Buch, Hörbücher

Biografien und Erinnerungen

Soziales

Behinderung
Flucht und Emigration
Homosexualität
Krankheit
Missbrauch und sexuelle Gewalt






Ein schöner Tag zum Sterben: Als Bundeswehrärztin in Afghanistan - Heike Groos
Buch:Ein schöner Tag zum Sterben: Als Bundeswehrärztin in Afghanistan
Autor:Heike Groos, Ausgabe vom 2. Sept. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 9872
Preis: 18,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Ich habe vergessen zu weinen, dort in diesen gewaltigen Bergen des Hindukusch. Und dann habe ich vergessen, wie man weint.
Heike Groos, Oberstabsärztin in Kabul, Feyzabad und Kunduz im Auslandseinsatz für die Bundeswehr als Angehörige der ISAF-Truppen
Ein Knall zerreißt die flirrende Luft auf der Jalalabad Road in Kabul. Dann Stille. Für vier junge deutsche Männer wird der Weg zurück in die Heimat zur Todesfalle. Heike Groos, Bundeswehrärztin in Afghanistan, ist eine der ersten, die die verletzten Soldaten am Ort des Selbstmordanschlags versorgt. Wie Groos sind sie im Glauben an den humanitären Charakter ihres Einsatzes an den Hindukusch gekommen. Doch was die Soldaten, was die Ärzte erwartet, ist die erbarhmungslose Realität eines Krieges. Wohin mit dem Schrecken, der Angst, dem Hass, den Bildern, die auch bleiben, wenn man der Hölle längst entkommen ist?

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 28 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Ein wichtiges Puzzleteil auf dem Weg zum Verstehen. (5 von 5 Punkten) meint A. aus Apiculis
Es ist schon lange her, dass ich Heike Groos` Buch zum ersten Mal gelesen habe. Es war zu dem Zeitpunkt, als mein Mann gerade in Afghanistan war. Meine Motivation ihre bedrückenden und sehr berührenden Erlebnisse zu lesen bestand darin zu erfahren, was dort mit den Menschen vorgeht und welche nicht zu benennende Last - die man aus unserer Tageschschau-Perspektive nicht ansatzweise erahnen kann - ihnen aufgebürdet wird. Ich habe das Buch neulich noch einmal auszugsweise gelesen und war wieder wie gefangen von Heike Groos Erlebnissen.

Sie schildert eindrücklich, authentisch und sehr nüchtern wie ihre Ehe in die Brüche ging, wie sich durch ihre Abwesenheit ihre Familie verändert hat. Ein gar nicht so ungewöhnlicher Prozess, den auch andere Familien bei denen ein Elternteil sich für lange Zeit im Ausland befinden, beobachten werden können. Doch ihre Abwesenheit hat sie sich in dieser Art nicht ausgesucht. Zumindest nicht für so lange, wie ursprünglich gedacht. Es kommt eben immer mal anders als man denkt. Und vor allen Dingen weiß man dort im fremden Land und im Einsatz als Sanitäter oder Medizinisches Team nie, was überhaupt noch so kommen wird; ob überhaupt noch was kommen wird!? Darum - so ungefähr kam es zu dem Titel des Buches - hat ein Kollege von Heike Groos den Spruch mit dem schönen Tag zum Sterben" erfunden.
Eindrücklich wird dieses abrupte Ende geschildert, als es um den Anschlag auf ihre Kameraden geht. Kameraden mit denen man am einen Abend noch ein wenig feiert, sich nett verabschiedet, weil es für sie nach Hause geht - und am nächsten Tag sind sie tot. Bombenanschlag auf dem weg zum Flughafen. Nun muss man sie bergen diese Kollegen. Sie beerdigen, zumindest versuchen einen angemessenen Heimtransport zu organisieren. Mit den Kameraden sprechen und auch mit den Hinterbliebenen, die man vielleicht kennt, weil man sich auf so engem Raum in so langer Zeit doch ganz gut kennenlernt. Und dann ist man selbst - ich meine damit z.B. einen Sanitäter oder Arzt - ja auch noch da und will, besser sollte das alles verarbeiten. Wenn man vielleicht irgendwann mal Zeit hat. Hat man nicht? Auch egal, dafür ist später sicher mal Zeit. Denkt man. Verdrängt man. Aber irgendwann muss man wohl verarbeiten. Und schiebt das Verarbeiten vor sich her, bis nicht mehr geht. Gar nichts mehr. Nicht einmal den Arm bewegen, oder aus dem Stuhl aufstehen.
Ich fand das wahnsinnig gut beschrieben, wie dieser Prozess bei Heike Groos vonstattenging.
Bei Heike Groos, so habe ich ihre Geschichte aufgefasst, war es sehr spät als sie mit Verarbeiten begann und auch erst nachdem sie bei der Bundeswehr den Dienst quittiert hat, mit Sack und Pack und Kindern nach Australien ausgewandert ist. Dort einen Menschen zu finden, dem sie ihre Geschichte nach und nach erzählen durfte - einem Menschen der einfach nur zuhört - das war ihre Befreiung und für sie Heilung. Einen Menschen, der nicht auf Sensationsgier aus ist, sondern der die Last abnimmt, sie zumindest teilt. Als Leser fühle ich mich wie dieser Mensch, der zuhört. Mitfühlend, interessiert und manchmal mit einem schlechten Gewissen, weil mich diese vielen Ungerechtigkeiten furchtbar aufregen.
Das Buch erzählt ausschweifend, oft in wunderbaren, oft in dramatisch banalen Details ihre Erlebnisse. Wahnsinnig viel Kritik an der Bundeswehr scheint hier auch noch durch. Inwiefern sich die "Politik" Frau Groos` Erlebnisse zu Herzen nimmt, bleibt unklar. Immerhin schildert sie diese Situationen, wo man als "Soldat im Einsatz" der Presse von den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort erzählen will und nicht darf und wenn doch, dann welche für Konsequenzen das für sie hatte. Sehr bescheiden, was man da liest. Da darf einem wohl zu Recht der Kragen platzen! Ich spreche von mir, als Leser.
Zwischen den Zeilen gelesen bedeutet dieses Totschweigen und die geschönten Presseberichte, dass wir, die wir diesen UN-Einsatz, der zuweilen ja schon Krieg genannt wird, aus der Ferne beobachten, so oder so nicht, nicht jetzt und auch nicht später einmal ein Buch über Fakten informiert werden oder gar etwas über echte Einsätze der Truppen in Afghanistan lesen oder hören werden.

Es ist und bleibt jedes einzelne Buch das ich zum Thema Afghanistan-Einsatz ein wichtiger Beitrag sich ein Bild von den Dimensionen dieses nutzlosen Einsatzes zu machen. Wenn mir jemand nach all diesen Lektüren noch erzählen will, dass unser Friede dort am Hindukusch verteidigt wird, dann muss er mir schon mit handfesten Argumenten oder Beispielen kommen. Ich mag nicht mehr glauben. Dieses Buch hat seinen Teil dazu beigetragen. Nicht nur, weil einfach nicht so recht klar wird, was man dort in Afghanistan so recht bewirken will, sondern auch, weil man erkennt, dass es ein blödsinniges Gewaltprojekt ist, bei dem eine Menge Menschen zu seelischen Krüppeln gemacht werden - und schlimmer noch: Immer wieder welche tatsächlich ahnungslos aufbrechen die dann tatsächlich diesen zitierten schönen Tag zum Sterben erleben.

 Weitere Lesermeinungen

Fremdkörper - Miriam Pielhau
Buch:Fremdkörper
Autor:Miriam Pielhau, Ausgabe vom 28. Aug. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 14874
Preis: 17,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Anfang 2008 wurde bei der bekannten TV-Moderatorin Miriam Pielhau mit erst 32 Jahren Brustkrebs festgestellt: Innerhalb kurzer Zeit durchlief sie das gesamte medizinische Programm mit Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Parallel dazu hat sie ihre Erlebnisse, Gefühle und Gedanken dieser Zeit festgehalten. Miriam Pielhau ist als Autorin ein Naturtalent. Sie erzählt spannend, emotional, humorvoll was sie während der Therapie erlebt, was sie fühlt, welche Personen sie trifft, wie sich ihr Blick auf das Leben verändert. Und sie wird nicht müde das Essenzielle, das Wichtigste und für alle gleich Geltende immer wieder ins Zentrum zu stellen: Gib nicht auf und kämpfe gegen den Krebs.
Ein Buch über die häufigste Krebsart bei Frauen, das sich liest wie ein fesselnder Roman und mehr Wissen und Motivation vermittelt als jeder Ratgeber zum Thema.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 14 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Fremdkörper (5 von 5 Punkten) meint M.H.
Von diesem Buch bin ich begeistert. Es ist nicht ein trockener Ratgeber, sondern man hat den Eindruck, als würde man mit einer guten Freundin diesen schweren Weg gehen. Trotz der schweren Erkrankung verliert Miriam Pielhau ihren Humor und ihren Tapferkeit nicht. Weiter so!

 Weitere Lesermeinungen

So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein: Tagebuch einer Krebserkrankung - Christoph Schlingensief
Buch:So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein: Tagebuch einer Krebserkrankung
Autor:Christoph Schlingensief, Ausgabe vom 20. April 2009, Gebunden, Verkaufsrang 691
Preis: 18,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Anfang 2008 erfährt Christoph Schlingensief, dass er Lungenkrebs hat, und fast täglich spricht er in den folgenden Monaten auf ein Tonband, wie es ihm (er-)geht. Die verschriftlichten Aufzeichnungen beinhalten schnöde Auflistungen seines Speiseplans, geben Gespräche mit Ärzten wieder, vor allem aber dokumentieren sie den Kampf des 48-jährigen Künstlers mit den eigenen Gefühlen: Mal wünscht er sich Genesung und Überleben, mal denkt er an Freitod; mal stärkt ihn die Liebe zu seiner Freundin Aino, dann macht sie ihm Angst; an einem Tag sucht er die Schuld an seiner Erkrankung in der eigenen Vergangenheit, am nächsten Tag verteufelt er alle Erklärungsversuche. "So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!" ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die das Theatermonster Schlingensief gleichermaßen als ohnmächtigen Patienten und selbstkritischen Kämpfer zeigt. "Ich will keine abgehobene Künstlerfresse sein, die nur sich selbst aufführt", schreibt er. Und: "Warum konnte ich mich und meine Sachen nicht einfach mögen, egal, was die anderen gesagt haben?" Plötzlich wünscht Schlingensief sich Kinder, träumt davon, ein Opernhaus in Afrika zu bauen oder in einem Haus am Meer zu leben, und indem er klug hinterfragt, hebelt er das Klischeehafte an solchen Gedanken im selben Atemzug aus. Irritierend sind seine Reflektionen über Gott, Jesus und die Mutter Maria - irgendwie hat man sich den Ex-Ministranten Christoph Schlingensief da weniger bibelnah vorgestellt. Aber genau so ist dieses Tagebuch: Es macht alle Vorurteile über den vermeintlichen Berufsprovokateur zunichte. Und zeigt zugleich die Spirale aus Wut, Demut, Menschenhass, Zynismus und Selbstmitleid, in die die Aussicht auf den eigenen Tod den robustesten Menschen offenbar hineinkatapultieren kann. (jul)

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 23 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Für von dieser Krankheit betroffene Menschen ist dieses Buch eine Ermutigung, nicht aufzugeben, vor allem die Würde nicht (5 von 5 Punkten) meint W.S. aus Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland

Der berühmte Regisseur und Energiekünstler, der Tausendsassa der deutschen Kultur- und Theaterszene, jener Mann, der seit Jahren sprüht vor Ideen und der ruhelos von einem Projekt zum anderen hetzt, sieht sich Anfang 2008 von einem Tag auf den anderen mit der Diagnose eines Lungenkrebses konfrontiert; sein einer Lungenflügel ist betroffen, obwohl er doch gar nicht raucht.

Und so wie seine beruflichen Projekte versucht auch er auch diese Nachricht aufzunehmen. Er nimmt sich ein Diktiergerät und vertraut diesem Gerät in den folgenden Monaten fast täglich all das an, was er erlebt, denkt und fühlt:
"Dieses Buch ist das Dokument einer Erkrankung, keine Kampfschrift. Zumindest keine Kampfschrift gegen eine Krankheit namens Krebs. Aber vielleicht eine für die Autonomie des Kranken und gegen die Sprachlosigkeit des Sterbens. Meine Gedanken aufzuzeichnen, hat mir jedenfalls geholfen, das Schlimmste, was ich je erlebt habe, zu verstehen und mich gegen den Verlust meiner Autonomie zu wehren. Vielleicht hilft es nun auch einigen, diese Aufzeichnungen zu lesen. Denn es geht hier nicht um ein besonderes Schicksal, sondern um eines unter Millionen", schreibt er Ende März 2009 in seinem Vorwort, als nach einer vorübergehenden Verbesserung seines Zustandes durch eine Operation und eine anschließende Chemotherapie, sich auch in seinem verbliebenen Lungenflügel Metastasen gebildet haben.

Es ist ein schreckliches Buch, das Schlingensief da geschrieben hat, weil es von einer Krankheit handelt, gegen die ein Mensch sich letztlich nicht wehren kann. Es ist ein elendes, ein wahnsinnig trauriges Buch, aber auch ein sehr schönes Buch, weil es seinem Autor gelingt, eine Authentizität herzustellen, die unter die Haut geht.

In einem Leben, dass immer bestand aus Energie, völliger Freiheit, Plötzlichkeit und die Menschen mitreißendem Enthusiasmus, aus Wut und grenzenloser Phantasie, hat der Krebs die Macht übernommen.
Zunächst ist Christoph Schlingensief noch richtig bemüht, seine Diktate zu inszenieren, ist selbst ganz hingerissen von den vielen neuen Bildern, die ein solch radikal neuer Lebenszustand mit sich bringt:
"Es gibt eben Bilder, die haben keine Eindeutigkeit, in so einem Bild befinde ich mich zurzeit. Und ich habe das schließlich immer gemocht, dass es Bilder gibt, die nicht eindeutig sind, die aus Überblendungen bestehen und auf die die Leute völlig unterschiedlich reagieren."

Er besucht das Grab seines Vaters, träumt davon ein Opernhaus in Afrika zu bauen, wenn er wieder gesund wird und er setzt sich mit Gott auseinander. Mal ist er ihm nahe, mal ganz fern. Diese Gespräche mit Gott waren für mich die anrührendsten Passagen in einem Buch, das einen nicht kalt lassen kann. Wenn er etwa einfach schreibt: "Und ich lebe doch so gerne." Oder wenn er immer wieder mit Gott rechtet, einen Gott, den er durchaus als seinen Gott ansieht, und ihn anklagt wie damals Hiob: "Und das lieber, Gott, ist die größte Enttäuschung, dass du ein Glückskind einfach so zertrittst."

Das Buch ist ein Dokument eines Menschen, der so wie viele andere sprachlose Krebskranken vor ihm alle Phasen der Krankheit durchkämpfen muss, den Schock der ersten Nachricht, die Diagnose, die Hoffnung auf die Therapie, deren unsägliches Leid und am Ende doch zu spüren, dass man den Kampf verlieren wird. Aber er bleibt nicht sprachlos in seinem Leid; er spricht darüber, und behält gerade dadurch seine Menschenwürde bis zum nahen Ende, als er beginnt, Abschiedsbriefe in sein Handy zu tippen und jeder Optimismus verflogen ist.

Für von dieser Krankheit betroffene Menschen ist dieses Buch eine Ermutigung, nicht aufzugeben, vor allem, nicht die Würde aufzugeben, obwohl sie einem an jeder Ecke des medizinischen Betriebs geraubt wird. Für einen gesunden Leser wie den Rezensenten ist die Lektüre eine permanente Frage an sich selbst, wie man in einer solchen Situation handeln und entscheiden würde.

Und es bleibt zurück ein Gefühl der Dankbarkeit über jeden neuen Tag geschenktes Leben.





 Weitere Lesermeinungen

Ich wollte nur frei sein - Meine Flucht vor der Zwangsehe - Hülya Kalkan
Buch:Ich wollte nur frei sein - Meine Flucht vor der Zwangsehe
Autor:Hülya Kalkan, Ausgabe vom 2005, Gebunden, Verkaufsrang 154792
Preis: 18,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Aus der Amazon.de Redaktion
Nach dem mittlerweile aufgeklärten Mord an der Deutsch-Türkin Hatin Sürücü, die am 7. Februar 2005 durch drei Schüsse in den Kopf von einem ihrer Brüder getötet worden war, weil sie durch die Scheidung ihrer "Zwangsehe" mit ihrem Cousin die Ehre der Familie gefährdete, sind Zwangsverheiratung und die Erziehung junger Deutsch-Türken hierzulande ein viel beachtetes Thema. Einige Bücher Betroffener sind seitdem vorgelegt worden, die unter anderem von der muslimischen "Tradition" berichten, Töchter und Söhne im Kindesalter einander zu versprechen und noch minderjährig und gegen ihren erklärten Willen zu verheiraten. Zu den bemerkenswertesten dieser Bücher gehört neben Mich hat keiner gefragt der hier angezeigte Titel von Hülya Kalkan. Darin erzählt die in Deutschland geborene Autorin, die man als Kind zwei Jahre in die Türkei verbrachte und dort in eine Koranschule steckte, wie sie der ihr zugedachten Zwangsehe entkam und sich hier in Deutschland die Grundlage für eine selbstbestimmte Existenz schuf. Auch vom Schicksal ihrer Geschwister berichtet Kalkan. Von ihrem Bruder Hakan, der während seines Koranschul-Aufenthaltes in der Türkei von seinem Onkel an einen Baum gebunden und verprügelt wurde, weil er partout nicht der "hodscha" werden mochte, zu dem man ihn bestimmt hatte, und von Sesme und Serkan, die ebenfalls aus ihrer deutschen Heimat zur Zwangserziehung in die türkische Heimat ihrer Eltern verschleppt wurden, um "gute Muslime" aus ihnen zu machen ? Ein aufrüttelndes Buch, das uns zu denken und das Betroffenen Mut machen sollte, sich zu wehren! - Freia Danz
1

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 16 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Absolut lesenswert! (5 von 5 Punkten) meint F.M.
Ich kann nur eines sagen: Ich bin begeistert von dem Buch.

Ich begann es zu lesen und konnte nicht mehr aufhören - und jeder, der das Buch in die Hand genommen hat, dem ging es genau so.

Das Buch ist super interessant und kurzweilig geschrieben. Es regt zum Nachdenken an und schildert ein sehr hartes Thema, über das man(n) sich selten Gedanken macht.

 Weitere Lesermeinungen

Das Schweigen der Unschuld - Somaly Mam
Buch:Das Schweigen der Unschuld
Autor:Somaly Mam, Ausgabe vom 2006, Gebunden, Verkaufsrang 98652
Preis: 18,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Aus der Amazon.de-Redaktion
"Ich dachte zuerst: Gut, Erfahrungsberichte von Frauen, die ein schweres Schicksal zu tragen haben, gibt es viele" - Heide Simonis' erste Reaktion auf Somaly Mams Manuskript, das man ihr zuschickte. Dann jedoch stieß sie auf einen Satz, der sie berührte. "Ich misstraue sogar den Menschen, die ich liebe." Was, so fragte sich die ehemalige Ministerpräsidentin, muss mit einem Menschen geschehen sein, der dies von sich sagt? Das denkbar Schlimmste. Misshandlung, Vergewaltigung, Sklaverei, Zwangsprostitution. Somaly Mams Lebensbericht sollte nicht zuletzt Pflichtlektüre für gewisse "kontaktfreudige" Fernosturlauber werden. Hier wird dem Elend kräftig in die Wurzeln geleuchtet. Im Alter von zehn wurde Somaly, deren familiäre Herkunft im Dunkeln liegt, von ihren Adoptiveltern einem Mann zugeführt, der ihr als "Großvater" vorgestellt wurde. Dies war das Ende einer ärmlichen, aber idyllischen Kindheit, die 1971 in den Bergen Ostkambodschas begonnen hatte. Die Bergbewohner, Phnong, "Wilde" genannt, bilden eine ethnische Minderheit, traditionell verachtet von den Khmer wegen ihrer dunklen Hautfarbe und gleichermaßen gefürchtet wegen ihrer Zauberkräfte. Ebenso traditionell scheinen sie "brauchbare" Leibeigene herzugeben, wie Somaly unter der Fronarbeit und den Peitschenhieben des "Großvaters" bald schmerzlich erfahren musste! Einzige Bezugsperson in dieser schlimmen Zeit war ein Lehrer, der ihr Unterricht anbot und heute noch ihr Freund ist. Wie wichtig dieser einzige und letzte Mann war, der Somaly echte Zuneigung entgegenbrachte, zeigt sich in der Kraft, die ihr nach ihrem unsäglichem Martyrium verblieb. Das Ende der Unschuld begann mit zwölf, als der hochverschuldete "Großvater" sie gegen Geld einem chinesischen Kaufmann andiente. Die erste Vergewaltigung. Wenige Jahre später fädelte er Somalys Hochzeit mit einem Soldaten ein. Als dieser neuerliche Peiniger ums Leben kam, verkaufte er seine Schutzbefohlene kurzerhand an ein Bordell in Phnom Penh. Den nun folgenden Höllentrip mag der geneigte Leser selbst nachvollziehen. Das letzte Wort dieses beklemmenden Berichts gebührt einer Hilfsorganisation. Somaly Mam konnte sich 1992 aus den Klauen der Zwangsprostitution befreien. Für Leidensgenossinnen, denen weniger Glück beschieden ist, gründete die Autorin AFESIP, eine schlagkräftige Hilfsorganisation für Frauen in Not, gegen Kinderprostitution und Menschenhandel. Ein wichtiges Zeichen! Somalys Botschaft an die Welt. Möge sie in vielen Ohren klingeln! ?-Ravi Unger


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 22 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Auch wir sind verantwortlich (5 von 5 Punkten) meint f. aus Tokyo
Das Besondere dieses Buches ist seine Authenzitaet. Das Beschriebene wurde von der Autorin am eigenen Leibe erfahren. Ein Schock fuer den Leser, ein Schlag ins Gesicht der Menschlichkeit. Es sind nicht nur die Frauen in Kambodscha, die der Armut Tribut zollen muessen und unmenschlichen Verhaeltnissen und Verhaltensweisen ausgesetzt sind, auch die Maenner, Kinder werden zu wertlosen Menschen ohne Werte. Wer in diese Lebensverhaeltnise hineingeboren wird, hat vom 1. Tage an keine Chance, ein menschenwuerdiges Leben zu fuehren, wie es uns Europaeern vorschwebt. Ueberlebenskampf bis zum Tode um die wenigen verfuegbaren Mittel. Frauen und Kinder sind jeweils die ersten, die diesem Kampf zum Opfer fallen. Von den Eltern, deren Handeln uns unverstaendlich ist, uns gleichzeitig abstoesst und deren Verhalten wir dennoch nicht bewerten und verurteilen koennen, weil wir uns als "reiche" Europaeer in deren Situation nicht wirklich hineinversetzen koennen, verkauft, von den einheimischen Maennern und westlichen Touristen missbraucht. Das einzelne Leben hat dort keinen Wert.
Das Verhalten der westlichen Touristen ist verabscheuungswuerdig. Doch wir machen es uns zu einfach, wenn wir nur auf diese Gruppe herabschauen und jegliche eigene Verantwortung von uns weisen. Auch wir, die nie in Laendern wie Kambodscha, Thailand, Somalia etc. gewesen sind tragen einen Teil der Schuld an diesen Verhaeltnissen mit. Wir beziehen aus diesen Laendern Leistungen, Nahrungsmittel, Rohstoffe und Produkte wie T-Shirts, Hosen, Schuhe etc., die mit derart geringem Lohn verguetet werden, das ein Auskommen damit nur schwerlich zu erreichen ist. Puma Sneakers, die hier im Laden fuer 110 Euro verkauft wurden, werden in Laendern Asiens fuer weniger als 2 Euro hergestellt. Auch das ist eine Form von Ausbeutung, die der der Touristen vor Ort in nichts nachsteht und die bestehenden Verhaeltnisse manifestiert.
Der ungebrochene Mut von Somaly Mam macht Hoffnung, das eines Tages die Ungerechtigkeiten der Welt auf ein Mass reduziert werden, das auch den Menschen, insbesondere den Frauen, in Kambodscha ein Minimum an menschenwuerdigem Leben ermoeglicht wird. Jeder von uns traegt dazu bei.

 Weitere Lesermeinungen

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo - Christiane F.
Buch:Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Autor:Christiane F., Ausgabe vom 1993, Taschenbuch, Verkaufsrang 23310
Direkt bei Amazon nicht vorrätig,
andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten).
Product Description
Hersteller:
Hersteller Originalnummer: 3-570-02391-5
EAN-Code: 9783570023914


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 219 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Sehr gutes anschauliches Buch! (5 von 5 Punkten) meint S.
Ich bin sehr schockiert über das Buch. Es ist sehr realistisch und anschaubar geschrieben. Man kann sich gar nicht vorstellen, was Dorgen aus einem Menschen alles machen kann. Ich kann das Buch nur weiter empfehlen. Ich habe es auch meiner sechzehnjähigen Tochter zum lesen gegeben, sie ist auch sehr betroffen über dieses Buch.

 Weitere Lesermeinungen

Der Tod meiner Mutter - Georg Diez
Buch:Der Tod meiner Mutter
Autor:Georg Diez, Ausgabe vom 24. Aug. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 172575
Preis: 16,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon



Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 6 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Ein selten schönes und dennoch aufrüttelndes Buch - das Literatur gewordene Weinen eines Sohnes über den Tod der Mutter (5 von 5 Punkten) meint W.S. aus Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland
Das Schreiben über den Tod ist so alt wie das schreibende Reflektieren des Menschen über sich und seine Endlichkeit selbst. Die Krankheit mit dem Namen Krebs , die den Tod nicht selten in einen langen quälenden Prozess verwandelt hat, hat in den letzten Jahrzehnten einige erstaunliche und bleibende Bücher über das Sterben und den Tod hervorgebracht. Da ist zu denken an das Standardwerk von Susan Sontag "Krankheit als Metapher" und viele ihrer Essays, in denen sie ihre Krebskrankheit reflektiert hat und vor allem an Fritz Zorns "Mars", das schon vor vielen Jahren nicht nur das Leiden und das Sterben jenes Schweizer Schriftstellers dokumentierte, sondern schon damals so etwas wie eine Zeitansage war und von vielen gesunden Menschen als ein extrem zeitkritisches Buch geradezu verschlungen wurde.

Das vorliegende Buch von Georg Diez beschreibt den "Tod meiner Mutter". Es ist ein stilles, nachdenkliches und unaufdringlich schönes Buch, das er da vorgelegt hat und in dem er erzählt, wie mit dem Tod seiner Mutter auch ein Stück von ihm selbst geht und verschwindet für immer. Mit der Mutter, so geht es jedem von uns, stirbt die, die uns geboren hat und unverdrängbar stehen nun wir in der Reihe derer, die als nächste Bekanntschaft machen mit dem, von dem schon Paulus sagte, dass er uns mitten im Leben umfange und den Rilke in einem Gedicht unübertroffen so zeichnet:

"Der Tod ist groß
Wir sind die Seinen
Lachenden Mundes.

Wenn wir uns mitten im Leben meinen
Wagt er zu weinen
Mitten in uns."

Dieses Buch kann man als das Literatur gewordene Weinen eines Sohnes bezeichnen über seine Mutter, die er mit folgenden Worten beschreibt:
"Sie war die Tochter gewesen, die sie trotz allem blieb. Sie war die Ehefrau gewesen, die sie vielleicht nie war. Sie war die Mutter gewesen, zu der sie wurde. Sie war die Emanzipierte gewesen, die sie sein wollte. Sie war die Selbstbestimmte gewesen, die im Beruf und im Leben endlich weiß, was sie will. Und nun war sie eben nicht allein die Krebskranke, die Leidende. Sie fand für sich eine neue Rolle, sie fand in der Krankheit die Kraft, Abstand zu nehmen von ihrem alten Leben und ein neues zu beginnen."

Der Krebs, nachdem er zum ersten Mal diagnostiziert ist, lässt Hannelore Diez zwölf Jahre Zeit. Manchmal schlägt er hart zu, doch dann meldet er sich lange nicht. "Sie lebte die meisten dieser zwölf Jahre lang, als habe ihr die Krankheit eine Welt eröffnet."

In der letzten Phase des Sterbens der Mutter ist die Frau des Autors mit einem Kind schwanger und er pendelt hin und her zwischen Tod und Geburt. Hin- und hergerissen ist er auch zwischen der nötigen Hilfe für seine Mutter und einer Bevormundung, bei der er sich immer wieder ertappt.
Diez schreibt nüchtern und ehrlich, ohne Pathos, etwa davon, dass er keine Antwort hat, dass es keine gibt:
"Habe ich das gesehen?
Ja. Nein.
Wusste ich, wie lange es noch geht ?
Ja. Nein.
Sollte ich ihr zeigen, sollte ich ihr sagen, was ich sah ?
Ja. Nein."

Auch an vielen anderen Stellen des Buches notiert er aufrichtig seine Gefühle der Ohnmacht, auch des Zorns darüber, hilflos dem Sterben seiner Mutter zusehen zu müssen. "Aber wir weinen ja nicht um den anderen, wir weinen im Grund nur um uns selbst."

Worte sind das, sensibel und zart formuliert, die immer wieder kreisen um die Unfähigkeit, mit dem Leid und dem Kummer anderer umzugehen, die genau dokumentieren, was sich im Autor, konfrontiert mit dem Tod, verändert. Und der Leser erkennt, wenn er denn diese Erfahrung schon ein oder gar mehrmals gemacht hat, viele eigene, damals vielleicht nicht richtig wahrgenommene Gefühle wieder.

Der zentrale Satz gegen Ende formuliert so etwas wie eine übertragbare Erkenntnis:
"Einatmen, ausatmen. Ich lernte das langsam. Ich lernte, dass es verschiedene Wahrheiten gab, die der Kranken und die der Gesunden."

Ein selten schönes und dennoch aufrüttelndes Buch, das den Journalisten Georg Diez als feinfühligen Beobachter seiner eigenen Sache zeigt und seiner Mutter Hannelore versucht gerecht zu werden und sich mit dem auseinander zu setzen, was der nahenden Tod aus ihr macht.




 Weitere Lesermeinungen

Das Leben ist der Ernstfall - Jürgen Leinemann
Buch:Das Leben ist der Ernstfall
Autor:Jürgen Leinemann, Ausgabe vom 17. Sept. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 52609
Preis: 20,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon



Leserbewertungen:
Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Es hilft! (5 von 5 Punkten) meint S.
Ich kann mich meinen Vorrednern in der positiven Bewertung nur anschließen. Vor allem, bei eigener Krebserfahrung merkt man hier, es kann immer noch schlimmer kommen und das tröstet. Insofern ist das Schicksal und der Leidensweg von Herrn Leinemann, wie er es beschreibt, eindringlich, anrührend und lebensbejahend.

 Weitere Lesermeinungen

The Journey - Der Highway zur Seele. - Brandon Bays
Buch:The Journey - Der Highway zur Seele.
Autor:Brandon Bays, Ausgabe vom 2009, Broschiert, Verkaufsrang 1543
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
"Das Besondere an The Journey ist, dass es sich um einen reinen Selbstheilungsprozess handelt, der vollkommen von unserer inneren Weisheit gesteuert wird. Nichts wird uns übergestülpt. Unser Inneres weiß genau, wohin es uns leitet und was es an Verdrängtem ins Bewusstsein steigen lässt. Daher sind diese Prozesse auch sehr sicher. Mit The Journey hat Brandon Bays uns eine Methode zur Verfügung gestellt, die obwohl von jedermann anwendbar ungemein tief greifend und heilsam ist." Wegweiser, April/Mai 2007, Anke Schmitz

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 30 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Ich bin begeistert (5 von 5 Punkten) meint S.S.
Ich habe The Journey von einer Freundin zu lesen bekommen und habe es schon vielen Leuten empfohlen und auch geschenkt.
Es geht um eine Methode, wie man sich selbst von körperlichen und psychischen Problemen befreien kann, indem man sich den Emotionen stellt, die dahinter stehen.
Die Methode ist in abgeschwächter Form auch in den Alltag einbeziehbar, da sie so gut leserlich und nachvollziebar beschrieben wird.
Das Buch ist so gut geschrieben, dass es sich liest wie ein Bestseller.

 Weitere Lesermeinungen

Vater Unser in der Hölle: Durch Missbrauch in einer satanistischen Sekte zerbrach Angelas Persönlichkeit - Ulla Fröhling
Buch:Vater Unser in der Hölle: Durch Missbrauch in einer satanistischen Sekte zerbrach Angelas Persönlichkeit
Autor:Ulla Fröhling, Ausgabe vom 11. Mai 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 1764
Preis: 8,99 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Dieses Buch dokumentiert das Leben von Angela Lenz, die in einer hochorganisierten satanischen Sekte in Deutschland aufgewachsen ist. Seit frühester Kindheit ist ihr Leben geprägt durch sexuellen Mißbrauch, durch Gewalt, Folter und Psychoterror. Unter der Last des Erlebten spaltet sich ihre Seele in Dutzende von Persönlichkeiten auf. Vier Jahre lang hat die Autorin die Therapie von Angela Lenz begleitet. Dabei ist dieses Buch entstanden, ein Buch, das unter die Haut geht, Zorn auslöst, Unglaubliches und Ungeheuerliches dokumentiert.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 77 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Geschockt, fasziniert, angewidert! (5 von 5 Punkten) meint V.E.
Also ich musste mich jetzt schon öfter über Rezensionen hier ein wenig aufregen, die als Argument bringen, dass die Autorin Sachen beschreibt, die sie gar nicht wissen kann etc.
Zum Beispiel, dass Angela als Baby missbraucht wurde und viele Sachen an denen Angela sich gar nicht erinnern könnte weil sie ja noch zu klein war.
Dazu muss man erst mal sagen, dass das man nicht vergessen darf, dass das kein persönlicher Bericht ist sondern ein ROMAN.
Ein Roman, der auf wahren Tatsachen basiert.
Da ich mich selbst viel mit Kindermissbrauch beschäftigt habe, kann ich sagen, dass Kinder nicht nur mit 3,4 oder 5 Jahren missbraucht werden.
Nein, es gibt leider sehr viele Täter und Schweine auf dieser Welt, die sich auch an frischgeborenen Säuglingen vergreifen und das kommt eigentlich in 90 % der Kindermissbrauchsfälle in der eigenen Familie vor, dass Kinder auch als Säuglinge schon missbraucht wurden.
Und bei diesem besonders schwerwiegendenden Fall von Kindermissbrauch, wie es bei Angela der Fall war, kann man davon ausgehen dass der Vater sie auch schon als Säugling missbrauchte.
Die Autorin versucht den Lesern durch solche detaillierten Einschätzungen die allgemeine Situation von Opfern der Pädophilie zu verdeutlichen.
Es ist nach wie vor ein Roman und kein persönlicher Bericht aus der Ich-Form der Angela.

So jetzt komme ich mal zum eigentlichen Thema, nämlich wie ich dieses Buch fande.
Ob wahr oder nicht wahr - ich fande diesen Roman mehr als faszinierend, schockierend und widerlich.
Fasziniert hat mich die Beschreibung der Entstehung der verschiedenen Persönlichkeiten.
Durch das Buch habe ich MPS viel besser verstanden und wie so viele Persönlichkeiten entsehen könne.

Ich wusste ja schon, dass auch in Deutschland allerhand passiert und dass in ärmeren Ländern wie Afrika viele Kinder zu Opfern gemacht werden, aber so manche detaillierte Schilderungen des Missbrauchs waren auch mir zu viel.
Ich bin viel gewohnt, ich habe viel gelesen und gesehen.
Aber das Buch hat mich dennoch geschockt.

Bei mir entwickelte sich vor allem Wut!
Weil ob die Geschichte von der Angela jetzt wahr ist oder nicht - solche Dinge passieren um uns herum.
Kinder werden brutal und widerwärtig missbraucht, getötet und misshandelt.
Jeder, der sich dagegen sträubt, sträubt sich vor der Realität.
Vielleicht sollten solche Menschen es machen, denn vielleicht gingen einige Menschen an der Realität kaputt.
Deswegen gibt es hier auch wohl einige Leute, die behaupten es gäbe keine Menschenopfer bei satanistschen Messen... totaler Quatsch!
Es ist mehrfach bewiesen, dass es Ritualmorde gibt überall auf dieser Welt.
Auch Erwachsene werden geopfert.

Vom Buch kann jeder halten was er will - aber die Augen vor den Fakten zu verschließen und die Realität zu leugnen ist schwach!

Deswegen finde ich solche Bücher auch für Menschen gut, die sich normalerweise nicht mit solchen Themen befassen und nichts damit zu tun haben wollen.
Wir müssen besser auf unsere Kinder in dieser Welt achten.
Auf den netten Opa, der sich im Freibad beim Spielplatz rumtreibt, auf den lieben Onkel der gern öfter mal auf die Kleinen aufpasst oder auf den Sportlehrer, der komische Methoden anwendet!

Nicht vergessen die Mehrheit aller Kindermissbräuche finden in der eigenen Familie statt.

 Weitere Lesermeinungen

Seite 1 Eine zurück 12 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20  Eine weiter 

Alle Bestellungen werden über Amazon abgewickelt. Amazon ist der größte Online-Buchhändler und liefert sehr zuverlässig und sicher.Bücher versandkostenfrei nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz, alle anderen Artikel ab 20 € Bestellwert. Ausführliche Lieferbedingungen hier.Nach Deutschland und Österreich ist auch Lieferung gegen Rechnung möglich. Dadurch entfällt die Angabe der Bankdaten. Bedingungen hier.