18,99 EUR (Ab 20 € Bestellwert versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
CD:
Canto
Misia, Audio CD, Verkaufsrang 103632
Aus der Amazon.de-Redaktion Sie ist die enigmatischste unter den neuen Künstlerinnen Portugals. Mit ihrem maskenhaften Äußeren, ihrem extrem stilisierten Auftreten umkreist die Sängerin katalanisch-portugiesischer Abstammung auf ihren Alben stets das Phänomen Fado, nähert sich mal in einer Reverenz an Amália Rodigues ganz der klassischen Variante (Ritual), entfernt sich dann wieder anhand Vertonungen zeitgemäßer Lyrik in gewagte Abwandlungen mit neuer Instrumentierung (z. B. Garras Dos Sentidos). Auf Canto adaptiert sie nun fast ausschließlich Kompositionen einer Ikone der guitarra portuguesa, Carlos Paredes. Wie es für die Neuerin Mísia fast obligatorisch ist, erweitert sie auch diesmal die herkömmliche Fado-Besetzung. Die warmen Kammerstreicher der Camerata de Bourgogne mildern die offenen Wunden der atlantischen Wehmut etwas ab, ohne sie süffig zu überdecken. Mísias nuancenreicher Vortrag changiert mühelos zwischen hauchender Reflektion und ausbrechender Klage (Paradebeispiel ist hier "Horas De Breu"). Sie singt stets mit fester Tongebung, die Verletzlichkeit wird nie selbstgefällig. Schwarze Abgründe der Seele tun sich kurioserweise gerade im Walzerhaften auf ("Valsa Das Sombras", "Lamento Das Rosas Bravas"), doch die ausgewogene Auswahl des Repertoires sorgt auch für Aufhellungen, etwa im fast volksliedhaften "Canção De Alcipe" mit anrührender Violine. Mit "Verdes Anos" und "Tim Tim Por Tim Tim" hat sie auch die wohl populärsten Paredes-Stücke aufgegriffen, beides elegante Adaptionen mit melodischer Feinarbeit des Streichquintetts. Durchgängig souverän auch das begleitende Fadotrio, hier besorgt Gitarrist José Manuel Neto illuminierte Intermezzi. Bedichtet hat die ursprünglichen Instrumentalstücke der renommierte Autor Vasco Graça Moura, dessen Texte im Booklet zwar mit Fingerspitzengefühl übersetzt, aber teils nur mit Adleraugen zu entziffern sind. -Stefan Franzen