Thomas Feibel, Ausgabe vom 1. März 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 486820
Aus der Amazon.de-Redaktion Es ist ein schnelles Buch - ein blitzschnelles Buch, und bei allem, was schnell geht, geht auch mal etwas verloren zwischendurch. Hier mal ein Zusammenhang, dort mal eine gründliche Wendung, zu guter Letzt schwimmen die Profile der Beteiligten immer noch. Dennoch ist Thomas Feibel ein Journalist, der es versteht, Spannung aufzubauen - aber er ist leider keiner, der es versteht, sie auch zu halten. Sein Hacker-Thriller ist holprig, er stürzt von Datei zu Datei, der Leser - immer versucht, sich ein eigenes Programm daraus zu basteln - kommt sich oft vor wie einer, der zum ersten Mal vor einem Rechner sitzt und nicht weiß, dass "Beenden" unter "Start" oder "Ausschalten" unter "Spezial" zu finden ist. Wenige werden das Buch weglegen, bevor sie es ausgelesen haben, immer neue Perspektiven auf die Vergangenheit der Handelnden lassen die Hoffnung nicht untergehen, am Ende doch noch eine Einheit ausmachen zu können. GoTo und Joe wären ein Dreamteam, wenn nicht einer der beiden schon viel zu bald einem Aus-Versehen-Mord zum Opfer fallen würde. Egal, ab sofort läuft die Zusammenarbeit eben per Cyber-Talk weiter. Beide sind begnadete Hacker, beide werden auf dem Weg nach oben scharf abgebremst von einer dunklen Organisation, deren Kopf nach nichts geringerem als dem ewigen Leben strebt. Ein James-Bond-würdiger Showdown beendet den Roman. Der Böse zeigt sein wahres Ich, sein Größenwahn kommt ungeschönt zum Vorschein - und nur eine Sekunde Unaufmerksamkeit bricht ihm das Genick. Zur Beruhigung: Das Gute siegt natürlich am Ende irgendwie, und auch der Held kriegt sein Helden-Girl. Aber um den wirklich Guten trauert keiner - das wird einfach vergessen. Obwohl es doch im Grunde genommen um Gedankenlesen im großen Stil geht, werden die kleinen aber quälenden Gedanken in Sätze gepackt, die einem das Wasser in die Augen treiben können: "Ihm fiel etwas ein. Worum ging es ihm eigentlich?" Ging es dem Autor darum, sein sprachliches Talent zu zeigen, seinen Witz und seine schnoddrige Art, dann hat er das Klassenziel bravourös erreicht. Sollte es ihm aber darum gegangen sein, einen Roman zu schreiben, an dessen Handlung sich nach kurzer Zeit noch jemand erinnern soll, dann ist er auf der Zielgeraden leider der Länge nach hingeschlagen. -Petra Breitenbach
Buch:
Der Trick mit dem Klick
Autor:
Thomas Feibel, Ausgabe vom 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 1339447
Hörbuch:
Level 4.3 - Aufstand im Staat der Kinder
Autor:
Andreas Schlüter, Ausgabe vom 28. April 2008, Audio CD, Verkaufsrang 406510