Aus der Amazon.de-Redaktion In den USA des 21. Jahrhunderts rafft ein Virus namens Enzephalitis 16 fast alle Männer, darunter auch den Präsidenten der USA, dahin. Sarah Bedford, die neue Präsidentin der USA, beginnt eine feministische Diktatur zu errichten, die nach denselben Regeln funktioniert, nach der zuvor Frauen von Männern unterdrückt wurden. Währenddessen wird der Erzähler Dr. Martinelli vom Helsingforth-Konzern engagiert, in Blueville ein Laboratorium für virologische Forschungen zu leiten und ein Gegenmittel zu entwerfen. Damit gehört er zu einer Gruppe von geschützten Männern, die von der Welt in einer Art Lager isoliert sind. Das Lager ist nach einem rassistischen Kastensystem organisiert: "Ich komme mir wie ein farbiger Leutnant vor, der eine Abteilung weißer Soldaten befehligt. Man gehorcht mir und verachtet mich." Die tagebuchartigen Notizen bieten eine augezeichnete Innensicht der Diktatur und beschreiben mit vielen Nuancen die schwierigen Beziehungen der Geschlechter untereinander: "Es gibt nichts Unschuldiges mehr, keine Haltung, keine einzige Geste, keinen Blick. Sogar der Blick, der den anderen meidet, wird verdächtig." Das Leben im Lager wird zum Spiegelbild der menschenunwürdigen politischen Ereignisse. Martinelli beschreibt Ausflüge, bei denen zwei bewaffnete Milizionärinnen dabei sein müssen, den gegenseitigen Haß zwischen seinen Mitarbeitern und ihm oder auch ein briefliches Duell mit der scheinbar übermächtigen Direktorin Hilda Helsingforth. Politische Hintergründe ergänzen die Reflektionen Martinellis: Berichte über die Entmachtung der Presse, Gleichschaltung des Kongresses oder bizarre neue Kasten, die in diesem politischen Klima enstehen. Als der Helsingforth Konzern das lebensrettende Serum nicht mehr wirklich produzieren will, wird Martinelli mit dem Geheimbund des WIR bekannt gemacht, einer Widerstandsgruppe, die mit Hilfe des Serums die Diktatur stürzen will. Eine spannende Handlung, immer wieder genaue psychologische Reflexionen, unerwartete Wendungen, Geheimnisse und Enthüllungen und am Ende ein packendes Katz- und Mausspiel, in dem kein Unsicherheitsfaktor ausgespart wird, sorgen in diesem Buch für ein ungetrübtes Lesevergnügen. Reizvoll ist der Roman vor allem durch die Außenseiterposition des Erzählers, dessen geschärftes kritisches Bewußtsein genaue Beschreibungen auch der undurchschaubarsten politischen Hintergründe garantiert. Die Ereignisse sind so facettenreich und bieten so viele interessante zwischenmenschliche Details, daß der Roman trotz seiner 430 Seiten nie langweilig wird. Im größtenteils anspruchlosen Science-fiction Dschungel ist Die geschützten Männer eine positive Überraschung, will er doch offenbar durch Darstellung einer feministischen Diktatur Unterdrückungsmechanismen in der heutigen Zeit bloßlegen und für eine wahre Gleichheit der Geschlechter plädieren. -Christoph Steven
Buch:
Die verfallene Festung - Roman - ( Bibliothek der phantastischen Abenteuer).
Autor:
Joyce Ballou Gregorian, Ausgabe vom Okt. 1993, Broschiert, Verkaufsrang 1108977
Buch:
Die zerbrochene Zitadelle - Roman - ( Bibliothek der phantastischen Abenteuer).
Autor:
Joyce Ballou Gregorian, Ausgabe vom Okt. 1993, Broschiert, Verkaufsrang 1117705
Buch:
Das Böse kommt auf leisen Sohlen
Autor:
Ray Bradbury, Ausgabe vom Juni 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 75503
Aus der Amazon.de-Redaktion Mit seinem Roman Die Abenteuer des Tom Sawyer (1876) schuf Mark Twain den amerikanischen Klassiker und etablierte das Sujet Kindheit und Jugend im ländlichen Amerika als eines der großen Themen der amerikanischen Literatur. Nachwirkungen dieses Buches finden sich im Genre der Fantastik in der Neuzeit noch in Büchern wie Stephen Kings Es oder Dan Simmons' Summer of Night wieder. Ein moderner Klassiker zu diesem Thema ist Das Böse kommt auf leisen Sohlen (1962) von Ray Bradbury, ein Roman, dessen Einfluss auf die oben genannten Autoren und Werke nicht unterschätzt werden sollte. Eines Nachts kommt heimlich und verstohlen ein Jahrmarkt in eine kleine Stadt in Illinois, die identisch ist mit Green Town in Bradburys autobiografischem Episodenroman Löwenzahnwein, und schlägt seine Zelte auf. William "Bill" Halloway und James "Jim" Nightshade, zwei Jungs aus der Stadt, spüren als erste, dass mit dem Jahrmarkt etwas nicht geheuer ist: Traumfiguren wandeln unerkannt unter den Bewohnern der Stadt, und nur die Jugendlichen können sie erkennen, während die Erwachsenen dem Phänomen kaum Beachtung schenken. Die heimlichen bösen Wünsche der Stadtbewohner gehen in Erfüllung, ein Karussell verwandelt Kinder in Greise und Greise in Kinder und der Jahrmarkt selbst stiehlt die Seelen der Menschen. Jim und Bill nehmen den Kampf gegen die Zirkusdirektoren G. M. Dark und J. C. Cooger auf. Hilfe finden sie in der Bibliothek, wo Charles Halloway arbeitet, Williams Vater. Ray Bradburys unheimlicher Roman hat deutlich allegorischen Charakter (wofür das Buch oft kritisiert wurde), die handelnden Personen sind wenig mehr als Symbole und Metaphern, die Schilderungen des ländlichen Kleinstadtlebens ebenso verklärt wie die der Bibliothek, ein gotisches Schloss des Wissens, dessen Bücher die Lösung zu allen Problemen zu enthalten scheinen (man vergleiche dazu auch Bradburys Fahrenheit 451, wo Bücher von der Regierung als subversiv verboten werden, da ihr Inhalt die Fantasie der Bürger anregen und sie auf dumme Gedanken bringen könnte). Und dennoch - der Roman beinhaltet bei allen Schwächen einige wahrhaft magische und unheimliche Momente, die die Lektüre zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. -Joachim Körber 1
Buch:
Der Schatten des Satans - Phantastischer Roman
Autor:
Stafan Grabinski, Ausgabe vom Aug. 1997, Gebunden, Verkaufsrang 1591525
Buch:
Schule des Schreckens
Autor:
John Saul, Ausgabe vom 1993, Taschenbuch, Verkaufsrang 800839