Erscheinungsjahr: 2008 2. Aufl. Aus d. Amerikan. v. Reinhard Kaiser Gewicht: 156 gr / Abmessung: 19 cm Von Sontag, Susan / Übersetzt v. Kaiser, Reinhard Ein Foto, das jeder gesehen hat: Robert Capas Bild des Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg, aufgenommen in dem Moment, da ihn die tödliche Kugel trifft. Mit diesem Krieg beginnt die eigentliche Berichterstattung mit der Kamera, und 1945, mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erhalten Fotoreporter, die die Gräuel der KZ und die Opfer der Atombombe abbilden, eine neue Legitimation. Die Fotografen, die später in Vietnam, in Biafra und auf dem Balkan Bilder aufnahmen, die noch immer unsere Vorstellung vom Krieg bestimmen, sahen sich als Zeugen und Ankläger. Fünfundzwanzig Jahre nach der Veröffentlichung ihres Epoche machenden Essays "Über Fotografie" beschäftigt sich Susan Sontag mit dem Thema Kriegsfotografie. Sie rekapituliert die historische Entwicklung, vergisst nicht, die Vorläufer der Dokumentaristen des Kriegs zu erwähnen, und scheut sich nicht, den Voyeur in uns allen zu benennen. Und sie revidiert ihre einst geäußerte Ansicht, dass der Mensch abstumpfe, wenn er unablässig mit dem konfrontiert werde, was Menschen anderen Menschen antun. Das Bild wird zum Appell, etwas zu unternehmen. "Das Bild sagt: Setz dem ein Ende, interveniere, handle. Und dies ist die entscheidende, die korrekte Reaktion." Pressestimmen: "(Sontag) hat ein untrügliches Gespür für das gerade aktuelleste Thema und kann den Vorwurf, eine Modeschriftstellerin zu sein, dennoch von sich weisen, denn sie sucht die Tagesbezogenheit nur, um die falsche Aufgeregtheit, mit der sich die Öffentlichkeit erregen lässt, wieder durch Einsicht zu bannen." Hannelore Schlaffer, Stuttgarter Zeitung, 22.08.03 Jedem Mediennutzer stellt sich immer wieder die Frage: Wie soll man umgehen mit den tagtäglichen Leidensbildern aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt? Was kann man tun außer umschalten, wegschauen weiterblättern, verdrängen? Die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag beschäftigt sich in ihrem neuesten Essay Das Leiden anderer betrachten mit dieser Problematik und liefert darüber hinaus eine erhellende Analyse der Kriegsfotografie und ihrer Geschichte. Geißelte die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in ihrem berühmten früheren Essay Über Fotografie das Fotografieren noch als "chronisch voyeuristische Beziehung zur Welt", so unterzieht sie diesmal ihre eigenen Gedanken von damals einer kritischen Überprüfung. Inzwischen glaubt sie nicht mehr an die Abstumpfungsthese, plädiert nicht mehr für eine Beschränkung der Bilderflut. Einfache Antworten auf die schwierige Frage des Umgangs mit den Bildern aber sind nicht zu haben, die Komplexität der Medien und ihrer Nutzung hat ohnehin noch zugenommen. Kriegsreporter fahren heutzutage - "embedded" - mit auf Panzern an vorderster Front und verzichten dafür auf ihre journalistische Unabhängigkeit. Filmberichte, wie etwa über die Befreiung einer amerikanischen Soldatin im Irak, werden wie Actionfilme inszeniert und sind frei erfunden. Mit Bedacht verzichtet Sontags ebenso kluger wie emphatischer Essay - abgesehen von der Zeichnung Goyas aus dessen berühmten Zyklus "Die Schrecken des Krieges" auf dem Schutzumschlag - völlig auf Bilder, vertraut ganz auf den Text. Ist doch eine der Kernaussagen: "Bilder können nur die Hölle zeigen, nicht den Weg hinaus." Um das Leiden der andern zu verstehen - die Gründe dafür, die Lügen der Verantwortlichen, die Vernetzung mit der eigenen privilegierten Situation -, brauche es Text. Aber trotz aller Manipulier- und Instrumentalisierbarkeit von Bildern gelte es weiterhin, sich ihnen auszusetzen und die Bilder vom Leiden anderer als ständiges Memento zu begreifen: "Menschen sind imstande, dies hier anderen anzutun - vielleicht sogar freiwillig, begeistert, selbstgerecht. Vergesst das nicht." -Christian Stahl
Buch:
Die schreckliche deutsche Sprache - Nachdichtung von Heinrich Hoffmanns ' Struwwelpeter' - The Awful German Language - Slovenly Peter
Product Description Neben seinen Romanen hat John Irving auch immer wieder Erzählungen geschrieben, die aber nie in Buchform erschienen. Der vorliegende Band holt dieses Versäumnis nach: Er enthält die gesammelten Erzählungen Irvings aus mehr als zwei Jahrzehnten.
Buch:
Frank Sinatra ist erkältet: Spektakuläre Storys aus vier Jahrzehnten
Autor:
Gay Talese, Ausgabe vom Sept. 2009, Broschiert, Verkaufsrang 478778
Buch:
Kaskaden: Essays (edition suhrkamp)
Autor:
Peter Torberg, Eliot Weinberger, Ausgabe vom 26. Mai 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 269901