Aus der Amazon.de-Redaktion Jean Ziegler will unsere Aufmerksamkeit einmal auf ein anderes Imperium lenken, als das, welches die USA derzeit aufzurichten versuchen, nämlich auf das, welches nach seinem Dafürhalten die Welt nach seiner Überzeugung schon längst nach seinen alleinigen Regeln beherrscht: das Imperium der großen, transnationalen Konzerne. Und eben die macht er deshalb auch verantwortlich für die Unterdrückung, die Armut und den Hunger in der Welt. Der Autor geißelt dieses Imperium der Schande in dem unvergleichlich harschen Ton, den wir von ihm schon aus seinen vorherigen Veröffentlichungen wie Wie kommt der Hunger in die Welt oder Die neuen Herrscher der Welt kennen. Auch diesmal wird man schwerlich einen Zwischenton finden: Gut oder böse ? allein in diese Kategorien sortiert Ziegler die global agierenden Wirtschaftslenker ein. Das heißt: Eigentlich sind sie alle böse, weil in dem Weltmarkt, der nach den Spielregeln funktioniert, wie sie heute nun mal zu gelten scheinen, wohl nur die Bösen zum Zuge kommen. Und die sind getrieben von nichts als ihrer Gier: "Der einzige Antrieb dieser neuen Feudalherren ist die Anhäufung größtmöglicher Profite in möglichst kurzer Zeit, die kontinuierliche Ausdehnung ihrer Macht und die Beseitigung jedes sozialen Hindernisses, das sich ihren Dekreten widersetzt." Ziegler, immerhin Sonderbeauftragte der UNO für das Recht auf Nahrung, ist ein honoriger Mann, auch wenn man ihn in der Schweiz wegen seiner in Die Schweiz wäschst weißer erhobenen Vorwürfe auch schon mal wegen Landesverrats ins Gefängnis stecken wollte. Was bereits für seine ätzende Generalkritik am Schweizer Finanzsystem galt, gilt auch für Das Imperium der Schande: Trotz aller Vorbehalte, die man gegenüber der Art und Weise haben mag, wie Ziegler seine Kritik vorträgt - in der Grundsubstanz ist sie leider nicht ganz unberechtigt. Auseinandersetzen sollte man sich mit ihr deshalb allemal! - Andreas Vierecke 1
Product Description Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen Erscheinungsjahr: 2011 Gewicht: 253 gr / Abmessungen: 190 mm x 120 mm x 24 mm Von Bode, Sabine Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren Soldaten, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Doch ihre Erinnerungen daran haben die Kriegskinder bislang in sich verschlossen gehalten. Stattdessen wurde nach vorn geblickt, Deutschland wiederaufgebaut, eine Familie gegründet. Heute sind sie im Ruhestand, die eigenen Kinder längst aus dem Haus und zum ersten Mal im Leben schauen sie zurück. Begreifen, wie viel in ihrem Leben auf die Kriegserlebnisse zurückzuführen ist. Gleichzeitig beginnen die Kinder und Enkel der Kriegskinder, sich mit der vergessenen Generation zu beschäftigen. Sie wollen verstehen, woher dieses eiserne Schweigen kommt. Ein wichtiges und notwendiges Buch. Pressestimmen: "Ein wichtiges und notwendiges Element im Mosaik der deutschen Geistesverfassung." Die Zeit
Buch:
Wofür stehst Du?: Was in unserem Leben wichtig ist - Eine Suche
Autor:
Axel Hacke, Giovanni di Lorenzo, Ausgabe vom 23. Sept. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 12395
Product Description Was in unserem Leben wichtig ist. Eine Suche Erscheinungsjahr: 2010 Gewicht: 303 gr / Abmessung: 19,5 cm Von Hacke, Axel; Lorenzo, Giovanni di Zwei der wortgewandtesten Sympathiefexe der Republik denken in einem kurzweiligen Wirbel autobiographischer Anekdoten darüber nach, was sie in ihren Wertvorstellungen fürs Leben geprägt hat. Für den einen ist es mal Lebensweisheit des eigenen Opas, für den anderen mal ein Gedicht von Ingeborg Bachmann. In einem sind sich beide einig: ¿Was zu den größten Aufgaben eines jeden Menschen zählt: eine eigene Haltung zu entwickeln. Nicht ohne Bewusstsein im Strom der vielen zu leben.¿ (druckfrisch - Neue Bücher mit Denis Scheck - ARD) Wofür stehst Du? Ein Plädoyer gegen die Gleichgültigkeit. Giovanni di Lorenzo und Axel Hacke haben zusammen ein ungewöhnliches Buch geschrieben: Sie stellen die große Frage nach den Werten, die für sie maßgeblich sind - oder sein sollten. Zwei Freunde, nahezu gleichaltrig, stellen fest, dass sie sich in Jahrzehnten über vieles Private ausgetauscht haben, Leidenschaften, Ehen und Trennungen, Erfolge, Ängste und Todesfälle, dass aber eines zwischen ihnen seltsam unbesprochen blieb: An welche grundlegenden Werte glaubst du eigentlich, wenn es nicht um dich, sondern um uns alle geht? Was ist wirklich wichtig in diesem Land? Für welche Ziele der Gemeinschaft bist du bereit, dich einzusetzen? Kurz: Wofür stehst du? Wir leben in Zeiten unübersehbaren Rückzugs ins Persönliche, einer nachgerade verbissenen, ja, verzweifelten Glückssuche im Privaten, der massenhaften Ablehnung gesellschaftlicher Verantwortung, in Zeiten von Missmut, Frust und Gemoser über den Staat. Die Beteiligung an Wahlen sinkt kontinuierlich, die Bereitschaft, sich als Bürger zu verstehen, wird immer geringer. Dafür wachse
Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde. Vorw. v. Eckart von Hirschhausen Erscheinungsjahr: 2009 Gewicht: 372 gr / Abmessungen: 215 mm x 135 mm Von Lütz, Manfred Der ganz normale Wahnsinn in Kurzform "Wenn Sie mein Buch gelesen haben, dürfen Sie definitiv mit jedem Verrückten reden, schlimmstenfalls auch mit sich selbst." Manfred Lütz Bestsellerautor Manfred Lütz führt uns in die außergewöhnliche Welt der rührenden Demenzkranken, hochsensiblen Schizophrenen, erschütternd Depressiven, mitreißend Manischen und dünnhäutigen Süchtigen. Er holt die psychisch Kranken gleichsam aus dem professionellen Ghetto. Seine These: "Um die Normalen zu verstehen, muss man erst die Verrückten studiert haben." Sein Ziel: Auf 192 Seiten die ganze Psychiatrie und Pychotherapie allgemeinverständlich, humorvoll und auf dem heutigen Stand der Wissenschaft darzustellen. Unmöglich? Nicht, wenn der Autor Manfred Lütz heißt. Seine "Gebrauchsanweisung für außergewöhnliche Menschen und die, die es werden wollen" ist ein Muss für alle, die sich für die Merkwürdigkeiten der menschlichen Seele interessieren. Pressestimmen: "Der Psychiater Manfred Lütz denkt in seiner Kampfschrift gegen den Terror der Normalität über krank und gesund nach und feiert all die Schrulligen, Käuze und Originale, die etwas dringend benötigte Farbe ins Grau der Mittelmäßigkeit bringen. Ergebnis: ein lesenswertes Buch über den Wahnsinn unserer Normalität." (Druckfrisch - Neue Bücher mit Denis Scheck, ARD) Leseprobe: Das häufigste Vorurteil Psychiatern gegenüber lautet: Die sind doch alle selber nicht normal! Das vorliegende Buch kann dieses Vorurteil zum Glück nur bestätigen. Manfred Lütz ist nicht normal. So viel steht schon mal fest. Ob "normal" aber das Gegenteil von krank Hitlers Taten waren abscheulich. Doch der Diktator war nicht psychisch krank, sondern normal. Statistisch gesehen verüben psychisch Kranke sogar weniger Straftaten als Normale, weiß Psychiater Manfred Lütz aus dem Klinikalltag zu berichten. In seinem Streifzug durch die Spielarten der menschlichen Psyche versucht der Autor, das Wesentliche von Psychiatrie und Psychotherapie darzustellen. Prima, wenn endlich jemand anschaulich erklärt, worüber viele sprechen, aber nur wenige wirklich eine Ahnung haben. Hauptsächlich dreht es sich um psychische Krankheiten und gängige Therapien. Zunächst führt uns Lütz jedoch vor Augen, wie sehr das Verhalten psychisch Gesunder seltsame Blüten treibt. "Normalos", die in stumpfer und spießiger Atmosphäre vor sich hindümpeln, bekommen genau so ihr Fett ab wie diejenigen, die Blödsinn professionell erzeugen. Dazu zählt Lütz die Ergüsse von Dieter Bohlen, Paris Hilton oder wilde esoterische Pendeleien. Zugegeben, das Inhaltsverzeichnis sieht arg nach Seminararbeit aus. Die Stärke des Buches macht aus, dass Lütz viele plastische Beispiele anbietet, um nackte Theorie mit Leben zu füllen. So verstehen Laien besser, was zum Beispiel Depressive von Manikern unterscheidet. Und wenn wir erfahren, wie eine Patientin einmal die Bundeswehr aufmischte, öffnet sich die Pforte zum Reich der netten Anekdote. Bei der neuen "Volkskrankheit" Alzheimer konstatiert Lütz: "Wie eine Gesellschaft mit ihren Demenzkranken umgeht, das ist die Nagelprobe für ihre Menschlichkeit." Ergo ist die von Lütz angekündigte "heitere Seelekunde" so lustig nun auch wieder nicht. Tatsächlich fehlt es Lütz nicht am nötigen Ernst, wenn etwa dargelegt wird, wie wenig Wahlfreiheit Süchtige haben, was im Wahnsystem schizophrener Patienten passiert oder wann Psychopharmaka eine befreiende Wirkung entfalten. Dass wir die Falschen behandeln, wie der Untertitel des Buches reißerisch ankündigt, erweist sich als zu viel des Guten. Auf alle Fälle gilt: "Das mutwillige oder zynische Suchen nach Defiziten bei gesunden Menschen ist menschenunwürdig", wie der Psychiater und Arzt vor Risiken und Nebenwirkungen der Lektüre warnt. Und während die einen die bisweilen betont locker-flockige Art des Autors weniger mögen, sehen andere darin eine souveräne Haltung voll heiterer Demut. Unter dem Strich lautet deshalb die Diagnose des Kritikers: Prädikat wahnsinnig lesenswert! ? Herwig Slezak
Buch:
Macht euch keine Illusionen über mich: Der verbotene Blog
Autor:
Ai Weiwei, Ausgabe vom 25. Juli 2011, Broschiert, Verkaufsrang 113396
Product Description Erscheinungsjahr: 2007 6. Aufl. Gewicht: 230 gr / Abmessungen: 190 mm x 120 mm x 20 mm Von Kostolany, Andre Tipps vom Meister der Börsenspekulation: Was bedeutet Geld für mich? Wie wird mein Geld aktiv? Und wie lasse ich das Geld anderer Leute für mich arbeiten? Zu diesen und ähnlichen Fragen nimmt der große Börsenguru Andre Kostolany in seinem Buch Stellung. Es bietet einen Ausblick auf die Veränderungen und Fehlentwicklungen, die Chancen und Risiken der Börse im 21. Jahrhundert. Der nicht zuletzt wegen seines geistreichen Witzes berühmte Börsenguru starb 1999 93-jährig in Paris. Andre Kostolany läßt nach einem erfüllten Leben, das fast ein ganzes Jahrhundert umfaßte, sein Verhältnis zum Geld und sein langes und erfolgreiches Börsenleben Revue passieren und legt diesen reichen Schatz an Einsicht und Erfahrung in seinem letzten Buch "Die Kunst über Geld nachzudenken" nieder. Phantasie, Geduld, Weitblick und Erfahrung - die "Kardinaltugenden" eines Spekulanten, besaß er im Übermaß, und auch jenes Quentchen Glück, das aus einem Finanzjongleur einen Meister werden läßt. Seine Sicht auf die Börsenwelt und ihre Gesetze, sein Gespür und seine Weisheit hat er nie für sich selbst behalten, sondern immer einem breiten Publikum offenbart. So half er, die "sprichwörtliche ideologische Befangenheit" der Deutschen gegenüber der Aktie zu überwinden und etwas vom Reiz der Börse zu vermitteln.
Unser Wissen ist im Umbruch, unser Bildungssystem in der Krise, der Rufnach einem Kanon wird immer lauter. Dieses Handbuch bietet nun die ersteNeuorientierung hinsichtlich der Kernbestände unserer Kultur. Im erstenTeil Wissenalles, was man wissen mußBürgerrechtKönnenHaus der SpracheBüchern, die die Welt verändert haben, Tips zum Weiterlesen und einausführliches Namenregister erhöhen den Gebrauchswert dieses Handbuches. Das Buch ist natürlich eine Frechheit. Das war nicht anders zu erwarten bei einem Autor, der bundesrepublikanische Bildungszustände mit seinem Erfolgsroman Der Campus dem Gelächter preisgegeben hat. Das Buch ist natürlich nicht die Frechheit, als die es daherkommt. Das ist heute nicht mehr zu erwarten, wo demonstrative Unbildung als ausgesprochen telegen gilt ("Hier wird Sie geholfen!"). Bildung, lautet das Credo derer, die dazugehören, kann man ja nicht lernen, man muss sie erwerben. Mühsam. Ein Leben lang: Klavier mit vier, humoristisches Gumminasium mit Griechisch und Latein, Tanzstunde, Auslandsstudium. Am Ende sagt man dann Sätze, die alle klingen wie bei Schwanitz: "Wie Sie wissen, ist der Strukturalismus nur ein verkappter Neukantianismus." Aber wichtig ist, wie man auf so einen Partysatz zu reagieren hat, um als gebildeter Mensch zu gelten. Zum Beispiel kann man guten Gewissens "ein Geräusch verursachen wie eine Kuh, die zu muhen anhebt, aber es sich dann anders überlegt". Landläufige Bildung in Europa ist ja keineswegs allumfassend. Die Zahl der Themen und Gegenstände, über die es Bescheid zu wissen gilt, ist überschaubar. Ihnen widmet Schwanitz die erste Hälfte des Bandes: Literatur, Kunst, Musik, Philosophie, Ideologien pointiert, witzig und äußerst erhellend dahingeplaudert. Der eigentliche Kern aber ist der zweite Teil, der sich damit beschäftigt, das im ersten Teil erworbene Wissen strategisch richtig und eben "gebildet" anzuwenden. Schwanitz dürfte viel diskutiert werden (kaufen, lesen und - gebildet - mitreden!), aber der Band reflektiert ungeachtet der Ironie durchaus ein wichtiges Thema: Was ist Bildung? -Michael Winteroll
Buch:
Anständig essen: Ein Selbstversuch
Autor:
Karen Duve, Ausgabe vom 30. Dez. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 14801
Product Description Ein Selbstversuch Erscheinungsjahr: 2011 Einsteiger/Laien Gewicht: 466 gr / Abmessung: 21 cm Von Duve, Karen Lebt es noch oder isst du es schon? Ein Selbstversuch. "Die dringendste Frage zu Beginn meiner Bio-Phase: ob ich weiterhin Cola-Light trinken kann. Davon gehe ich nämlich aus. Cola-Light besteht doch sowieso ausschließlich aus Chemie. Da dürfte sich die Bio-Frage eigentlich gar nicht erst stellen." Karen Duve gehörte nicht eben zur Gesundheitsfraktion. Bratwürstchen und Gummibären wanderten genauso in ihren Einkaufswagen wie Schokolade und Curryketchup in 1-L-Plastikflaschen. Doch dann zog sie mit jemandem zusammen, der schnell den Spitznamen Jiminy Grille erhielt - nach dem personifizierten Gewissen der Holzpuppe Pinocchio. Denn Jiminy schrie auf, wenn Karen Duve nach der "Grillhähnchenpfanne für 2,99" griff. Und Karen Duve musste einräumen, dass das Leben der "Grillhähnchenpfanne" vor ihrer Schockfrostung wohl eher unerfreulich gewesen war. So stellten sich vor der Tief kühltruhe schnell grundlegende Fragen: Darf man Tiere eigentlich essen? Und wenn Tiere nicht, warum dann Pflanzen? Wo beginnt die menschliche Empathie, und warum? Was sind wir bereit aus Rücksicht auf die Mitlebewesen zu opfern? Oder können wir sogar einen persönlichen Gewinn daraus ziehen, unsere Gewohnheiten zu ändern? Irgendwann wollte Karen Duve es wirklich wissen: Jeweils zwei Monate lang testet sie seitdem Ernährungsweisen mit moralischem Anspruch: Biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und am Ende sogar frutarisch, also nur das, was die Pflanze freiwillig spendet. Parallel dazu setzt sie sich mit der dahinterstehenden Weltsicht auseinander - und liefert sich mit Jiminy Grille die unausweichlichen Verbalduelle. Erst kurz vor der Veröffentlichung dieses Buches wird