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FLOATING Floating, der Titel trifft es ganz genau: die neue CD von Ketil Bjornstad ist wie ein warmes, fließendes Gewässer. Die Töne treiben sacht und hell, sind wach und machen ruhig - ein aufmerksames Atmen, der klare Blick in eine Sonnenlandschaft. Der erfolgreiche Pianist aus Norwegen hat sich zum ersten mal für eine intime Triobesetzung entschieden. Mit Palle Danielsson (Bass) und Marilyn Mazur (Schlagzeug/Percussion) erzeugt er sinnliche Bilder, tänzelnd oder getragen, mit einem feinen Hauch von Melodramatik, mit Anleihen aus klassischer Romantik. Alles an seiner Musik ist diesmal freundlich und anschmiegsam, Bjornstads Lieblingstonart ist A-Moll: unaufdringlich und lichterfüllt. Das Trio spielt melodischen Jazz mit schlichten, einprägsamen Themen, das Meiste wird von zartem Volksliedcharakter durchzogen. Improvisation geschieht, bis auf einige (sehr schöne) Soloeinlagen von Palle Danielsson, ganz nebenbei: Ketil Bjornstad spielt im Grunde immer Melodie, die Grenze zur freien Interpretation verschwimmt, bleibt beinahe unerkannt. Bei aller Eleganz zeigt das poetische Konzept nach einer Weile doch leichte Abnutzungseffekte - zuwenig Abwechslung? Zuwenig packende Momente? Es ähnelt sich dann doch vieles. Floating, sehr gut produziert, wirkt positiver und leichter als frühere Aufnahmen; ein Quäntchen mehr pianistische Fantasie und musikalische Brillanz, dann wäre es ganz wunderbar. -Katharina Lohmann
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THE NEST Nicht eben ein erstklassiger Flügel, und auch Ketil Bjornstads ungehobelte Anschlagtechnik wirft Fragen auf, aber vielleicht ist gerade das der Charme, vielleicht bringt das umso mehr seine Seele in den Mittelpunkt. Bedrückt scheint er zu sein, eine gewisse Ausweglosigkeit schwingt in den Elegien des Norwegers, der sich einem zurückhaltenden, sparsamen Stil verschrieben hat. Wunderschöne, romantische Melodien, Klavier mal mit, mal ohne Gesang (Anneli Drecker), eine Geige dazu, E-Gitarre (Eivind Aarset) und Synthesizer manchmal auch und sehr im Hintergrund. Klassische Romantik ist überhaupt das Schlagwort; dazu kommen ein bisschen Pop und Folklore. Als Filmmusik würde The Nest schlagartig und erfolgreich durchgehen. Für sich allein genommen sind die Miniaturstückchen ein wenig dünn - irgendetwas fehlt. Mehr Arrangement hätte möglicherweise gut getan, aber das wäre nicht in Bjornstads Sinn gewesen - er mag es reduziert und simpel. Vielleicht liegt es auch an der Stimmung: einsilbig, irgendwie mut- und kraftlos. Ketil Bjornstad mag ein trauriger Mensch sein, in diesem Sinne ist die Aufnahme allerdings authentisch und überzeugend. Ketil Bjornstad ist Komponist, Pianist und Buchautor. Mit 16 begann seine Karriere als Solist des Philharmonischen Orchesters von Oslo. Zur selben Zeit wandte er sich dem Jazz zu, hatte 1973 seine erste Plattenproduktion mit Jon Eberson, Arild Anderson und Jon Christensen für ECM. Seitdem hat es unter Bjornstads Namen etliche Aufnahmen für das renommierte Label gegeben. Neben den eigenen Projekten schrieb Bjornstad ein Oratorium im Auftrag des norwegischen Königshauses und übrigens auch Filmmusik, für den französischen Regisseur Jean-Luc Godard. -Katharina Lohmann
Charlie Haden, Gonzalo Rubalcaba, Audio CD, Verkaufsrang 1679
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Aus der Amazon.de-Redaktion Ein ganz introvertiertes Werk - Land Of The Sun ist die zweite Co-Produktion von Charlie Haden und Gonzalo Rubalcaba, und ähnlich wie beim Vorgänger Nocturne geht es um Intimität, um eine Ästhetik die sich aus feinsinniger Begleitung und liedhafter Melodik nährt. Die Vorlagen stammen überwiegend von José Sabre Marroquins, einem mexikanischen Komponisten, der sowohl Popular- als auch klassische Musik schrieb; bereits auf Nocturne stellte Haden eines seiner Stücke vor. Der Bassist möchte die sanfte, balladeske Seite lateinamerikanischer Musik zum Vorschein bringen, die, wie er sagt, kaum einer kennt. Wer könnte das eleganter umsetzen als Pianissimo-Experte Gonzalo Rubalcaba: die Arrangements des kubanischen Ausnahmepianisten sind sensibel und romantisch, tragen dabei allesamt Rubalcabas unverkennbare Handschrift. Als Gastmusiker wurden unter anderem Oriente López (Flöte) und Michael Rodríguez (Trompete) engagiert. Ihre Instrumente unterstreichen die mexikanische Herkunft der Songs, dezent und luftig, wie überhaupt alles auf Land Of The Sun: das liebevoll verhaltene Spiel aller Beteiligten macht neben den Arrangements den ganzen Charme dieser Aufnahme aus - manche Phrasen artikulieren sie so hauchwarm und zart, beinahe als wären sie gar nicht da. Melodie und Improvisation gehen meistens lautlos ineinander über, bilden schlichte Traumsequenzen an der Grenze zwischen Jazz, Folklore und Klassik. Manchmal denkt man, ob dieser oder jener Song nicht doch im Orchester besser wirken könnte? Aber Haden belässt es bei Kammermusik, lässt die Herzen der Musiker sich verströmen und macht dieses Album zu einem sehr persönlichen Charakterstück. -Katharina Lohmann 1