John Eliot Gardiner, Ebs, Monteverdi Choir, Audio CD, Verkaufsrang 1173
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MESSE H-MOLL BWV 232 Als eines der bekanntesten "Lieblingsstücke" von Bach ist die h-moll-Messe nicht wirklich ein funktionelles liturgisches Werk, sondern eine Zusammenstellung von Sätzen, die über mehrere Jahre geschrieben wurden. Die große Vielseitigkeit dieses Werkes ist sicherlich bewundernswert, doch beachtenswerter ist die musikalische und spirituelle Einheit, wenn man bedenkt, woher das Werk stammt, daß es mehrere verschiedene Kompositionsstile enthält und zu Bachs tiefgreifendster und schönster Musik gehört. Dieses Werk aufzuführen und dabei das Gefühl für seine großartige Konstruktion zu bewahren, aber auf der anderen Seite die beachtlichen musikalischen Details hervorzubringen, ist eine Herausforderung, der die meisten Chöre, Orchester und Dirigenten nicht gewachsen sind. Fast einstimmig wird jedoch die Version von John Eliot Gardiner als die erfolgreichste bezeichnet - eine wahrhaft großartige Aufnahme. Sie ist gleichermaßen üppig und durchdringend, mit wunderbaren Chor- und Sologesängen und einem weiträumigen und vibrierenden Sound. -David Vernier
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Violinkonzerte Nr. 1 / 8. Klassik-CD Schon die ersten Töne der Solovioline auf dieser CD machen klar, dass Hilary Hahn auch hier wieder erstklassiges Geigenspiel bietet: Ihre markante, gut fokussierte und doch gleichzeitig auch berauschend süße, liebliche Tonproduktion, gepaart mit traumwandlerischer technischer Beherrschung des Instruments, garantiert wie eh und je ein Violin-Erlebnis der Extraklasse. Da mag es der jungen, intelligenten Amerikanerin verzeihen, dass sie sich ? nachdem sie in den vergangenen Jahren eine Reihe von Spitzen-Werken der Violinkonzertliteratur eingespielt hat ? auf ihrer neuen CD dem Violinkonzert Nr. 1 von Niccolò Paganini widmet: Die musikalische Substanz dieses Stücks kann selbst bei einem Höchstmaß an gutem Willen nur als dürftig bezeichnet werden; nach der dreieinhalbminütigen Orchester-Exposition im ersten Satz mit viel Tschingderassabumm bedeutet der Einsatz der Solovioline eine wahre Erlösung; freilich verfehlt dann die Paarung von herzzereißender Melodik mit atemberaubenden technischen Kunststücken, die den Solopart bestimmt, ihre Wirkung nicht. Darüber hinaus allerdings passiert eigentlich nichts: Das Orchester spielt nur Begleitfiguren, es gibt keine interessanten Entwicklungen, keine wirkliche Verarbeitung und Entfaltung des thematischen Materials ? man genießt es dennoch, weil Hilary Hahn so wundervoll spielt. Aber wie oft kann man sich das anhören? Glücklicherweise hat Hilary Hahn als zweites Stück für diese CD Louis Spohrs Violinkonzert Nr. 8 ausgewählt ? ein Stück, bei dem sich doch u. a. auf harmonischer und struktureller Ebene deutlich mehr tut als bei Paganini; auch ist die in diesem Stück entfaltete musikalische Ausdruckswelt um einiges reicher und vielfältiger. Und so brillant Hahn sich bei Paganini auch zu verkaufen versteht: Mit Spohr kommt ihr Können doch ungleich viel wirkungsvoller zur Geltung. Michael Wersin