Die Geschichte eines Champagner-Imperiums und der Frau, die es regierte Erscheinungsjahr: 2009 Gewicht: 500 gr / Abmessungen: 215 mm x 144 mm x 30 mm Von Mazzeo, Tilar J. Die prickelnde Geschichte eines temperamentvollen Weins und einer einzigartigen Frau, der großen Dame des Champagners. "Veuve Clicquot" steht für Glamour, Stil und Luxus. Wer war die junge Witwe Clicquot, die mit ihrem Champagner die Höfe Frankreichs, Großbritanniens und Russlands in Hochstimmung versetzte und so zur ersten Großunternehmerin Europas aufstieg? Während Europa noch unter den Folgen der Napoleonischen Kriege litt, setzte sich Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin über die Konventionen ihrer Zeit hinweg und übernahm die Weinhandlung ihres früh verstorbenen Mannes. Die einfallsreiche, resolute Geschäftsfrau erfand neue Herstellungsverfahren, exportierte ihren Champagner weltweit und wurde eine der ersten großen Frauen der Wirtschaftsgeschichte. An einem Tag arrangierte sie heimliche und riskante Champagnerlieferungen nach Russland, an einem anderen plauderte sie mit Napoléon und Joséphine Bonaparte. Das Erbe der klugen und kühnen Unternehmerin lebt noch heute - nicht nur unter dem berühmten Label. Obwohl es auf den ersten Blick ganz originell erscheint, ein Buch sozusagen in das Originaletikett einer weltberühmten Schaumweinmarke zu hüllen, könnte sich dies in diesem Fall rächen. Umschlaggestaltung und Titel führen nämlich eindeutig in die Irre. Hier handelt es sich eben nicht um ein Buch über den Champagner der Marke Veuve Clicquot ? ach wie langweilig ?, sondern um die spannende Biographie der Person, die sich hinter diesem nobel klingenden, ominösen Namen verbirgt. Was nämlich die Wenigsten, die des Französischen nicht ausreichend mächtig sind, wissen dürften, heißt "Veuve" nichts anderes als "Witwe". In diesem Fall ein Hinweis, dass das gleichnamige Luxusweinimperium von einer Frau aufgebaut wurde, die ohne Mann dastand. Nicht nur für die napoleonische Ära eine durchaus bemerkenswerte Tatsache. Ebenso bemerkenswert wie die Frau, um die es in dem Buch der kalifornischen Kulturhistorikerin Tilar J. Mazzeo geht. Geboren als Barbe-Nicole Ponsardin, heiratete diese den Erben eines kleinen Champagnerhauses namens Clicquot und übernahm nach seinem überraschenden Tod 1805 im zarten Alter von 27 Jahren die Geschäftsleitung. Mit alles anderen als rosigen Aussichten in einer Zeit, da man das große Geld in Branchen zu verdienen begann, deren Erzeugnisse sich für die industrielle Massenproduktion eigneten ? anders als der handgefertigte Champagner. Was sich jedoch speziell für eine Frau wiederum als Vorteil erwies. Genauso wie der Umstand, den Ehemann verloren zu haben. Denn nur dies berechtigte sie überhaupt, selbstbestimmt in größerem Stile Geschäfte zu betreiben. Ausgerechnet der Code Napoléon, der große Teile Europas vorübergehend vom Joch des Feudalismus befreite, war es, der die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Frauen dauerhaft einengen sollte. Was letztlich erklärt, warum die resolute Geschäftsfrau, der es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gelang, ihr teures Luxusgebräu in alle Welt zu exportieren und obendrein neue Herstellungsverfahren zu entwickeln, die "Witwe" wie ein Prädikat im Markennamen führte. So gelesen, wird aus Veuve Cliquot. Die Geschichte eines Champagnerimperiums und der Frau, die es regierte ein Lehrstück in Wirtschaftsgeschichte. ? Franz Klotz
Buch:
Champagne Guide
Autor:
Richard Juhlin, Ausgabe vom Aug. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 58007