meinen Freund hier verloren habe. Sie nicken. Und reden miteinander. Dann fragt mich der, der meine Sprache etwas kann: "Wie heißt er? Wir wollen zusammen nach ihm rufen. Vielleicht konnte er sich irgendwo in der Nähe festhalten. Mehrere Stimmen hört er vielleicht besser als, äh, eine Stimme!"
Ich sage ihm Chris` Namen und wir rufen gemeinsam. Und es scheint mir, als ob wir gemeinsam das Wasserrauschen wirklich für einen Moment übertönen. Danach sind wir ganz still. Und - ich falle vor Glück fast in Ohnmacht, wir hören irgendwo in der Nähe eine Stimme, die ganz wie Chris` klingt! Wir rufen noch ein paar mal und er antwortet uns wieder. Dann sage ich den Leuten vor, was sie rufen sollen und sie sagen es nach, bis sie es können, obwohl sie es ja nicht verstehen. Kurz darauf rufen wir gemeinsam: "CHRIS, WO BIST DU? UND WIE GEHT ES DIR?"
Und schon kommt die Antwort von irgendwo her: "Ich bin hinter einer dieser Wände! Ich kann mich an einem Stein festhalten - über Wasser! Doch knapp über mir ist die Decke und der Fluß läuft durch eine Spalte ab. Sonst geht es mir gut, aber es ginge mir besser, wenn ihr mich, ihr (wer ihr auch seid) und Laura, hier raus holen könntet!"
Ich bin sehr erleichtert nach dieser Antwort. Warum bin ich nur nicht darauf gekommen, zu rufen? Vielleicht hätte er mich auch allein gehört! Ich frage den Mann vorsichtig, ob die Männer irgendwas in ihrer Ausrüstung haben, um einen Menschen irgendwo rauszuziehen.
Er sagt ja und daß das eine sehr gute Idee ist. Dann redet er mit der Gruppe und sie nicken, klopfen mir vertraulich auf die Schulter, gehen und kommen mit einer wirklich heldenhaften Ausrüstung zurück!
Oh Mann, haben die vorgesorgt! Als alle wieder da sind und alles aufgebaut ist, sagt der eine Mann zu mir: "So, jetzt kann die Aktion beginnen!"


 Kapitel 10
© 2008 by Janis Purucker



 Über mich, Janis Purucker