Product Description "Hallo Sarah, ich nehm an, es ist Deine Mailbox. Hier ist Harald Schmidt, ich hab Deine Texte bekommen. Ich find die wirklich gut, ich les die häufig in der Süddeutschen. Wenn Du möchtest, kannst Du gerne von mir sagen Sarah Kuttner ist der Beweis Es gibt auch Frauen, die es können.9 Ich les das wirklich sehr gerne, hoffe es geht Dir gut und vielleicht bis bald! Tschüss."
Hörbuch:
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - Folge 1: Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache - Die Zwiebelfisch-Kolumnen
Autor:
Bastian Sick, Ausgabe vom Januar 2008, Audio CD, Verkaufsrang 89789
DER DATIV IST DEM GENITIV SEIN Die deutsche Sprache liegt uns offensichtlich fast allen am Herzen, wie man an der ebenso endlosen wie hitzigen Debatte über die Rechtschreibreform erkennen kann. Einerseits. Andererseits ist leider ein oft unbedachter und liebloser Umgang mit ihr zu beklagen. Die Sprache kann sich ja nicht wehren, nicht einmal gegen schlimmste Vergewaltigungen - man denke nur an den brutalstmöglichen Sprachschrott unserer Politiker. So etwas wie eine Sprachpolizei bräuchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bußgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, wobei er letzteren vor allem in tabellarischen Zusammenfassungen am Ende seiner Kolumnen auslebt. Dabei ist das doch wohl der Idealfall eines Sachbuchs: wo man lachen und schmunzeln und gleichzeitig jede Menge lernen kann. Zum Beispiel, wo das Eszett seinen Namen herhat und warum die Deutschen als einzige diesen wunderlichen Buchstaben benutzen. Oder wie man eingebürgerte Fremdwörter konjugiert - warum es zwar "ich recycle" heißt, aber nicht "du recyclest". Und auf die verzwickte Frage, ob "gedownloadet" oder "downgeloadet" richtig ist - wer hätte sich das noch nie überlegt -, weiß Sick die verblüffend einfache Antwort: "Weder noch, es heißt ?heruntergeladen?". Und wieso der Zwiebelfisch ausgerechnet Zwiebelfisch heißt, erfährt man naturgemäß auch. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod bietet 47-mal charmante Aha- und Haha-Erlebnisse und ist jedem Sprach-User heißestens zu empfehlen. -Christian Stahl
Buch:
Tokio: Roman
Autor:
Mo Hayder, Ausgabe vom 11. Dez. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 11712
Roman Erscheinungsjahr: 2007 Dtsch. v. Ute Thiemann Gewicht: 342 gr / Abmessung: 18,5 cm Von Hayder, Mo / Übersetzt v. Thiemann, Ute Ein unaussprechliches Geheimnis treibt die englische Studentin Grey nach Tokio: Hier hofft sie, den Schlüssel zu einer Tragödie zu finden, die sie seit Jahren verfolgt. Ein Filmausschnitt, der Gräueltaten japanischer Soldaten im chinesischen Nanking 1937 zeigt, soll die Lösung des Rätsels enthalten. Ihre Suche nach der Wahrheit führt Grey zu einem der mächtigsten und zugleich geheimnisvollsten Männer in Tokios Unterwelt und in lange verschüttete Tiefen ihrer eigenen Seele ... Die junge Studentin Grey ist von einer geheimnisvollen Obsession erfüllt: Mehr als 50 Jahre nach dem Massaker von Nanking im Dezember 1937, wo die japanische Armee innerhalb weniger Wochen 200.000 Menschen gefoltert und umgebracht hatte, reist die Engländerin ins ferne Tokio, um einen der letzten Überlebenden der Geschehnisse aufzusuchen. Von dem chinesischen Professor Shi Chongming erwartet sie den Zugang zu Filmmaterial, das nicht nur die japanischen Gräueltaten dokumentiert, sondern auch ein Rätsel in ihrer eigenen Vergangenheit auflösen soll. Der Professor reagiert abweisend und ist erbost über die aufdringlichen Besuche der jungen Frau. Sie bleibt jedoch hartnäckig und richtet sich auf einen längeren Aufenthalt in der fremden Stadt Tokio ein. Kurz entschlossen quartiert sich die mittellose Grey bei einem amerikanischen Studenten ein, der zusammen mit zwei Russinnen in einem verfallenen Palast wohnt. Svetlana und Irina arbeiten als Geishas in einem exklusiven Nachtclub mit illustrem Publikum. Auf deren Vermittlung hin nimmt sie dort einen lukrativen Job an. Im Nachtclub begegnet sie einem geheimnisvollen alten Mann, dem Mafia-Boss Fuyuki, der die Gesellschaft Greys bald schätzen lernt. Eher durch Zufall erfährt Professor Shi Chongming von Greys Tätigkeit als Geisha und ihrer Bekanntschaft mit dem Yakuza Fuyuki. Nach der Erwähnung Fuyukis zeigt er sich plötzlich an der jungen Studentin interessiert und macht ihr ein Angebot: Sie soll für ihn den Yakuza beobachten, wofür er ihr als Gegenleistung schrittweise Zugang zu dem geheimen Filmmaterial gewähren wird. Nach ihren beiden reißerischen Psychothrillern Der Vogelmann und Die Behandlung überrascht die englische Autorin Mo Hayder mit einem tiefgründigen und erschütternden Roman über die japanischen Kriegsverbrechen in China. Zwar löst sich Hayder nicht ganz von ihren bisher typischen Erzählmustern, die Sex, Gewalt und Tod sehr brutal, ekelerregend bis hin zur Obszönität darstellten. Doch vor dem Hintergrund der japanischen Kriegsgräuel vor und während des 2. Weltkrieges machen solche schonungslosen Schilderungen sogar durchaus Sinn. Die Massenverbrechen der japanischen Armee stellen in Japan nach wie ein Tabu-Thema dar. Um diese prekären Spannungen im ungelösten Verhältnis zwischen Chinesen und Japanern darzustellen, bettet Mo Hayder ihre Handlung geschickt in zwei Zeit- und Erzählebenen ein: hier die mysteriösen Selbstfindungsversuche der jungen Studentin Grey im Sommer 1990, dort die schrecklichen Erinnerungen eines zunächst anonymen Tagebuchschreibers im Jahre 1937. In Tokio ist es Mo Hayder eindrucksvoll gelungen, den lebensnotwendigen Sinn und die Bedeutung von Vergangenheitsbewältigung drastisch zu schildern. Denn ihren tragischen Protagonisten bleibt verwehrt, was Bernhard Schlink einmal für die deutschen Verhältnisse formulierte, nämlich "das Vergangene so in Ordnung zu bringen, dass seine Erinnerung nicht mehr auf der Gegenwart lastet." -Christian Koch
Buch:
Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies: Reportagen, Essays, Interviews aus vierzig Jahren
Autor:
Ryszard Kapuciski, Ausgabe vom Okt. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 128904
Product Description Erscheinungsjahr: 2009 Hrsg. u. m. e. Nachw. v. Jean-Pierre Baudet Gewicht: 150 gr / Abmessungen: 180 mm x 95 mm Von Lafargue, Paul / Hrsg. v. Baudet, Jean-Pierre / Übersetzt v. Rötzer, Andreas In diesem Pamphlet stellt Paul Lafargue, einer der bedeutendsten Denker des Sozialismus in Frankreich, die Macht des Kapitals als religiöses System dar und regte damit an, die Religion im Rahmen der Geschichte der Entfremdungsformen umgekehrt als Vorläufer des Kapitals zu verstehen. Lafargue, der mit seinem Buch Recht auf Faulheit auch in Deutschland bekannt wurde, schlägt in seiner Kapitalismuskritik eine andere Richtung als sein Schwiegervater Karl Marx ein und geht in gewisser Weise über ihn hinaus. So sieht er das Religiöse nicht in der Ideologie, sondern im materiellen Aufbau des Kapitals. Jean-Pierre Baudet knüpft in seinem Essay "Ein end loses Opfer" an Lafargues Grundgedanken an und überführt sie in eine aktuelle Kapitalismuskritik.
Buch:
Die Verwandlung der Welt ins Herrliche: Über das Glück (insel taschenbuch)
Autor:
Rainer Maria Rilke, Ausgabe vom 28. Aug. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 18507
Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache. Die Zwiebelfisch-Kolumnen von SPIEGEL-ONLINE Erscheinungsjahr: 2005 5. Aufl. Gewicht: 215 gr / Abmessung: 19 cm Von Sick, Bastian Noch nie sorgte ein Buch über den richtigen Umgang mit der deutschen Sprache für ein solches Aufsehen und begeisterte Hunderttausende von Lesern. Bastian Sick ist heute Deutschlands bekanntester Sprachpfleger, und sein zweites Buch wird schon sehnlichst erwartet. Mit seinem ersten Buch gelang Bastian Sick ein kleines Wunder. Plötzlich lasen viele Menschen über Interpunktion, den korrekten Plural oder guten Stil im Deutschen. Gleichzeitig gewannen sie neues Vertrauen in das eigene Sprachgefühl. Doch längst sind nicht alle Fragen beantwortet und alle Probleme gelöst. Und schaut man genau hin, ist nicht nur der Dativ dem Genitiv sein Tod, sondern es verschwinden noch mehr Fälle - ''an den Ufern des Rhein und auch beim US-Präsident''. Natürlich möchte man die Dinge auch nicht schwarzmalen. Halt, heißt es nicht schwarz malen? Manches lässt einen verzweifeln und manchmal bleibt es ein Zweifelsfall der deutschen Sprache. Bastian Sick geht vielen dieser kleinen und großen Sprachvergehen nach und macht sich so seine Gedanken über das gefühlte Komma, den traurigen Konjunktiv und den geschundenen Imperativ. Und vor allem beantwortet er in diesem Band viele Fragen seiner Leser. Pressestimmen: "Man spürt das Vergnügen, das der Umgang mit gutem Deutsch bereitet ... Sicks Geheimnis ist seine Heiterkeit." (FAZ) "Wo der Duden nicht weiter weiß, weiß Sick Rat." (Saarbrücker Zeitung) "Bastian Sick hat Humor." (Stuttgarter Nachrichten) Das Foto auf der Rückseite zeigt einen wie ein Honigkuchenpferd grinsenden Autor. Kein Wunder. Wurden von Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod doch schon eine Million Exemplare verkauft. Bastian Sick präsentiert nun eine zweite Auswahl seiner so erfolgreichen Zwiebelfisch-Kolumnen, die der ersten in nichts nachsteht. Und man gönnt ihm diese ostentative Fröhlichkeit auch deshalb, weil der Leser bei der Lektüre auch selbst reichlich Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen bekommt. Zum Beispiel über die hier versammelten "Katastrophen mit Apostrophen" oder dialektale Besonderheiten wie etwa die rheinische Verlaufsform: "Dat Chantal ist sich die Haare am Föhnen". Oder die zunehmende Begeisterung auf öffentlichen Schildern für Anführungszeichen. Da kann der Schuss leicht nach hinten losgehen, wenn etwa eine Fluglinie verlautbart: Wir wünschen Ihnen einen "guten Flug". Und natürlich freut man sich auch, wenn Oberlehrer Sick, solchen Sprachverhunzern auf die Füße tritt. Etwa der ärgerlich falsche Gebrauch der Vorsilbe Ex: Wie oft hat man nicht von in der Ex-DDR geborenen Menschen lesen müssen. Folge 2 der Kolumnensammlung bietet sogar noch mehr Abwechslung: Eingestreut sind diesmal Fragen von Lesern, die Sick auf kurzweilige Art beantwortet. Zum Beispiel ob neben der Torschlusspanik auch die immer wieder gehörte "Torschusspanik" sprichwörtlich ist. Wie man "doof" steigert oder ob der Ausdruck "etwas türken" mit den Türken zu tun hat und deshalb als diskriminierend abzulehnen sei. Mit der Sprachkultur in E-Mails beschäftigt sich sogar ein längerer Text, und am Ende des Buches wartet ein kleiner Deutschtest: "60 Fragen aus dem Fundus der Irrungen und Verwirrungen unseres Sprachalltags". Für wahre Zwiebelfisch-Fans fast ein Kinderspiel. Ich habe in Bastian Sicks unterhaltsamer Deutschklasse auch wieder einiges gelernt. Zum Beispiel, dass das vielbenutzte "ausgepowert" eigentlich aus dem Französischen (von "pauvre") stammt. Und endlich hat mir jemand erklärt, was die Abkürzung "lol" bedeutet, die zu viele E-Mails verunziert. "Laugh out loud" - andererseits eine gute Empfehlung an alle Leser dieses Buches. -Christian Stahl
Buch:
Das Leiden anderer betrachten
Autor:
Susan Sontag, Ausgabe vom 19. Juli 2005, Broschiert, Verkaufsrang 100026
Erscheinungsjahr: 2008 2. Aufl. Aus d. Amerikan. v. Reinhard Kaiser Gewicht: 156 gr / Abmessung: 19 cm Von Sontag, Susan / Übersetzt v. Kaiser, Reinhard Ein Foto, das jeder gesehen hat: Robert Capas Bild des Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg, aufgenommen in dem Moment, da ihn die tödliche Kugel trifft. Mit diesem Krieg beginnt die eigentliche Berichterstattung mit der Kamera, und 1945, mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erhalten Fotoreporter, die die Gräuel der KZ und die Opfer der Atombombe abbilden, eine neue Legitimation. Die Fotografen, die später in Vietnam, in Biafra und auf dem Balkan Bilder aufnahmen, die noch immer unsere Vorstellung vom Krieg bestimmen, sahen sich als Zeugen und Ankläger. Fünfundzwanzig Jahre nach der Veröffentlichung ihres Epoche machenden Essays "Über Fotografie" beschäftigt sich Susan Sontag mit dem Thema Kriegsfotografie. Sie rekapituliert die historische Entwicklung, vergisst nicht, die Vorläufer der Dokumentaristen des Kriegs zu erwähnen, und scheut sich nicht, den Voyeur in uns allen zu benennen. Und sie revidiert ihre einst geäußerte Ansicht, dass der Mensch abstumpfe, wenn er unablässig mit dem konfrontiert werde, was Menschen anderen Menschen antun. Das Bild wird zum Appell, etwas zu unternehmen. "Das Bild sagt: Setz dem ein Ende, interveniere, handle. Und dies ist die entscheidende, die korrekte Reaktion." Pressestimmen: "(Sontag) hat ein untrügliches Gespür für das gerade aktuelleste Thema und kann den Vorwurf, eine Modeschriftstellerin zu sein, dennoch von sich weisen, denn sie sucht die Tagesbezogenheit nur, um die falsche Aufgeregtheit, mit der sich die Öffentlichkeit erregen lässt, wieder durch Einsicht zu bannen." Hannelore Schlaffer, Stuttgarter Zeitung, 22.08.03 Jedem Mediennutzer stellt sich immer wieder die Frage: Wie soll man umgehen mit den tagtäglichen Leidensbildern aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt? Was kann man tun außer umschalten, wegschauen weiterblättern, verdrängen? Die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag beschäftigt sich in ihrem neuesten Essay Das Leiden anderer betrachten mit dieser Problematik und liefert darüber hinaus eine erhellende Analyse der Kriegsfotografie und ihrer Geschichte. Geißelte die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in ihrem berühmten früheren Essay Über Fotografie das Fotografieren noch als "chronisch voyeuristische Beziehung zur Welt", so unterzieht sie diesmal ihre eigenen Gedanken von damals einer kritischen Überprüfung. Inzwischen glaubt sie nicht mehr an die Abstumpfungsthese, plädiert nicht mehr für eine Beschränkung der Bilderflut. Einfache Antworten auf die schwierige Frage des Umgangs mit den Bildern aber sind nicht zu haben, die Komplexität der Medien und ihrer Nutzung hat ohnehin noch zugenommen. Kriegsreporter fahren heutzutage - "embedded" - mit auf Panzern an vorderster Front und verzichten dafür auf ihre journalistische Unabhängigkeit. Filmberichte, wie etwa über die Befreiung einer amerikanischen Soldatin im Irak, werden wie Actionfilme inszeniert und sind frei erfunden. Mit Bedacht verzichtet Sontags ebenso kluger wie emphatischer Essay - abgesehen von der Zeichnung Goyas aus dessen berühmten Zyklus "Die Schrecken des Krieges" auf dem Schutzumschlag - völlig auf Bilder, vertraut ganz auf den Text. Ist doch eine der Kernaussagen: "Bilder können nur die Hölle zeigen, nicht den Weg hinaus." Um das Leiden der andern zu verstehen - die Gründe dafür, die Lügen der Verantwortlichen, die Vernetzung mit der eigenen privilegierten Situation -, brauche es Text. Aber trotz aller Manipulier- und Instrumentalisierbarkeit von Bildern gelte es weiterhin, sich ihnen auszusetzen und die Bilder vom Leiden anderer als ständiges Memento zu begreifen: "Menschen sind imstande, dies hier anderen anzutun - vielleicht sogar freiwillig, begeistert, selbstgerecht. Vergesst das nicht." -Christian Stahl