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RAIN DOGS Dieses erste Album der Trilogie, zu der auch Swordfishtrombones und Franks Wild Years gehören, ist das insgesamt beste von Tom Waits. Die 19 Songs sind erstklassig - düstere Geschichten, die das Nachtleben schrieb ("9th and Hennepin", "Singapore"), Porträts kleiner Gauner ("Gun Street Girl", "Union Square") oder die Philosophie der Straße ("Blind Love", "Time"). Außerdem findet sich hier auch die ursprüngliche Fassung von "Downtown Train", das Rod Stewart zum Megahit machte. Das Bild der Rain Dogs, Tiere die nicht mehr nach Hause finden, weil der Regen ihren Geruch weggewaschen hat - ist ein passendes Symbol für all die Charaktere, die Tom Waits über die Jahre zum Leben erweckt hat. Und auch dieses Album bleibt von all seinen bisherigen am besten in Erinnerung. -Daniel Durchholz
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BOTH SIDES NOW Joni Mitchell hat lange Zeit in die Welt des Jazz hineingeschnuppert, sich dabei mit Leuten wie Charles Mingus, Jaco Pastorius und Wayne Shorter verbündet und Elemente dieser Fusion in ihre gewagteren Aufnahmen übernommen. Both Sides Now nähert sich dem Jazz jedoch von einer anderen Perspektive als die vergleichbaren experimentellen Stücke von Mingus und The Hissing of Summer Lawns. Hier tritt Joni als Chanteuse auf, die sich mit rauchiger Stimme an Klassiker wie "At Last", "Sometimes I'm Happy" und "Stormy Weather" heranwagt. Die ausgiebigen Pop-Arrangements, die all dies einhüllen, orientieren sich stark an Nelson Riddle und Gordon Jenkins, obwohl einige von einem pompösen in einen eher zurückhaltenden Stil überwechseln. Hier ist alles auf die Sängerin Mitchell konzentriert, und sie entfaltet ihre totale Hingabe an die Musik. Sie hat den Biss und die Begabung, solche Brocken zu bewältigen, aber phasenweise scheint diese illustre Ahnentafel sie doch ein wenig einzuschüchtern. Zwei von Mitchells eigenen Songs werden hier noch einmal wiederbelebt: "A Case Of You" und der Titeltrack. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich: Der erste erhält eine neue Aussagekraft, der zweite scheint wie ein heranwachsender Jugendlicher inmitten einer erwachsenen, gereiften Umgebung. Alles in allem ist Both Sides Now eher wie ein Gruß zum Valentinstag an die klassische Popmusik von einer Frau, die es wagen könnte und sollte, eigene Markenzeichen zu entwickeln. -Steven Stolder
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SWORDFISHTROMBONES Auf diesem ersten Album einer losen Trilogie, zu der noch Rain Dogs und Franks Wild Years gehören, schlug Tom Waits eine völlig neue Richtung ein. Seine Avantgarde-Ambitionen zeigten sich jedoch nicht in seinen Texten oder den Inhalten - es geht hier, wie auch auf seinen früheren Alben, um das harte Leben von vom Wege abgekommenen Menschen und deren Träume von einem besseren Leben -, sondern in der Musik, die irgendwo zwischen deutscher Cabaretmusik aus der Zeit zwischen den Weltkriegen und moderner Manhattan-Rush-Hour anzusiedeln ist. Ausgefallene Taktbezeichnungen, ungewöhnliche Instrumentierungen (u.a. Glasharmonikas und Bremstrommeln) und Tom Waits bellende Stimme machen dies zu einem seiner individualistischsten und anspruchsvollsten Alben. -Daniel Durchholz
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TEN NEW SONGS Wo war Leonhard Cohen während der letzten neun Jahre? Der legendäre Songwriter hatte sich lange Jahre in ein Zen-Kloster zurückgezogen, hört man, und dort die Texte dieses Albums verfasst, immer wieder umgeschrieben und verfeinert. Ten New Songs ist allerdings genauso eine Platte von Sharon Robinson wie ein Cohen-Werk - sie zeichnet für die Musik auf dem Album verantwortlich und spielte die meisten Instrumente (vor allem den etwas geschmacklosen 80er-Jahre-Synthie), und sie begleitet Cohen auch stimmlich. Dies ist die gedämpfteste Platte, die Cohen je gemacht hat, und das will etwas heißen. Es scheint als hätte der Meister keine Zeit mehr für irgendetwas in Musik und Vortrag, das die Bedeutung und die Kraft seiner Worte modifizieren könnte. -Douglas Wolk
LIVE IN CONCERT 1975-85 BRUC Einfach nur routinemäßig zu sagen, dass die Liveshows von Springsteen mit seiner E Street Band legendär waren, wäre der Gipfel der Untertreibung. An einem guten Abend waren diese Musiker im Stande, ihr Programm auf drei oder auch vier Stunden mit quicklebendigem, aufregendem Rock'n'Roll auszudehnen. Wie kann man dies auf einer CD wiedergeben? Ist das überhaupt möglich? Es stellt sich heraus, dass Live 1975-1985 diesem Erlebnis so nahe wie möglich kommt. Dieses aus drei CDs bestehende Set stellt Material aus verschiedenen Tourneen und unterschiedlichen Situationen zusammen. Dies reicht von kleinen Räumen bis hin zu Stadien. Dieses Set unterstreicht ganz deutlich Springsteens Charisma als Bandleader und als Geschichtenerzähler und präsentiert eindrucksvoll die urwüchsige Power der E Street Band. Zu den vielen Highlights gehören Cover-Versionen von Edwin Starrs "War", "Jersey Girl" von Tom Waits und Woody Guthries "This Land Is Your Land" und seltene Versionen von Originalen wie "Because The Night", "Fire" und "Seeds". Kein Grund zur Aufregung - alle Hits sind hier ebenfalls zu hören. Wer Springsteen und seine E Street-Leute damals nicht erlebt hat, dem wird jetzt noch nachträglich die Gelegenheit hierzu geboten. Dieses Set beschreibt eine ganz besondere Zeit im Leben eines ganz besonderen Künstlers. -Daniel Durchholz
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BLUE Joni Mitchell hat nach dieser 1971er Scheibe noch erfolgreichere, ehrgeizigere und anspruchsvollere Alben gemacht - ein besseres aber nie. Mit minimaler Begleitung (Stephen Stills und James Taylor sind zwei ihrer vier Gefolgsleute) beschwor die kanadische Nachtigall einen fesselnden Liederzyklus über Liebe, die gefunden und verloren wird, herauf. Obwohl Blue ein ungewöhnlich persönliches Werk ist, ist es auch erstaunlich offen und mutig. Lieder wie "All I Want", "Carey", "California" und "A Case of You" sind sowohl Poesie wie auch Popmusik. -Steve Stolder