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Product Description Bosse - Taxi
CD:
Kapitulation
Tocotronic, Audio CD, Verkaufsrang 12074
Preis:
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KAPITULATION Uff! Eine Platte Kapitulation zu nennen, das ist schon mutig. Vor allem nach den vierzehn Jahren, die die Ende 93 in Hamburg gegründeten Tocotronic nun schon dabei sind. Vor allem aber nach der großen Enttäuschung Pure Vernunft darf niemals siegen. Auf dem kommerziell erstaunlich erfolgreichen Album hauten die Tocos mit "Aber hier Leben, nein danke" zwar wieder einen ihrer typischen Slogan raus, ansonsten quälen sie einen doch mit rätselhaften, mythischen Texten und schwacher Musik. Damals wie auch diesmal gingen die zum Quartett angewachsenen Tocotronic mit dem Produzenten Moses Schneider (Beatsteaks) in Berlin ins Studio. Man scheint sich richtig eingegroovt zu haben, denn wie gut diese Platte schon nach ein paar Sekunden tut, die mit dem polternden "Mein Ruin" nicht besser eröffnet hätte werden können. Den verschwurbelten Fantasy-Wald des Vorgängers haben Tocotronic verlassen, jetzt wird zu konkrete Texten gerockt, und so gelöst klang die Gruppe um Sänger und Songschreiber Dirk von Lowtzow noch nie. Der totale Kontrast zum Titel Kapitulation, dem überragenden Werk ihrer Karriere, das den harten Momenten immer wieder eine intime Zartheit ("Wir sind viele", "Harmonie ist eine Strategie") gegenüber stellt. Geblieben ist die vertraute Nein-Sager-Haltung, die Oppositionsrolle, in die sich Tocotronic begeben. Es herrscht zwar gute Laune im Land, das vor kurzem noch in Jammertränen ersaufen zu schien. Nichts gegen Aufschwung und Stimmungshoch, aber ist der Preis wie Dauerdruck im Beruf, Verlust der Selbstfindung, angepasstes Funktionieren, der Zerfall einer Solidargemeinschaft in immer gleichgültigere Einzelteile, eine sich ausbreitende Ängstlichkeit allem Fremden gegenüber nicht viel zu hoch? Alles keine Gründe für eine Kapitulation, aber mindestens Grund zum Insichkehren und Luftholen. Oder wie es in "Luft" heißt: "Ja, ich habe heute nichts gemacht. Ja meine Arbeit ist vollbracht". -Sven Niechziol
CD:
Von hier an blind
Wir sind Helden, Audio CD, Verkaufsrang 15618
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VON HIER AN BLIND Die zweite Heldentat nach dem Überflieger Die Reklamation sollte man sich wohl eher unter dem Titel "Jetzt ist erst mal Ruhe" vorstellen. Insgesamt ist Von Hier An Blind nämlich deutlich unrockiger ausgefallen als der grandiose Vorgänger. Nachdem mittlerweile eine ganze Bewegung von den Helden losgetreten wurde, haben die sich deutlich von den Julis und Silbermonden abgesetzt und sich eher in die selbe Ecke wie Annett Louisan gekuschelt, um dort mal in aller Ruhe Musik zu machen. Lediglich der Titeltrack könnte noch die Erwartungshaltungen der Mehr-Reklamation-Bitte-Fraktion befriedigen, "Geht Auseinander" versprüht noch einmal den NDW-Flair der Truppe, was sie mit einem deutlichem Ideal-Zitat auch klar unterstreichen. "Zieh Dir Was An" hat einen recht coolen Groove und einen noch cooleren Text, und "Gekommen Um Zu Bleiben" kann mit kabaretthaftigen Klängen und lustigem Denglisch-Text bestens unterhalten. Ansonsten kann Von Hier An Blind eher den Fans der Songs wie "Denkmal" oder "Aurelie" gefallen als den Freunden der treibenderen Helden-Kost, aber weit überdurchschnittlicher Pop ist es auch diesmal in Text und Musik geworden. -Deborah Denzer
CD:
Die Reklamation
Wir sind Helden, Ausgabe vom 2003, Audio CD, Verkaufsrang 16095
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SOUNDSO Die Band aus Berlin hat die "Babypause" unbeschadet überstanden und zeigt sich auf ihrem dritten Album wieder von ihrer besten Seite. Zwei Jahre nach Von hier an blind sind bei Wir sind Helden keinerlei Ermüdungserscheinungen auszumachen. Im Gegenteil, das Quartett um Sängerin Judith Holofernes präsentiert sich von Begin an in bestechender Spiellaune, auch wenn man mit "(Ode) An die Arbeit" eine eher ungewöhnliche Eröffnungsnummer ausgewählt hat. Doch schon hier wird klar, das Wir sind Helden auch diesmal wieder hochkonzentriert zu Werke gehen, ohne sich dabei irgendwelche Denkverbote aufzuerlegen. Und so gibt es nach dem eigenwilligen Opener mit "Die Konkurrenz" gleich eine lupenreine, textlich reichlich hintersinnigen Pop-Hymne zu bewundern, die nicht gerade spartanisch instrumentiert ist. Und mit vergleichbarer Dynamik geht es auch beim Titelsong weiter, dessen ausgefeilte Gesangsarrangements dem Stück eine ganz ungewohnte Farbe verleihen. Wir sind Helden bleiben auch diesmal unberechenbar und versuchen erst gar nicht, die abermals gestiegenen Erwartungen in irgendeiner Weise zu befriedigen. Angenehm unbekümmert und mit großer Selbstsicherheit haben sie zwölf Songs eingespielt und sich stilistisch wieder alle Freiheiten herausgenommen. Und so gibt es auf Von hier an blind neben wunderbar relaxten Midtempo-Nummern wie "Für nichts garantieren" auch fast schon typische Helden-Hymnen wie "Kaputt" zu hören, die trotz aller Vertrautheit keine Sekunde langweilen. Selbst der eine oder andere etwas schwächere Titel wie "Labyrinth" oder "Hände hoch" fällt da nicht weiter ins Gewicht. Wir sind Helden spielen nach wie vor in einer eigenen Liga. -Norbert Schiegl
7,99 EUR (Ab 20 € Bestellwert versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Ganz schön larmoyant. Das war das erste, war ich dachte, als ich die Lieder von Enno Bunger hörte. Es war ein Sonntagnachmittag, und da ich sonntagnachmittags in der Regel durchaus offen bin für Larmoyanz, hörte ich das Album gleich noch einmal. Und noch mal. Und noch mal. Das sind Lieder zu denen man weinen und lachen kann, sich euphorisch im Kreis drehen und schluchzend aufs Bett fallen, mit Freunden feiern und alleine grübeln. Zu denen man die Welt umarmen möchte, auch wenn man dann vielleicht feststellt, dass das beizeiten ganz schön wehtut. Enno Bungers großes Thema ist die Hoffnung. Nicht die Hoffnung auf irgendeinen glücklichen Zufall oder einen Erlöser aus Wolkenkuckucksheim, sondern eine Hoffnung, die sich aus seinem Glauben an die Kraft von Liebe, Freundschaft und Solidarität stützt. Klingt das arg pathetisch? Nun, das soll es ja auch. Mit Bedenken und In-Konjuktiven-Reden lässt sich die Angst, die uns alle beizeiten verfolgt, nicht besiegen. Mit einem Chor aus Menschen, die in Freundschaft zusammenstehen und singen Alles wird gut schon eher. Das ist das Besondere an diesen Lieder: Sie verharren nicht in der Songwriter-Introspektion, sondern sind zu Hause im Hier und Jetzt, gehen vom Ich zum Du zum Wir. Auf die berechtigte Frage Warum muss alles so kompliziert sein? folgt mit Ich kann?s nicht mehr hören ein echter, wütender, ganz und gar unlarmoyanter Protestsong, der die herrschenden Verhältnisse in Frage stellt. Weltuntergang spendet Trost, ruft aber zugleich zur Aktion. Enno Bunger, der Mann, der auf sein Herz hört, stellt die richtigen Fragen und findet nicht selten auch die richtigen Antworten. "Verlier nicht die Hoffnung/ Bitte gib dich nicht auf/ Hör nicht auf zu tanzen/ Halt den Himmel nicht auf." Ein frischer Wind weht da aus Ostfriesland herüber. Der Vorhang fällt, die Lichter brennen aus und wir wissen, alles wird gut. Für Enno Bunger ? und nun vielleicht auch für uns. (Maik Brüggemeyer / Rolling Stone)
CD:
Das Weltall Ist zu Weit
die Sterne, Audio CD, Verkaufsrang 22625
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Aus der Amazon.de-Redaktion Gegenüber den Altersgenossen von Blumfeld und den jüngeren Tocotronic fällt der Erfolg der hanseatischen Sterne leider weit geringer aus - was eigentlich schade ist, denn wie die Genannten stehen auch Die Sterne seit Jahren für wunderbaren deutschsprachigen Rock jenseits der Klischees. Wo Blumfeld und Tocotronic allerdings die verdiente Ernte einfahren, blieben Die Sterne leider immer nur Kritikerlieblinge. Wobei großartige Songs wie "Universal Tellerwäscher" (1994) oder "Was hat dich bloß so ruiniert" (1996) damals eigentlich echte Hits hätten werden müssen. Sei's drum. Nachdem Sänger Frank Spilker und seine Band zuletzt mit einem Livealbum (Live im Westwerk) und dem etwas epischeren Studiowerk Irres Licht zu hören waren, sind die Sterne 2004 mit Das Weltall ist zu weit wieder beim, im positiven Sinne, einfachen Rock gelandet. Eingespielt im Kellerstudio in drei Aufnahmesessions ist dem Quartett hier ein Dutzend wunderbarer Songs gelungen: ob nun der rockige Opener "Was ist hier los", die feine Uptempo-Nummer "In diesem Sinn", soulful mit Bläsern eingespielt oder typisch Sterne-funky "Sie werden dafür bezahlt". Wo "Hier kommt die Kaltfront" etwas schneller ist, kommen die meisten Stücke im mittleren Tempo daher, wie der vielleicht schönste Song, das entspannt groovende "Wir sind wie du" oder der psychedelisch angehauchte Polit-Song "Wir rühren uns nicht vom Fleck", bei dem eine stattliche Armada von bekannten Gästen im Chor mitsingt: ob nun Sängerin Judith Holofernes von den Berliner Kollegen Wir sind Helden oder die Hamburger Fettes Brot und Thees Uhlmann (Tomte). In den Texten gehen Die Sterne weiter noch als auf früheren Werken - immerhin lautete die erste EP der Band anno 1992 ja Fickt das System! - Richtung politisch. Ein großer Teil der Stücke drückt das Unbehagen mit der herrschenden Politik aus, was sich dann in kämpferischen Tracks wie dem bereits erwähnten tollen Eröffnungssong "Was ist hier los" oder im Schlusstitel "Wir/Ihr" ausdrückt. Mit Das Weltall ist zu weit ist den Sternen ein feines Album ohne Ausfall gelungen. -Thomas Bohnet 1