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Das geheimnisvolle Serum

ein Fantasy Abenteuer-Roman von Janis Purucker


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Kapitel 5

"Guten Morgen, Fräulein Dröll, haben sie gut geschlafen? Es ist sechs Uhr Morgens, das Frühstück wartet!" vernehme ich und schlage die Augen auf. Ich sehe eine Krankenschwester am Fuß meines Bettes stehen, mit einem Tablett auf beiden Händen. Als ich mich aufrichte, spüre ich in allen meinen Gliedern die Strapazen der letzten Nacht, doch ich darf mir nichts anmerken lassen, es soll ja so aussehen, als hätte ich eine ruhige und erholsame Nacht hinter mir.
"Danke, bitte stellen sie es auf meinen Nachttisch." sage ich. "Ach ja, können sie mir bitte sagen, wann die Besuchszeiten sind?" fällt mir ein.
"An Werktagen von halb zwei bis sechs Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur von drei bis halb sechs Uhr."
"Und was ist heute für ein Tag?"
"Heute? Heute ist Mittwoch."
"Aha, danke."
"Also kommt Mutti so zwischen zwei und sechs Uhr." denke ich.
"Also wenn sie sonst noch etwas brauchen, oder fertig gegessen haben, betätigen sie bitte den Schwesternrufknopf." erklärt die Schwester und geht wieder.
Ich begutachte das Frühstückstablett. Es gibt Spiegeleier mit Spinat, Weizenbrot mit Butter und Marmelade und als Nachtisch einen Pudding. Zu Trinken gibt es Kaffee, Tee und Apfelsaft. Ich bin sehr hungrig. Deswegen stürze ich mich auf die Spiegeleier, danach verzehre ich noch ein Marmeladenbrot, dazu ein bißchen Kaffee und zum Nachtisch den Pudding. Den Apfelsaft hebe ich auf und stecke ihn in eine Schublade. Dann klingle ich der Schwester, daß sie das Tablett abholen solle. Später dann fange ich meinen Roman
an und danach schlafe ich ein bißchen. Als ich wieder aufwache, schaue ich auf meinen Wecker: Es ist kurz vor zwei Uhr. Ich kann es kaum mehr erwarten, bis Mutti kommt. Damit die Zeit schneller vergeht, setze ich mich auf, stütze mich auf meine Krücken und humpele zum Waschbecken. Ich wasche mich und putze schnell meine Zähne. Dann gehe ich noch auf die Toilette. Endlich kommt Mutti, kurz vor halb drei Uhr. "Hallo, Schatz!" ruft sie als sie hereinstürmt.
"Hallo Mutti!" begrüße ich sie."
"Na, gut geschlafen?"
"Ach, ja, doch."
"Naja, ich weiß schon, im Krankenhaus ist es eben langweilig; und aus diesem Grund habe ich dir die Zeitung von heute mitgebracht."
"Super," sage ich erfreut, in der Hoffnung vielleicht irgend etwas über die BOMBE IM PARK zu erfahren.
"Ich habe sie auch schon gelesen. Hast du übrigens gestern nacht diese Explosion gehört, die auch in der Zeitung steht? Es heißt, eine Bombe wäre im Park losgegangen und hätte ihn halb in die Luft gesprengt!" fragt mich Mutti.
"Nein, ich habe nichts gehört," lüge ich, "wahrscheinlich habe ich fest geschlafen."
"Ja," lacht sie, "ich habe auch nichts gehört. Du kannst den Artikel dann ja mal lesen. Doch nun zu was anderem; ich habe dir hier Orangensaft, neue Unterwäsche und ein paar neue Morgenmäntel mitgebracht." Und sie hilft mir beim Anziehen der neuen Kleidung.
Danach frage ich sie schließlich: "Du, Mutti, könnte ich mich nicht wieder ein bißchen mit Chris unterhalten? Ich könnte ja die Zeitung mitnehmen und ihn auch fragen, ob er etwas von der Explosion gehört hat."
"Naja, wenn du willst. Ich gehe zu seinem Zimmer und frage die Krankenschwester, wenn noch eine dasteht." Und schon ist sie draußen.
Nach ein paar Minuten kommt sie wieder und holt mich. Ich nehme meine Flasche Orangensaft mit, in der Annahme, ein bißchen länger bei Chris zu bleiben. Als ich bei ihm klopfen will, sehe ich, daß keine Krankenschwester mehr dasteht. Als Chris " herein!" ruft, humpele ich zu ihm ins Zimmer und setze mich auf sein Bett; meine Mutter beschließt, draußen zu warten.
"Hallo, Chris!" begrüße ich ihn.
"Hallo, Laura. Was hast du denn da?" und er zeigt auf meine Zeitung.
"Ach, die Zeitung hat mir meine Mutter mitgebracht." antworte ich ihm. "Und,... hast du das auch gehört, es war die Bombe im Park, sie ist gestern explodiert, ich habe es gehört, doch ich habe meiner Mutter erzählt, ich hätte es nicht gehört." füge ich flüsternd hinzu.
"Ja, ich habe es auch gehört." flüstert er zurück und wir suchen den Artikel in der Zeitung. Wir erfahren, daß die Polizei glaubt, es sei die Mafia, daß der halbe Park dabei in die Luft gegangen sei, usw. Aber warum jemand die Bombe dorthin gelegt hatte, ja, das stand natürlich nicht drin.
"Hm, naja... Aber jetzt mal zum Serum, hol es mal und den Schnipsel auch mit, ja?" frage ich Chris.
"Ok.." Und er steht auf und humpelt zu einem der Schränke, macht ihn auf und holt das Serum und den Schnipsel heraus. Wir untersuchen alles zwei, können aber nichts finden. Dann beschließen wir, den Beutel vorsichtig aufzumachen und das Serum in die Tasse hineinzuschütten, die Chris von seinem Frühstückstablett behalten hat. Als wir das getan haben, stecken wir vorsichtig den Zeigefinger hinein und ziehen ihn schnell wieder heraus. An
unserem Finger klebt eine Masse, die rot-gelb schimmert. Und ohne mein Bemerken tropft etwas von dieser Masse auf meinen Morgenmantel.
"Ich wisch das lieber wieder ab." sage ich und wische meinen Finger an den Einmal-Handtüchern, bei Chris` Waschbecken ab und dieses Benutzte werfe ich in den Papierkorb.
Chris behält die Masse noch am Finger, anscheinend gefällt sie ihm. Ich setze mich wieder auf das Bett und trinke ein bißchen Orangensaft.
Dann nehme ich mir den Schnipsel vor und sage: "Hm, komisch, 'Deutschland'." In dem Moment als ich das gesagt habe, wird es mir ganz komisch. Ich denke, daß das von der Hitze kommt, die hier drin ist und nehme die Flasche Orangensaft in die Hand, um noch etwas zu trinken. Doch in dem Moment sagt auch Chris, daß er sich nicht wohl fühle. Und langsam übermannt uns Dunkelheit.


 Kapitel 6
© 2008 by Janis Purucker



 Über mich, Janis Purucker