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Das geheimnisvolle Serum

ein Fantasy Abenteuer-Roman von Janis Purucker


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Kapitel 17

Als wir nach langer Zeit (wie es mir scheint) aufwachen, sehen wir die Gesichter Blindauges und Samtfells über uns. Wir richten uns auf. Ich frage, noch etwas benommen: "Wie lange haben wir denn geschlafen?"
"Ach, so ungefähr zwei Stunden." brummt Blindauge.
Ich seufze. "Jetzt haben wir Felicitas wieder nicht! Ach, hätte ich sie bloß nicht verloren! Wir werden für immer hier festsitzen!"
"Was heißt verloren?" fragt mich Samtfell. "Was hast du dann in deiner Pfote?"
Ich starre ihn ungläubig an. Dann schaue ich langsam herunter auf meine Hand. TATSÄCHLICH! "Ich habe sie ja gar nicht verloren!! Haha! Juhu!" Ich drehe die noch nasse Blume vorsichtig in meiner Hand hin und her.
Chris lobt mich: "Wow! Ich hätte nicht gedacht, daß du sie nach diesem Kampf noch hast! Du bist wirklich super!" Ich lasse es mir zwar nicht anmerken, aber ich bin irgendwie gerührt über dieses Lob.
Kalt und neckisch sage ich lächelnd zu Chris: "Na, war ich das denn nicht schon immer?!" Und wir lachen alle gleichzeitig. Auch Blindauge sehen wir das Erste Mal seit wir ihn kennen, lachen.
Als wir uns nach einiger Zeit beruhigt haben, sage ich zu den zwei Maulwürfen: "Tja, nun haben wir ja unsere Aufgabe hier erfüllt! Bitte bringt uns doch jetzt zum großen Ausgang, ja?"
Und die zwei Maulwürfe kriechen voran. Unterwegs sagen uns Blindauge und Samtfell noch, daß sie, als ihnen eingefallen ist, daß dort unten das Kanos lebt und die Blume bewacht, ganz laut nach uns geschrien haben. Doch natürlich konnten
wir sie nicht hören. Sie entschuldigen sich auch dafür, daß sie uns nicht eher gesagt haben, daß dieses Viech da unten haust. Doch wir verzeihen ihnen.
Endlich sind wir am Ausgang. "Also, ihr beiden: Vielen Dank für eure Hilfe, ja? Ohne euch wären wir nie weiter gekommen! Tschau und: Gutes Graben!" Auch Chris bedankt und verabschiedet sich. Dann ziehen wir uns den steilen Hang zur Öffnung hinauf und klettern aus dem Zwergenreich.
Ah, endlich wieder Sonne! Man muß wirklich ein Maulwurf sein, um es lange da unten auszuhalten! Wir jedenfalls sind froh, daß wir wieder auf der Erde sind!
Also machen wir uns auf den Weg zum Schloß. Als wir wieder vor dem riesigen Eingangstor stehen, klopfen wir. Bald geht das kleine Fenster auf und Blubbermaul schaut heraus. "Aha! Ihr zwei wieder! Habt ihr Felicitas?"
Ich sage einfach gar nichts und halte die Blume genau vor seine riesigen Glubschaugen. "Sehr gut, sehr gut! König Löwenzahn wird sich freuen!"
"So, und jetzt beantragen wir endlich eine Menschenaudienz!"
"Ok, ok! Wird schon erledigt!" Und er verschwindet kurze Zeit. "So, in genau zwanzig Minuten habt ihr einen Termin. Heute ist nämlich bei Lord Scharfzahn, einem Verwandten von König Löwenzahn, eine Party. Deswegen gibt es heute nicht so viele Tiere im Schloß. Ihr habt wirklich Glück! Kommt also dann in zwanzig Minuten nochmal wieder!"
Als die zwanzig Minuten verstrichen sind, klopfen wir nochmal am Tor. Blubbermaul sagt: "Gut, jetzt könnt ihr hereinkommen! Aber gebt mir zuerst die Blume!"
Ich gebe sie ihm.
"Gut! Hier entlang!" Und er führt uns durch einen langen Gang, in dem lauter Bilder von den Verwandten Löwenzahn's hängen: König Riesenmähne, König Schleichfuß, König Raffkralle, usw. Endlich stehen wir vor einer riesigen Tür, die noch viel größer ist als die Eingangstür! Und noch dazu aus purem Gold! Blubbermaul klopft an. Eine Stimme, die mich zusammen fahren läßt, brüllt durch die Tür: "Hereeeiin!" Und Blubbermaul drückt die Türklinke aus Silber herunter, schiebt uns durch die Tür und schließt sie hinter uns wieder. Wir stehen in einem riesigen Thronsaal! Überall Gold, Silber und Samt! Auch riesige, teure Teppiche liegen überall herum. Und der schönste, ein ganz roter, führt von der Tür, vor der wir jetzt stehen, bis zum Thron. Und auf dem Thron sitzt, nicht so wie unsere Könige: angeberisch und mit Edelsteinen besetzt, nur mit einer kleinen Krone auf dem Kopf, edel und irgendwie mächtig, König Löwenzahn. Ich erinnere mich daran, was man macht, wenn man vor einem König steht: Eine tiefe Verbeugung. Ich mache es und Chris macht es mir nach. König Löwenzahn nickt nur einmal mit dem Kopf zur Begrüßung. Dann sagt er mit seiner tiefen, rauhen Stimme: "Christian und Laura, habe ich recht?"
Ich schlucke, bevor ich stotternd antworte: "J-Ja!"
"Gut! Ihr habt es also auch bis hierher geschafft. Freut mich! Vor allem, daß ihr mir Felicitas mitgebracht habt! Ich werde sie in ein extra großes Aquarium pflanzen!"
Nach einer kurzen Pause fährt er fort: "Tja, und nun wollt ihr zum Tor...Hm...Ich glaube, das Labyrinth wäre für euch als letzte Aufgabe angebracht!"
Er nickt mit dem Kopf und schon packen uns Wachen und wollen uns wegzerren. Ich rufe: "LABYRINTH?! HILFE! KEIN LABYRINTH! WIE KOMMEN WIR DENN DA WIEDER RAUS??!! HIIILFEE!" Und bevor ich noch etwas sagen kann, haben uns die Wächter schon aus dem Thronsaal gezerrt. Ich wehre mich, schreie, schimpfe, fluche, doch es hilft alles nichts! Die Wächter sind robust. Wir sind vor einer riesigen Stahltür angelangt. Die Wächter drehen an dem riesigen Kombinationsrad an der Tür. Sie springt auf! Sie schieben uns grob hinein und schließen die Tür hinter uns.
Kurze Zeit sagt keiner etwas. Doch dann schimpfe ich richtig los. "NEIN, DAS GIBT ES DOCH NICHT! WIR FINDEN HIER NIE MEHR WIEDER HERAUS! DIESER BLÖDE KÖNIG! DIESE BLÖDEN WÄCHTER! DIESE BLÖDE DIMENSION! ICH HAAAASSEEEE LABYRINTHE!" Ich hämmere gegen die dicke Eingangstür. Als mir dann nach einiger Zeit langsam klar wird, daß das nichts nützt, höre ich auf.
Niedergeschlagen und erschöpft stecke ich meine Hände in die Hosentaschen, als ich etwas Zerknittertes darin spüre. Ich hole es heraus. Ein Stück Papier! Jetzt erinnere ich mich! Das ist das Papier, das uns der Fisch gab! Wir sollten doch öfters mal draufschauen! Ich falte es auseinander. TATSÄCHLICH! Das vorher leere Stück Papier ist jetzt auf einmal gar nicht mehr so leer! Ganz im Gegenteil: Jetzt ist eine Karte mit Gängen darauf...Auf einmal mache ich einen Luftsprung!
Chris, der nicht mitbekommen hat, was ich entdeckt habe, schaut mich verwirrt an. "Chris! Weißt du, was das ist?" Ich halte ihm das Stück Papier unter die Nase. Und bevor er antworten kann, rufe ich schon: "Das ist das Papier, das uns der Fisch gegeben hat! Jetzt ist plötzlich eine Karte von diesem Labyrinth darauf! Wir sind gerettet!" Stürmisch umarmen wir uns.
Dann schauen wir uns die Karte etwas genauer an. "Aha, hier sind wir." Ich zeige mit dem Finger auf ein kleines Viereck, auf dem "Eingangstür" steht. "Und hier müssen wir hin!" Chris deutet auf ein weiteres Viereck ganz rechts, auf dem "Ausgang" steht.
"Tja, dann haben wir einen ziemlich weiten Weg vor uns!" sage ich.
"Also, dann laß uns anfangen!" meint Chris.
Ich nicke. "Hm...hier sind wir und da ist der Ausgang...Also müssen wir da lang!" Ich zeige nach rechts. Und gleichzeitig erschrecke ich. Da wo ich hinzeige, geht es gar nicht weiter! Da ist kein Loch in der großen Mauer, das uns nach rechts führen könnte! Aber trotzdem ist auf der Karte eines eingezeichnet! Wir schauen uns an. "Oh oh!" stottert Chris. Ich schaue wieder auf die Karte. "Da muß es nach rechts gehen! Das gibt¢s doch nicht!" Ich renne an die Mauer zu der Stelle, wo normalerweise ein Durchgang hätte sein müssen. Jedenfalls nach der Karte. Ich hämmere darauf herum. Plötzlich geht alles ganz schnell. Über dem Hämmern (aber leider nicht mehr rechtzeitig genug) merke ich auf einmal, wie irgend etwas nachgibt. Und WUMS! Eine Tür in der Mauer stößt auf! Ich, ganz gelähmt vor Schreck, lehne immer noch mit meinen Händen an der Geheimtür! Als diese also mit einem Krachen aufstößt, verliere ich das Gleichgewicht und falle nach vorne. Ich lande ziemlich hart auf dem Boden des Ganges, der sich da nach vorne erstreckt.
Chris kommt angerannt. "Laura! Laura, bist du verletzt?!" fragt er aufgeregt.
Ich rapple mich auf. "Nein..." sage ich stöhnend und füge kurz danach hinzu: "glaube ich." Als ich mir den Staub dieses schmutzigen Bodens von den Hosen geklopft habe, schaue ich nach vorne. "Chris, ich glaube..." sage ich mit einem verschmitzten, ersten Lächeln nach dem Unfall, "wir sind jetzt wirklich gerettet!" Ich falle ihm um den Hals. "hier gibt es ÜBERALL (sozusagen versteckte) Türen! Das ist dieser Durchgang nach rechts auf der Karte!" Endlich begreift es auch Chris, der die ganze Zeit nur dumm geschaut hatte!
"Achso! Mensch, war ich blöd!" Er lacht.
Dann schauen wir beide wieder auf die Karte. "Aha!" sage ich, "jetzt sind wir hier...Da lang!" Ich zeige nach vorne. "Und dann müssen wir nach links." Also laufen wir den langen Gang ein Stück entlang, bis ein "sichtbarer Tunnel" nach links führt. Dann gehen wir diesen Gang entlang, dann nach links, durch eine Geheimtür und immer so weiter. Immer nach dem Weg auf der Karte.
Nach einer Ewigkeit, wie es mir scheint, sind wir an dem Viereck auf der Karte und der Ausgangstür in Wirklichkeit angekommen. Sogar eine Türklinke! Wir atmen noch einmal tief durch und schauen uns an. Wir scheinen beide das Gleiche zu denken: "Das Labyrinth war ja eigentlich (und natürlich: GOTTSEIDANK!) am Ende nicht so schlimm. Vielleicht haben wir es ja jetzt schon bald geschafft."
Dann drücke ich die Klinke der Stahltür langsam herunter. Die einzige Tür in dieser Dimension, die nicht quietscht! Wir verlassen das Labyrinth. Und gleichzeitig betreten wir einen wirklich wunderschön verzierten Saal. Geblendet müssen wir die Augen schließen. Als wir sie nach einiger Zeit wieder aufmachen, sehen wir alles gleich viel deutlicher. Es ist wirklich ein wunderschöner und vor allem auch großer Saal! Viel größer und schöner als der Thronsaal von König Löwenzahn! Überall noch viel mehr Gold, viel mehr Edelsteine
und hunderte von blitzenden Diamanten! Und dann auch noch drei riesige Fenster, durch die das Sonnenlicht geradezu hereinleuchtet und alles zum Glitzern und Glänzen bringt! Hier könnte man es wirklich aushalten! Doch das Aufregendste in dem Saal ist ein riesiges Schwimmbecken, in dem ein hoher, wunderschöner Springbrunnen sprudelt. Wir gehen langsam wie gebannt darauf zu.
Als wir wenige Meter davor stehen, ertönt plötzlich von rechts eine Stimme mit einem wirklich gewaltigen Echo: "Christian und Laura! Willkommen!"
Wir drehen uns nach rechts. Dort stehen fünf Stühle, auf denen je eine alte Frau sitzt: Zwei links, zwei rechts und ein großer, der auf einem kleinen Absatz über den Anderen steht. Auf diesem Stuhl sitzt ein Mann.
Chris erkennt ihn sofort wieder: "Hey, das ist doch dieser Mann, der mir das Buch verkauft hat!"
Der alte Mann schaut Chris an. "Gut erkannt! Übrigens: Ich bin Heraklosterusibillumonnobilarekstirn. Ihr könnt mich Heraklos nennen."
Wir schlucken. "Guten Tag, Heraklos..." sagen wir gemeinsam.
"Auf unserem Planeten heißt es zwar Petsinara, wenn man sich begrüßt, aber das Guten Tag ist auch nicht schlecht. Also: Ihr wollt doch sicher nach Hause oder?"
"J-ja!" stottern wir.
"Gut! Das ist schnell erledigt! Ihr habt alle Aufgaben, die euch gestellt wurden, zusammen (oder manchmal auch alleine) gelöst! Ihr habt es geschafft!"
Wir schauen uns aufatmend an. Ein Lächeln ist auf unseren Lippen deutlich zu sehen. Normalerweise hätten wir losgelacht, uns umarmt, getanzt, gesungen, doch das geht hier natürlich nicht.
Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, wenn wir hier auf einmal zu Tanzen und zu Singen anfangen würden, als mich die Stimme von Heraklos aus meinen Gedanken reißt. "Am Ende möchte wir euch nur noch fünf Fragen stellen...und ich rate euch: Antwortet ehrlich! Denn wir merken es, wenn ihr lügt! Dann ist es für euch hier zu Ende! Also...Bitte, Syndea."
Und die ganz linke Frau fragt uns: "Warum habt ihr das Serum am Anfang überhaupt gesucht?"
Wir schauen uns nachdenklich an und flüstern miteinander. Nach einiger Zeit haben wir uns auf eine Antwortet geeinigt. "Hoffentlich ist sie richtig!" denke ich. "Aber, es ist ja eine ehrliche Antwort." beruhige ich mich im gleichen Moment wieder ein bißchen. Dann verkünde ich unsere Antwort: "Weil wir neugierig auf das Unbekannte waren. Wissen Sie, Menschen sind so: Wenn es irgend etwas gibt, das sich nicht erklären läßt, etwas Geheimnisvolles, etwas Unbekanntes, dann wollen sie das Geheimnis des Unbekannten herausfinden. Wenn die Menschen wüßten, was der Tod ist, hätten sie keine Angst mehr vor ihm. Das Unbekannte ist es, das die Menschen so fürchten." Als ich ausgesprochen habe, wundere ich mich im gleichen Moment über mich selbst! Wie konnte ich nur so etwas sagen?
Nun sagt Heraklos: "Jetzt Lyndea." Und die Frau neben Syndea fragt uns: "Weißt du noch, Laura? In Ägypten lerntest du doch Reni, die Dienerin kennen. Hast du sie ungern verlassen? Und wenn ja, warum?"
Ich denke nach. Dann sage ich (immerhin etwas ruhiger als beim Ersten Mal): "Ich habe sie auf jeden Fall ungern verlassen! Und warum...tja, weil sie meine Freundin geworden ist! Sie hat mir geholfen! Und vor allem...wenn mir jemand hilft, möchte ich mich revanchieren! Und das konnte ich nicht! Deshalb habe ich sie auch ungern verlassen! Eine Freundin läßt man eben auch normalerweise nicht zurück!"
Heraklos läßt eine kurze Zeit verstreichen. Nun sagt er: "Dann Windea."
Die Frau ganz rechts fragt uns: "Was denkt ihr über diese Insel?"
Wir beraten uns wieder. Dann sage ich schließlich: "Wir denken, daß es eine sehr schöne Insel ist! Die Tiere hatten recht, daß sie hierhergekommen sind! In der Welt wie wir sie jetzt haben, hätten sie es nicht so schön! Und wegen dem etwas unfreundlichem Empfang...naja, eigentlich hatte der kleine Vogel recht! Unsere "Welt" ist gar keine Welt mehr, sondern...naja, jedenfalls sehen wir es ein. Doch wir wollen trotzdem zurück, es ist ja unsere Heimat und seine Heimat mag man nun mal!"
Heraklos nickt langsam. Dann sagt er: "Und zuletzt Spindea."
Und die Frau neben Windea fragt uns: "Christian, du erinnerst dich sicher noch an die Kapelle. Dort, wo im Buch stand, daß Laura deine Beschützerin sein soll und wo du dich dann so lautstark verteidigt hast. Würdest du jetzt das Gleiche sagen?"
Chris denkt nach. Man sieht ihm an, daß es hinter seiner Stirn arbeitet. Nach einiger Zeit sagt er: "Nein. Ich würde nicht das Gleiche sagen. Ich glaube, ich sehe jetzt ein, daß es stimmt! Ich bin nun einmal ein Tollpatsch! Ob es nun in meiner Welt oder in dieser Dimension ist! Ich denke, daß es sehr gut war, daß Laura mitgekommen ist!" Er schaut mich an und lächelt.
Dann sagt Heraklos: "Ihr habt alle Fragen ehrlich beantwortet! Jetzt noch die meine: Werdet ihr, wenn ihr in eure Welt zurückgekehrt seid, Freunde bleiben?"
Wir schauen uns an. Doch diesmal brauchen wir gar nicht beraten, was wir sagen sollen. Wir denken beide das Gleiche. Dann sagen wir gemeinsam: "JA!" Das Echo hallt in dem Saal.
Heraklos lächelt das Erste Mal, seit wir ihn gesehen haben. Dann sagt er: "Tja, dann nur noch eines: Merkt ihr denn, daß ihr ganz andere Menschen geworden seid?"
Wir denken nach. Ich sage: "Ja, stimmt! Irgendwie...ich fühle mich so...erwachsen!"
"Ja, und irgendwie..." fängt Chris an, stockt dann jedoch.
"Jaja, ich weiß schon was du sagen wolltest! Du fühlst dich gar nicht mehr so tollpatschig! Und das bist du auch nicht mehr! Ihr seid BEIDE erwachsen geworden! Ihr seid viel vernünftiger und geduldiger als vorher, nicht wahr? Tja, das wollen wir mit jedem erreichen, den wir hierher locken! Wißt ihr, wir sind keine Menschen! Wir sind nicht von der Erde! Wie sagt ihr zu solchen Wesen...äh...Außerirdische, genau! Wir sind so etwas ähnliches! Wir kommen aus dem 22. Sonnensystem, vom Planeten Shirgun. Eure Erde befindet sich im 3. Sonnensystem! Tja, und wir sind gute Geschöpfe! Wir wollen jungen Menschen wie euch helfen. Vor allem denen, die so wie Christian sind! Und das glückt uns FAST immer! Also dann, ihr zwei! Ich sage euch jetzt, wie ihr heimkommt! Laura, hast du das Serum noch?"
Ich greife in meine Hosentasche und hole das kleine Fläschchen heraus. "Ja!" sage ich und halte es hoch.
"Gut! Dann gieße die letzten Tropfen des Serums in das Becken mit dem Springbrunnen!"
Ich laufe zu dem Becken, ziehe den kleinen Stöpsel des Fläschchens heraus und schütte die letzten Tropfen des "GEHEIMNISVOLLEN SERUMS" in das klare Wasser. Sofort wird die bunt schillernde Flüssigkeit mit dem Beckenwasser vermischt. Und plötzlich schillert das ganze Becken! Es sieht wunderschön aus!
"So und jetzt gebt mir das Buch." sagt Heraklos.
Ich gebe es ihm.
"Gut! In dem Becken befindet sich das Tor. Ihr müßt jetzt nur noch aus dem Becken trinken, "NACH HAUSE" sagen und dann hineinspringen. Keine Angst, ihr werdet nicht ertrinken! Das Serum trägt euch sicher nach Hause! Und übrigens: Schaut mal unter eure Betten! Dort wartet ein kleines Geschenk auf euch! Also: Regrem (Das heißt in unserer Sprache Tschüß)! Und gute Reise!" Heraklos winkt nochmal lächelnd zum Abschied. Und auch die Frauen winken. Dann sind die Stühle auf einmal leer.
Wir schauen uns an, atmen noch einmal tief durch, trinken von dem Becken, fassen uns an den Händen und springen: PLATSCH! in das lauwarme Wasser.
Dann umfängt uns Stille.


 Kapitel 18
© 2008 by Janis Purucker



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