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| | Buch: | Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können - Gebrauchsanweisungen für das 21 - Jahrhundert |
| Autor: | Michael Braungart, William McDonough, Ausgabe vom Januar 2005, Broschiert, Verkaufsrang 15254 |
| Preis: | 10,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Autos aus Autos? Schuhe als Düngemittel für unsere Balkonblumen? Zukünftig gibt es nur noch zwei Arten von Produkten: Verbrauchsgüter, die vollständig biologisch abgebaut werden können, und Gebrauchsgüter, die sich endlos recyclen lassen. Die Devise lautet: Nicht weniger müssen wir produzieren, sondern verschwenderisch und in technischen und biologischen Kreisläufen. Eine ökologisch-industrielle Revolution steht uns bevor, mit der Natur als Vorbild. Und was die beiden Fachleute in anschaulicher Weise darbieten, ist keineswegs nur graue Theorie, sondern das Ergebnis eigener praktischer Erfahrungen: Michael Braungart und William McDonough erproben seit Jahren mit Firmen wie Ford, Nike, Unilever und BP erfolgreich die Realisierbarkeit ihrer Ideen.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 7 Bewertungen)
Leserkommentare:* Kaufen und lesen! (5 von 5 Punkten) meint K. Trotz sperrigen Titels ein Buch das JEDER gelesen haben sollte. Es ist leicht verständlich und inhaltlich überragend. In Zeiten einer sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise ist es aktueller denn je. Es zeigt der Hausfrau und dem Manager den Weg der Zukunft.
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Dialektik der Aufklärung OA 1947 DE 1969Form Sachbuch Bereich Philosophie Die von Max Horkheimer und Theodor W. R Adorno gemeinsam in den USA geschriebene Dialektik der Aufklärung ist der vermutlich wichtigste Text der kritischen Theorie und ein Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Entstehung: Die Publikationsgeschichte hat dem Text früh eine geheimnisvolle Aura verliehen. 1944 aus Anlass des 50. Geburtstags von Friedrich Pollock (1894-1970) in hektografierter Form publiziert, kursierte lange Zeit nur eine erweiterte Fassung als Raubdruck (Amsterdam 1947). Erst 1969 entschlossen sich die Autoren, den Text weitgehend unverändert wieder zu veröffentlichen. Inhalt: Es gibt wohl kaum eine fulminantere Entlarvung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse und eine in ihrem wortgewaltigen Pathos düsterere Abrechnung mit dem westlichen Fortschrittsglauben als die Dialektik der Aufklärung. Der einzelne Mensch wird gegenüber den ökonomischen Mächten annulliert, vom Apparat verschlungen, zum Teilchen einer unmündigen Masse degradiert. Der verdinglichte Geist stirbt in der Flut von Information und Amüsement ab, wird zur bloßen Ware. Die Kulturindustrie trägt in subtiler Weise dazu bei, sich der eigenen Verdummung und Versklavung nicht einmal mehr bewusst zu werden. So erweist sich "Aufklärung als Massenbetrug". Diese alles beherrschende Form eines bloß instrumentellen Verstandes unterdrückt jenes Subjekt, das sich gerade mittels Verstandes von Mythos und Irrationalität befreien und so zum Herrn über sich selbst machen wollte. Am Bild des an den Mast gefesselten Odysseus verdeutlichen Horkheimer und Adorno den ursprünglichen Zusammenhang der Herrschaft des Verstands und Unterdrückung menschlicher Natur. Die Dialektik der Aufklärung ist nicht nur eine kritische Theorie der modernen Massenkultur, sondern auch radikale Sprach- und Wissenschaftskritik sowie negative Geschichtsphilosophie. Aufklärendes Denken, das untrennbar mit gesellschaftlicher Freiheit verbunden ist, hat in einem dialektischen Prozess die völlige Unfreiheit einer verwalteten Welt hervorgebracht. Dialektik bedeutet hier das (notwendige) Umschlagen einer sich entwickelnden Sache, der Aufklärung, in ihr Gegenteil, in die Unvernunft einer irrationalen Welt. Die dramatische Konsequenz dieser Annahme liegt in der Ausweglosigkeit des erreichten Zustands. Wirkung: Für die deutsche Soziologie war die Dialektik der Aufklärung von prägender Bedeutung, für die Studentenbewegung bildete sie das elektrisierende Manifest der eigenen Revolte. Philosophisch nüchterner ist sie in die breite Kritik an der wissenschaftlichen Rationalität und ihrer Verengung der Vernunft auf instrumentelles Denken einzuordnen. Wenn die beinahe düstere Prophetie und das pessimistische Pathos der Dialektik spätestens im Laufe der 1980er Jahre gleichsam aus der Mode gekommen sind, so wäre dies für die beiden kritischen Denker wohl nur eine Bestätigung ihrer Theorie gewesen. C. S.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 6 Bewertungen)
Leserkommentare:* Ein Klassiker (5 von 5 Punkten) meint A.G. aus Stutengarten, Baden-Württemberg Deutschland Ein Klassiker der modernen Kulturtheorie. Ich verstehe mich selbst nur als Laie, aber allein die Tatsache, dass die einschlägige Literatur immer wieder auf dieses Werk verweist, lässt darauf schließen, dass es sich um ein wichtiges Werk handelt.
Bis jetzt kann ich noch nicht zuviel über den Inhalt sagen, aber für philosophische Maßstäbe liest sich das Buch ganz gut und die Autoren vermitteln wirklich sehr frische und zeitgemäße Gedanken.
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Der Untergang des Abendlandes OA 1918 / 22 (2 Bde.)Form Sachbuch Bereich Philosophie Mit seinem Buch Der Untergang des Abendlandes (Untertitel: Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte) prägte Oswald Spengler das moderne Geschichtsbild nachhaltig. Entstehung: Das Werk entstand aus einer kleineren politischen Schrift Spenglers aus dem Jahr 1911. Im Lauf seiner Recherchen seien ihm die "zuweilen berührten, nie begriffenen" Beziehungen - zwischen Formen der bildenden Künste und des Kriegs, zwischen "politischen und mathematischen Gebilden" - aufgefallen. Spengler setzt sich - wie im Untertitel des Werks angekündigt - zum Ziel, eine Morphologie der Weltgeschichte zu umreißen. Inhalt: Spengler entwirft eine Entwicklungsgeschichte der Kultur, gemäß der alle Hochkulturen (die indische, antike, arabische und abendländische) in ihren "Altersstufen" eine frappierende Parallelität aufweisen. Als Beweis hierfür führt Spengler so genannte "homologe Bildungen" an; hierunter versteht er kulturelle Erscheinungen, deren Entstehung zwar Jahrhunderte auseinander liegt und die sich äußerlich unterscheiden (wie die "antike Plastik und die abendländische Instrumentalmusik, die Pyramide des 4. Dynastie und die gotischen Dome, der indische Buddhismus und der römische Stoizismus"), die aber denselben Platz in der Phasenaufteilung einnehmen. Ähnlich verhält es sich mit dem vom Autor geprägten Begriff der "Gleichzeitigkeit": "Ich nenne gleichzeitig' zwei geschichtliche Tatsachen, die, jede in ihrer Kultur, in genau derselben - relativen - Lage auftreten und also eine genau entsprechende Bedeutung haben. Gleichzeitig vollzieht sich die Entstehung der Ionik und des Barock. Polygnot und Rembrandt, Polyklet und Bach sind Zeitgenossen. Gleichzeitig erscheinen in allen Kulturen die Reformation, der Puritanismus, vor allem die Wende zur Zivilisation." Durch die Einordnung solcher funktionsgleicher "Tatsachen" in die entsprechenden historischen Epochen der vier Kulturen entsteht ein komplexes Raster von jeweils "gleichzeitigen" Geistes-, Kunst- und politischen Epochen. Diese Interpretation, die als eine der frühsten Erscheinungen der strukturalistischen Methode gelten darf, hat nach Spenglers Ansicht nicht nur den Vorteil, dass man im Stil eines Paläontologen die fehlenden Stücke des Entwicklungspuzzles verschollener Kulturen rekonstruieren, sondern auch die Weiterentwicklung einer bestehenden Kultur, namentlich der abendländischen, vorherbestimmen könne. So sagt Spengler für das westliche Europa nach der momentanen "Herrschaft des Geldes" (der "Demokratie") die "Ausbildung des Cäsarismus" und den "zunehmend primitive(n) Charakter der politischen Formen" voraus. Aufbau: In der sprachlichen Ausführung bisweilen brillant, scheint die Analyse jeder Chronologie und Systematik zu entbehren. Die teilweise künstlich anmutenden Definitionen und Periodisierungen der behandelten Kulturen erscheinen willkürlich eingestreut. Auf der anderen Seite untermauert Spengler seine Argumentation mit Erklärungen philosophischer Begriffe wie Ausdehnung, Zeit, Raum, Takt und Tempo sowie mit der Unterscheidung der Prinzipien des Schicksals und der Kausalität in der Geschichtsschreibung. Beeindruckend ist die Vorgehensweise Spenglers, in einzelnen Kapiteln nicht nur den bildenden Künsten und den Staatsstrukturen, sondern auch dem mathematischen Wissen der einzelnen Kulturen eine besondere Bedeutung beizumessen. Als wichtigstes Unterscheidungskriterium zwischen Kulturen kommt Spenglers Vorstellung von Kulturseelen zum Tragen. So sei die antike Kultur in ihrem Wesen apollinisch, die ägyptische mystisch, die abendländische in ihrem Streben nach dem Unendlichen faustisch. Bestimmender als dieser Seelencharakter sei indes die unaufhaltsame Entwicklung einer Kultur hin zur Zivilisation, mit der Spengler den Verfall des abstrakten Denkens, die schaffende Kunst sowie den geordneten Staat verbindet. Wirkung: Die deutlich fatalistische, antidemokratische und daher letztlich konventionelle Zivilisationskritik Spenglers erfuhr in rechten Kreisen der Weimarer Republik den größten Zuspruch und verzerrte das Gesamtbild des Werks bis heute. B. A.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 18 Bewertungen)
Leserkommentare:* Fundiert und noch immer Top-Aktuell (5 von 5 Punkten) meint P.W. Spengler versucht zu beweisen dass alle grossen menschlichen Zivilisationen ein ähnliches Entwicklungsschema aufweisen.
Grundlage ist die Idee dass eine Zivilisation einen Prozess durchlebt, ähnlich dem Lebensprozess eines Menschen.
Geburt - Wachstum - Produktivität - Senilität - Tod.
Die Idee dieses Prozesses ist nicht neu, aber Spengler hat es soweit ich weiss zum ersten mal in dieser fundierten Form und mit zahlreichen
zusätzlichen Basis-Überlegungen auf Papier gebracht.
Grundlage für die Überlegungen bieten die Zivilisationen der Griechen / Römer / Chinesen / Inder und unsere "faustische" Zivilisation.
Dabei versucht Spengler anhand der Mathematik/Kunst/Spiritualität/Religion/Kunst etc etc einen Vergleich zwischen den verschiedenen Kulturen zu ziehen.
Dabei wird klar dass unserer faustischen Kultur grundsätzlich andere Werten und Betrachtungsweisen innewohnen als beispielsweise der indischen,chinesischen oder griechischen.
Dies ist noch nicht verwunderlich, verwunderlich ist dass trotz all der Verschiedenheit jeder Kultur/Zivilisation ein gewisser "Lebensplan" zugrunde liegt.
So etwas wie eine biologische Uhr die tickt.
Nach Spengler durchleben wir in der faustischen Zivilisation gerade die letzte Phase, und bis ins Jahr 2200 wird unsere Kultur in dieser Form untergegangen sein.
Wohlgemerkt: Spengler ist kein Untergangs-Prophet.
Sein Werk würde ich als geschichts-philosophisch betrachten.
Und auch wenn es bereits 90 Jahre alt ist so sind die Betrachtungen und Schlüsse in keinster Weise veraltet.
Im Gegenteil: es wird klar wie stark das Schicksal einer Zivilisation vom Grund-Denken eines Menschenschlages bestimmt wird.
Einem Grund-Denken dass sich in dunkler Vorzeit gebildet hat, vor Jahrtausenden, und weiterbesteht ohne dass dieser Zusammenhang in der Zivilsation wirklich zum Ausdruck käme, respektive ohne dass sich die einzelnen Teile einer Kultur, der einzelne Mensch, darüber im klaren wären.
Insofern ist Spenglers Werk ein Aufklärungswerk und jedem zu empfehlen der sich Gedanken über unsere Zivilisation macht.
Es ist interdisziplinär und wirkt in folgenden Disziplinen: Meta-Mathematik / Geschichte / Philosophie / Soziologie / Ahnenkunde / Psychologie / Zukunftsforschung / Kunstgeschichte etc.
Kantianer aufgepasst, Spengler ist ein Goethianer.
Er versucht zu erkennen, nicht zu verlogifizieren.
Das Buch kann vom Laien verstanden werden.
Spengler bleibt in der Sprache klar und bemüht sich um Verständlichkeit.
Ein Studium der Geschichte wäre natürlich vorteilhaft, aber rudimentäres Wissen über die Gesamt-Zusammenhänge genügen auch.
Kein leichtfertiges Werk.
Zu Empfehlen?
Auf jeden Fall.
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"Hier schreibt einer über Heidegger ohne Zorn und ohne schülerhafte Demut, mit einer soliden Distanz: die also schweigt, wo es nur Vermutungen gäbe, die kritisiert, ohne zu denunzieren, die ironisiert, ohne zu lästern, und breitet hin und wieder die Arme aus und sagt: So ist es eben." Die Zeit
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 9 Bewertungen)
Leserkommentare:* heidegger verstehen (5 von 5 Punkten) meint B.F. Sein und Zeit zu lesen ist für Anfänger schwer wenn nicht gar unmöglich.Safranskis Buch bietet mehr als eine Einführung in Martin Heideggers Denken.Ebenso wird das Handwerkszeug Heideggers verständlich, d.h. vor allem die phänomenologische Methode Husserls.Daher ist das Buch für Anfänger UND Kenner eine geeignete Lektüre, die durch Klarheit, Verständlichkeit und/deswegen auch Anspruch.
Sehr empfehlenswert!
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Roland Barthes (1915-1980), einer der bedeutendsten Kritiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist als einer der Initiatoren und Vorkämpfer der semiologischen Revolution bekannt geworden - und für ein Werk, in dem sich biographisches Material und wissenschaftlicher Ansatz miteinander verflechten. Einen heute relativ unbekannten Teil seines Werkes verfaßte er in den fünfziger Jahren. Zu dieser Zeit war Roland Barthes aktiv beteiligt an der Gründung und dem Erscheinen der Zeitschrift "Teatre populaire", eines ebenso ästhetischen wie politischen Phänomens. Anfang der sechziger Jahre gibt Barthes das Theater auf, er besucht es nicht mehr, er schreibt so gut wie keinen Artikel mehr über Aufführungen. Aber er ist langfristig von seiner Erfahrung geprägt: "Im Herzen meines Werks, das Theater".
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Semiologie Dekonstruktion Autobiographie (5 von 5 Punkten) meint . R. Barthes Reich der Zeichen ist eine schöne Erzählung über die japanische Welt der Zeichen, die Zeichen der Zeit wie die Zeichen der Schrift, ein kleines Buch als auch autobiographische Schrift eines Europäers in einer nicht lesbaren Welt, einer illisiblen Textwelt (vgl. Derrida), die der Autor wie der Leser erst textsemiotisch erschließen muß. Die ganz persönlichen Spuren eines europäischen Denkers durch die geheimnisvolle Welt der Zeichen, der Symbole, der Metaphern, der Architekturen. Zum Vergleich möchte ich hier noch hinweisen auf eine Textarchitektur in und aus Wien als ein ebensolches und gleichzeitig sehr anderes Reich der Zeichen(=Sem): Concic, G.A.: Semeion Aoristicon oder zur Autobiographie Sem Schauns. Wien 1994ff.; hier wie dort wird das Zeichen, das Sem, zum tragenden Element für den Leser, die Leserin, die durch den Text wandern und die Architexturen bestaunen. Peter Iser, Genf |
| | Buch: | Werke und Nachlaß - Kritische Gesamtausgabe: Band 19: Über den Begriff der Geschichte |
| Autor: | Walter Benjamin, Ausgabe vom 19. Juli 2010, Gebunden, Verkaufsrang 210023 |
| Preis: | 34,80 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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| Die Aufzeichnungen Walter Benjamins Über den Begriff der Geschichte, an denen er bis zum Frühjahr 1940 schrieb, sind zugleich nüchterne Bilanz eines leidenschaftlichen Intellektuellen und steile Konstruktion eines kühlen Theoretikers. Der Intellektuelle legt Rechenschaft darüber ab, wie es um das altehrwürdige Unternehmen, die Welt in eine menschenwürdigere zu transformieren, bestellt ist - zumal in einer Zeit, in der die Kräfte, denen man dies bislang zugetraut hatte, zerfallen und die Hoffnungen zerstört sind. Der Theoretiker nimmt dies zum Anlaß, die verheerenden Folgen der bisherigen Geschichtsphilosophie aufzudecken und eine Alternative zu entwerfen, die die Kritik am linearen Fortschritt nicht mehr allein dem Irrationalismus überläßt. Diese Kritik hat bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt, ebensowenig wie die daraus abgeleitete Erkenntnis, daß die Katastrophe nicht der Ausnahmezustand ist, sondern die Regel. In der neuen Edition werden alle Fassungen der "geschichtsphilosophischen Thesen" integral abgedruckt - darunter eine nicht abgeschlossene, von Benjamin selbst verfaßte französische Version. Zusammen mit sämtlichen Vorstufen und weiteren Texten bieten sie eine umfassende Dokumentation des Entstehungsprozesses. Darüber hinaus werden die französische Fassung und das sogenannte Hannah-Arendt-Manuskript vollständig als vierfarbige Faksimiles gegeben. Die Edition zeigt, mit welcher Intensität Benjamin bis zum Schluß an seinem philosophischen "Vermächtnis" gearbeitet hat. Und sie eröffnet eine neue Deutungsperspektive: Über den Begriff der Geschichte, so wird hier erstmals sichtbar, ist kein abgeschlossenes Werk, sondern ein klassisches work in progress. |
| | Buch: | Quellen des Selbst: Die Entstehung der neuzeitlichen Identität (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) |
| Autor: | Charles Taylor, Ausgabe vom 27. Febr. 1996, Taschenbuch, Verkaufsrang 51631 |
| Preis: | 22,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Charles Taylor ist Professor of Political Science and Philosophy an der McGill University in Montreal.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Leserkommentare:* Charles Taylor Arbeit gegen den Gedächtnisverlust der Modern (5 von 5 Punkten) meint . In einer Welt der Unübersichtlichkeiten und der Sehnsucht nach Identitätsgewißheiten versucht der kanadische Sozialphilosoph Charles Taylor in seinem 900 Seiten starken Werk die Geschichte der neuzeitlichen Identität durch Beschreibung ihrer Genese zu bestimmen. So sind für ihn die einstig moralischen Ideale zur Travestie verkommen:er zeigt beispielsweise auf, daß die zentrale Idee von der menschlichen Freiheit in einen Individualismus der Selbstverwirklichung gemündet ist, die eine Gesellschaft der Gleichgültigen hervorgebracht hat. Ohne ein Wissen um uns selbst sind wir nichts. Dieses Wissen ist dem Menschen für Taylor abhanden gekommen. Das Wissen um die Quellen, aus denen sich unser Selbst nährt, ist versiegt. Denn zu wissen wer man ist braucht mehr als Name und Herkunft. Ziel Taylors:eine Rekonstruktion dieses Wissens und zugleich eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Moderne. Dieses Monumentalwerk schafft es, die gewichtigen Umgestaltungen unserer Kultur und Gesellschaft der letzten drei bis vier Jahrhunderte zu begreifen, und uns dadurch auch selbst zu verstehen. So rollt er vor dem Leser das gesamte metaphysische, philosophische und kulturelle Erbe der Neuzeit aus, buchstäblich all ihre "Quellen", um den heute drohenden Gdächtnisschwund der Moderne entgegenzuwirken. Er will unseren hedonistischen, dem Spiel der Eitelkeiten verfallenen westlichen Gesellschaften zeigen, daß die Moderne voller "Güter" ist und er zeigt damit zugleich, daß auch unser heutiges, vermeintlich individuelles Handeln sehr wohl durch den Wertekanon der Moderne motiviert ist und erst dadurch seinen Ort findet. Der Leser dieses Werkes findet hier eine höchst komplexe Darstellung abendländischer, besonders neuzeitlicher Kultur.
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| | Buch: | Gerechtigkeit als Fairneß: Ein Neuentwurf (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) |
| Autor: | John Rawls, Ausgabe vom 27. März 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 58646 |
| Preis: | 12,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Buchnotiz zu : Die Zeit, 08.05.2003 Ob man nun für "Umbau, Abbau oder Ausbau" sei, ausnahmslos alle Beteiligten am Diskurs um Sozialreformen argumentieren für die unterschiedlichsten Positionen mit dem "Verweis auf Gebote der Gerechtigkeit". So scheint es für Rainer Forst an der Zeit zu sein, den Philosophen John Rawls zu lesen, um endlich zu erfahren, was "politische und soziale Gerechtigkeit" denn eigentlich heißt. Bei dem vorliegenden Band handele es sich um eine Neufassung Rawls' "Theorie der Gerechtigkeit" von 1971, die er zeit seines Lebens weiterentwickelte. Rawls' zentrale Idee sei, "dass die Gesellschaft ein faires System der Kooperation sein solle, das von allgemein geteilten Prinzipien geregelt wird." Diese Prinzipien bedeuten aber nicht bloße "Umverteilung", sondern sollen Strukturen "reiner Hintergrund-Verfahrensgerechtigkeit" herstellen können. Wesentliche Unterschiede zwischen der philosophischen Theorie und politischer Realität sieht Forst darin, dass Rawls verlangt, "wenn Güter ungleich verteilt werden, dann darf dies nur so geschehen, dass es den am schlechtesten Gestellten den größtmöglichsten Vorteil bringt." Gleichzeitig fühle sich Rawls aber auch nicht dazu berufen ein "praktisches Rezept für die Reform des Sozialstaats" zu liefern, aber nach der Lektüre sei einem auf jeden Fall "klarer", wann eine "Art der Politik das Prädikat 'gerecht'" verdiene, resümiert Forst. © Perlentaucher Medien GmbH Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003 Mit seinem letzten Werk hat der 2002 verstorbene John Rawls das Buch beendet, das vor mehr als drei Jahrzehnten seinen Ruf begründete, schreibt Martin Bauer. Denn in "Gerechtigkeit als Fairness" entwerfe er noch einmal, Kritiken aufgreifend und den eigenen Ansatz überdenkend, die Prinzipien seiner Gerechtigkeitstheorie, die er in "A Theory of Justice" erstmals formulierte. Demnach ist die Grundlage für eine gerechte Gesellschaft in den Modalitäten eines ideellen Gesprächs zu suchen, in dem sich die Beteiligten in auferlegter Ungewissheit über ihre eigene Identität und Stellung innerhalb der Gemeinschaft auf eine institutionelle Ordnung einigen. Indem er solchermaßen die "Gerechtigkeit des Gesellschaftsvertrages" mit der "Fairness des Verfahrens" begründe, erweise sich Rawls als Konstruktivist kant'scher Prägung. Bauer hebt hervor, dass Rawls, in Abgrenzung zum metaphysisch umfassenden Ansatz des ersten Buches, "ein praktisch-politisches Plädoyer für einen egalitär akzentuierten Liberalismus" verfasst hat. Er lobt außerdem die Übersetzung des Buches, in dem "jeder Satz argumentativen Scharfsinn, systematische Strenge und bürgerschaftliches Ethos versöhnt". Allerdings - und bedauerlicherweise - sei die Ethik des Amerikaners, die "menschliches Glück und soziale Existenz verwebt" sehen wolle, gegenwärtig passé; die Bürger verlangt es zuallererst nach Sicherheit, und so ist "nicht der milde John Rawls, sondern der trockene Thomas Hobbes der Mann der Stunde", glaubt unser Rezensent. © Perlentaucher Medien GmbH
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Den Liberalismus auf eine zukunftfähige Basis stellen (5 von 5 Punkten) meint J.G. John Rawls entwirft in diesem Buch ein völlig neu fundiertes, liberales Gesellschaftsmodell. Jenseits der unmenschlichen Auswüchse radikaler Marktmodelle (wie in Europa des 19. Jahrhunderts oder auch in den sich entwickelnden Staaten der dritten Welt) entwirft Rawls ein Modell, welches die Fairneß ins Zentrum der Überlegungen stellt.
Die Fairness fordert insbesondere Zugangsmöglichkeiten aller zu politischen und wirtschaftlichen Institutionen; d.h. die Gewährleistung von Chancen ist sicherzustellen. Dem Staat werden somit anstatt weitgehender verteilungspolitischer Aufgaben, in erster Linie ordnungspolitische Aufgaben zugewiesen. Natürlich werden dabei die wesentlichen Erfolge des Liberalismus wie persönliche Freiheit, Rechtssicherheit und rechtliche Gleichstellung weiterhin betont. Es werden darüber hinaus jedoch auch Grundprinzipien des politischen Konsenses moderner Gesellschaften, insbesondere die Forderung nach Gerechtigkeit in wirtschaftlichen Fragen, welche sich erst nach der Hoch-Zeit des klassischen Liberalismus etablierten, mit aufgenommen.
Methodisch lehnt Rawls die wirklichkeitsfernen Modelle der klassischen liberalen Denker wie die 'Urgesellschaft' ab und bezieht sich konsequent auf reale, moderne Gesellschaften. Damit gelingt es ihm, dem Liberalismus ein neues, zukunftfähiges Fundament zu geben, welches ihm erlauben, Antworten auf Probleme moderner Staaten, insbesondere der Überforderung etwa im Bereich Versorgung, zu geben.
Insgesamt eröffnet Rawls dem Liberalismus durch seinen Neuentwurf, sich als ein Gesellschaftmodell des 21. Jahrhunderts neu zu etablieren. |
| | Buch: | Recht und Moral: Texte zur Rechtsphilosophie |
| | Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 53164 |
| Preis: | 7,80 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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| Norbert Hoerster, geboren 1937, lehrte von 1974 bis 1998 Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Mainz. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Ethik und Rechtsphilosophie, u. a.: "Klassische Texte zur Staatsphilosophie" (Hrsg., 10. Aufl. 1999, dtv 30147); "Klassische Texte zur Ethik" (Hrsg. zus. mit D. Birnbacher, 11. Aufl. 2000, dtv 30096). |
| | Buch: | Philosophie der Gerechtigkeit: Texte von der Antike bis zur Gegenwart (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) |
| | Ausgabe vom 24. Juni 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 119054 |
| Preis: | 17,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Studium von Philosophie, Griechisch und Theologie in Freiburg, München und Paris; Promotion 1993 in München: Habilitation 1999 in Tübingen. 2000-2001 Professor für Philosophie an der Universität Gießen. Seit 2001 Professor für Antike und Praktische Philosophie in Bonn. 2003-2004: Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Funktionen: Herausgeber Archiv für Geschichte der Philosophie (mit W. Bartuschat, Hamburg, und Christia Mercer, New York); Geschäftsführer der Gesellschaft für antike Philosophie e.V. (GANPH); Direktoriumsmitglied des Instituts für Wissenschaft und Ethik e.V., Bonn; Mitherausgeber der Augustinus-Werkausgabe Buchpublikationen (Auswahl): Selbständige Bücher - Plotin über Sein, Zahl und Einheit. Eine Studie zu den systematischen Grundlagen der Enneaden, Stuttgart/Leipzig 1995: Verlag B.G. Teubner, Reihe ‘Beiträge zur Altertumskunde’, Bd. 62. - Augustinus, München 1995: Verlag C.H. Beck, Reihe DENKER (ital. Übers. Bologna 2005). - Paradigmen mittelalterlicher Philosophie, Kurseinheit 1: Augustinus, Studientext für die Fern-Universität Hagen, 1997, 148 S. - Antike Lebenskunst. Glück und Moral von Sokrates bis zu den Neuplatonikern, München 1998: Verlag C.H. Beck, Beck’sche Reihe 1271. - Einführung in die Politische Philosophie, Darmstadt 2003: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. - Grundlegende Güter. Untersuchungen zu einer handlungsteleologischen Ethik (Habilitationsschrift in Manuskriptform). Herausgegebene Bücher - Augustinus, De civitate dei (Reihe ‚Klassiker Auslegen‘, Bd. 11), Berlin 1997: Akademie Verlag. - (mit Christof Rapp, Hgg.) Wörterbuch der antiken Philosophie, München 2002: Verlag C.H. Beck. - (mit Nico Scarano, Hgg.) Philosophie der Gerechtigkeit. Texte von der Antike bis zur Gegenwart, Frankfurt a.M.: Suhrkamp (stw 1563) 2002. - (mit Dieter Schönecker) Groundwork for the Metaphysics of Morals. New Essays, Berlin/ New York: de Gruyter: 2006. - (mit Ada Neschke) Politischer Aristotelismus. Hauptstationen seiner Rezeption vom Hellenismus bis zum 19. Jahrhundert, Stuttgart/Weimar 2007 (im Erscheinen).
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Leserkommentare:* Eine essenzielle Sammlung (5 von 5 Punkten) meint E.C. Dieses Werk ist für jede Person unentbehrlich, die sich über die Gerechtigkeitsdebatten in der europäischen Geistesgeschichte interessiert. Besonders instruktiv sind die Überblickstexte, die in die jeweiligen Epochen einführen. Die Ausschnitte aus philosophischen Werken sind gut gewählt und geben einen schönen Einblick nicht nur in den Inhalt der Debatten, sondern auch in die Art des Philosophierens.
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